Rabowski

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RE: Ich, im digitalen Unterbewusstsein | 03.03.2013 | 14:36

Sehr geehrter zuständiger Redakteur,

ich spreche Sie an, da Sie den Artikel redigiert und entschieden haben, ihn zur Titelgeschichte zu machen.

Immerhin Eines haben Sie erreicht, ich habe überdurchschnittlich lange über den Artikel gegrübelt. Mein Fazit ist allerdings ernüchternd.

Als gewöhnlicher Computernutzer ohne Expertenkenntnisse habe ich für eine Weile wirklich geglaubt, Sie hätten ein Thema aufgegriffen, das bisher sträflich vernachlässigt wurde. Im Gespräch mit Freunden, die sich in Computerfragen besser auskennen als ich, wurde mir dann aber die Banalität des Tor-netzes schnell klar. Es ist eben kein digitaler Untergrund in dem gewöhnliche Nutzer, die etwas hartnäckiger und geschickter sind als die Autorin, Krokodile und Auftragsmörder kaufen können. Es ist in erster Linie eine technische Möglichkeit anonym zu kommunizieren, wobei es den Beteiligten durchaus wichtig ist, zu wissen mit wem sie gerade chatten. Diese technische Infrastruktur steht dann natürlich auch für illegale Machenschaften zur Verfügung. Dealer treffen sich nicht im Park sondern im Netz. Das ist für mich die eigentliche Nachricht, nicht der versteckte Basar der Perversionen, dessen Gassen so überlaufen sind, dass der Tourist ihn entnervt wieder verlässt.

Die trockenen Fakten hätten aber wohl nicht zur Titelgeschichte gereicht. Ich finde die Idee einer Reportage über die Entdeckung des dunklen Netzes durch einen Neuling daher einen spannenden und legitimen Ansatz. Das Experteninterview des „Cheflobbyisten des Darknet“ ist mir dann aber zu politisch motiviert und leistet zu wenig Aufklärung über die tatsächlichen Gefahren für die Gesellschaft.

Vielen Dank daher an den Blogger SUB für die sachliche Richtigstellung weiter unten.

Herzliche Grüße

Rabowski