Wolle mer se reinlasse?

Flüchtlingspolitik Es ist cool, sich über Gutmenschen aufzuregen. Und es ist noch viel cooler, harte politische Forderungen zu stellen. Ich bin ein Mann aus dem Volk. Meine Meinung zählt!
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

I

Wir deutschen Steuerzahler haben keinen Grund, noch mehr Flüchtlinge in unser schönes Land aufzunehmen. Ich bin kein kaltherziger Mensch: auch ich höre Musik aus Afrika (Michael Jackson), also rassistisch bin ich nicht. Aber man wird doch heutzutage noch sagen dürfen, dass jeder Einwohner eines Landes erst an sich denken muss und nicht an die Fremden, die unser Sozialsystem ausbluten lassen wollen. Wir dürfen nicht zulassen, dass ethische Fragen unseren ökonomischen Verstand ad absurdum führen.

Michael Jackson hat zu Recht sein Negertum als schlecht (für andere und ihn selbst!) befunden und durch Hautbleichung überwunden - und ist dafür zu einem erfolgreichen Geschäftsmann aufgestiegen. Er ist ein großes Vorbild. Eine Metapher für die Rettung Afrikas. Seine Bananen-fressenden Verwandten im Busch sollten sich auch die Haut bleichen lassen. Ob metaphorisch oder nicht, das ist uns Deutschen egal.

Der Schwarze muss was tun! Wir können ihm nicht die ganze Zeit Bananen liefern und er lässt seinen Kontinent einfach weiter untergehen wie eine Mutter ihr minderjähriges Kind in einer Kneipe zurücklässt. Ja, wenn es brennt, streckt er seine dürren Händchen aus, um an unseren hart erkämpften Wohlstand zu kommen. Das ist ungerecht. Aber wie gesagt: nichts gegen Schwarze! Ich bin selbst immer etwas neidisch, wenn ich Schwarze sehe. Sie können so schnell rennen und haben nicht so eine Kellerbräune wie ich. Aber wenn sie in ihrem Land verrecken, ist das besser, als wenn sie unsere Sozialsysteme ausbluten und wir irgendwann verrecken. Ich spreche nur Klartext, der Rest ist Gutmenschentum. Und nur weil ich mich nicht so höflich verfloskelt ausdrücke wie die Herren Politiker im Staatsfernsehen, heißt das nicht, dass meine Meinung nicht gehört werden sollte.

Ja, ich sag es ganz frank und frei. Der Neger ist selbst schuld, wenn er eine unfähige, korrupte Regierung hat und soll gefälligst da unten verrecken, wenn er nicht endlich anfängt, so wie wir ordentlichen Völker in Europa zu schuften für sein Leben, um sein Leben! Aber der Neger ist wohl zu dumm für die einfachsten Dinge. Warum schmeißt er tonnenweise Sand auf die Erde? So wird das nie was mit der Kartoffelernte.!

Es ist ganz einfach, liebe Brüder: die Afrikaner sind einfach mit ihrem HartzIV-Satz nicht zufrieden und wollen zu uns, weil wir mehr Geld haben. Außerdem gibt es in unserer Fernsehlandschaft Abwechslung. Nicht nur Voodoo-Rituale und Affen-Ballett, hier gibt es Wetten-Dass und Wer-Wird-Millionär. Das ist es doch: er will unsere hart erkämpfte Hochkultur ausnutzen, um seinen Hungerbauch zu stopfen und dann unser ganzes Volk unterwandern, weil er nie genug bekommen kann. Es wird zu einem Rassenkrieg kommen! Ein einziges Helter-Skelter wird das. Und am Ende steht unser Untergang! Ich sage Nein!

Und wenn es wirklich welche gibt, die aus ganz ganz ganz dringenden Gründen zu uns kommen, dann sollen sie vorher überprüfen, ob das Boot einen TÜV hat. Und niemand, der nicht das Seepferdchen-Frühschwimmer abzeichen hat, sollte so ein Boot überhaupt besteigen dürfen. Dann haben wir auch nicht immer solche traurigen Boulevard-Meldungen wie diesertage.

II

Bevor ich hier gelöscht werde: ich meine das ganze wirklich nicht ernst. Ich karikiere nur diese ganzen versteckten Nazis und Sauerkrautköpfe, die in Facebook-Kommentaren (aktuell u.a. hier bei Deutschlandradio Kultur ) ihr liebloses, spießiges Weltbild hinsabbern; diese typische Arroganz des saturierten europäischen Bürgermobs. Sitzen in ihrem sicheren Sessel und rümpfe die Nase über Berichte von gierigen Negern, die an ihren Kühlschrank wollen.

"Die haben doch ihr Land selbst ruiniert! Es ist Gutmenschen-Populismus, wenn man sagt, wir haben die Schwarzen ausgebeutet. Uns wird es bald genau so gehen wie den Stark-Pigmentierten. Nicht-Zurückweisung tötet!" Vielen ist kein zynischer Populismus zu billig, um ihren Schrebergärtner-Geschmack zu verteidigen.

"Nichts ist so verbrecherisch, wie die Interessen des eigenen Volkes zu verraten". Mein Geschmack sagt: nichts ist so verbrecherisch wie sich den Intellekt und das Herz vergiften zu lassen von ökonomischen Erwägungen. Nichts ist so geschmacklos wie der Glaube an ein Volk.

Es geht um Realpolitik! Nicht um Volkstümelei und Schuld und Sühne. Da gibt es Menschen die leiden und die wollen überleben und wissen, dass es in ihrem Land keine Chancen mehr gibt. Sie wollen ein besseres, einfacheres Leben und sie schauen hoffnungsvoll nach Europa. Und dann sehen sie, wie ein sattgefressener, verschwitzter Michel sich aus dem Fernsehsessel erhebt und schnaubt: "Nein nein! Ihr seid selbst Schuld! Wir wollen nicht, dass ihr uns auf der Tasche liegt! Wir wollen nicht so enden wie ihr. Also husch, Abmarsch zurück in den Busch!"

III

"Flucht ist kein Verbrechen" - ein guter Spruch. Wir haben Platz. Zur Not schaffen wir welchen. Bevor noch weitere Flüchtlinge ertrinken, abgeschossen werden (weil sie den Fischfang stören) oder sonstwie umkommen, sollten wir die Grenzen ohne Beschränkung aufmachen! Kein Ideal wie "Volk" oder "Wirtschaft" ist es Wert, Menschen zuzusehen, wie sie auf der Flucht vor Elend sterben. Wenn es gar nicht anders geht, kann man ja die CDU/CSU-Politiker auf das C in ihrem Namen aufmerksam machen und einen Powerpoint-Vortrag darüber halten, wie Jesus mit Kranken und Bettlern umgegangen ist.

IV

Sitzen wir alle in einem Boot? Oder jeder in seinem eigenen? Wohin geht die Fahrt? Auf welchem Meer sind wir überhaupt? Und warum reisen wir überhaupt?

V

Ist alles am Ende nicht eine Geschmacksfrage?

17:34 04.10.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Rael

Der Künstler begeht nie einen Mord, er ist feige und schlaff. er kriegt noch nicht mal mit, dass Frühling ist. - Alina Vituchnovskaja
Schreiber 0 Leser 2
Rael