Ralf Bönt

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RE: Rudel der Schuhgucker | 12.11.2018 | 12:08

das Patriarchat war ein System der Beschützung, der Risikominimierung für Frauen und Kinder und Verantwortungsübernahme durch Männer. sie wurde ihm übrigens schlecht vergolten. an dem Artikel sieht man, dass die Überreste noch immer intakt sind. es muss doch hier keineswegs ein Mann sein, der widerspricht.

RE: Rudel der Schuhgucker | 07.11.2018 | 09:45

Wo gibt es keine antipatriarchale Männerbewegung? Es ist doch immer noch bequem wegzusehen, wenn eine Gruppe kein Mitleid haben möchte, allzu oft folgt ihm ja doch die Verachtung, sondern Rechte. Sie bestehen nicht in erster Linie darin, für die Reden der Anderen verantwortlich zu sein oder für das Unbehagen der noch wieder Anderen. Für alles verantwortlich zu sein, das glaubt nur einer: der Patriarch. Der Antpatriarch traut den anderen zu, für sich selbst zu sprechen. Schönen Gruß!

RE: Cool down | 18.03.2018 | 16:10

Sehr lesenswert. Ich weigere mich allerdings, Paglia als rechts zu bezeichnen, nur weil sie einige als links geltende Gewissheiten in Frage stellt, und leide darunter, sie in diesem Verlag zu sehen. Zumal die agilen Gegner von Antaios einen Feminismus vertreten, den ich wiederum als rechtslastig empfinde, nicht nur in seinem Paternalismus, sondern vor allem in seinen Fehlurteilen und seiner rituellen Ignoranz der Hälfte seines Themas gegenüber. Diese Themen wirken mittlerweile ermüdend, sind aber zentral mit den Neuen Rechten verknüpft, da die Verteidigung eines virtuellen Außenraums gegen einen virtuellen Gegner, wie es in Dresden geschieht, Folge der vormodernen Konstruktion von Innen und Außen, männlich und weiblich, in der Familie sind. Diese wurde im Bundestag diese Woche auf aberwitzige Weise verteidigt, wo ihre Überholung angestanden hätte.

Vor allem aber frage ich mich immer mehr, ob es wirklich sein kann, dass wir diese Rechten brauchen, um uns unserer selbst zu versichern, oder vor allem, ob wir nicht besser aufhören von Rechten zu sprechen und sie als Demagogen erkennen. Der Demagoge, um ein Wort von Gregor Gysi zu nehmen, mit dem er den Populisten bezeichnete, sagt nicht nur die Unwahrheit, das wäre im Falle des Irrtums ja verzeihlich, korrigierbar, wenn nicht notwendig. Sondern er sagt bewusst die Unwahrheit, um ein Ziel zu erreichen. Der Rechte hat Angst vor der Zukunft, die man ihm nehmen kann. Mit ihm sollten wir reden. Der Demagoge lügt, und wenn nur, um seine selbst gefühlte Inkompetenz zu leugnen. Da sollte man in der Tat abwinken, zumal er ja eigentlich nur eines will: unsere Anerkennung. Genau das hat Tellkamp sehr klar zur Sprache gebracht. Duldung genügt ihm nicht. Das gilt aber nicht nur für ihn. Es gibt auch eine demagogische Linke, die die Sackgasse mitverantwortet, in der wir jetzt sind. Klar, dass die Antaios gerade nicht ignorieren kann.

RE: Das geht #ausnahmslos alle etwas an | 14.01.2016 | 21:03

Das ist ein informativer Artikel mit angenehmem Ton, Dank. Die Häufigkeit der von Ihnen erlebten Situationen ist schockierend und bestimmt sicher auch das verhältnis der Geschlechter. Dennoch habe ich einen Einwand: Wieso werden keine Zahlen über Männer erhoben? Sexuelle Belästigung kenne ich aus dem Arbeitsleben auch. Aber das Problem geht natürlich noch weiter: Gewaltpotentiale müssen immer bei beiden Geschlechtern angesehen werden und generell gilt: Wer Gewalt gegen Frauen abbauen möchte, sollte Gewalt gegen Männer abbauen. Sonst kommen wir nicht weiter.

RE: Neue Väter hat das Land | 06.05.2015 | 09:01

Das ist ein so einfaches wie fatales Paradox: Weil Eltern (also Menschen mit Kindern) normalerweise keine Zeit für diese Betrachtungen haben, sprechen zu diesen Themen fast ausnahmslos Kinderlose. Das fällt einem bei aller Gendertheorie ins Auge, aber auch wenn man die publizistische Geschichte des Antisexismus in Deutschland betrachtet. Hollstein hat darauf hingewiesen, dass mit Schwarzer und Pilgrim Homosexuelle das Thema besetzten. Ich darf kurz lächeln, wenn dass, was ich zu meinem Beruf gemacht habe, als eitle Selbstbespiegelung bezeichnet wird, oder? Man bekommt viel Gegenrede, die der Eitelkeit wenig zuarbeitet, aber das gehört dazu. Zum Glück überwiegt der Zuspruch bei weitem. Das ist keine Kleinigkeit. Und es wichtig, weil wir etwas abschaffen wollen: Das Patriarchat.