Tod, Tod, Tod - Wie SPON übertreibt

Spiegel Online Hustensaft der Kinder tötet. SPON hat damit Recht. Trotzdem übertreiben die Autoren maßlos.
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Spiegel.de warnt vor Hustensaft, der Kinder töten kann. Eine plakative Überschrift, die mehr erschreckt, als aufklärt. Gleich im ersten Absatz heißt es: „Gegen die Übelkeit ihrer zweijährigen Tochter Alexandra* kannte die Mutter ein rezeptfreies Medikament. Sie verabreichte ihr das erste Zäpfchen am frühen Morgen, abends wiederholte der Vater die Prozedur. Innerhalb weniger Stunden war Alexandra tot.“

Zäpfchen, Zäpfchen, Tod. Das klingt heftig! Da fragt man sich als Leser: Warum zur Hölle dürfen die so was frei verkaufen? - Die Antwort: Weil es eine – unglaublich schlimme – Ausnahme ist. Und darüber steht in dem Artikel nichts: Klar ist, dass Millionen Eltern in Deutschland ihren Kindern solche Medikamente geben. Und das wohl nicht nur einmal im Jahr. In der Regel passiert nichts, außer, dass das Kind gesundet.

Wollten die Autoren aufklären, statt zu ängstigen, dann hätten sie weitere Zahlen gebracht: Also nicht nur, dass es 1500 Fälle von unerwünschten Nebenwirkungen gibt, sonder ganz klar: Wie oft kommt es zu einem Fall, wie dem am Anfang? Einmal in der Woche, im Jahr oder alle zehn Jahre. Nur so lässt sich das Problem richtig einschätzen.

Die vollständige Einschätzung der BfArM findet sich übrigens hier.

UPDATE: Die DAZ schreibt etwas zum SPON-Artikel.

15:29 18.06.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Rasmus Cloes - Gesunde Skepsis

Jeden Tag erwacht ein neuer Prophet und erzählt, was gesunden lässt: Morgensex, Kaffee oder Prozac. Ich prüfe ihre Steintafeln.
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Rasmus Cloes - Gesunde Skepsis

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