Töchter aus der "Hitlerzeit"

FASCHISMUS I Wie erlebten die Töchter von Frontsoldaten, Widerstandskämpfern, wie Soldatinnen das Fehlen ihrer Väter?
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Der Krieg tötete alle Väter. Selbst die, die unversehrt aus dem Gemetzel des Zweiten Weltkriegs zurückkehrten. Für ihre Töchter waren sie fremde Männer. Die Mädchen hielten unscharfe Hochzeitsfotos im Bewusstsein, jugendliche Figuren, die zwar irgendwie mit ihnen zu tun hatten, aber statt Bezugspersonen Ikonen waren, Wandbilder, denen die gealterten, realen Personen nicht entsprechen konnten. Das ersehnte Wiedersehen wurde für die meisten zum Desaster. Für Töchter wie Väter.

Die Autorin Rosemarie Killius ist eine jener Töchter, für die der Vater ein Phantom blieb. Sie nennt sich deshalb einbeinig - eine unglückliche Metapher angesichts so vieler (Kriegs-)Invaliden. Meine eigenen Erinnerungen an diese Zeit sind von solchen