Der Klimawandel im Badezimmer

Klimakrise Der Klimawandel ist in aller Munde. Und das natürlich völlig zu Recht und überfälligerweise! Ein Experte für Rohrreinigung erklärt, warum auch ihn das etwas angeht
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Der Klimawandel im Badezimmer
Symbolbild

Foto: imago images/Lars Reimann

Die letzten Sommer waren zu heiß und zu trocken und die Auswirkungen können wir alle sehen. Der heimische Garten vertrocknet und die Wälder darben dahin, weil ihre Wasserreserven aufgebraucht sind. Und es wird definitiv noch schlimmer. Da hilft auch kein Wegschauen oder Leugnen. Die Erderwärmung steigt klimabedingt kontinuierlich und das ist wissenschaftlich bewiesen. Momentan liegt die sogenannte mittlere Erdtemperatur bei etwa 14 Grad. Zehn bis fünfzehn Grad mehr und es gibt kein Leben mehr auf der Erde. Grund, dass wir uns klimaentspannt zurücklehnen können, gibt es nicht. Wir sind Grund des Klimawandels und der negativen Entwicklungen. Er ist unser aller Problem!

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, warum ein Experte für Rohrreinigung über den Klimawandel und die Erderwärmung philosophiert. Nun, abgesehen davon, dass uns das Thema alle berühren sollte, betrifft Umweltschutz neben der Vermeidung von CO2-Ausstoß und Plastikmüll auch unsere Wasserressourcen, die Wasserversorgung und -verschmutzung. Und Wasser ist eindeutig mein Metier! Sie können mir glauben, in Sachen Wasserverschmutzung habe ich alles gesehen.

Die Einen ertrinken, während die Anderen verdursten

Durch den Klimawandel ist der Wasserkreislauf auf unserem Planeten nachhaltig geschädigt. Der akute Wassermangel hat verheerende Auswirkungen auf die ohnehin schon wasserarmen Regionen der südlichen Erdhalbkugel. Auf der Nordhalbkugel und in Eurasien kommt es im Gegensatz dazu zu Überschwemmungen und anderen wasserbedingten Katastrophen. Beide Extreme behindern eine angemessene Wasserversorgung der Menschen und wenn man über die möglichen Folgen nachdenkt, kommen einem Bilder von Ereignissen apokalyptischen Ausmaßes in den Sinn. Bewaffnete Auseinandersetzungen um den Zugang zu Trinkwasser, Plünderungen und Zerstörungen bei Naturkatastrophen, Seuchen und Hungersnöte sind durchaus realistische Szenarien. Mad Max ante portas, so to say …

Wir Menschen sind verwöhnt und könnten auf vieles verzichten, aber mit Sicherheit nicht auf Wasser! Dabei reicht Wasser allein nicht aus – es muss sich um potentielles Trinkwasser handeln. Die Wasserqualität und die Wasseraufbereitung- bzw. speicherung sind von existentieller Bedeutung für unser Überleben. Eine richtige und wichtige Reaktion auf den Klimawandel stellt deshalb die Sicherung der Grundwasserressourcen dar. Das Prinzip ist denkbar einfach und kennt jeder Kleingärtner. Ich sammle Regenwasser! In Dürreperioden wird das gesammelte Wasser dann dem Grundwasser zugeführt, oder direkt als Trinkwasser oder zur Bewässerung verwendet.

Klimaschutz geht alle an

Die Wasseraufbereitung respektive das Abwasser und die Klärschlammentsorgung verbrauchen viel Energie und stoßen eine Menge CO2 aus. Hier wäre der Einsatz effizienterer und schonenderer Aufbereitungsanlagen, Maschinen und Methoden sicherlich möglich. Politik und Industrie haben deshalb die Aufgabe, die Speicherung und Distribution von Wasser zu optimieren. Moderne Leitungen, energiesparende Anlagen und umweltfreundliche Verfahren trügen zu einem geringerem Treibhausgasausstoß bei. In Deutschland herrscht zwar kein Wassermangel, aber auch wir als Einzelne können durch einen sparsamen und bewussten Wasserverbrauch in Küche, Bad und Garten unseren kleinen Teil dazu beitragen, dass nicht unnötig viel Wasser aufbereitet werden muss. So verbessert jeder seine persönliche CO2-Bilanz.

Die Wasserwirtschaft muss wie die Autobranche, die Landwirtschaft und letztlich alle Wirtschaftszweige die Klimaneutralität zum Ziel haben. Neben diesem direkten Einfluss auf die Umwelt, bedeutet eine gesicherte und angemessene Wasserversorgung auch einen indirekten Schutz vor gewaltsamen Konflikten und Epidemien. Diese Gefahr besteht vor allem in ärmeren und strukturarmen Ländern. Deutschland sollte seine privilegierte Situation nutzen und mittels Know-how und finanziellen Mitteln dafür sorgen, dass die Wasserversorgung in diesen Regionen gesichert ist beziehungsweise verbessert wird. Und das, bevor es zu spät ist. Die Betroffenen werden kaum vor Gesetzen und Landesgrenzen halt machen, wenn es ums Überleben geht.

Wir alle können also etwas beisteuern, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Politik, Wirtschaft und Industrie müssen die Rahmenbedingungen schaffen und die großen Linien vorgeben. Für jeden Einzelnen heißt es, nach bestem Wissen und Gewissen im persönlichen Wirkungsbereich verantwortungsvoll zu handeln und Einfluss zu nehmen. Und für mich als Experten in Sachen Abwasser, Rohrreinigung und allem, was dazu gehört, bedeutet das, gewissenhaft und effizient zu arbeiten, um eine reibungslose Wasserversorgung zu garantieren.

23:39 16.09.2019
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