rene

wie bitte?
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RE: Schmaler Grat ins Leben | 17.12.2010 | 11:23

Ach Buße ist nicht nötig, eher wär eine zum Verständnis beitragende Anwort nett gewesen. Aber beim Wort nett bekommst du vermutlich schon wieder Angst ich wollte dich manipulieren. Deshalb noch mal anders: mir ist immer noch nicht klar, ob Du das wirklich so gemeint hast, wie ichs verstanden hab: deshalb die Frageform!.

RE: Schmaler Grat ins Leben | 13.12.2010 | 15:34

hm der Beitrag sollte sich eigentlich sichtlich auf TomGards Kommentar beziehen

RE: Schmaler Grat ins Leben | 13.12.2010 | 15:32

Ich bin mir nicht sicher ob ich das alles richtig verstanden habe, was aber wohl auch nicht nur an meiner Auffassungsgabe liegt, sondern - möglicherweise - an einer Tendenz auch noch die Produktion klarer Sätze als Ausdruck von Opportunismus zu werten.

Ich mach mir jetzt nicht die Mühe, jede einzelne Aussage nachzufragen. Sondern fasse diesen Wust von Sätzen mal zusammen, in meiner vielleicht falschen Rekonstruktion iher Aussageintention:

Sie behaupten, dass jede enge Bindung von Kindern an ihre Eltern über das vierte Lebensjahr hinaus die Folge einer Herrschaftsstruktur ist, an die sich jeder einzelne in dieser Struktur lebende Mensch durch die Übernahme eben des Liebekonzeptes angepasst hat?

Sie behaupten darüber hinaus, dass ein wesentliches Merkmal dieser auf einer Herrschaftstruktur gründenden Konzepte von Bindung und Liebe das ist, dass aus diesem Konzept die sexuelle Begierde ausgegrenzt wurde?

Also, was ist denn ihre Idee? Die vierjährigen in ihren Bedürfnissen nach Nähe, Aufgehobensein, die von mir aus - je nach dem was für einen Begriff von Sexualität hier gerade brauchen, auch sexuell genannt werden kann, abzulehnen?

Kann es sein, dass sie ihrerseits wenig Erfahrung mit Kindern haben? Dass sie das Bedürfnis nach - Liebe, nicht nach Sex - ihrerseits auf dumpfe biologische Impulse reduzieren, wo es doch, auch bei Erwachsenen noch, selbst in der sexuellen Begegnung immer um weit mehr geht als eben bloß geschlechtliche Vereinigung, welches Mehr im Begriff der Liebe, die in meinem Verständnis Sexualität nicht ausgrenzt, eine nicht reduktionistische Beschreibung findet?
Kann es also seine, dass ihrer Beschreibung der Beziehung zwischen Eltern und Kind, ebenfalls eine Ausgrenzung zu Grunde zu liegt? Die ihren Grund - aber das kann ich von außen nur schwer beurteilen - in einer biologistischen Auffassung menschlicher Beziehung hat, und jedes kulturell geprägte Beziehungsgeschehen - beim Menschen also phänomenal jedes - unter Genralverdacht stellt: nur Ausdruck eine Anpassung an Herrschaftszusammenhänge zu sein?

Liegt hier möglicherweise eine freiheitsneurotische Grundstellung vor?
Oder hab ich das alles schlicht falsch verstanden?

RE: Leitbild im 21. Jh: Homo symbolicus-ökologicus – Dämmerungen 2 | 30.06.2009 | 14:10

@Streifzug:

das hatte ich mir fast auch gedacht, was ja auch aus den darunter folgenden Kommentaren recht klar wurde: mein Problem: ist dein Hinweis auf die Gefahr einer Spaltung gesellschaftlicher Gruppen ein Hinweis auf einen blinden Flecken in Bilunsgwirts Vorschlag eines neuen Leitbildes?
Oder Konkreter: siehst Du in solchen Vorschlägen schon die Tendenz zu einer Spaltunge gegeben? Oder ganz allgmein: wie verknüpfst Du das Problem der Spaltung von Gruppen innerhalb einer Gesellschaft mit dem Vorschlag eines neunen kulturellen Leitbildes, hier dem Homo symbolicus-ökologicus.

Mich interessiert das Thema, und ich glaube dass DU da etwas ansprichts was mich persönlich auch betrifft: (ich lebe in einer der größten Gemeinschaften in Deutschland, und hier geht mir die Tendenz zur Abgrenzung von den dummen anderen, und deren Diskursen, gerade reichlich auf die Nerven).

RE: Peter Sloterdijk "Think Punk, not Think Tank!?", oder so. | 30.06.2009 | 13:50

Hallo Titta:

"Was Sie Übertreibung nennen, ist doch methodische Grundhaltung, nach der Art: >Nu stellen wa uns ma ganz dumm, wat is en Dampfmaschin?"

Stimmt, da haben sie wohl recht. Und insofern waren meine Besipiel mal ganz klar am Thema vorbei: denn die Sloterdijkschen Übertreibungen um die es ja ging sind ja eher rhetorischer Art: mein Eindruck: um in die Bedeutsamkeit einer Sache hineinzukommen sind Übertreibungen gute Mittel: um den in alltäglicher Gleichmäßigkeit ruhenden Menschen in die Ekstase eines nicht gleichgültigen Erkennens, das ist gestimmten Evidenzerfahrens, hineinzuführen - welches nicht mehr ein nur intellektuelles Erfassen, sondern ein den Menschen in seiner existenziell gestimmten Lage betreffendes Erkennen ist. So weit meine Libeserklärung zur lyrisch oder rhetorisch angereicherten Form des Philosophierens - in der Sloterdijkt wohl gerade kaum übertroffen sein dürfte.

RE: Peter Sloterdijk "Think Punk, not Think Tank!?", oder so. | 29.06.2009 | 13:30

ich erlaube mir mal ein
unbegründete Gegenthese zu Tita einzuwerfen, wonach ein guter Philsoph und großer Übertreiber zu sein sich ausschließe:
Fangen wir mal bei deinem geschätzen Sokrates an:
Immer nur aud das Was eines Sachverhaltes zu fokussieren und dann zu behaupten, dass wir ja gar nichts wüssten, kann man doch wohl - als natürlich sehr sympathische - Übertreibung auffassen.
Platons Ideenlehre: vermutlich gab es eine Grunderfahrung, wonach das, was uns im Lichte des alltäglichen Höhlenschimmers erscheint noch nicht das wahre Sein sein kann: daraufhin zwei Welten zu hypostasieren ist doch wohl eine Übetreibung.
Überhaupt die Welt auf ein oder ein paar wenige Prinzipien oder Substanzen zurückzuführen: Übertreibung.

Jetzt müssten hier mal bitte die gelernten Philosophen unter uns die Liste der Übertreibungen fortführen, aber mir scheint das Übertreibung dazu gehört: und wenn es nur deshalb nötig ist unsere Weltbezüge aus den eingefahrenen Wegen zu heben um wieder etwas 'anders' hinschaun zu können.

RE: Peter Sloterdijk "Think Punk, not Think Tank!?", oder so. | 29.06.2009 | 13:29

ich erlaube mir mal ein
unbegründete Gegenthese zu Tita einzuwerfen, wonach ein guter Philsoph und großer Übertreiber zu sein sich ausschließe:
Fangen wir mal bei deinem geschätzen Sokrates an:
Immer nur aud das Was eines Sachverhaltes zu fokussieren und dann zu behaupten, dass wir ja gar nichts wüssten, kann man doch wohl - als natürlich sehr sympathische - Übertreibung auffassen.
Platons Ideenlehre: vermutlich gab es eine Grunderfahrung, wonach das, was uns im Lichte des alltäglichen Höhlenschimmers erscheint noch nicht das wahre Sein sein kann: daraufhin zwei Welten zu hypostasieren ist doch wohl eine Übetreibung.
Überhaupt die Welt auf ein oder ein paar wenige Prinzipien oder Substanzen zurückzuführen: Übertreibung.

Jetzt müssten hier mal bitte die gelernten Philosophen unter uns die Liste der Übertreibungen fortführen, aber mir scheint das Übertreibung dazu gehört: und wenn es nur deshalb nötig ist unsere Weltbezüge aus den eingefahrenen Wegen zu heben um wieder etwas 'anders' hinschaun zu können.

RE: Leitbild im 21. Jh: Homo symbolicus-ökologicus – Dämmerungen 2 | 28.06.2009 | 21:22

"Um dieser unproduktiven Entgegensetzung zu entgehen, sucht der Homo symbolicus-ökologicus nach einer transanthroporelationalen Rechtsfertigungsbasis für sein Handeln. Er weiß, dass die strenge Unterteilung die Logik der Selbstausrottung und Selbstabschaffung bestimmter Gruppen in sich trägt ..."

Hier bin ich nicht mehr ganz mitgekommen. Ist das nun ein pessimistischer Einwand gegen die Möglichkeit der Enstehung einer neuen Lebensweise?

Du hast im letzten Satz "strenge Anthropozentrik" durch "strenge Unterteilung" ersetzt, aber dieser Sinn will sich mir nicht aufschließen.

RE: Logik des Gabentauschs | 01.03.2009 | 15:54

Sie haben mich überzeugt. Allerdings noch nicht ganz davon, dass eine Gruneinkommen generell schlecht ist, sondern davon dass es je nach dem in welchen Kontext es gesetzt wird den Interessen verschiedener Gruppen entgegen kommen kann.
Das heißt nach ihrer Argumentation: Grundeinkommen nur in Kombination mit einem Mindestlohn.

Aber dann ist das von Ihnen vorgestellte Problem doch schon gelöst oder? Oder hab ich ein weiteres Argument übersehn?
.

RE: Logik des Gabentauschs | 26.02.2009 | 20:46

Also vorweg, ich finds Klasse, dass Du hier wirklich auf jeden eingehst und die Diskussion aktiv führst.
Zum Kommentar:
Ich fühl mich ein bisschen missverstanden. Mein Gedanke ist ja gerade der, dass die Logik des Gabentausches in realen Beziehungen gar nicht außer Kraft gesetzt werden kann. Weil in natürlichen Beziehungen, also in Beziehungen wo man es nicht mir abstrakten, sondern realen Menschen zu tun hat, asoziales Verhalten sofort bestraft wird bzw. man sofort mit den Folgen asozialen Verhaltens, nämlich dem Leiden der nächsten Anderen konfrontiert wird.

Ich wollte eher sagen, dass diese ursprünglichen Verbindlichkeiten, die jeder Mensch eingeht so bald er in beziehungen tritt, erst durch die kapitalitishe Organisation zersetzt werden.
Das Primat der Gemeinschaftlichkeit ist glaube ich sehr stark in uns verankert. Kooperation ist seit tausenden von Jahren das evolutionär erfolgreichere Prinzip. Der Einzelne, asoziale oder geächtete Mensch musste eigentlich zu allen Zeiten um sein Leben fürchten. Und das muss der Einzelne, der nicht bereit ist zu kooperieren auch heute noch: wer völlig einsam ist, stirbt recht schnell, oder fühlt sich jedenfalls so.
Immer wo Menschen auf irgendeine Weise verbunden sind, ob emotional oder materiell siegt das Prinzip der Kooperation.
Erst mit dem Einzug kapitalitischer Ordnung, der massenhaften Herauslösung der Menschen aus natürlich gewachsenen Beziehungen und Gemeinschaften etabliert sich ein Handeln und Denken das tendenziell asozial ist. Wenn eine komplexer werdende Organisation der Gesellschaft einhergeht mit der Vereinzelung der Menschen, dann kommt es tasächlich dazu, dass wir auch das über tausende Jahre als natürlich empfundene Sozialverhalten nicht mehr einfach voraussetzen können.

Wenn Du nun sagst, im gegenwärtigen Zustand kann man das Grundeinkommen nicht einführen, dann lautet meine Gegenthese sozusagen, doch schnell, jetzt noch, bevor die gesellschaftliche Dynamik den vereinzelten Menschen wirklich als Normalfall durchgesetzt hat und nach und nach jedes soziale Verbindlichkeitsgefühl zerstört.

Welche Chancen siehst Du denn innerhalb der kapitalistischen Ordnung in Kombination mit der Zersetztung "realer" Gemeinschaftsstrukturen, das Prinzip des "Bereichere Dich selbst auf Kosten der Anderen!“ zu überwinden?
Ist der Gedanke absurd, dass ein Grundeinkommen gerade helfen könnte der Zerstörung des sozial und Verbindlichkeitsgefühl etwas entgegen zu setzen? - insofern es den Menschen ermöglicht ihre Leben nicht nur dem Vermarktungsdiktat unterzuordnen, sondern nach Beziehungen zu richten, die dann freilich wieder in vermarkungsfähige gemeinsame, kreative produzierende Projekte auslaufen können.
Ist die Möglichkeit sein Leben auch an sozialen Aspekten auszurichten nicht die Bedingung dafür, die "Verpflichtungen" von "Geben, Nehmen, Tauschen" zu verinnerlichen?