RE: Furcht vor klugen Köpfen | 05.01.2017 | 00:03

"...den Manipulationen zu ergeben scheint", muss es natürlich heissen.

RE: Furcht vor klugen Köpfen | 05.01.2017 | 00:00

Danke, Fr. Katja Kullmann! Da hatte ich einen kurzen, süssen Moment lang Hoffnung: Solange Artikel wie der Ihre erscheinen ("dürfen"), ist noch nicht alles verloren. Dachte ich, wie gesagt für diesen kurzen Moment. Dann habe ich die Kommentare gelesen solange ich sie ertragen konnte und ab da dann nurmehr überflogen. In dem Moment hat sich die Hoffnung verkrümelt um lähmender Angst, brechreizerzeugendem Entsetzen und still zur Kenntnis genommener, sich anbahnender, aber niemals gelebter Raserei Platz zu machen: Gesellschaftliche Fragmentarisierung, die letztlich auf jede Form der Besitzstandswahrung - auch vermeintlich "intellektueller" (seitens Ihrer "Kritiker", die sich dann doch nur wieder als pöbelnde, prügelnde Gassenjungs mit einem winzigen Quäntchen mehr an Eloquenz gegenüber diesen entpuppen) - hinausläuft. Ich sehe zu wenig Anzeichen, dass wir es "hier" "schaffen können". Ich sehe - und lese von - die (der) erbarmungslose(n) Kraft, die die politische Instrumentalisierung archaischer Reflexe zu entfalten scheint, und das mit einer gewissermassen unfehlbaren Sicherheit. Ich sehe und lese Ihren sorgfältig recherchierten und vollständig plausiblen Beitrag um dann im Anschluß daran das grobe "Hauen und Stechen" der vermeintlichen Freunde zur Kenntnis nehmen zu müssen. Was soll das werden, wie soll da ein Bewußtsein oder gar eine Bewegung entstehen können, wenn sogar die von Ihnen identifizierte politische Kraft sich so gefügig die Manipulationen der rechtsdrehenden "Kulturen" ergibt? Aber... man muss immer weiter hoffen. Vielleicht sind das nur die paar wenigen rotgesichtigen Flegel ohne Anstand, die sich hier zu Wort melden. (Den letzten Satz meine ich ohne den geringsten Hauch von Sarkasmus). Daher: Danke.

RE: Zur Lässigkeit verdammt | 15.10.2016 | 20:26

... was uns aber nur ähnlich Betroffene glauben werden, Richard. "Wer nicht hören will, muss fühlen", habe ich früher immer um die Ohren bekommen. Scheint was dran zu sein... ;) (und ich werde mir die Freiheit nehmen, mir das kollektive Gejammer später nicht anzuhören bzw. an mir abprallen zu lassen... :P ) (und ja, was die KSK anbelangt: Sehe ich ähnlich. Da kam man schon in den vergangenen Jahren schwer rein und die werden die Aufnahmehürden sukzessive anheben, so dass es uninteressant werden dürfte, ihr beizutreten, Neoliberalisten aller Orten sei "Dank" ;-) )

RE: Zur Lässigkeit verdammt | 15.10.2016 | 12:27

Habe ich in den Jahren 2004 bis 2007 - und dann nochmal mit "halber" bis viertel bis dann gar keiner Kraft mehr 2010 bzw. 2011 - auch so erlebt. Honorar"verhandlungen" arteten nicht selten in blanke Erpressung aus, die KSK hat mich schlußendlich in einem besonders miesen Jahr mit massivem Wegbruch von Auftraggebern rausgeschmissen. Ergebnis: Nach nochmal weiteren 2-3 Jahren des Abwehrens der - dann doch eingetretenen - Insolvenz doch der "Gang nach Canossas", sprich zum "Job"center und dann auch Sozialamt. Vom vormalig gefühlten schicken, vermeintlich selbstbestimmten und selbstverwirklichenden Dasein als Kreativwirtschaftender sind mir ein inzwischen überalteter Laptop, ein ganzer Sack offenbar wertloser Qualifikationen und eine noch längere Latte reichlich ernüchternder Einsichten geblieben. Die bitterste: Altersarmut ist für prekär Arbeitende - gleich welchen Bildungsgrades - heute vorprogrammiert. Absicht? Darf man natürlich nicht sagen, das wäre ja "negativ" ;-)

RE: "Wir wollen Teil der Gesellschaft sein" | 08.09.2016 | 00:18

Ich bewundere ihn, den Hr. Krauthausen. Der blickt durch und kann es auch artikulieren. Und das "Teilhabe"gesetz ist eine Schande. Danke, dass der Freitag dieses Interview veröffentlicht hat und damit auf diesen Mißstand aufmerksam macht.

RE: Gegen den Mainstream | 12.11.2015 | 00:02

Der Freitag referiert Zahlen des IWF und der OECD. Was bleibt da noch an Glaubwürdigkeit...?

RE: Das Ende der Demokratie | 14.07.2015 | 20:27

@Ernstchen: Ja, da haben Sie recht. Ich hatte mir hier überhebliche eine Position einzunehmen erlaubt, die durchaus arrogant erscheinen wird. Um Augstein in anderem Kontext zu paraphrasieren: "Ich bin nicht der Gute." Und ich muss mir selbst eingestehen, dass ich mich genau einlullen und manipulieren liess und - noch schlimmer! - es sogar Zeiten gab - und immer wieder gibt - in denen ich mir wünsche, ich könnte wieder vor die Wahl zwischen "rote Pille vs. blaue Pille" wie in "Matrix" gestellt werden und - die blaue nehmen! (das sind dann wohl die finstersten, depressivsten Momente und inzwischen weiß ich, dass die auch wieder vorbeigehen).

Also: Gut und zutreffend durchschaut. Ich bediene mich zur Zeit ganz offen gestanden und bewußt des Mittels der Polemik, um die Denkfaulen und Bequemen, die Stammtisch-Typen aus ihrer intellektuellen Wohlfühlzone zu holen und bewußt zu provozieren (vielleicht muss ich dafür irgendwann auch mal Prügel einstecken oder Pfefferspray inhalieren, wer weiß.) Diese - durchaus fragwürdige - Handhabung folgt der Überlegung, dass auch offene Meinungsverschiedenheit und Streit der Beginn einer Kommunikation sein kann. Möglicherweise entdecke ich - so wie Sie sich selbst beschreiben - gerade den Optimisten in mir? Zyniker zu werden war jedenfalls keine Option. Dann kann man sich auch gleich vor den heranrollenden Pendlerzug werfen... Beste Grüße!

RE: Das Ende der Demokratie | 14.07.2015 | 20:27

P.S. "überheblicherweise" sollte das im zweiten Satz heißen. Pardon.

RE: Das Ende der Demokratie | 13.07.2015 | 21:07

@Oberham hat es leider völlig überrissen. Die eingelullte bequeme Masse will es so! Fressen, Fernsehen, Ficken - aktueller denn je. Ach so: Ergänzt um "Flüchtlinge kloppen". Vier "F" also.

RE: Wir sollten besorgt sein | 04.07.2015 | 21:17

Ein nicht unerheblicher Teil meiner beruflichen Vergangenheit ist mit dem Konzern Apple Inc. auf's Engste verknüpft, sei es in Form von Werkstudentenjobs während der Uni-Jahre, sei es dann viel später als "Hofberichterstatter" in der Apple-affinen Fachpresse. Damals wie heute hat der Konzern durch seine monopolartige Stellung im Markt die Fachschreibe durch mehr oder weniger subtile Gängelbänder auf Eichstrich gehalten. Ich hab's immer wieder versucht, aber selbst einzelne "Bedenkenträgersätze" wurden regelmässig in ein glattgebügeltes, Apple-freundliches Licht getaucht. Insofern kann ich meinem Vor-Kommentator nur zustimmen und richtig aus den Socken haut mich diese Meldung nicht mehr. Es ist im Prinzip die Fortschreibung eines modus operandi, der so schon abläuft, solange die Marke in den hiesigen Märkten präsent ist. In ihrem Herkunftsland scheint es da sowoh das eine, wie das andere zu geben: Noch krasseres Stiefellecken, in Einzelfällen auch ordentlich Aufmucken. Die Aufmucker werden dann für gewöhnlich mit weitgehend inhaltsfreien einstweiligen Verfügungen und entsprechenden Gerichtsverfahren mundtot gemacht. Apple ist ein im Kern totalitärer Konzern. Unter Jobs war das noch schlimmer, weil der ein lupenreiner Soziopath war.

tldr; bleibt alles, wie's ist.