Das Prekariat zwischen zwei Buchdeckeln

Prekariat Buchempfehlung: Anna Sperk // Die Hoffnungsvollen (erhielt den Klopstock-Förderpreis für neue Literatur des Landes Sachsen-Anhalt)
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Der Roman von Anna Sperk "Die Hoffnungsvollen" zeichnet die Folgen der prekären Arbeits- und Lebensbedingungen von Wissenschaftler*innen in Deutschland und auch international am Beispiel einer geisteswissenschaftlichen Karriere nach. Im Jahr 2018 wurden die Hoffnungsvollen mit dem Klopstock-Förderpreis für neue Literatur des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Anna Sperk

Die Hoffnungsvollen

Roman

544 S., Br., 135 x 210 mm

ISBN 978-3-95462-750-9

Alex will Ethnologin werden, doch das Orchideenfach, in dem am Bedarf vorbei Massen ausgebildet werden, erweist sich als Sackgasse. Dabei hat sie früh gelernt, sich durchzuschlagen. Ein Abrisshaus ist preiswerte Bleibe, Ausgrabungen finanzieren ihr Studium und ihre Forschungen in Sibirien. Männer trudeln durch ihr Leben, bis sie sich für ihr Kind entscheidet. Nun hangelt sie sich von Projekt zu Projekt, während Anträge zum Lottospiel verkommen. Sie wird von Stipendien und Drittmitteln finanziert. Eine unbefristete Stelle ist unerreichbar, und wenn sie ihrer Tochter ein halbwegs normales Leben bieten will, muss sie sich zwischen ihr und der Wissenschaft entscheiden.

Anna Sperk erzählt als Insiderin von der erschreckenden Situation junger Wissenschaftler heute. In einem Kaleidoskop von Einzelfällen zeigt sie die Auswirkungen deutscher Wissenschaftspolitik und die Sehnsucht nach einem erfüllten, selbstbestimmten Leben.

Viel Freude beim Lesen

wünscht Ines Rettig

22:13 01.07.2019
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Geschrieben von

Ines Rettig

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