Gesundheit und Selbstverantwortung

Wissenschaft Medizin Zum Wochenthema "Der Feind in unserem Körper" von Martin J. Blaser, S. 6/7
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Wer allzu gläubig der von Interessen beeinflussten Wissenschaftsmedizin, der Werbung der Pharmaindustrie und den Aussagen von Politikern folgt, ohne sich selbst Gedanken darüber zu machen, ob denn deren Erkenntnisse und Behauptungen immer alle richtig und im Interesse der Patienten und des Gemeinwohls sind, ist selber mitverantwortlich für die Resultate dieser Herangehensweise.

Der Mikrobiologe Prof. Martin J. Blaser zeigt in seinem Beitrag beispielhaft die Risiken und Folgen des eindimensionalen Denkens (Symptom = Krankheit = Gegenmittel = Gesundheit) in der klassischen Medizin auf. Wer sich nicht mit den (globalen) Zusammenhängen, die es unzweifelhaft gibt, befassen will (und Alles hängt mit Allem zusammen!), der kann auch nicht abschätzen, welche Risiken für die Gesundheit der gesamten Bevölkerung (langfristig) mit seinem unverantwortlichen Handeln verbunden ist.

Für mich ist dieser Artikel deshalb ein wichtiges, exemplarisches Beispiel, welches im übertragenen Sinn heutzutage für die Problemlagen in vielen Wissenschaftsbereichen gilt, nicht nur in der Medizin, sondern insbesondere in den Bereichen Technik, Chemie, Pharmazie, Ökonomie, Medien und Politik. Die oft gravierenden "Nebenwirkungen" der geschäftstüchtigen Aktivitäten spielen keine Rolle und werden "blauäugig" in Kauf genommen.

Während sich moderne und aufgeschlossene Physiker mittlerweile mit der Quantenphysik in Bereiche vorgearbeitet haben, wo nachweisbar zu erkennen ist, dass selbst die Veränderung eines winzigen Teilchens durch ihre Manipulation entsprechende Reaktionen beim "Partnerteilchen" (welches sich auch in sehr großer Entfernung befinden kann) bewirkt, streiten in anderen Disziplinen die Protagonisten jegliche (oft sehr negative) Auswirkungen ihres Tuns auf andere Lebensbereiche ab.

So war und ist es beispielsweise allein aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus unsinnigerweise immer noch möglich, die lebensfeindliche Atomenergie als Allheilmittel für unseren Energiehunger und für den Klimaschutz zu propagieren, Grenzwerte für die Mobilfunkstrahlung hoch zu halten, obwohl das Krebsrisiko insbesondere bei Kindern und Jugendlichen hoch ist, Agro-Gentechnik in Kombination mit hochgiftigen Substanzen (Pestizide) zuzulassen, die Pflanzen und Tiere töten sowie die Gesundheit der damit arbeitenden und davon betroffenen Menschen bedroht – angeblich zum Nutzen einer möglichst effizienten Land- und Forstwirtschaft, die so den Welthunger beseitigen soll.

Die Wahrheit hinter all dem geschäftigen Treiben ist, ganzheitlich gesehen, eine ganz andere, als die, die uns von sogenannten Fachleuten und Lobbyisten verkauft wird. Deshalb ist es dringend notwendig, dass wir selber Verantwortung übernehmen, mitdenken und in unserem Umfeld und bei unserem Konsumverhalten so umsichtig handeln, dass für uns und unsere Familien, unsere Nachbarn und Mitmenschen, eine gesunde, natürliche Umwelt mit ihrer Vielfalt an Tieren und Pflanzen erhalten bleibt bzw., wo sie bereits geschädigt ist, diese sich wieder regenerieren kann.

Denn die Lebensgrundlagen von uns allen, die saubere Luft zum Atmen, das giftfreie Wasser zum Trinken, der humose, ertragreiche, gesunde Boden, sind nicht vermehrbar und sind Allgemeingut, welches zu schützen, zu erhalten und gerecht zu verteilen ist.

00:18 31.07.2014
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Geschrieben von

RHE

Freitag-Leser, BUND Naturschutz in Bayern-Mitglied, Mitglied von Mehr Demokratie, Initiator eines sozial-ökolog. Gartenprojekts, Vereinsvorsitzender
RHE

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