RE: In der Angststörung gefangen | 24.04.2021 | 16:54

Die Reaktionen auf diese Aktion haben mich sehr überrascht. Beifall von Rechts und schon wird ein Berufsverbot gefordert. Was kommt als Nächstes? Bücherverbrennen?

Es ist ein beliebtes Mittel zu diskreditieren, in dem man Beifall spendet. Genau das haben die Rechtspopulisten und Ihre Verbündeten getan. Und es hat funktioniert! Der Aufschrei folgte prompt. So platziert man geschickt die Schere im Kopf. Wer Kritik an den Corona-Maßnahmen und den Verantwortlichen übt, gar Grundrechte einfordert, der wird ganz schnell mit 80.000 Toten und der Frage, wie viele Tote man in Kauf nehmen will, konfrontiert. Damit lässt sich dann auch jede Kritik im Keim ersticken.

Die Kunst darf überspitzen!! Kunst orientiert sich nicht an den Befindlichkeiten einzelner Menschen. Dafür sind Künstler:innen sogar schon ermordet worden. Z. B. der Zeichner Stéphane Charbonnier von Charlie Hebdo.

Ich stimme dem Autor hier zu, dass man über das eine oder andere Video diskutieren kann. Und genau das ist das angemessene Mittel damit umzugehen.

Bislang vermisse ich den ganz großen Aufschrei bezüglich der Fußball-EM. Sollen da nicht tausende von *Zuschauer:innenn in die Allianz Arena kommen dürfen? War nicht das Totschlagargument für das Verbot von Konzerten und Theateraufführungen, dass die Menschen zwar innen sicher seien, aber sich vor und nach den Veranstaltungen zusammenrotten würden? Beim Fußball ist das natürlich gar kein Problem. Da gehen alle mit viel Abstand und Maske vorbildlich wieder nach Hause. Ganz besonders, wenn die eigene Mannschaft verloren hat.

*Die Regierung des Freistaats Bayern habe ihr Einverständnis mit dem Leitszenario erklärt. Dies sieht eine „Mindestkapazität von 14.500 Zuschauer*innen" vor.