Heidelberger Flüchtlingsmacher

Flüchtlingsmacher Wenn ausländische Touristen mit deutscher "Willkommenskultur" konfrontiert werden kann das absurde Züge annnehmen - wie ein chinesischer Tourist unlängst erfuhr.
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Es ist eine Geschichte, wie sie so nur in einem Land der Welt passieren kann – in Deutschland. Da die Chinesen aber so wenig den einen Europäer von dem anderen unterschieden können wie die Europäer Asiaten auseinanderhalten zu halten im Stande sind, wird es wohl eher als „Abenteuer eines Pekingers bei den Langnasen“ in die chinesische Touristengeschichte eingehen.

Was bildet man sich in unserem Land auf seine Weltoffenheit ein – und dann sind die Beamten unseres Staates nicht einmal in der Lage einen Staatsbürger Chinas zu erkennen. Was sich die weltoffenen Heidelberger Beamten geleistet haben, zeigt exemplarisch wie absurd der Umgang mit Migranten ist, die man der Einfachheit halber gleich allesamt als Flüchtlinge tituliert. Man stelle sich vor, ein deutscher Tourist in China, der seine Geldbörse verliert oder dem sie vermeintlich gestohlen wird geht dort zur Polizei um Anzeige zu erstatten. Am Ende legt man ihm ein Formular vor, welches er unterschreibt und er landet anschließend in einem Lager, wo nordkoreanische Flüchtlinge auf Eingliederung in das Staatswesen des Reiches der Mitte zu warten – solche Absurditäten sind außerhalb eines deutschen Beamtenstaates kaum vorstellbar. Immer noch ist dieser Staat stärker von regelementsfixierten Staatsdienern geprägt als von selbständig denkenden.

Wie kann es sein, dass deutsche Polizisten, wenn sie auf einen Bürger treffen, dessen Sprache sie nicht sprechen keinerlei Vorstellungen haben wie sie in Erfahrung bringen können, was der Bürger will? Wie kann es sein, dass deutsche Polizisten ein Jahr nach dem die „Willkommenskultur“ zur deutschen Leitkultur in den Medien und von der Staatsführung erkoren wurde nicht in der Lage sind Chinesisch zu erkennen? Natürlich hilft es wenn man Japanisch, Koreanisch und Chinesisch oft gehört hat alle drei Sprachen zu unterscheiden. Bei den Heidelberger Beamten aber hätte es überhaupt schon ausgereicht, wenn sie die von dem Fremden gehörte Sprache in den „Großraum China“ zu verorten im Stande gewesen wären, um den Mann nicht automatisch als „Flüchtling“ zu klassifizieren. Wenn man schon nicht in der Lage ist eine Sprache vom Klang her zu erkennen, hätte man den Mann etwas schreiben lassen können – oder ihm einen Globus gezeigt. Die große Frage ist, ob deutsche Beamte in der Lage sind chinesische Zeichen als solche zu erkennen. Obwohl bei uns heute geschätzt jeder zweite ein Gerät von Samsung hat wissen Deutsche in aller Regel nicht, dass Koreanisch aus einem einfachen Alphabet mit zehn Vokalen und 19 Konsonanten besteht, die man relativ leicht lernen kann – vielleicht sollten die Beamten einfach einmal die Betriebsanleitung eines technischen Gerätes hernehmen um die massiven Unterschieden zwischen Koreanisch, Chinesisch und Japanisch zu erkennen bei den den Zeichen.

Kinder können mit anderen Kindern kommunizieren selbst wenn sie nicht aus deren Kulturkreis kommen – innerhalb kürzester Zeit wissen sie wie der andere oder die andere heißt, was er will und haben sich selbst vorgestellt. Kinder im Kindergartenalter schaffen das, ohne dass die Eltern in der Nähe sind. Deutsche Beamte jedoch kriegen das nicht hin. Dabei hatten sie keinen Stress. Es war ja nicht so, dass gerade tausende „Flüchtlinge“ vor der Tür standen, die en bloc blitzartig hätten „bearbeitet“ werden müssen. Die Zeit war da, nur die Köpfe der Beamten waren leer.

Nach München wurde von verschiedenen Stellen darauf verwiesen, dass die Polizei in Deutschland „hervorragend und gründlich“ ausgebildet sei, so dass sie keine Hilfe von der Bundeswehr brauche – ganz sicher braucht die Polizei von der Bundeswehr keine Hilfe. Sehr wohl aber braucht die Polizei (und der gesamte deutsche Beamten- und Behördenapparat) im Zeitalter der Globalisierung massive Hilfe die über einfache Umschulungen hinaus gehen muss, um vom deutschen Provinzdenken zum besseren Weltverständnis zu gelangen. Das wird nicht von heute auf morgen gelingen sondern Jahrzehnte brauchen.

Nach einem Jahr Ausnahmezustand in Sachen „Flüchtlingshilfe“ sind wir in diesem Land immer noch meilenweit davon entfernt rationale Handlungen vorzunehmen, wenn ein Fremder Hilfe sucht. Es wird einfach nach „Schema F“ vorgegangen nach dem Motto: „Fremder kommt, will was, spricht unverständliches Kauderwelsch – muss ein Flüchtling sein! Asylantrag vorlegen, in die Erstaufnahme einweisen. Vorgang beenden! Nächster Fall ...“ Dann landete der Chinese beim DRK-Lager wo man sich eigentlich seit langem im Umgang mit Fremden auskennen müsste doch auch dort ist keiner in der Lage Chinesisch vom Klang zu erkennen – ein eher technik- als sprachaffiner Mitarbeiter hat das Problem „Muttersprache des Flüchtlings erkennen“ dann mit einer App gelöst. Nachdem die Technik erkannt hatte, dass der „Flüchtling“ Mandarin spricht ging man mit ihm in ein China-Restaurant, wo der Mann nach Wochen in Deutschland erstmals sich verstanden fühlte und endlich als Tourist wahrgenommen wurde.

Dieses Land in Mitteleuropa soll in der Lage sein hunderttausende Menschen aus völlig anderen Kulturkreisen gut zu integrieren? Man darf daran massive Zweifel haben... Wenn andere wie Polen und Tschechen sagen „Wir können das nicht“ sind sie vielleicht nicht zwingend xenophob sondern leiden einfach nur weniger an Selbstüberschätzung.

Als die Bilder eines kleinen Pourtgiesen um die Welt gingen, der einen französischen Fan nach dem EM-Finale tröstete, lud umgehend die portugiesische Tourismusbehörde beide zu einer Portugalrundreise ein. Es bleibt zu hoffen, dass der traumatisierte chinesische Tourist auch vom deutschen "Tourismusminister" angemessen entschädigt wird - doch ist zu fürchten, dass in der deutschen Kleinstaaterei mit seinem Kompetenzenwirrwarr, dass die Einheimischen schon nicht entwirren können, sich niemand verantwortlich fühlen wird - was dann wieder eine echte Lektion in Sachen deutscher Kultur wäre. Eventuell wird der deutsche Innenminister nach den Vorgängen von Würzburg und Heidelberg einmal von der chinesischen Botschaft eingeladen um zu erklären, was in diesem unserem Land eigentlich unter seiner Verantwortung vorgeht - die Kanzlerin tut das ja offenbar nicht.

11:48 09.08.2016
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Geschrieben von

Ric DD

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