Vergeßt das E am End

Camouflag Kunstintervention im öffentlichen Raum. Die Neuvermessung Europas“. Eine Installation auf der Münchner Ludwigstraße.
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Vergeßt das E wie Emotion und Empathie – sagen alle Generäle – so sie ihre Tarnung ablegen. Vergeßt Emotion und Empathie, wenn mal wieder zum Wohle des Vaterlands möglichst viele derer aus dem falschen Vaterland um die Ecke gebracht werden sollen. So wird man zum Helden. Die Fahnen hoch ...

Daß man dafür gegebenenfalls ins Gras zu beißen hat, dieses persönliche Ende im Dreck, dieser Schmutz gilt dann nur der Person. Fein sauber hat dagegen die Fahne zu wehen.

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Silke Witzschs Geniestreich besteht nun ganz einfach darin, die Flagge mit Camouflage-Mustern zu verfremden und dies aber nicht mit nach der Holzhammermethode des sofortigen Ins-Auge-Springens, sondern dezent. In der Realität bemerkt man das Tarn-Muster als Muster erst auf den zweiten Blick.

Die Assoziationen ergeben sich von selbst. Worte sind meines Erachtens fast überflüssig. Es lohnt sich aber auf jeden Fall von der Feldherrnhalle zum Siegestor zu gehen, auf dem PRachtboulevard auf dem vor exakt einhundert Jahren die Massen demonstrierten, meist wohlgenährt und durchaus bürgerlich und höchst beglückt über des Kaisers Beschluß dem andern Kaiser in den Kriegs zu folgen.

Was mir auch auffiel, war die Größe der Fahnen, die sich so gar nicht am Stolz von Patrioten orientiert. Kein Auffallen durch schiere Größe. So werden Tausende x-Mal vorbeifahren und vorbeilatschen ohne etwas zu bemerken...

Dafür hat der um so mehr davon, dessen Auge sich dann doch in der Kunst verfängt. womöglich geht es ihm oder ihr so wie mir, denn ich realisiere, das ist so eine der Situationen, die dabei ist, sich – als Bild wie als Idee – in mein Gedächtnis einzuschreiben.

21:58 12.08.2014
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