"Aktivisten" nerven

Aktivisten Immer wieder wird Menschen in den Printmedien die Bezeichnung "Aktivist" oder "Aktivistin" beigesellt. Aber was sagt das eigentlich aus?
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Ein Aktivist ist scheinbar "aktiv". Aber für was, wo und wie oft? Und andere, die sich auch für das Thema interessieren - sind das auch Aktivisten oder sind sie es weniger?

In der Antifa wird das Wort gern benutzt. Muss man eine Straße einmal oder regelmäßig blockieren oder muss man jedem Nazi-Infostand hinterherrennen um Aktivist zu sein? Reicht es wenn man sein Leben lang dummen Nazisprüchen entgegentritt, gegen sie argumentiert?

Mein Großvater war wegen "Hochverrat" von 1936-1040 im Zuchthaus. War er ein Aktivist?

Oder einmal ganz anders betrachtet:

Mein Nachbar hat einen Schrebergarten - ist er Garten-Aktivist?

Ein anderer Nachbar putzt ständig sein Auto - ist er Auto- oder Putz-Aktivist?

Ich spiele Gitarre - bin ich Musik-Aktivist?

Heinz Schenk - war er Mundart-Aktivist?

Ein Mensch von Geenpeace ist meist ein Umwelt-Aktivist. Aber wieviel muss man tun um Aktivist genannt zu werden? Muss man sich an Konzerngebäude oder Schiffe hängen oder reicht es schon den örtlichen Großbetrieb wegen seiner Geruchsbelästigung zu nerven?

Und warum werden Gewerkschafter immer Gewerkschafter, aber nie Aktivisten genannt?

Nun "Gewerkschafter" ist präziser. Genau wie "Schrebergärtner", "Autonarr" oder "Musiker".

Mich nervt der Begriff, weil er ziemlich nichtsagend ist. Und immer wieder gedankenlos benutzt wird.

So, wahrscheinlich bin ich nun ein Schreib-Aktivist der fc?

10:35 10.06.2014
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Geschrieben von

rioges

Dieses haben unsere Vorfahren aus gutem Grunde so geordnet, und wir stellen es aus gutem Grunde nun wieder ab. G. C. Lichtenberg.
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rioges

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