RE: Das Handke-Urteil | 17.12.2019 | 13:02

Tatsächlich habe ich Sundhaussens Buch ebenfalls gelesen. Mir ging und geht es auch nicht darum Serbien einseitig als Täter und Bosnien als Opferseite darzustellen. Kriegsverbrechen geschehen in Kriegen immer auf allen Seiten. Allerdings erschreckt es mich, wenn ein sogenannter Intellektueller Kriegsverbrechen von Serben und bosnischen Serben bezweifelt und dafür Applaus erhält.

Die Markale-Massaker sind ein solches Kriegsverbrechen. Die Recherche dazu überlasse ich Ihnen, sie in Frage zu stellen ist eine perfide Opfer-Täter-Umkehr. Ein abgehörtes Telefongespräch in der Ukraine , um Kriegsverbrechen von 1994 und 1995 in Sarajevo in Frage zu stellen ist als Argument sehr, sehr schwach.

RE: Das Handke-Urteil | 15.12.2019 | 22:48

Sehr geehrte Autorin,

man kann Handke so wie sie lesen und aus einem Jurastudium einen Menschen konstruieren, der nur nach Gerechtigkeit strebt. Als Gegendarstellung bitte ich aber zu bedenken: Das Infragestellen von Tatsachen (die auch 1996 bereits Tatsachen waren und keine westliche Konstruktion. Das Massaker von Višegrad, die Markale-Massaker in Sarajevo, u.a.), welches bei Handke immer wieder geschieht, ist perfide, respektlos und bedient serbisch-nationalistische Narrative und dies anscheinend auch nur allzugern.

Auf eine Darstellung der Gegenseite wird verzichtet, Handke beansprucht für sich zu zeigen, was die Medien nicht zeigen. Davon das ganze Bild zu zeigen, ebenfalls sein Anspruch, ist er aber meilenweit entfernt.