Raimon Klein
21.07.2012 | 09:00 31

Biomilch vom braunen Hof

Landwirtschaft Rechtsextreme Biobauern gefährden immer mehr das gute Image der Branche. Nun beginnen einige Öko-Verbände, sich gegen diese Vereinnahmung zu wehren

Biomilch vom braunen Hof

Bioverbände fürchten, dass Rechtsradikale den Biolandbau für ihre Ideologien nutzen

Foto: Jens Büttner/picture-alliance/ZB

Wer Bioprodukte kauft, denkt wohl meist an grüne Wiesen und glückliche Tiere, an verträglichen Anbau und linksalternatives Leben. Fast 90 Prozent der Biokonsumenten wollen die Betriebe ihrer Region unterstützen, wie eine Umfrage der Bundesanstalt für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom Anfang des Jahres zeigt. Dass sie mit ihrer Entscheidung für Ökomilch und Biobärlauch auch die Geschäfte von Rechtsextremen und NPD-Mitgliedern beleben könnten, haben die wenigsten im Sinn.

Doch haben sich in Bayern, Sachsen und vor allem in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen mehrere „braune Biohöfe“ etabliert, die von explizit rechts gesinnten Landwirten betrieben werden. Der Dachverband der Bioverbände, der „Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft“ (BÖLW), ist so alarmiert, dass er sich im Juni erstmals offiziell in einer Resolution gegen Rechtsextremismus im Bioanbau positioniert hat. Dennoch tut sich die Branche weiter schwer mit den Öko-Nazis, denn als Denunziant oder Gesinnungsspitzel will auch keiner der Kollegen auftreten.

In Mecklenburg-Vorpommern, genauer in der Region Güstrow-Teterow sowie in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und Ostvorpommern, haben sich die braunen Höfe schon in den neunziger Jahren angesiedelt, da nach der Wende dort die Bodenpreise niedrig waren. Wie viele solcher Siedler es dort genau gibt, ist aber unklar. Im Sammelband Braune Ökologen von 2011 ist allein für die Region Güstrow-Teterow die Rede von 60 Erwachsenen – Tendenz steigend. Doch Fachleute vor Ort halten sich bedeckt. „Wir geben solche Zahlen nicht raus – wir sind ja nicht der Verfassungsschutz“, erklärt die Arbeitsgemeinschaft „Völkische Siedler“. „Es sind jedoch weit mehr, als bisher öffentlich bekannt.“ Die AG hat selbst mit den „Völkischen Siedlern“ nichts zu tun, vielmehr hat sich hier die Gegenseite organisiert – vor allem Mitarbeiter dreier Regionalzentren für demokratische Kultur in Mecklenburg-Vorpommern, der Opferberatung LOBBI und des Vereins Soziale Bildung. Ziel der AG ist es, Informationen zum Thema der braunen Ökologen zu sammeln und in die Öffentlichkeit zu tragen.

Warum ausgerechnet Bio? „Es ist vor allem Ausdruck einer rechtsgerichteten Lebenseinstellung, das Volk soll mit gesunden Lebensmitteln versorgt werden“, erklärt Johannes Melchert vom Göttinger Institut für Demokratieforschung. Er sieht es nicht nur als Problem, dass die Rechtsextremen sich mit dem Verkauf von Fleisch, Milch, Gemüse oder Honig eine Finanzquelle erschließen. Eine Gefahr bestehe auch darin, dass sie ihre Gesinnung in die Dorfgemeinschaften trügen. „Man versucht durch die Produktion von hochwertigen Lebensmitteln aus kleinen Betrieben eine Normalisierung und Verharmlosung der politischen Einstellung zu erreichen“, sagt Melchert. Ziel der braunen Bauern ist es, sich in die Mitte der Gesellschaft zu schleichen, indem sie sich im Dorfleben, in regionalen Vereinen, Institutionen und Schulen engagieren.

Eine distanzierte Auseinandersetzung der übrigen Dörfler mit den braunen Nachbarn wird damit schwer. Auch die politischen Parteien beobachten die Situation mit Sorge: „Schlimm ist, dass eine gesellschaftliche Unterwanderung stattfindet – so hat die NPD schon versucht, ihre Mitglieder als Elternräte oder Kinderbetreuer einzusetzen“, sagt Andreas Katz, Landeschef der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern.

Viele der rechten Landwirte sehen sich in der Tradition der „Artamanen“, einer völkisch-nationalen Siedlungsbewegung der zwanziger Jahre, zu der unter anderem SS-Reichsführer Heinrich Himmler und Auschwitzkommandant Rudolf Höß gehörten. Heute ist die Rede von „Neo-Artamanen“, die ihre abstrusen Ideen mit ökologischen Zutaten gemixt haben. „Für Anhänger einer Ideologie, deren zentraler Aspekt in der Untrennbarkeit von Blut und Boden besteht, der ‚Volkscharakter‘ also durch das vom Volk bewohnte Territorium geprägt ist, ist Umweltschutz fester Bestandteil des politischen und privaten Lebens“, erklärt die AG „Völkische Siedler“.

Ausschluss schwierig

Natur- und Umweltschutz sind bei Rechtsextremen seit jeher wichtige Themen. Bereits 1935 erließen die Nationalsozialisten das Reichsnaturschutzgesetz, das Heimat- mit Naturschutz verband und Elemente der „Blut-und-Boden-Ideologie“ beinhaltete. Die NPD hatte 1973 den Punkt „Volksgesundheit und Umweltschutz“ in ihrem „Düsseldorfer Programm“ und wollte mittels ökologischer Bildung die „Volksgesundheit“ der Deutschen erhalten. Auch im aktuellen Parteiprogramm wendet sich die NPD gegen Gentechnik in Lebensmitteln sowie gegen Massentierhaltung und Tierversuche.

Für Gudrun Heinrich, Politologin von der Universität Rostock, liegt das Risiko darin, dass „durch die Biohöfe eine Verbindung zum positiven Image der Ökologie gezogen wird. Eine weitere Gefahr ist, dass das artgerecht-völkische Gedankentum in Biovertriebe, Bioläden und die Strukturen einsickert.“

Bei „Biopark“, einem der größten Bioverbände Deutschlands, weiß man von zwei Fällen rechts eingestellter Biobauern: Helmut Ernst ist NPD-Mitglied, Huwald Fröhlich betätigte sich als Autor für NPD-nahe Publikationen. Als das herauskam, war die mediale Aufregung zwar groß – die Betroffenen sind jedoch noch immer Mitglied bei „Biopark“. Die Stellungnahme von Delia Micklich, Geschäftsführerin bei Biopark, klingt etwas genervt – zu oft hat sie sich in letzter Zeit für ihre schwarzen Schafe rechtfertigen müssen: „Wir haben eine Satzungsänderung in die Wege geleitet, damit die zwei uns bekannten Betriebe ausgeschlossen werden können. Da diese erst noch von der Mitgliederversammlung beschlossen werden muss, wird das frühestens Ende des Jahres passieren.“

Neben diesen Fällen zeigen kleinere Vorkommnisse, dass sich die Ökobranche mit den ungeliebten Kollegen auseinandersetzen und sich eine Strategie überlegen muss. Der ostdeutsche Bioverband „Gäa“ lehnte vor Kurzem einen Betrieb aus Sachsen wegen dessen rechter Ansichten ab. „Wir sind in Gesprächen und bei Besuchen sensibel geworden“, sagt die Vorsitzende Cornelia Blumenschein. „Wir müssen nicht jeden aufnehmen.“ Bis jetzt sei das kein Problem, jedoch müsse man besonders als Ostverband wachsam sein, da es auch schon Anfragen seitens der NPD gab, „Gäa“ finanziell zu unterstützen. Aber da bestehe „null Chance“, versichert Blumenschein.

Im bayerischen Verband „Biokreis“ gab es einen Anfangsverdacht bei einem Bauern. Dessen Homepage habe „ein wenig verdächtig“ ausgesehen. Bestätigt habe sich dann aber nichts, berichtet Verbandssprecherin Heidi Kelbetz. Den Namen dieses Bauern oder dessen Homepage will sie nicht preisgeben. Größere Probleme vermutet Kelbetz woanders: So gebe es „in Ostdeutschland und Österreich aber ganz sicher nationalistische Tendenzen“.

Druck der Verbraucher

Andere große Verbände wie „Demeter“, „Bioland“ oder „Naturland“ beteuern, das sei auf jeden Fall ein großes Thema – bei ihnen habe es jedoch noch keine rechten Landwirte gegeben. Insgesamt ist die Branche misstrauischer geworden. „Wir haben die Beratung sensibilisiert, man sollte vor allem bei Neukontakten aufpassen“, warnt Gerald Wehde, Pressesprecher für Agrarpolitik bei „Bioland“. „Wenn jemand auffällt, dann erfahren wir das wegen unserer gut ausgebauten regionalen Strukturen, die auch als soziales Netzwerk funktionieren“, versichert die Sprecherin von „Demeter“, Renée Herrnkind.

Aber reicht diese Kontrolle aus? Der Dachverband der Bioverbände scheint selbst nicht ganz überzeugt und hat nun eine Satzungsänderung in die Wege geleitet. Der BÖLW will einen Passus aufnehmen, dass sich die Mitgliedschaft ausschließt, wenn extremistische Positionen vertreten werden. Da so eine Änderung juristisch sehr kompliziert und langwierig ist, hat der BÖLW vorab im Juni die genannte Resolution veröffentlicht. Darin wenden sich der BÖLW und seine Mitgliedsverbände „gegen jeden menschenverachtenden und die Menschenwürde missachtenden Rassismus“. Man verurteile „jeden Versuch, das Prinzip des Öko-Landbaus für rechtsradikale Ideologien zu missbrauchen“.

Neben den Bioverbänden sind es vor allem die Verbraucher, auf die es ankommt. Spielt die politische Gesinnung der Lebensmittelerzeuger überhaupt eine Rolle? Was kann man tun, um mit seinem Kauf nicht indirekt Rechtsextreme zu unterstützen? „Das Problem ist, wenn ich einen Apfel kaufe, ist da vielleicht ein Bio-Siegel drauf, jedoch keins, was mir sagt, dass dieser Apfel einen völkischen Erzeuger hat“, bringt Demokratieforscher Melchert das Problem auf den Punkt.

Dennoch, findet Politologin Heinrich, sollten es sich Verbraucher nicht zu leicht machen. Denn sie könnten sehr wohl etwas ausrichten: „Man muss Druck machen – die Konsumenten müssen Druck auf ihren Laden machen, der dann wiederum Druck auf seinen Lieferanten ausüben muss.“ Jeder Lieferant müsse vor seiner Aufnahme in einen Bioverband überprüft werden, um rechte Gesinnung auszuschließen. Diese Verantwortung liegt bei den Bioverbänden. Aber die Macht liegt letztlich bei den Kunden.

Kommentare (31)

h.yuren 21.07.2012 | 11:10

nein, die macht liegt nicht bei den verbrauchern. wie sollen die denn ahnen, wer den supermarkt mit biowaren beliefert?

im bioladen sieht das anders aus. da kann der kunde den weg der ware zurückverfolgen.

mir kommt es vor, als sollte hier ein problem etabliert werden, wo keines ist. die wenigen fälle von biobauern mit nazi-ideologie und aktivität weisen bis auf einen fall aus bayern nach osten. wer regional einkauft, hat damit nichts zu tun. es gibt auch bio-produkte aus übersee. die lässt liegen, wer nicht bloß an bio denkt, sondern auch ökologisch.

Sünnerklaas 21.07.2012 | 14:42

Ich finde es äußerst bemerkenswert, wo überall seit geraumer Zeit versucht wird, einen Nazi-Vorwurf zu konstruieren: wer sich für Grund- und Menschenrechte einsetzt, sieht sich dem NS-Vorwurf inzwischen genauso ausgesetzt, wie derjenige, der sich für alternative Anbau- und Produktionsmethoden einsetzt.

Wenn man dann einmal genau hinschaut, ist meist nichts an diesen Vorwürfen dran - es geht einzug und allein um die Diskreditierung. Und greift der NS-Vorwurf nicht, dann wird eben morgen in derselben Sache der Kommunismus-Vorwurf aufgefahren.

Lethe 21.07.2012 | 16:17

so beantworten wir denn Gesinnung mit Gesinnungsschnüffelei. Was können wir den Geheimdiensten eigentlich noch vorwerfen? Doch eigentlich nur noch, dass sie die aus irgendwie linker Perspektive falsche Gesinnung abfragen. Dass möglicherweise irgendwie Rechte genau wir ihre irgendwie linken Pendants vor allem eines sind: Menschen - Gott, Mao und Lenin mögen vor einer derartigen Überlegung bewahren

miauxx 22.07.2012 | 10:26

"mir kommt es vor, als sollte hier ein problem etabliert werden, wo keines ist. die wenigen fälle von biobauern mit nazi-ideologie und aktivität weisen bis auf einen fall aus bayern nach osten. wer regional einkauft, hat damit nichts zu tun."

Was ist das denn für eine Aussage? "Ein Fall aus Bayern" (Sie wissen ja gut bescheid!?) und der Rest eben wie gehabt im Osten. Also alles in Ordnung!

Hääh??

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Ehemaliger Nutzer 22.07.2012 | 19:59

es kommt ja darauf an, wie man die Dinge vermarktet. Werden da abwegige und nationalistische Wörter verwendet, sollte man eben diese Produkte meiden.

Wobei hier schon eine richtige Bemerkung geäußert wurde, dem Verbraucher interessiert es einen Dreck, woher er seine Produkte bezieht wichtig ist für ihn, er hat was zum Fressen.

Schachnerin 22.07.2012 | 23:27

der in Traunstein registrierte Verein Midgard, der die Zeitschrift "Umwelt&Aktiv herausbringt, wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

Eine schriftliche Anfrage eines SPD-Abgeordneten beim bayerischen Landtag.http://www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP16/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/16_0012768.pdf

Peter Schreiber, NPD Kreisrat in Meißen, schrieb für Umwelt&Aktiv als "heimattreuer Volksverter" den Artikel: Realpolitischer Heimatschutz statt pseudogrüner Öko-Folklore.

Rosa Sconto 22.07.2012 | 23:34

Der Melchert u.a. fordern nun aber kein Berufsverbot? Das wird hier nun wirklich etwas beknackt, da wird nun wegen ein paar Mickimaus-Junkern gleich wieder mit der Nazikeule draufgehauen. Ist das das irgendwie links? Oder soll das politische Empörung über die Benutzung demokratischer Regelungen sein? Solange die keine schwarz rot goldene Schweine züchten werden sie sich ideologisch sicher etwas an der ländlichen Sturköpfigkeit erschöpfen.

<h2>The Large Black Pig</h2><img border="0" src="http://www.largeblackpigs.accountsupport.com/jm/images/pics/1.jpg" />

Roflcopter 23.07.2012 | 06:20

Ich versteh die Aufregung nicht.

Die Grünen sind doch inzwischen genauso faschistisch wie die Nazis (Zerstörung des Sozialstaats, Aufhebung der Menschenrechte für männliche Kinder, Gesundheits-Zwang, Wegbereitung für Bankermacht ... für all das sind die Grünen mitverantwortlich).

Ob man nun sein Bio-Zeug von braunen Faschisten oder grünen Faschisten kauft, da seh ich keinen Unterschied.

Achtermann 23.07.2012 | 16:56

Was mich an dem Artikel zunächst stört, ist der doch etwas nonchalante Umgang mit dem Wort "rechts", um eine politische Haltung zu transportieren.

"Bei „Biopark“, einem der größten Bioverbände Deutschlands, weiß man von zwei Fällen rechts eingestellter Biobauern: Helmut Ernst ist NPD-Mitglied, Huwald Fröhlich betätigte sich als Autor für NPD-nahe Publikationen."

oder

"Jeder Lieferant müsse vor seiner Aufnahme in einen Bioverband überprüft werden, um rechte Gesinnung auszuschließen."

Wer bei diesem Begriff derart allgemein hantiert, bleibt auch im Ungefähren, wenn er den Gegenbegriff verwenden würde. Dass viele Bio-Bauern konservativ sind, ist doch offensichtlich. Das Heimattümelnde, die Verbindung zur (deutschen) Scholle wird sehr häufig auch über religiöse oder sonstige esoterisch Ansichten kolportiert.

Beispiel:

"Der Akt des Säens ist archetypisch. Er hat hohen Symbolgehalt und ist gleichzeitig real. Das Säen als Erlebnis geht unter die Haut. Das Eintauchen in die Atmosphäre dieses urbildlichen Aktes schließt die Seele auf."

Ist ein solcher Text nun rechts oder rechtsradikal? Oder erschließt er gar linkes Gedankengut?

s3basti8n 23.07.2012 | 21:03

Ich kann keine Biomöhren mehr essen weil der völlig korrekt arbeitende Biohof einem Nazi gehört.Ja gehts denn noch?Das ist ja dann der tot der Ökobewegung, und wenn Nazis auch noch Engergie sparen und kleine Autos fahren dann muß ich mir ja wohl dann einen Sprit fressenden SUV kaufen damit ich politisch korrekt bin.Nazimöhren wenn ich daruber nachdenke, sollten die aber gekennzeichnet werden.Wer Nazis verbieten will gesunde Lebensmittel herzustellen ist selber ein Faschist.

zelotti 24.07.2012 | 15:16

Die Frage ist ja auch wo rechte Ideologie anfängt. Es ist halt so, dass viele ältere zivilgesellschaftliche Bewegungen eine entsprechende Vergangenheit haben. Das erwähnte Naturschutzgesetz Görings galt zum Beispiel bis in die 70er Jahre und wurde dann neu gefasst. Was dann den Ethnopluralismus betrifft, so handelt es sich doch nur um eine salonfaschistische Ideologie um Rassismus zu kaschieren. Natürlich haben viele Leute Überzeugungen, die ähnlich klingen, aber man sollte doch nicht übersehen, dass das mehr eine rechte Werbemasche ist um Anschluss an den Diskurs zu halten. Im Westen war die Ökologiebewegung ja fest in der neuen Linken verwurzelt. Agrarromantiker und deutsche Subsistenzwirtschaftler sind mir viel zu alternativkulturig um für eine rechte Breitenbewegung mobilisierbar zu sein. Verbindungen zur NPD sind natürlich harter Tobak.

Lukasz Szopa 24.07.2012 | 16:51

Die Qualität von Lebensmitteln (hier: "bio" bzw. "natürlich") darf nicht mit der Ideologie der Produzenten oder Lieferanten vermengt werden. Natürlich, wenn ich - wie oben erwähnt - auf einer BioMilch-Packung Hinweise auf eine Ideologie finde, die mir nicht gefällt - wird mich das vielleicht dazu bewegen, dieses Produkt nicht zu kaufen. Aber hier entscheide ich, als Konsument. Daher bin ich dagegen, daß "Nazi-Bio-Bauern" aus Bio-Verbänden ausgeschlossen werden sollen, oder dass nun in der Biografie eines jeden Bio-Bauers nachgeforscht wird, ob und in wie weit dieser "rechts" sei. Und - wieso nicht nachforschen, ob ein Bauer nicht zu sehr "linksradikal" ist? Bio-Verbände sollen für Lebensmittelqualität sorgen und nicht den Verfassungsschutz spielen.

Wäre demnach auch ein Produkt zu bevorzugen, das industriell erzeugt wurde - aber wo der Großunternmehmer ein bekennender Links-Anhänger ist?...

Nazis soll man Grenzen aufzeigen, man soll diese Menschen ggf. auch bestrafen - aber für menschenfeindliche und kriminelle Taten, nicht für gesunde Lebensmittel!

hugo 25.07.2012 | 19:10

was ist braun? der bio bauer oder das monsanto feld. faschismus ist die zerntalisierung von macht und da sind wir schon lange. wenn wir schweine essen, die mit soja aus brasilien gefüttert werden wo wald gerodet wird und indianer vertrieben. oder wir im fernsehn konflikte in syrien ... anschauen ohne darüber nachzudenken. das ist rassendiskriminierung. und da sind wir alle dabei. bauer hin bauer her. sicher wenn da irgend so ein parolen klopfer auf dem vormarsch ist sollte man dem begegnen. aber das bild ist 2x2 m und nicht postkartenformat.

Sina62 30.07.2012 | 10:27

Ist doch schön in einem Land zu leben, wo die freie Meinung nicht mehr gesagt werden darf und die Presse dem gehört, der sie bezahlt. Wer hat denn diesen schwachsinnigen Artikel bezahlt? Außerdem gilt das Reichsnaturgesetz immer noch, niemand hat es außer Kraft gesetzt. Auch gibt es die Pfadfinder noch, auch aus der "bösen Zeit". Unser Schriftbild auch aus der "bösen Zeit". Von wem wurde denn die NPD gegründet Frau Politologin? Sie sollten sich mal genauer mit der ach so "bösen Zeit" auseinandersetzen und die Wahrheit über unser Land mitteilen. Um von eigener Unfähigkeit zu regieren abzulenken, ist es immer wieder erbärmlich anzusehen, wie ein Feindbild im eigenen Land aufgebaut wird. Es ist alles schon mal da gewesen. Menschen wacht endlich auf, Monsanto und andere Ratten warten schon auf ihren Einsatz. Auch unseren Bioverbänden fehlt es an der Wahrheit, auch sie sind nicht aufgeklärt, leider. Das hat man letztes Jahr an den EHEC Sprossenskandal gemerkt. Keiner von den Verbänden hat Ihnen zur Seite gestanden. Aber Beiträge kassieren. Na ja ab und zu habe ich auch rechtsradikale Tomaten und Bananen, sie haben braunde Flecken. Beschämend was da läuft.

Escitalopram 30.07.2012 | 22:18

Da sind sie wieder, die Fundamentalökos..... Die Mittel heiligen den Zweck, oder wie? Deutsches Gemüse macht Deutsche gesund. Ist doch egal, solange es ein Bio-Siegel trägt!?

Ich denke, dieser Artikel will darauf hinweisen, dass es offensichtlich rassistische Motive für den Anbau von Bio-Produkten gibt und dass man dies sehr kritische sehen muss. Was ist daran schlimm, Rassisten zu verbieten in einen Öko-Verband aufzunehmen? Ist man auch Faschist, wenn man die NPD verbieten lassen will? Man kann lange darüber philosophieren, wo jetzt konservativ aufhört und wo rassistisch anfängt. Fest steht, dass NPD-Mitglieder offensichtlich einige Höfe betreiben oder finanzielle Unterstützung anbieten, da ist diese Diskussion wohl eher müßig.