Springers Truppen

Dutschke-Attentat Die Springer-Hetze gegen das Flüchtlings-Protestcamp am Oranienplatz ruft Erinnerungen an eine lange gepflegte Tradition des Hauses wach. Es ist an der Zeit zu handeln.
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Vielleicht hätte uns Gandhi Recht gegeben: Ein brennender Polizeiwagen ist nichts gegen die Gewalt einer Bild-Schlagzeile. Nichts gegen die Gewalt eines Gunnar Schupelius, der seine Medienmacht dazu benutzt, Öffentlichkeit und Polizeiapparat zur Räumung des Refugee-Protestcamps am Berliner Oranienplatz aufzurufen. Das Camp – Protest-Lager und Wohnraum zugleich – ist einer der wenigen Orte in der Bundesrepublik, wo Geflüchtete einigermaßen selbstbestimmt ihr Leben führen und für ihre Rechte kämpfen können, und wo sie nicht in Lager eingepfercht, von der örtlichen Bevölkerung isoliert, entrechtet und politisch unterdrückt werden.

Die rhetorische Gewalt des B.Z.-Reporters Schupelius ist nicht nur seine persönliche Entscheidung, sondern ist Teil einer lange gepflegten Tradition seines Hauses, die schon so manch anderem die Lebensgeister gekostet hat.

Runde 4: Rudi Dutschke. Christlicher Sozialist, Ex-Leistungssportler und eine der wichtigsten Figuren der West-Berliner Studi-Bewegung. Obwohl er ein entschiedener Kritiker des diktatorischen Sowjet-Staates war, erkannte er die Möglichkeit einer revolutionären Bewegung, im Zwischenraum der real existierenden Polarität zweier Gesellschaftsformationen zu gedeihen. Damals hatte es der Kapitalismus weniger leicht, sich Kritik und Opposition einzuverleiben, denn es gab ein Außen, und damit immer die Gefahr, bei zu offensiver “repressiver Toleranz” die Kritik an das gegnerische Außen zu verlieren. Dutschke betonte stets den Zusammenhang zwischen der Ausbeutung in den eigenen gesellschaftlichen vier Wänden und den Kriegen, die in der Peripherie geführt werden. Was das heißt? Anders gefragt: Was haben der Drohnenkrieg in Somalia, die über 100 Toten in Lampedusa und der Refugee Strike am Oranienplatz miteinander zu tun? Antworten bitte an Gunnar Schupelius per Mail oder Telefon.

Schüsse aus der Springer-Militärzentrale

Dutschkes politische Positionen sowie die klassischen Einwände der Reaktion gegen eine revolutionäre Bewegung sind anschaulich aufbereitet worden in einem TV-Interview, das wir euch hiermit ausdrücklich zum Konsumieren empfehlen!

Rudi Dutschke fiel 1968 einem Attentat zum Opfer, ausgeführt von einem gewissen Josef Bachmann und politisch vorbereitet von der Axel Springer AG, damals noch Axel Springer Verlag GmbH. Eines ihrer Organe, die Bild-Zeitung, rief im Vorhinein des Attentats ihre Leser_innen dazu auf, den “Terror zu stoppen” und ihre “Rädelsführer” zu “ergreifen”, da die “Drecksarbeit” nicht alleine von der Polizei zu bewerkstelligen wäre. Dutschke wurde vom Springer Verlag zweimal in den Kopf und einmal in die Schulter geschossen. Elf Jahre darauf starb er an den Spätfolgen: Epilepsie in der Badewanne.

Weder die GmbH noch die AG wurden jemals dafür zur Verantwortung gezogen. Waldemar Pabst und die SPD unter Ebert, die Rosa Luxemburg auf dem Gewissen haben, aber auch nicht. Politischer Mord scheint sich zu lohnen.

RLF Stadtguerilla

Bis heute ist es den Nachfolger_innen von Rudi Dutschke nicht gelungen, die Springer-Militärzentrale zu stürmen und ihre Führungsriege verhaften zu lassen. Dabei ist dies notwendiger denn je: Gunnar Schupelius ist noch auf freiem Fuß und es wäre grob fahrlässig, ihm weiterhin eine Plattform für seine rhetorischen Terroranschläge zu geben. Doch dieses Mal werden es die Stoßtruppen des Verlags nicht so leicht haben. Wir sind vorbereitet.

Wenn Bild, B.Z. und Welt glauben, sie könnten den Widerstand durch billige Propaganda und Aufrufe zur Selbstjustiz brechen, haben sie sich verrechnet. Wir sind der bessere Springer und werden zurückhetzen was das Zeug hält. Und wenn das nichts nützt schicken wir unsere revolutionären RLF-Zellen – die erst vor kurzem in einem genialen Propaganda-Coup dafür gesorgt haben, dass die FDP aus dem Parlament fliegt – in das Verlagsgebäude, um Gunnar Schupelius persönlich zu räumen. Denn das Camp bleibt.

Ergreift die Rädelsführer, stoppt den Terror!

>>> weitere "Heads of the Revolution" diese Woche im RLF-Resistance Ticker.

12:26 11.10.2013
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Mission: Kapitalismus aufbrechen.
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