EMEA im Fokus organisierter Cyberkriminalität

Hackerattacken Zunahme in Cyberkriminalität lässt Unternehmen enger zusammenrücken.
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ThreatMetrix® und LexisNexis® Risk Solutions haben gestern auf dem EMEA Digital Identity Summit 2019 in London den ThreatMetrix Q1 2019 EMEA Cybercrime Report vorgestellt. Der Bericht basiert auf Cyberattacken, die zwischen Januar und März 2019 in Europa, dem Nahen Osten und Afrika durchgeführt wurden.

Cyberkriminalität kennt keine Landesgrenzen und ist längst zum internationalen Geschäft geworden. Dem Bericht zufolge profitieren Hacker gleich auf mehreren Ebenen von der zunehmenden Internationalisierung. Diese erleichtert es Betrügern nicht nur, das erbeutete Geld über dubiose Zweigstellen im Ausland zu waschen, sondern verringert aufgrund der in vielen Fällen unzureichenden Zusammenarbeit nationaler Behörden zudem die Wahrscheinlichkeit, erkannt zu werden.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Cybercrime Reports:

  • Der Großteil an Hackerattacken geht von Deutschland und Großbritannien aus. Irland, Frankreich und Italien sind ebenfalls unter den Top 5. Dies deutet darauf hin, dass eine boomende digitale Wirtschaft oft mit einer wachsenden Cyberkriminalität einhergeht.
  • Wachstumsländer wie Polen und die Ukraine geraten bevorzugt ins Visier von Hackern.
  • Europa ist besser vor Cyberattacken geschützt als der Rest der Welt, obwohl die Angriffsraten vor allem gegen E-Commerce- und Fintech-Unternehmen immer weiter zunehmen.

Dem Cybercrime Report zufolge gehört EMEA weltweit zu den Regionen, in denen mobile Transaktionen am weitesten verbreitet sind. 71% aller Überweisungen werden von einem mobilen Endgerät durchgeführt, verglichen mit 55% im Rest der Welt. Dies stellt einen der Hauptgründe für die vergleichsweise sichere Online-Umgebung in EMEA dar - mobile Geräte sind von Natur aus sicherer als Desktops.

Wie lange das noch der Fall sein wird, ist allerdings fraglich. Betrüger holen auf und fokussieren ihre Angriffe zunehmend auf Smartphones und Tablets. So haben Angriffe auf mobile Geräte im Vergleich zum Vorjahr um 41% zugenommen.

"Mobile Transaktionen spielen in EMEA eine immer wichtigere Rolle. Das führt nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht zu tiefgreifenden Veränderungen, sondern hat auch Auswirkungen auf das Kriminalitätsverhalten", meint Stephen Topliss, Vice President, Fraud and Identity bei LexisNexis Risk Solutions.

"Cyberkriminelle suchen und finden immer neue Schwachstellen, die schwere Schäden in Unternehmen anrichten können", ergänzt er. "Um sich auf immer neue Bedrohungsformen einzustellen, ist die erfolgreiche Zusammenarbeit von Unternehmen untereinander entscheidend." Sieht so aus, als ginge der Krieg im Cyberspace in eine neue Runde.

13:48 26.06.2019
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