RobertF
14.04.2013 | 23:28 50

Angst statt Inhalt

Monopartei Der Gründungsparteitag der eurokritischen Partei „Alternative für Deutschland“ wurde spannungsvoll erwartet, war für ihre Zukunft aber kaum von Bedeutung

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied RobertF

Angst statt Inhalt

Bernd Lucke, Co-Gründer der AfD, auf dem Gründungsparteitag am Sonntag

Foto: Johannes Eisele/ AFP/ Getty Images

Sie wollen es wissen. Voller Begeisterung stimmten die 1500 Teilnehmer der offiziellen Parteigründung am Sonntag im Berliner Interconti-Hotel für die Bundestagskandidatur ihrer Partei. Ohne jegliche Diskussion verabschiedeten die Anwesenden dazu ihr gerade einmal vierseitiges Wahlprogramm. Wieder einmal wird alles von einem Aspekt überschattet: Die Alternativen wollen raus aus dem Euro. Und sonst so?

Die Stühle sind besetzt

Im Kontrast zur ausbleibenden inhaltlichen Partizipation stand der Ansturm auf die Vorstandssitze: Alleine für die drei Sprecherpositionen kandidierten 16 Mitglieder. Als Parteivorsitzender setzte sich wenig überraschend der CDU-abtrünnige Ökonom Bernd Lucke durch, zu seinen Stellvertretern wurden der Publizist Konrad Adam und die Chemieunternehmerin Frauke Petry gewählt.

Die Chance, politische Akzente jenseits der dominierenden Euro-Kritik und der Forderung nach der Wahrung staatlicher Souveränität zu setzen, ist deutlich missglückt. Trotz einer öffentlichen Distanzierung von rechtem Gedankengut und einer Absage an jegliches Rechts-Links-Denken bleibt folgendes klar: Die Alternative für die Deutschland ist plakativ-populistisch und rechtsnational.

Beliebt am rechten Rand

Die Parteiführung hat unlängst einen Eintrittsstop für ehemalige NPD-Mitglieder veranlasst, Pro Deutschland-Mitglieder oder Republikaner werden zumindest gewissenhaft geprüft. Doch trotz aller Bemühungen, sich unter dem Deckmantel der bürgerlichen Mitte zu schützen, bleiben einschlägige Forderungen und Denkmuster auch am rechten Rand nicht unbeachtet.

Der Pressesprecher der NPD attestierte den Euro-Rebellen zuletzt eine "eine lobenswerte Eisbrecher- und Türöffner-Funktion" für national-demokratisches Gedankengut. Zahlreiche Parteimitglieder und Unterstützer, darunter Bernd Lucke und Ex-BDI-Vorsitzender Hans-Olaf Henkel, publizieren öfter in der rechtskonservativen „Jungen Freiheit“, die mit einem Liveticker vom Parteitag berichtete.

Jan Czada, Landesbeauftragter für Baden-Württemberg, umgarnte im März auf seinem privaten Blog „Die Freiheit“ und die „Republikaner“, und schlug kurzerhand eine gemeinsame Listenaufstellung für die kommende Landtagswahl vor. Im März trat der Steuerberater Stefan Milkereit aus dem Bundesvorstand zurück, weil auf seinem Twitter-Account folgendes feststellte:

http://i.imgur.com/ry3M6Mw.jpg

Dass die neuen Stars am Rechtspopulisten-Himmel ihr Standardthema heute nicht ergänzen konnten, ist für ihre Zielgruppe wohl nicht weiter schlimm. Ihr bisheriges Erfolgsgeheimnis hat wenig mit Politik, dafür aber viel mit Populismus zu tun: Die AfD emotionalisiert das Geschehen auf polemische Weise. Ihr Kapital ist nicht Inhalt, sondern Angst. Auch mit Zustimmungsraten von 24% ist es sehr fraglich, ob sich darauf langfristiger Erfolg aufbauen lässt.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (50)

Tollschock 15.04.2013 | 10:14

Komisch. Ich kann diesen Typen irgendwie nicht so ganz ernst nehmen. Allerdings sollte man aufpassen. Das ist so einer wie der Meier damals...

Schmale Schultern leicht asketischer Typ und wirres Zeug reden. Ich habe keinen Respekt aber Angst. Denn solche Menschen sind menschenverachtende technokratische Überzeugungstäter und ganz viel laufen mit weil es einfach erscheint und klar...

Oberham 15.04.2013 | 10:17

Das Folgende ist hassig - ergo - wer Argumente sucht - soll es gar nicht lesen......(Nur zum Druckablassen....)

Ich finde es einerseits traurig, andererseits amüsant.

Traurig ist, dass sich in dieser Partei viele scheinbar gebildete Menschen als Idioten outen, wobei nicht das Outing an sich traurig ist, das ist eher zu begrüßen, nein, es ist die schlichte Tatsache, ein weiterer Beweis, wie irrsinnig wir doch mehrheitlich sind, solchen Leuten weiter willig zur Seite zu stehen.

Amüsant finde ich, dass jetzt das Zittern bei den Hinterbänklern um ihre Mandate beginnt.

Richtig freuen würde ich mich, könnte diese Gruppe letztlich die FDP unter die fünf Prozent drücken.

Wobei es natürlich eine etwas naive Freude ist, da ja mindestens genauso widerliche Figuren deren Plätze einnehmen.

Aber wir sollten uns zumindest an der Angst der Widerlinge um ihre Pfründe laaben, es streben immer mehr zum Trog und das Hauen und stechen kostet dort wirklich Lebensqualität.

Möge das Klima so vergiftet wie irgend möglich sein in Berlin und den Landeshauptstädten, mögen sich die Politiker die Augen auskratzen und sich die Diäten noch signifikant weiter erhöhen, damit der Preis letztlich zu noch mehr krudem Intrigantentum und Druck führt, ich gönne es Ihnen.

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 10:47

Gähhhn. Mist, doch nicht das rechtsnationale Programm, gegen das man gut polemisieren könnte. Die Punkte im Wahlprogramm sind überwiegend vernünftig (von der Beibehaltung der Schuldenbremse mal abgesehen), sehr demokratisch und rechtsstaatlich. Und dass eine Rubrik "Umverteilung und Soziales" fehlt, war erwartbar.

Plakativ und oberflächlich? Angst statt Programm? Selbiges kann man zZ sicher allen Parteien vorwerfen, aber sicher nicht der AfD. Die momentane Politik wird von Angst getrieben. Die AfD setzt einen mutigen und bisher in der politischen Landschaft (leider) einmaligen Gegenentwurf entgegen. Und blamiert damit all das alternativlos-Gequatsche der Mainstream-Politiker.

Bedauerlich, dass die Partei ausgerechnet aus der unsozialsten Ecke des Mittelstandes kommt. Aber was solls, man kann sich Freunde halt nicht immer aussuchen. Und wer gegen den Euro und gegen den europäischen Großreich-Wahnsinn ist, ist erstmal mein Freund. Die Parteienlogik erzwingt leider solche Zweckbündnisse.

Falls die Partei auf dem Wahlzettel erscheint, werde ich sie wählen. Die Ziele der Linken betreffs Europa sind mir zu diffus und mir fehlt der PlanB wenn all die sozialen Wunschträume der Linken am Widerstand anderer europäischer Staaten scheitern. Dann wird die Linke nämlich vermutlich zur neuen SPD, zur Sachzwangpartei, weil ihr der Mut fehlt, gegen den Euro-Wahnsinn was zu tun.

Bei den Piraten weiß ich nach all dem Programm-Entwurfstheater nicht mehr, für was sie eigentlich stehen und welche Linie da gefahren wird. Die großen Leuchten scheinen da auch nicht zu sitzen.

tja ..., 15.04.2013 | 10:55

Man müßte sich doch einer gewissen Großzügigkeit bezichtigen lassen, wenn man rechtslastigeMeinungen, wie harmlos sie auch dargeboten werden, als eine Art Fettnäpfchentreten durchgehen lassen möchte! Aber im Augenblick sollte man sich in Deutschland wünschen, daß Fettnäpfchentreten olympische Disziplin wird - mit dem, was Politiker äußern, und da will ich keinen herausheben, kann man nur als medaillenverdächtig bezeichnen!

Wenn ich etwas, wie "..., ein weiterer Beweis, wie irrsinnig wir doch mehrheitlich sind, solchen Leuten weiter willig zur Seite zu stehen."

lese, denke ich doch, daß man die Tatsache außer 8 läßt, daß bei "wir" zwei Gesichtspunkte eine Wahlentscheidung beeinflussen! Ein Großteil der Wähler glaubt noch etwas zu verlieren zu haben. Ihnen steht eine Minderheit entgegen, die nichts zu verlieren hat - und unglückicherweise, benutzen die den Wahlzettel nicht als Denkzettel sondern üben sich in Wahlenthaltung - und die Resignation ist leider stärker als die Einsichtsfähigkeit!

An sich denk' ich, ist, wäre eine AfD nicht verkehrt!

Auch da zwei Sichten.

* In Europa kämpfen manche Staaten gegen Sezessionsbewegungen. Jugoslawien hat's schon hinter sich. Spanien, mit seinem reichen Bayern, 'tschuldigung!, Catalonien, das die Mehrheit der armen Regionen nicht mehr finanzieren will, das UK und die Schotten, die Basken in Frankreich und Spanien.

* Es gibt die Schweiz und Norwegen, die ohne Europa auskommen, wie sich das mit "scheitert, der €, scheitert Europa" verträgt, ist mir nicht plausibel. Dänemark hat sich vertraglich zusichern lassen, daß es dem € nicht beitreten muß, von UK und seiner Obstruktion nicht zu reden!

Ein Blick auf Deutschland ist auch alles andere als vergnüglich! Man hat spätestens seit Schröder herausgefunden, wie man den € innerhalb des € abwerten kann. Man schaffe eine Agende und Hartz, halte die Löhne unter dem Infaltionsatz, verlagere die Lohnstückkosten auf die Arbeitnehmer und verbillige so seine Exporte!!!

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 13:18

Typisch linkspopulister Blödsinn, der hier wieder abgesondert wurde.

Keinerlei inhaltliche Auseinandersetzung mit der hervorragenden Rede von Prof. Lucke, der ausführlich und nachvollziehbar begründete, weshalb die Gründung der AfD geradezu zwingend geboten ist, wenn man die Existenz des deutschen Volkes und seine ( nur noch eingeschränkt funktionierenden ) Demokratie langfristig bewahren und den Übergriff auf die Rechtsstaatlichkeit beenden will.

Dass "der Freitag" und die ihn tragenden linken Kräfte keinerlei Interesse am Erhalt Deutschlands und seiner nationalen, wirtschaftlichen und kulturellen Identität haben, ist nichts Neues. Ihr erklärtes Ziel ist ja der (Wunsch-) Traum eines europäischen Gesamtstaates, in dem Deutschland als Nation verschwindet. Dieser Illusion - die anderen, noch nationalstolzen Völker Europas werden dies niemals zulassen - jagt die offizielle Politik hinterher und verbrät das noch vorhandene Restvermögen der Deutschen für eine angebliche Rettung des Euros und der Südstaaten, obwohl diese Völker von dem Geld gar nichts haben, nur ihre Schuldenssalden wachsen weiter, das Geld geht an ihre Gläubiger, also Großbanken, Hedgefonds etc. Darüber geht der europäische Einigungsgedanke vor die Hunde. Die antideutschen Ressantiments haben Dimensionen erreicht, wie sie vor der Euroeinführung nicht einmal vorstellbar waren. Zudem hat das gesamte Parteienestablishement - Ausnahme die Linke - dem permanenten Rechtsbruch der Regierung ( Maastricht ist geltendendes deutsches Bundesrecht !) zugestimmt und diesen abgesegnet. Es kann einen nur wundern, dass es solange gebraucht hat, bis sich Leute aus der Mitte des die meisten Steuer zahlenden Volkes gegen ihre sinnlose Ausplünderung und den dauernden Rechtsbruch mit der Gründung der AfD gewendet haben. Die AfD wird allen Parteien- von CSU bis Grünen und Linken - erhebliche Stimmenanteile wegnehmen und insbesondere diejenigen, die schon lange mit dem System abgeschlossen haben, wieder an die Wahlurne zurückbringen. Es gibt jetzt eine Alternative!!! Die lächerlichen Versuche, die AfD in den rechtsradikalen Rand zu drücken, sind abgenudelt und billig. Das Volk lässt sich von ein paar linken Gesinnungspolizisten nicht länger für dumm verkaufen.

txxx666 15.04.2013 | 13:33

Alte und Naive für Deutschland?
Was wir bestimmt nicht brauchen: eine "neue", aber nach "altbewährtem" Strickmuster gewirkte, rückwärtsgewandte, hierarchisch-autoritäre Partei, die auf ihrer Webseite weder ein Forum noch ein Gästebuch hat, geschweige denn sonst irgendeine inhaltliche Partizipationsmöglichkleit bietet, sondern nur Spendenkontenverbindungen.
Not täte dagegen echte Demokratie in Form von gleichberechtigter Mitbestimmung auf allen Ebenen.
http://bit.ly/134DDgO

Andreas Kemper 15.04.2013 | 13:43

AfD ist die Partei des Sozial- und Demokratieabbaus.

Lucke hat mehrfach Papiere wie den Hamburger Appell mitverfasst, in denen vor Lohnerhöhungen gewarnt und weitere Einschnitte ins soziale Netz gefordert wurden.

Konrad Adam sympathisiert gar mit der Idee, Arbeitslosen das Wahlrecht zu nehmen: http://andreaskemper.wordpress.com/2013/04/15/afd-wahlrecht-fur-arbeitslose-abschaffen/

Hans-Olaf Henkels Trennung zwischen Nord- und Südeuro entspricht der rassistischen Idee, die er als Berater bereits der Bank of America vorlegte, nämlich Bewohner_innen armer Stadtviertel generell als nicht kreditwürdig einzustufen (Redlining).

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 13:45

Ja, allerdings ist die Partei eben erst gegründet worden.

Ihr Wahlprogramm in diesem Punkt ist gut, ich zitiere:

"Wir fordern eine Stärkung der Demokratie und der demokratischen Bürgerrechte. Wir wollen Volksabstimmungen und initiativen nach Schweizer Vorbild einführen. Das gilt insbesondere für die Abtretung wichtiger Befugnisse an die EU."

Quelle: https://www.alternativefuer.de/pdf/Wahlprogramm_der_Alternative_fuer_Deutschland.pdf

Da kann man nichts sagen. Jeder möge die entsprechende Passage im Wahlprogramm der CDU oder SPD suchen...

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 13:52

Tja, dann nenn doch mal eine linke Partei, die für die Abschaffung des Euros ist. Mehr als für beide Seiten extrem unbefriedigende Dauertransfers der einen oder anderen Sorte, fällt denen doch auch nicht ein. Und gegen europäischen Zentralismus haben die idR auch nichts.

Solange man nur zwischen "weiter so" und unsozialem holprigem Ausstieg entscheiden kann. Wähle ich Letzteres, hindert mich ja niemand, nach dem Austritt wieder links zu wählen.

Sorry, aber so funktionieren diese dämlichen Parteisysteme halt. Wir können noch froh sein, dass diesmal nicht die Wahl zwischen wirtschaftlichen Niedergang und Judenvernichtung ansteht, wie 1932...

Andreas Kemper 15.04.2013 | 14:23

Was die AfD fordert, nennt sich Bonapartismus. Thomas Wagner hat dazu ein spannendes Buch geschrieben: "Demokratie als Mogelpackung. Deutschlands sanfter Weg in den Bonapartismus". Es geht darum, den politischen Willenbildungsprozess der Parteien, insbesondere der LINKEN, zu minimieren. Die Überlegung dahinter ist neben der Direktwahl von Führertypen, Volksabstimmungen zu ermöglichen, die kompatibel sind mit der immens ausgebauten Kampagnenfähigkeit der neoliberalen millionenschweren Thinktanks. Mit wirklicher Demokratie hat das nicht viel zu tun. Demokratie geht mit Bildung einher.

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 14:31

Ist es nicht die Linkspartei, welche die Angst vor Armut und Abstieg schürt? Soll sie doch. Und darf sie auch.

Schüren nicht alle Parteien irgendwelche Ängste? Das kann man doch nicht nur der "Alternative für Deutschland" vorwerfen, das ist doch unredlich.

Alle etablierten Parteien haben Angst, dass die AfD ihnen Stimmen wegnimmt und im Lager der bisherigen Nicht-Wähler fischt.

Die Linkspartei sollte sich auch ganz klar gegen den Euro positionieren. Bei den Grünen und der SPD gibt es nämlich auch Euro-Skeptiker. Trotzdem wählen sie eher links als rechts.

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 14:56

Und ich hatte schon geglaubt ,dies sei eine von links lancierte Partei,um die CDU zu schwächen.

Zurück zur Kleinstaaterei,Abhängen ganzer Regionen,die allein keine Strukturreformen hinbekommen.Schweden hat diesen schmerzhaften Prozess übrigens schon in den 90-ger Jahren absolviert.

In Zeiten absoluter Globalisierung ist es nicht klug,so eine Partei zu wählen. Übrigens sind alle Horrorszenarien,die von diversen Professoren in Büchern, Talkshows und Foren beschworen wurden, nicht eingetroffen.

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 14:57

"Die Überlegung dahinter ist neben der Direktwahl von Führertypen, Volksabstimmungen zu ermöglichen, die kompatibel sind mit der immens ausgebauten Kampagnenfähigkeit der neoliberalen millionenschweren Thinktanks."

Freunde der direkten Demokratie findet man in allen Lagern. Linke, Gründe, Liberale, sogar die NPD hat "mehr Demokratie" in ihren Programmen stehen. Und warum ist das so? Weil jeder glaubt, dass seine Meinung mehrheitsfähig ist.

Und warum auch nicht?

"Mit wirklicher Demokratie hat das nicht viel zu tun. Demokratie geht mit Bildung einher."

Ich kenne ausreichend studierte Dummheit um sagen zu können: nein. Demokratie bedeutet in erster Linie Machtentscheidungen zu treffen, und es ist nur recht und billig, wenn das Volk das tut und nicht irgendeine (rechte oder linke) wohlmeinende Elite.

Ja, es gibt die neoliberale Gehirnwäschemaschine, aber warum sollte ausgerechnet DIE direkte Demokratie fordern? Wo sie doch mit den Parteien viel einfacheres Spiel hat? Parteigänger sind nicht nur leichter erpressbar, sondern auch leichter käuflich und eine Partei als inkompetent (oder zerstritten) darzustellen, ist einfach (der obige Artikel tut genau das).

Direkte Demokratie löst nicht automatisch Probleme, aber sie schafft die Basis dafür, dass man das kann. Ganz ohne Ermächtigungsgesetze. Mit DD hätte es den Euro vermutlich nie gegeben, schon gar nicht die Schröderschen Bankenregulierungen. Verglichen mit dem Status Quo wären wir also viel besser gefahren...

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 15:03

"Zurück zur Kleinstaaterei"

Lieber zurück zum Großreich? Alles schon dagewesen. Tu nicht so, als ob ein Moloch von Bundesstaat irgendwie progressiv wäre, er ist es nicht.

"Abhängen ganzer Regionen,die allein keine Strukturreformen hinbekommen."

Gääähhhn, stattdessen zwingen wir ihnen welche auf, ala Griechenland?

"In Zeiten absoluter Globalisierung ist es nicht klug,so eine Partei zu wählen."

Die EU ist ein Globalisierungsprojekt, Kapitalfreizügigkeit und Freihandel sind ihre Kernbestandteile. Jetzt mit den Folgen daraus zu argumentieren, dass die EU unverzichtbar sei oder gar der Euro, ist unredlich und auch nicht sonderlich intelligent.

"Übrigens sind alle Horrorszenarien,die von diversen Professoren in Büchern, Talkshows und Foren beschworen wurden, nicht eingetroffen."

So? Welche denn z.B. nicht?

IronCandy 15.04.2013 | 15:05

Eigentlich tifft es mein Vorredner ganz gut. Die wirkliche Unterstützung für solche Initativen kommt von den Leute die gegeen den Euro die EU und maßlose Vertragsverletzung vorgehen.

Weil Sie:

1.) nicht befragt wurden (zB Euro, EU)

2.) offenkundig nicht mitbestimmen können was Europa macht(undemokratisch)

3.) sehen dass die Inflation des Euros immens ist und teilweise abenteurliche Geldveruntreuungen auf oberster Ebene geschehen

4.) Angst haben vor der EU aus persönlichem Sicherheits empfinden(Todesstrafe)

Wer hier versagt ist die etablierte Politik vorallem die Linke die sich nicht wirklich lautstark in die Debatte einmischt und ziehmlich verrückte Argumente aufbringt wenn es generell gegen die EU geht.

Da kommt dann die Schiene man müsste die EU nur sozial gestalten...

Solche Reformismus-Entschuldigungen kannte man früher bloss bei der SPD.

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 15:11

"Die Linkspartei sollte sich auch ganz klar gegen den Euro positionieren."

Yep, sage ich auch schon seit Ewigkeiten. Vielleicht schnallt sie es ja noch, man soll die Hoffnung nicht aufgeben.

Leider hat die deutsche Linke historisch ein Problem mit dem Nationalstaat, den sie als Hort alles Schlechten und Rückständigen betrachtet, was wohl eine Folge aus dem dritten Reich ist. In anderen Ländern schleppt sie diesen denkbeschränkenden ideologischen Ballast nicht mit sich herum.

Aber solange sogar rassistische, sogenannte "Antideutsche" in der Linken unwidersprochen agieren können, wird das wohl nichts.

Dabei sind die meisten Euro-Gegner weder rassistisch noch nationalistisch, ein eigenes Währungsgebiet macht einfach politisch und volkswirtschaftlich Sinn. Ich bin ansonsten sehr für europäische Zusammenarbeit (aber ohne Aufgabe der demokratischen Souveränität).

Oberham 15.04.2013 | 15:43

Man kann an diesem Forum schön erkennen, wie sehr sich doch alle nach der guten Führung sehnen.

Eine gemeinsame Währung stünde übrigens einem Europa der Regionen in Nichts im Weg - nur solange eine Währung Ausdruck des Wettkampfergebnisses ist, die Regionen gegeneinander und nicht miteinander, Strukturhilfe schlichtes Geldverschieben unter den Vermögenden (notfalls baut man einen Hafen mitten in der Wüste - und ich meine damit einen Seehafen - das ist wohl gerade noch abgewendet worden - Flughafen macht sich eben doch um ein Jota weniger dämlich.... ist es aber nicht!) darstellt, kurz gesagt die Kapitalinteressen das absolut dominierende Moment darstellen, geht eben gar nichts.

Diese Partei ist der Interessenverband jener, die sich als die zu kurz gekommenen sehen - nicht jene die wirklich leiden, nein jene die nur eine 10 Meter Yacht haben und sich furchtbar ärgern wenn die Bugwelle der Superreichen über ihre Rehling spritzt.

Die ganzen Professoren sehen nun die armen Kollegen in Griechenland und bekommen Fracksausen, tja - bald dünnt der wohlgenährte Deutsche Beamtenstand wohl aus, das Prekariat dürfte Zuwachs bekommen - man kämpft nun dagegen an - man ist ja nicht total auf den Kopf gefallen.

Hier wird nach Bedarf argumentiert, jene die selber Angst um ihr Sparkonto haben, die finden in dieser Gruppe Hoffnung, jene die vom solidarischen Menschen träumen, üben Kritik.

Ich tendiere da wohl - wenn zu jenen - die Kritik üben würden, doch ich kann nur immer wieder sagen, wer auf eine politische Führung wartet, der wird umsonst warten, der Mensch muss mündig - möglichst autark im Kleinen agieren und solidarisch, weitsichtig im Großen - Europa braucht keine globalen Player in der Konzernstruktur, Europa braucht globale Wissenschaft die im Dienst der Menschen wirkt und mündige Menschen die lokal optimale Lösungen für die Praxis entwickeln.

Dazu bedarf es keiner Politiker, dazu bedarf es gebildeter Menschen die wirken und lügen.

Statt Bürokratiemonster sollten wir Kommunikationsstrukturen zum fachlichen Austausch schaffen, statt Steuern - bräuchten wir Solidarkassen, die konkret bestimmte Aufgaben finanzieren.

Die jegliche Grundbedrüfnisse übersteigenden Wertschöfpungen müssten schlicht solange in die Solidarkassen fließen, bis auch die letzte Region ihre Grundversorgung hat.

Danach kann ökologisch vertretbarer - lokal gewünschter "Luxus" geschaffen werden - die globale Wissenschaft interagiert - sie befindet sich nicht im Wettbewerb sondern im Strom des Wissens.

Parteien sind schlicht obsolet, durch sie kommen wir keinen Schritt vorran, wer auf Führung hofft, darf gerne weiter hoffen, wer auf Führung gar vertraut, dem gratuliere ich zu seinem Optimismus.

Wer glaubt ein Leistungsträger zu sein, die Minderleister tragen zu müssen und dies wirklich verinnerlicht hat, dem rate ich zur Entspannungsübung, er sollte vielleicht einmal die Welt der Menschen in Ruhe betrachten, nachdenken und - ich hoffe - ihm kommen Zweifel.

Oberham 15.04.2013 | 15:46

Tja - die Reling u.v.a.m. - ergo Minderleister - aber keine Angst - mich muss niemand tragen - beziehe keinerlei Transferleistung und nutze die Infrastruktur - wenn überhaupt - mit Widerwillen.

Sollte ich krank - gebrechlich werden - erwarte ich keinerlei eigennützige Hilfe - sollte es einen uneigennützigen Menschen geben der mir gerne hilft, würde ich mich freuen - die Hoffnung darfauf besteht nicht!

noe 15.04.2013 | 16:26

wie wahr, doch davor angst haben?

noe, sich dem entgegenstellen und diesen phrasen kein sprachrohr in die handgeben, wenn sie dir werbung in die hand druecken, das werden sie mit garantie, mach ni'nn papierball draus und schmeiss jenen mitlaeufern das teil vor die fuesse. diese sind es denen man erzahlen kann das sie einem fuehrer hinterherlaufen. schliesslich haben sie doch alle wieder dafuer gestimmt! diese ganzen gknopphistorydokuverblendeten koennen sich sicher an diese grossen pateitage in s/w errinnern!

steck den kopf nicht in den sand!

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 16:36

Ehrlich gesagt, verstehe ich den Titel "Angst statt Inhalt nicht".

Die Einführung des Euro geschah ohne öffentliche Diskussion und ohne Abstimmung - also bewusst am Willen der Bevölkerung vorbei.

Und seitdem folgt ein "alternativloser" Schritt nach dem anderen, der weder den notleidenden Ländern, sprich deren Bürgern, wirklich hilft noch denjenigen, die für das Geld aufzukommen haben (das sind ja oft eben gerade nicht die wohlhabenden Bürger der sog. wohlhabenden Staaten).

Mal ehrlich, wer profitiert denn von der jetzigen Europapolitik der Regierung und der Opposition (aus SPD und Grünen) - außer den Banken und Spekulanten?

Da die Linke bisher ganz offensichtlich unwillig oder unfähig gewesen ist, ein entschiedenes Nein der un-demokratischen und neo-liberalen Pseudo-"Rettungs"-politik entgegen zu halten, ist nun eine Partei entstanden, die - wir wissen das noch nicht, nehmen es aber an - eher im konservativen Spektrum zu verorten lässt: Da sind dann ein paar Abtrünnige der CDU dabei, eine ganze Menge Professoren und sonstige Groß- und Kleinbürger. So what?

Muss man da gleich so tun als sei das Ende des Abendlandes in Sicht?

Die intellektuelle Redlichkeit (davon gibt es in der heutigen Medienlandschaft nicht gerade viel) gebietet, der Partei ein wenig Zeit zu lassen. Vielleicht darf man ja auch ein wenig hoffen, dass durch ihren Einfluss und ihre Ideen in pos. Sinne Einfluß auf einen europäischen Prozess genommen werden kann, der seit der Einführung des ESM nicht mehr nur noch un-demokratisch genannt werden kann sondern auch offen anti-demokratisch ist.

Seltsam, dass die Zerstörung der Demokratie durch das zunehmend abgehobenere Europa der Lobbys und Bänker auf der linken Seite des pol. Spektrums gelassener gesehen wird als die Gründung einer Partei, die genau damit ein Problem hat.

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 16:38

"Die jegliche Grundbedrüfnisse übersteigenden Wertschöfpungen müssten schlicht solange in die Solidarkassen fließen, bis auch die letzte Region ihre Grundversorgung hat."

Das nennt man Planwirtschaft und hat den unangenehmen psychologischen Effekt, dass Anstrengungen nicht mehr belohnt werden und zum Grossteil deshalb ausbleiben. Danke nein.

Allein die Definition von "Grundbedarf" dürfte von Bürger zu Bürger und Land zu Land extrem unterschiedlich ausfallen, die Kommunisten sind daran gescheitert, dass sie die Dynamik wachsender Ansprüche total unterschätzt haben.

Der Rest deiner Ausführung ist in meinen Augen gutmeinend aber noch esoterischer.

noe 15.04.2013 | 16:51

- Bedauerlich, dass die Partei ausgerechnet aus der unsozialsten Ecke des Mittelstandes kommt.- woher denn sonst? sie bedienen sich am menschen, da sie bildungsfern sind, - von wegen gleiche bildungschancen usw., sie tun so als ob sie ihnen aus dem mund sprechen wuerden - sie wissen genau das diese waehler ihren kindern und freunde auf platter weise klar machen koennen das auch sie diesen dreck waehlen SOLLEN. die ersten jahren werden toll, dann kommen die naechsten jahre in denen sie feststellen werden das diese demagogen sie erneut belogen haben. die erkenntnis die darauf folgen wird ist " ich bin daran nicht schuld, davon habe ich nichts gewusst!" soviel dazu. pack bleibt pack!

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 17:01

Belogen werden wir aber von jeder Partei, also nicht wählen? Oder gar CDU oder SPD, aus der vagen Überlegung heraus, dass man deren Lügen wenigstens ungefähr einschätzen kann?

Ich bin der Letzte der sich darüber beschweren würde, wenn dieses untaugliche Parteiensystem in der Tonne landen würde. Aber bis es soweit ist, werde ich so gut als möglich die Partei wählen, die in die (meines Erachtens) grundsätzlich richtige Richtung läuft. Mehr bleibt mir kaum möglich.

Und Opfer gibt es immer, derzeit opfert man gerade die Südländer, noch dazu einer vollkommen destruktiven und unlogischen konservativen Status Quo Erhaltunsgpolitik. Wieviel schlimmer kann es also werden?

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 17:12

Das soll eine ernsthafte Analyse sein? NSDAP-Vergleiche?

Und bitte, ich zitiere mal:

"Man hält sich selbst für etwas Besseres. Man sieht sich sozial „über anderen“ stehend. Die Inhalte werden nicht selbstkritisch hinterfragt."

Das soll ausgerechnet die Euro-Kritiker treffen? Nicht etwa die Befürworter (die sich allesamt für super gebildet und progressiv halten)?

"Die Einführung des Euro wird von der AfD gar nicht als Reaktion auf die innere Krise des Kapitals in den 70er und 80er Jahren verstanden (mehr), sondern lediglich als eine subjektive Fehlentscheidung der politischen Herrschaftseliten."

Aber genau das war sie, selbst Gysi hat vor dem Euro gewarnt:

http://www.glasnost.de/db/DokZeit/98eurogysi.html

selbst ein Spekulant wie Kostalany (und heutzutage Soros) sah die Gefahren klarer, als die politischen Funktionsträger:

http://www.mastertraders.de/trader/der-high-leverage-trader/ich-verneige-mich-herr-kostolany/p-8081/

Politiker finden immer "Lösungen" ob es sich dabei um Fehlentscheidungen handelt, kann man leider oft erst im Nachhinein feststellen. Der Euro war eine.

Und ganz billig:

"sich deutsche Exporte derart stark verteuern würden, dass es einen dramatischen Einbruch der deutschen Exportüberschüsse geben würde"

Die Angst-Schiene und gleichzeitig der Ausweis für Inkompetenz, denn wer sollte D daran hindern, es wie die Schweizer zu machen?:

http://derstandard.at/1311803125508/Nationalbank-Schweizer-werfen-Gelddruckmaschine-an

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Ehemaliger Nutzer 15.04.2013 | 18:50

Die AfD ist rechtspopulistisch, genau genommen "neurechts" ausgerichtet. Sie ist wie auch die Durchführung des Parteitags aufzeigt antidemokratisch ausgerichtet. Mit einer zwischen marktfundamentalismus und marktradikalismus ausgerichteten Wirtschaftspolitik ist sie natürlich voll und ganz sozialstaatsfeindlich.

siehe auch:

http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/04/11/afd-parteitag-im-schatten-des-rechtsextremismus/

und

http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/04/09/alternative-fuer-deutschland-einschaetzung-ihrer-chancen-notwendiger-widerstand-2/

Oberham 15.04.2013 | 19:58

... das ich mit dem Begriff Grundbedarf einen Trigger bei vielen auslöse, (ja Ihre Gedanken kommen auch in mir hoch....) - das beweist wohl, dass wir dafür nicht reif sind.

Ich möchte nicht auf Planwirtschaft verwiesen werden - das beinhaltet ja einen Zeintralistischen Aspekt - der Grundbedarf dürfte je nach Region sogar sehr verschieden sein - vor allem was die Infrastruktur angeht.

Aber zurück zum Trigger - nämlich jenem, der da in uns das Bild von jenen projeziert, die sich fluggs in die Hängematte legen und anderen beim Pflügen der Äcker zusehen.

Erstens - diese Situation haben wir heute auch - nur dass heute jene die nichts leisten oftmals kraft ihrer materiellen Situation als Leistungsträger begriffen werden - obwohl sie in der Hängematte liegen - (ich sprech nicht von dem Unternehmer, der seinen Betrieb managt und würdige Arbeitsplätze bietet, bei gerechgter Entlohnung - an sich ein durchaus zukunftsfähiges Prinzip... ) - doch vor allem - sinnvolle Arbeit ist wohl eines der schönsten Dinge die Menschen erleben können. (zumindest geht es mir so - nur - es ist inzwischen unglaublich schwer geworden sinnvoll und sozial zu agieren!) - dabei bin ich wohl eine eher lethargische Natur.

Der Hochleistungsworker sollte - wenn er sich in seinem 80 Stundenjob wohl fühlt - keinesfalls mit Mißgunst auf die völlig untätigen Zeitgenossen blicken - er sollte vielmehr froh sein, dass sie ihm keine Verrichtungen abnehmen, da er ja damit etwas Schönes - für ihn Schönes, vermissen müßte.

Andererseits bezweifle ich, dass es viele völlig Untätige gäbe.

Doch hier beginnen ja wieder jene Spiralen, in denen ich mich nun schon seit langer Zeit drehe - nicht nur ich - wir alle - denn ich unterstelle mal, dass alle hier letztlich über die Zukunft reflektieren, über Möglichkeiten sie friedlich und fruchtbar zu leben und den kommenden Generationen Chancen zu lassen.

.... - oh das mit der guten Führung unterstelle ich, da prinzipiell doch die meisten noch über konkrete Führungsstrukturen und die möglichst gute Besetzung derselbigen Posten räsonieren - oder liege ich da falsch?

(.... ich unterstelle niemandem hier das fromme Lämmchen zu sein, dass sich am liebsten alles vorsagen lässt... klingt vielleicht durch - mag auch ein klein wenig meine Schwäche sein - da ich halt so sehr an meine soziale Anarchie glaube - man möge mir das nachsehen......)

Eines ist unzweifelhaft - diese Gruppe - egal ob sie nun etwas ungut gefärbt sein mag, oder nicht - verbessert zumindest die öffentliche Debatte über bestehende Probleme - leider sind Realpolitik und Debatte in der Regel völlig verschiedene paar Schuhe, da die herrschenden Interessen keinen Diskurs benötigen, sie bestimmen einfach was zu geschehen hat.

Eine politisch unübersichtliche Landkarte macht es aber schwerer Kleptokratien zu managen - insofern, Arbeit für die Lobbiisten!

Tiefendenker 15.04.2013 | 23:53

@RUPERT RAUCH

zum Denken in sozialen Höhen:

Doch, natürlich...für die Euro-Befürworter treffen Teile davon auch zu. Die Euro-Befürworter orientieren sich jedoch stärker am Liberalismus. Sie tragen vor allem populistisch den bürgerlichen "Freiheits"-Begriff vor sich her (auch wenn der höchst problematisch ist) und geben sich da meistens kleinlauter beim Dissen von Minderheiten, als die konservative Pro-DM-Fraktion.

In der Summe nimmt sich das allerdings nicht viel. Die Unterschiede sind marginal. Gar keine Frage...

zum Thema Fehlentscheidung:

Das Argument lautete ja nicht, dass die Art und Weise der europäischen Währungsunion keine fehlerhafte war, sondern dass die Argumentation der AfD darauf reduziert wird. Wäre dem nicht so, könnte die Argumentation Pro-DM nicht greifen.

zum Thema Euro und Gysi:

Dass der Euro auch nichts mehr retten konnte ist eine ganz andere Frage. Gysi zeigt in seiner Rede ja auch klar auf, warum das so zu erwarten war. Hat sich ja auch voll bestätigt. Das bedeutet aber eben nicht, dass man einfach umdrehen und zur DM zurückkehren könnte...

zum Thema Schweiz:

Klar kann man die Gelddruckmaschinen anwerfen. Das rettet aber auch nichts, weil es keine realen Gegenwerte gibt. Vor allem, wenn das plötzlich alle machen würden. Deshalb schauen sich die Zentralb- bzw. Bundesbanken ja gegenseitig auf die Finger, soweit das geht... Die Schweiz ist dafür auch mächtig kritisiert worden. Da dort die gesamte Wirtschaftsstruktur insgesamt aber sehr bankenlastig ist, wurde das scheinbar toleriert. Heftig Gegenwehr war jedenfalls nicht zu beobachten. Nur Schelte.

zum Ursprung der Krise:

Da der Ursprung der Krise wie gesagt die Wertschöpfungskrise der 70er und 80er Jahre war, kann man jetzt so viel Geld oder auch andere Währungen drucken wie man will. Es lässt sich heute, auf noch höherem Stand der Produktivität, erst recht nicht mehr in der Realwirtschaft verwerten.

zu kritische Analyse vs. Angst:

Dass sich die deutschen Produkte (im Export) verteuern würde ist kein Ausdruck der Angstschiene, sondern einfach eine logische Schlussfolgerung. Das ist Bestandteil einer ordentlichen Analyse.

zum Denken in der AfD:

Die Argumentation der AfD hingegen bewegt sich in logischen Widersprüchen, was Ausdruck ihrer Ideologie ist. Sie idealisiert Teile des Kapitalismus (z.B. das zu rettende Geld) und führt sie gegen andere Teile argumentativ ins Feld (ökonomische Unterscheide im europäischen Binnenmarkt). Beides stimmt für sich genommen sachlich ja, bildet aber einen Antagonismus, was Ausdruck einer Paradoxie ist. Eine Paradoxie verweist stets auf eine höher liegende Wahrheit, nämlich dass sich der ganze Kapitalismus in Widersprüchen bewegt, dass sich diese Widersprüche zunehmend ausdifferenzieren und auf die Grenzen des ganzen Systems verweisen.

Davon will die AfD aber nichts wissen. Das wäre aus deren Sicht gerade Blasphemie...

Grundgütiger 16.04.2013 | 09:43

Da artikuliert sie sich, die Angst der zu kurz gekommenen Kleinbürger.

Wer die Unterstützerliste liest, begreift schnell, "wir wollen mehr, wir haben noch lange nicht genug, wir kriegen den Hals nicht voll"!

Ausgerechnet Deutschland, zumindestens diese Kreise, haben doch am meisten provitiert vom Euro.

Wenn Griechenland zum Austritt drängte, wer verstünde es nicht, aber diese Herrschaften?

Ziehen sich im Monat 16000 Euro Professorengehalt rein und heulen.

Würde man Herrn Lucke fragen, er würde Frau Merkel sofort beerben.

Warum sie gegen den Euro sind, haben zumindestens in diesem Forum die Vertreter der afD nicht inhaltlich erklärt.

Oder sie haben ein erotisches Verhältnis zur Macht.

Es hat immer Lohnsteuerzahler gegeben, die FDP wählen.

Von mir aus, Dummheit ist kein Straftatbestand.

Und so wird denn auch diese Partei von Leuten gewählt werden, die nicht einmal annähernd verstehen, um was es eigentlich geht.

Aber so isser, der Kapitalismus, er hilft immer nur ganz wenigen.

noe 16.04.2013 | 10:24

mir wird ganz anders wenn menschen darueber nachdenken welches uebel sie waehlen "wollen". ob das oder das, ist irrelevant, richtig! nach deinen worten, dem stimme ich bei. fuer mich ist eines klar entschieden, das seit dem 16 lebensjahr, an wahlen teillzunehmen ja, doch dicke kreuze machen ist fuer mich nicht ein verstecken hinter einem holzkasten noch ein stimmenverlust fuer einige wenige. dort treffe ich menschen die vier jahre lang nicht gesehen habe und freu mich darauf das ich diese menschen dann vier weitere jahre nicht mehr sehen werde. es sind die "deutschtuemmeler" die ich nicht mag, sie sind mitlaeufer und eigennuetzig. sie sehen sich selbst nicht an, es sei denn sie wollen sich rasieren oder die dauerwelle im kleingarten bungalow stil friesieren. mir erzaehlte gestern abend ein typ in der strasse in der ich lebe, er sei mit "seiner rechtsradikalen meinung schon im sed-staat angeeckt und diese meinung vertritt er heute noch". weiter meinte er "das er nicht verstehe weshalb ich, ob gleich wir seiner meinung nach ungleicher meinung sind, er sich mit mir unterhaelt".-paaradox- dieser mensch ist 48zig geb. und hat wohl das was erziehung vor dem ende des krieges allgemein war, durch seine eltern erlebt. danach hat er seinen sohn ebenfalls erzogen - merke - erzogen! ich weigere mich zu glauben oder zu denken das dieser mensch schlecht ist, dieser und wie viele andere menschen sind lediglich unbelehrt, da ihnen die aufmerksamkeit fehlt die diese menschen in der vermeitbaren obrigkeitsebene tagtaeglich erleben. diese generation menschen sind die einzigen menschen denen ich persoenlich eines nachsagen kann, sie wollen nicht lernen, sie haben kein verstaendnis fuer andere meinungen, sie koennen fuer sich nicht akzeptieren, dass es verkehrt war wie sie und sie ihre kinder aufgewachsen sind und haben lassen.das sind weder sozialisten noch nationalisten, es sind menschen die sich durch stammtisch reden beinflussen lassen ohne eigene meinung versuchen sie ihren hintern an die wand zu stellen. das ist die eizige meinung die akzeptieren! hinzu kommt dann meist eine mischung aus wut und zorn den sie sich allerdings dann traun von sich geben, wenn sie meist in solchen gruppierungen wie der afd gehoer glauben zu finden, jede patei ist gleich! ob die oder die! es ist gut ein dickes kreuz zu machen und solange bis auch der letzte waehler des buergerlichen begriffen hat das es gut das so zu tun, denn dann koennen sich diese politnix sicher sein das sie sich selbst gewaehlt haben und nicht die menschen die vor einem parteigebaeude stehen und fordern "geht nach hause und wascht euch die fuesse". zumal esziehmlich dreisst ist das dieses berliner lobbyisten und repaesentatenhaus immer noch reichstag heisst! dieses gebaeude haette abgerissen werden muessen, doch das nebenbei. das ist ess was mich an den ganzen diskotionsforen und buergerlichenwaehlerplattformen stoert. das nicht gedacht und gelacht wird ueber diesen ganzen dreck!

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 10:46

Ja, stimme ich dir zu. Deshalb engagiere ich mich auch seit Jahren für Mehr Demokratie e.V. und jeder sei hiermit aufgefordert zu spenden, Förder- oder Aktivmitglied zu werden. Einige tausend Mitglieder hat der Verein schon und auf Landesebene auch schon viel bewegt.

Gerade heute früh habe ich die Unterlagen zur Urabstimmung eingeworfen. Der Verein hat nämlich einen Gesetzentwurf zur Einführung einer dreistufigen Volksgesetzgebung für D erarbeitet.

Es bewegt sich was, das Ende der Fahnenstange ist längst nicht erreicht. Vielleicht erlebe ich ja noch die Demokratisierung Deutschlands. Nachdem ich mit S21 (letztes Jahr?) zum ersten Mal über ein konkretes Projekt abstimmen durfte. Wenn auch nur, als das Kind bereits im Brunnen lag...

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 10:50

Warum die diese Partei gegründet haben? Weil der Euro auch ihre Vermögen gefährdet. Der permanente Aufbau von Forderungen gegen den an sich längst zahlungsunfähigen Süden, sowie die ständige Forderung nach Euro-Bonds und Gelddruckmaschine, lässt die Damen und Herren blass werden.

Aber was solls? Die Gründe mögen egoistisch sein, ein Ende des Euros macht deshalb trotzdem volkswirtschaftlich tausendmal mehr Sinn, als ein weiteres Festhalten...

noe 16.04.2013 | 10:57

was fuer ein klotz am bein? der klotz sitz, und zwar in hamburg mit einem ex bdi freak am tisch. dessen aritrokratische wertevorstellung und wiedereinfuehrung des kolonialismus in den vergreisten hirnwindungen rumschwirrt. alles vollfosten, der versemmlt das was er jahrzehnte nommen hat. klaert eure nachbarn, studenten und freunde darueber auf und die wiederrum ihre freund, was das fuer ein verein ist. nehmt ihnen die grundlage auf dessen macht sie sich stuetzen. das sind poplisten, ergo erzaehlt den menschen was diese verwendeten begriffe derer bedeuten!

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 11:11

"problematisch ist) und geben sich da meistens kleinlauter beim"

Ja, und? Ich finde alle Parteien schei**e, die meisten haben saudämliche Ideologien und Widersprüche im Programm. Es geht mir um die Grundrichtung, DIE passende Partei gibt es nicht, deshalb lehne ich das Parteiensystem ja auch ab.

"Das bedeutet aber eben nicht, dass man einfach umdrehen und zur DM zurückkehren könnte..."

Niemand hat behauptet dass es einfach würde, möglich ist es aber ohne Weiteres, der Euro ist schliesslich nur eine blöde Währung. Wäre im Übrigen bereits die dritte Währungsreform in meinem kurzen Leben...

"auch nichts, weil es keine realen Gegenwerte gibt."

Es ging um die angebliche plötzliche strangulierende Aufwertung der neuen DM und die ist großer Blödsinn, es gibt Mittel und Wege sie zu verhindern. Dass wir mittelfristig ohnehin eine ausgeglichene Leistungsbilanz anstreben sollten, steht auf einem anderen Blatt. Über Nacht dürfte und sollte die nicht erreicht werden.

"Da der Ursprung der Krise wie gesagt die Wertschöpfungskrise"

Ach komm mir jetzt nicht wieder mit diesem Kram. Der Ölpreisanstieg hat damals ziemlich viel durcheinandergewirbelt und die Interpretationen sind nach wir vor zum Teil skurril.

"der 70er und 80er Jahre war, kann man jetzt so viel Geld oder auch andere Währungen drucken wie man will. Es lässt sich heute, auf noch höherem Stand der Produktivität, erst recht nicht mehr in der Realwirtschaft verwerten."

Reine Esoterik, ich hätte jede Menge Verwendungsmöglichkeiten für "mehr Geld", ich muss an allen Ecken und Enden sparen. Und von den ganzen Niedriglöhnern und dem maroden öffentlichen Sektor will ich gar nicht erst anfangen, gelle?

"kein Ausdruck der Angstschiene, sondern einfach eine logische Schlussfolgerung"

Nein, da man die Kontrolle darüber hat, OB sie sich verteuern, ist es reine Angstmache und Bauernfängerei. Selbst wenn man sie verteuern liesse, gäbe es Mittel und Wege das im Inland aufzufangen.

"Davon will die AfD aber nichts wissen. Das wäre aus deren Sicht gerade Blasphemie..."

Nochmal: JA UND? Dass da genau solche Dummköpfe drinsitzen wie in anderen Parteien, darüber müssen wir nicht streiten, oder?

Warum erwartet ihr von einer Neuerung soviel mehr, als von den Etablierten? Ich bin schon froh darüber, dass wenigstens die Richtung sich in Eurofragen mal ändert.

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 11:17

Alle Parteien sind populistisch (selbst die, die entgegen jeder Wahrheit Alternativlosigkeit behaupten, auch das ist nur Bauernfängerei, wenn auch besonders dreiste).

Und die CDU macht europäisch auch gerade eine rassistische, menschenverachtende, undemokratische und unsoziale Politik. Soviel schlimmer kann es also nicht werden.

Aber ich verstehe schon, dass da manche Feindbilder und Ängste im Kopf haben. Aus diesem Grund setzen sich neue Parteien ja (bedauerlicherweise) so selten durch, aus diesem Grund funktionieren Parteiensysteme nicht. Man tritt lieber in den Kuhfladen, von dem man die Tiefe schon kennt...

Grundgütiger 17.04.2013 | 08:54

Kennen sie den Unterschied zwischen Kauri-Muscheln und dem Euro?

Es gibt keinen. Es war mal eine Währung und es ist eine.

Nur Kaurimuscheln haben eine begrenzte Masse. Eignen sich also nicht zum manipulieren.

Wer garantiert denn, das die nächste deutsche Währung nicht wieder von den gleichen Leuten wie jetzt, in Grund und Boden spekuliert wird? Leute wie Sie etwa?

Kriegen Sie eigentlich nix mit?

Ein Hauch von Weimar streift uns, wie damals auch von den enttäuschten Kleinbürgern angezettelt.

Es wird immer nazionaler hier in D, merken Sie es nicht?

Nur, wenn wir mit unserer Wirtschaftskraft, die wohlgemerkt von den Beschäftigten bezahlt wird, so weiter machen, gibt es bald niemand mehr, der uns den ganzen Scheiss abkauft, der hier so produziert wird. Alle anderen sind pleite.

Wem verkaufen Sie dann Made in Germany?

noe 17.04.2013 | 22:20

ob muschel oder nicht wahr ist, dass der nationalismus seit dem , wie sie schrieben, deshalb in den koepfen der menschen aufgerufen wird weil sie durch unsicher sind? sie fuehlten sie sicher durch, dass was sie und oder durch eltern und oder freunde, ein sichertes gesellschaftsumfeld geschuetzt worden sind. patriotismus wahr und ist stets latent vorhandenin einer gesellschaft in der menschen sich nicht bewegen in kulturgesellschaften die sie lediglich duch erzaehlungen kennen! jeder mensch welcher grenzen uebertritt wird erkennen das grenzen auch einschraengen wird! stellen sie sich vor, sie sind auf einem mark in peru. sehen die kleinen dinge auf einem tisch welchen sie auch in ihrer umgebung wahrnehmen und bezahlen kaufen ihn. er gefaellt ihnen. nun kommen sie in den kullturbereich zurueck, auf einen markt dessen umgebung ihnen vertraut zu seien scheid. was geschied dann? sie errinern sich. sie werden nicht kaufen. anderseit werden sie fuehlen ,erleben, die toene und gerueche, handlungen verschiendener menschen auf diesen mark in ihrer gewohnten umgebung wahrnehmen und damit verbinden. ein erlebnis das sie dazu verleitet das doch zu kaufen. das ist das was die afd oder anders die altanative fuer deutschland ihnen aufzeigt! egal, wollen sie grenzen? wenn ja, dann werden sie mitglied und waehlen! gehen sie in eine bibilotek schauen sie in ein geschichtsbuch. die afd ist einfach im ausdruck und effizient dem eigenen portomonaise! das ist afd nichts anderes!