RobertF
22.04.2014 | 01:52 35

Hetzen für den Weltfrieden

Friedensbewegung Seit Ende März finden sich in zahlreichen Großstädten Verschwörungstheoretiker aller Coleur zu Montagsdemonstrationen zusammen.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied RobertF

Laut Duden ist Friede ein „Zustand von Eintracht, Harmonie und ungestörter Ruhe“. Man würde nun annehmen, dieser Zustand sei heutzutage weitgehend unumstrittenes politisches Ziel. Die neu aufgekeimte, selbsternannte Friedensbewegung hat sich den Wunsch nach Frieden trotzdem zum Alleinstellungsmerkmal gemacht. Seit Ende März veranstalten ihre Anhänger allmontaglich Montagsdemos in zahlreichen Großstädten. Besucher erwartet ein Potpourri aus Linken und Rechten Verschwörungstheoretikern und Esoterikern.

Einer der Wortführer der neuen Bewegung ist der Journalist Jürgen Elsässer. Der ehemalige Konkret-Redakteur und Wortführer der Antideutschen Linken wurde nach langwierigem Gesinnungswandel Chefredakteur des rechtspopulistischen Monatsmagazins „Compact“ und gründete die „Volksinitiative gegen des Finanzkapital“.

Auch Ken Jebsen hat den Friedensanhängern viel Auftrieb verschafft. Heute betreibt er die Online-Plattform „KenFM“ und dient als Aushängeschild der Berliner Montagsdemos.

Dort trat gestern das umstrittene HipHop-Duo „Die Bandbreite“ auf, auch der Berliner NPD-Vorsitzende Sebastian Schmidtke besuchte die Veranstaltung mit mehreren Parteifreunden. Es redete außerdem der selbsternannte „Reichsbürger“ Andreas Popp, auch in Hamburg trat ein Gesinnungsgenosse ans Mikrofon. In Dortmund wurde die Veranstaltung von Neonazis unterwandert.

Wessen Geistes Kind die neue Bewegung ist, lässt sich exemplarisch in Jebsens Reden erkennen: Was als bloßer Antimilitarismus getarnt ist, entpuppt sich schnell als unreflektierter Antiimperialismus.

Die USA und die NATO-Staaten sieht er in der Ukraine als Aggressoren und unterstellt ihnen, gegenüber Russland einen dritten Weltkrieg zu provozieren, um für gute Konjunktur zu sorgen. Aufgrund der fortschreitenden Unterwanderung der Politik durch „das Finanzkapital“ sieht er die Abgeordneten des Bundestages schon lange nichtmehr als „unsere Volksvertreter“. Auch die deutsche Presselandschaft bezeichnet er regelmäßig als gleichgeschaltete Propagandainstrumente der NATO-Staaten und der Geheimdienste.

Dass diese obskure Koalition der Exzentriker nun den Friedensbegriff vereinnahmt, ist für eine wehrhafte, aufgeklärte Demokratie wie die unsere nicht hinzunehmen. Im Umgang mit der neuen Bewegung muss das Kind beim Namen genannt werden: Ihre Wortführer Jebsen und Elsässer sind keine Friedensaktivisten, sondern Verschwörungstheoretiker.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (35)

Reinhold 22.04.2014 | 10:05

Ich weiß nicht. Anderen Leuten vorzuwerfen sie seien "Verschwörungstheoretiker" ist ein Totschlagargument. Man sollte lieber nur darauf hinweisen, was diese Leute außerhalb ihrer derzeitigen Beschäftigung auf Montagsdemos noch so anstreben. Es ist wichtig, daß die Leute wissen, wofür die Leute im Brennpunkt vor anderen Zuhörern plädiert haben. Hier gilt das gleiche wie bei der AfD, deren Eliten unter anderem dafür eintreten Arbeitslosen und Rentnern das Wahlrecht zu entziehen.

Die 5 Punkte, die im vorletzten Absatz des Artikels genannt werden sind doch letztlich überspitzte Polemiken, die so auch von linken Kabarettisten gerne mal ausgesprochen werden. Wenn man diese Themen auch durch solche Artikel mit Etiketten wie Verschwörungstheorie behaftet, wie will man sie dann noch ernsthaft diskutieren?

Richard Zietz 22.04.2014 | 10:41

Schön, dass sich in der Freitag-Community noch jemand so enerviert für die »wehrhafte Demokratie« begeistern kann ;-).

Leider ist diese stark subjektiv gefärbte Ankanzlung der derzeitigen Montagsdemos nichts anderes als jene staatstragende Pro-NATO-Propaganda, die letzten Endes nur dazu dient, Protest gegen den derzeitigen Kriegskurs moralisch zu diskredieren, in die rechte Ecke zu stellen, unter Antisemitismusverdacht zu stellen und auf diese Weise letztlich zu zerstreuen. Das Problem: Angesichts der internationalen Entwicklung wird diese Form der »Auseinandersetzung« von Woche zu Woche unglaubwürdiger. Und, nach aller Erfahrung kann man das ebenfalls sagen: Das Kalkül wird nicht aufgehen.

Ja – es stimmt: Elsässer fischt in stark zweifelhaften Gewässern. Popp (ein Paradebeispiel dafür) ist schlichtweg indiskutabel und Jebsen kriegt im Zweifelfall die Klappe nie rechtzeitig zu. Darüber hinaus gibt es, ebenfalls wahr, in den Reihen der neuen Friedensdemonstranten ein paar Durchgeknallte (wie übrigens anderswo auch). Last but not least: Über den Sinn und Unsinn antiimperialistischer Erklärungsmodelle kann man ebenfalls trefflich streiten.

Dient das alles der Erklärung des Phänomens? Fakt ist: Die Leute kriegen es langsam mit der Angst zu tun. Sind besorgt, und offensichtlich bereit, den Schritt zu Protest zu gehen. Was machen Linke? Setzen, wie Jutta Ditfurth, ihre gesamte Intelligenz dafür ein, ebendiese Antikriegsbewegung nach Kräften zu diffamieren und mit Dreck sowie haltlosen, zum Teil nachweisbar unwahren Anschuldigungen zu bewerfen.

Meine persönliche Meinung ist: Linke gehören derzeit auf die Straße! An die Seite derjenigen, die bereit sind aufzustehen. Sie sollte deutlich vernehmbar die Stimme erheben gegen den aktuellen Krisen- und Kriegskurs. Tun sie das nicht, oder sind sie sogar bereit, an der Verschärfung der internationalen Lage aktiv mitzuwirken (wie beispielsweise die Grünen), haben sie als Linke jede Existenzberechtigung als gesellschaftsverändernde Kraft verspielt. Und die Leute tun gut, sich von einer derart korrupten, ins System eingespannten »Linken« abzuwenden.

iDog 22.04.2014 | 12:02

ich gebe ihnen unumwunden recht, obwohl ich auch meine , dass es besser ist , wenn Rechte erstmal nach Frieden rufen als nach etwas anderem.

Es liegt dann wohl eher an den Rezipienten dieses Rufes, ihn zu dem werden zu lassen, was er wörtlich ist, also diesen geforderten Frieden auch Konsequenz einzufordern, anstatt in ihm die angebliche Lüge zu vermuten und darin ausschließlich und misstrauische das Gegenteil zu erkennen während man die akuten und seit jeher bekannten Kriegstreiber aus den Augen verliert.

Wird denn nicht gerade durch diese Unterstellung der Lüge das Gegenteil von Frieden noch wahrscheinlicher, als wenn man als Verfechter des Friedens auch seine ärgsten Gegener zu Ihrem wenn auch Lippenbekenntnis zum Frieden verpflichtet, weil man zb. und faktisch mit diesem Wunsch in der Mehrheit ist. Was bringt die Frage ob eine angenommene rechtsradikale Minderheit diesen Frieden zuerest gefordert hat, wenn er mit einer liberealen Merheit durchgestzt werden kann?

Muss man einen Aufruf zu Frieden nicht als solchen einfach nageln, anstatt sich mit der Kritik am Friedenswunsch denselben entgültig zu verstellen, ja zu zerschießen indem man dessen Falschheit ausgiebigst bewiesen hat im öffentlichen Diskurs?

Hier wird an Ästen gesägt , auf dem der wichtigste geselllschaftliche Wert des Nachkriegseuropas sitzt. Dieser Ast wird vielmehr benutz um den Frieden als radikalen Lügner zu hängen. Wer hat ein Interesse daran?

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Ehemaliger Nutzer 22.04.2014 | 12:12

Ist mir ehrlich gesagt schnupps. Wir müssen einen anderen Weg finden als "für den Frieden" Nazigedankengut auf dem Trittbrett zu dulden. Wirklich, das war bei Hitler so, dass viele Deutsche geglaubt haben, der sei doch für den Frieden. Und die Juden im KZ, hm naja.

Nein nein nein.

Wir dürfen auch die anderen Themen, Ukraine und Finanzpolitik nicht denen überlassen. Mensch jemand wie Jebsen, der verkauft doch seine eigene Großmutter für ein bischen Prominenz, der hat keine Werte, glaubt nicht wirklich an etwas. Dem darf man doch keine echte Politik überlassen. Soll er mit seinen Nazi-Anhängern und sonstig Verwirrten seine Spielchen spielen, aber wir machen da nicht mit.

Georg von Grote 22.04.2014 | 12:49

Schmunzel, die Ausreden werden immer erbärmlicher und offenbar haben viele alles, was sie jemals über die jüngste Geschichte erfahren, gelernt haben, über Bord geworfen und versuchen sich krampfhaft ein neues Weltbild zu schaffen, in denen der Neonazi auch noch seinen angestammten Platz haben darf. Und das alles unter der dümmlichen Ausrede: Wir wollen doch alle dasselbe, nämlich Frieden.

Man kann es im Prinzip nach all den Diskussionen hier und im web auf einen Punkt bringen: Wer nach den mittlerweile zusammengetragenen Informationen Ken Jebsen immer noch vom Vorwurf des Antisemitismus reinwäscht, der kann entweder nur strunzdumm sein, oder aber er hat diese antisemitische Denke selbst schon verinnerlicht.

Ich weiß, das sind harte Worte, die manchen polemisch vorkommen möchten, aber in diesem Fall gibt es kein dazwischen drin.

Natürlich ist es berechtigt, die offizielle Politik Israels in Bezug auf die Westbank und Gaza zu kritisieren. Das stempelt einen noch lange nicht zu einem Antisemiten ab.

Die Frage ist aber, wie ich es mache und mit welchen Worten und mit welchen Anschuldigungen. Wenn er Zionisten als Nationalzionisten bezeichnet, diese dann mit den Nazis gleichsetzt und dann auch noch behauptet, jeder jüdischen Glaubens sei ein solcher Nationalzionist ist er schon mittendrin im klassischen Antisemitismus. Aus der Nummer kommt er auch nicht mehr raus. Das sind keine leichtfertigen Versprecher mehr, das ist antisemitische Agitation in Reinkultur.

Das ist aber nicht der einzige Punkt, der Ken Jebsen zum Sympathisanten und Unterstützer der rechten Szene macht. Mal ganz abgesehen von Leuten, wie Elsässer, Popp und anderen rechten Gesinnungsgenossen mit denen er sich die Bühne teilt, grenzt er sich in seinen Verbalattacken auch nicht deutlich von Rechts ab. Im Gegenteil, er fordert ja die rechte Szene geradezu auf, sich ihm anzuschließen.

Und noch ein Punkt. Jebsen beschäftigt einen ganzen Stab von Mitarbeitern, die sogar seine Webseiten rund um die Uhr bewachen und alles löschen, was auch nur annähernd kritisch klingt. Die müssen ja auch irgendwie entlohnt werden. Wer Jebsen finanziert, wissen wir noch nicht. Von seinem crowdfunding, mit dem er ständig wirbt, ist das kaum realisierbar.

Und beim crowdfunding stoßen wir schon wieder auf Neonazis. Die KenFM-Unterstütze-T-Shirts, die er anbietet, wie warme Semmeln, werden in Halle bei shirtzshop produziert. Und wem gehört diese Firma, bzw. ist der federführende Geschäftsführer? Der altbekannte NeoNazi Sven Liebich.

Egal, wo man bei Ken Jebsen nachschaut und ein wenig gräbt, man stößt nur auf braunen Nazidreck.

Reinhold 22.04.2014 | 13:03

"Schmunzel, die Ausreden werden immer erbärmlicher und offenbar haben viele alles, was sie jemals über die jüngste Geschichte erfahren, gelernt haben, über Bord geworfen und versuchen sich krampfhaft ein neues Weltbild zu schaffen, in denen der Neonazi auch noch seinen angestammten Platz haben darf. Und das alles unter der dümmlichen Ausrede: Wir wollen doch alle dasselbe, nämlich Frieden."

Ich verstehe das nicht. Soll das heißen die Neonazis dürfen sich jedes unserer Themen nehmen und auf irgendwelchen Demos plakatieren und wir müssen deswegen dann diese Themen verdammen? Da können wir ja gleich einpacken.

Wir müssen nicht einfach nur die Nazis verdammen. Wir müssen ihr Gedankengut bekämpfen. Wenn die Rechten Frieden fordern macht das die Forderung nach Frieden nicht zu einem rechten Thema. Wenn sie diese Forderung stellen mit irgend einer hohlen Begründung von wegen der Krieg nütze irgendwelchen jüdischen Bankiers oder so, dann müssen wir diese Begründung bekämpfen. Wir müssen verhindern, daß sich diese hohle Begründung in den Köpfen der Menschen festsetzt.

Georg von Grote 22.04.2014 | 13:12

Gebe ich Ihnen recht, nur gerade das passiert ja im Moment nicht, sondern man "kämpft" nahezu Seit an Seit mit Leuten, wie Schmidtke, statt sich von denen abzugrenzen. Man sieht doch, was hier gerade abläuft. Hier wird, nur um seine sozisagen linke Ideologie zu retten mittlerweile jeder "entnazifiziert"

Frieden ja! Bankensystem verändern, ja! US-Politik, EU-Politik kritisieren, ja. Aber dann auch bitte die des Kreml und nicht einseitig. Alles machbar und diskutabel. Aber nicht Hand in Hand mit dem braunen Mob!

iDog 22.04.2014 | 13:53

"Dem darf man doch keine echte Politik überlassen"

das ist Ok - die sollten wir "uns" selber überlassen und das genau ist mein Punkt- Zu klären ist Frage wer iost "uns"?

"aber wir machen da nicht mit."

Ich weiß jetzt nicht genau wen Sie mit "wir" ( ="uns") meinen , aber den Frieden werden Sie ja nicht meinen wenn Sie sagen "wir machen da nicht mit".

Und da liegt aktuelle das Problem auf das hier noch keiner eine Antwort gegeben hat. Oder seh ich das falsch?

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Ehemaliger Nutzer 22.04.2014 | 13:53

Weil ich mir in meinem Blog vorgenommen hab bei Jebsen zu bleiben, (damit man die rechtsextreme Haltung an einer Person klar rausarbeitet und nicht vom Hundersten ins Tausendste kommt) schreib ichs hier: Gestern hat Popp gesagt wir brauchen nicht mehr dieses Parlament (ist der letzte Satz der Aufzeichnung).

Kommts Leutz, fehlt wirklich nur noch, dass das Parlament als Schwatzbude bezeichnet wird, dann haben wir den O-Ton.

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Ehemaliger Nutzer 22.04.2014 | 14:03

Ne das aktuelle Problem lag bis jetzt noch darin, dass hier viele Jebsen und Co verteidigt haben mit der Argumentation, er sei doch für den Frieden, gegen die gleichgeschalteten Medien, die USA und überhaupt sei es besser auf die Straße zu gehen.

Wenn wir (Sie und ich) uns einig sind, dass wir nicht mit den Nazis auf die Straße gehen, egal für welchen vorgeschobenen Wert, haben wir (Sie und ich) kein Problem mehr :-)

Uns hätte ich spontan als alle bezeichnet, die Führerkult, nazistische, anitsemitische und rassistische Gedanken ablehnen, kritisch mit der herrschenden Meinung und Manipulation umgehen und sich für eine friedliche und gerechte Welt einsetzen.

Würde Ihnen die Definitionso passen?

Richard Zietz 22.04.2014 | 14:58

»(…) Wir müssen einen anderen Weg finden als ›für den Frieden‹ Nazigedankengut auf dem Trittbrett zu dulden.«

Klingt gut, richtig, rundum symphatisch. Nur mit dem Nazigedankengut auf dem Trittbrett habe ich – trotz massivster Ditfurtscher Scharfstellbrille – nach wie vor meine Sehschwierigkeiten. Wo sind auf diesen Demos bittesehr die Nazis? Ich sehe Leute, die um den Frieden besorgt sind; Leute, in deren Anliegen und in deren Forderungen ich mich recht gut wiedererkennen kann. Was ist an Jebsens Attacken gegen das Finanzkapital falsch bzw. verwerflich, was an den Vorwürfen gegen die USA, dass sie – aus Weltmachtinteresse heraus – den Konflikt in der Ukraine befeuern? Was schließlich ist falsch an dem Verdacht, dass es um Geld geht, um Einflusssphären, und um viel, viel Rohstoffe?

Laut Ditfurth sind das alles Nazis, die solches behaupten. Ich will mich mit der Polemik zurückhalten. Aber man braucht ja nur den Sender zu sehen und dessen »antifaschistische« ;-) Ukraine-Berichterstattung, in dessen Studio Ditfurth ihre Unwahrheiten und vagen Verdächtigungen verstreut. Letztlich geht es halt darum, dem Westen die Stange zu halten. Auch die Sozialdemokraten haben eine lange Tradition darin, schlimme Dinge unter »linken« Parolen zu verkaufen. Beispiel: die Agitation gegen das »reaktionäre Zarenreich« zwecks Einstimmung proletarischer Zauderer in den Ersten Weltkrieg.

Ditfurth macht in meinen Augen letztlich nichts anderes. Verletzte Eitelkeit, Angst um den Marktwert etcetera mag eine Rolle spielen. Allerdings rennt die Frau schon seit 15 Jahren durch die Gegend und versucht alle, deren Ansätze ihr nicht in den Kram passen, in die Verräter- oder Faschistenecke zu stellen. Meines Erachtens wäre es nicht schlecht, wenn sie mit dem Aufräumen bei sich selbst anfangen würde. Etwa bei ihrer ÖkoLinX-Truppe, einer komplett auf die Bedürfnisse der erleuchteten Jutta zurechtgezimmerten Huldigungssekte, von der sonst niemand (!!) in irgendeiner Weise in der Öffentlichkeit Spuren hinterlassen hat.

Ich glaube, die autoritätshörige Linke sollte lieber mal anfangen, ihre eigenen Strukturen zu hinterfragen (und bei Bedarf zu entrümpeln). Und die Chose etwas entspannter zu sehen, nach dem Motto: Nicht jeder, der anders denkt, ist gleich ein Faschist. Dann würde sich die Anzahl der »Faschisten« wahrscheinlich von allein ziemlich reduzieren.

Squareft 22.04.2014 | 16:50

Ist das Neid das plötzlich wegen einfachen und populär gehaltenen Aufrufen, anstatt von viel "richtigeren" bloggs etc, Menschen am Potsdamer Platz/Brandenburger Tor stehen?

Wenn man schon soviel dagegen zu wettern hat, warum schleicht man dann durch die Menge und fotografiert da 5 Hanseln von der NPD die sich dazustellen und sich nen Spass draus machen das gleich ein #querfront shitstorm losgeht?

Warum hier so unobjektive Hetze, was da oben steht ist kann man leider nicht anders bezeichnen, loslassen anstatt hinzugehen und selbst zu Sprechen?

Hat's denn mal einer probiert und haben sie nein gesagt?

Da sind ne Menge Leute die was gutes wollen, die angeregt werden, die vorher niemand erreicht hat, die zum Teil erst jetzt mitbekommt wie einseitig unsere Mainstreammedien wirklich sind, wie ich.
Mir scheint die letzten jahre auch einiges entgangen zu sein wenn orwellsche sprüche hier scheinbar als rechtes gedanken gut gelten...

Und hier stellen sich einige an den Rand und denken sich, oha ein paar rechte Hanseln dahinten, da lassn wir die Leute mal allein mit denen und gehn erstma drüber bloggen das die das unterwandern.

Man warum nutzt ihr denn nicht die möglichkeit einen positiven einfluss nehmen und sowas zu verhindern?

Klar sollte man nicht alles für bare Münze nehmen was da erzaehlt wird, Ken sagt doch auch immer wieder: "glaubt 'denen nicht, glaubt mir nicht, macht euch eigene Gedanken und sucht euch informationen und eigenen quellen".

Ich gebe auch gern zu das das ganze um die FED/Bankensysteme stark dramatisiert wird, aber das da was schief läuft ist doch nicht gelogen.

Antisemiten? Sie mögen ganz klar das Kapitalistische System wie es heute existiert nicht, dann gehts weiter gegen die FED und dann fallen namen wie Rockefeller, Rothschilds, Goldman Sachs etc... dann endet das.

Nur weil die namen fallen wird hier automatisch angenommen das jeder gleich an "jüdische weltverschwörung" denkt?

Zeige auf etwas was dir nicht gefällt/schief läuft + jüdischer name = antisemit?

Das "fast genaue" zitat von broder um kens antisemitismus darzustellen... bei jacobjung liest sich was nettes dazu, was der autor aber mit sicherheit kennt.

Die Veranstalter distanzieren sich jedesmal vehement gegen diese vorwürfe. Klar gibts israelkritsche kommentare in der vergangenheit dieser Leute.
Ist das Verboten?

Ich hab auch keine Lust mehr das ich mich schuldig fühlen soll für eine grausame vergangenheit für die ich bei bestem willen nichts kann, bin ich antisemit?

Muss das in so eine Hexenjagd ausarten? Also das Interview mit Frau Ditfurth ... gott sei dank stehen wir unter offenem himmel sonst zitat "würden die sich verprügeln".

So die Damen und Herren, wollmer mit dem shitstorm aufhören, die paar rechten vom platz scheuchen und was draus machen?

Ken, Popp & Co werden schon keinen nicht von der Bühne jagen solang alle fair bleiben.

Zwei fliegen mit einer Klappe, die bösen NPDler trolln sich und ihr koennt den "bösen Verschwörungstheoretikern" die Redezeit kürzen und gegenargumente bringen.

Soviel Fragen, soviel zu nachzurecherchieren, so wenig zeit.

Fazit: Warum daneben stehen und maulen anstatt hinzugehen und zu unterstützen.

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Ehemaliger Nutzer 22.04.2014 | 17:31

Wenn Sie die Zeit aufbringen würden, den Infokasten in meinem Blog zu lesen, dann ist das Thema auch ohne Jutta Ditfurth durch. Zur Not müssten Sie sich noch ein, maximal zwei Reden von Jebsen anhören. Dann gibts keine Zweifel mehr.

Ist eben die Frage, ob man erst warten muss, bis sich einer Hitlerbärtchen anklebt, bevor man ihm eine rechtsextreme Haltung zuschreibt :-)

iDog 22.04.2014 | 17:44

theoretisch schon, aber was machen "wir" wenn zu "unserem" Friedensdemoaufruf auch Rechte kommen oder welche , die wir für zu rechts halten? Schicken wir die dann nach hause ( falls wir die erkennen)? Oder gehen wir dann selber nach hause und empören uns?

Andererseits bleibt zu überdenken ob , wenn aus Linken , wie hier von einigen penetrant behauptet wurde, Rechte werden, wenn die zu einer von Rechten organisierten Friedensdemo gehen, aus Rechten auch Linke werden , wenn die zu einer von Linken organisierten Demo gehen. Nur so der Vollständigkeit halber. Was meinen Sie?

Letztendlich müssten sich doch die demokratisch orientierten Kräfte durchsetzen in einer Demokratie, wenn es auch eine schlechte ist. Das meinte ich mit liberaler Mehrheit. Wobei "wir" freilich noch nicht wissen ob es die überhaupt gibt. Immerhin wählt die Mehrheit dummerweise Parteien , die Kriegen nicht abgeneigt scheinen, oder sich zumindest denen beugen müssen , auf die das zutrifft. Wer immer das jetzt auch sein mag lassen wir erstmal aussen vor.

Tyler Cotton 22.04.2014 | 18:03

Eine der verleumderisch als rechts dargestellten Reden auf der Montagsdemo. Elsässer sagte: "Die Rechten waren immer für den Krieg, waren militaristisch, und die Linken waren immer gegen den Krieg, waren antimilitaristisch. Rosa Luxemburg war gegen den Ersten Weltkrieg und wurde deswegen ermordet. Ernst Thälmann war gegen den Zweiten Weltkrieg und wurde deswegen ermordet. Und wenn wir jetzt gegen den Dritten Weltkrieg kämpfen, wollen uns die amerikanisierten Hetzer als rechts darstellen? Das ist doch eine hirnverbrannte Lüge!" Vollständige Rede hier: http://juergenelsaesser.wordpress.com/2014/04/22/elsasser-auf-der-montagsdemo-nicht-links-gegen-rechts-sondern-unten-gegen-oben/#more-6424

Richard Zietz 22.04.2014 | 18:27

Was ich in Communities total mag, sind Weblinks, die irgendwas belegen sollen, in Wahrheit jedoch nicht einmal im Ansatz das belegen, was wie vorgeblich belegen sollen. Die fünf Weblinks im Infokasten Ihres Beitrags Wir sind Helden! belegen zu exakt drei Fünftel nicht das, was im jeweiligen Beitext behauptet bzw. als Tatsache hingestellt wird.

Link 1, Jebsen-Rede auf der Demo am 14.4., laut Ihrer Angabe Ähnlichkeit zu Hitler-Reden. In Wahrheit echauffiert sich J. über Presseberichterstattung, die allgemeine Politik gegen Russland und ein paar Dinge mehr. Eben das, was man auf so einer Friedensdemo sagt. »Hitler« – nichts weiter als eine (m. E. frei assoziierte, rechtlich übrigens nicht unproblematische) Interpretation Ihrerseits.

Link 2, angebliche Instruktion. Aufrufe zum Schicken von Leserbriefen und so weiter. Darüber hinaus die Aufforderung, sich einzumischen. Mobilisierung der eigenen Anhänger – einfach infernalisch; eine Methode, die ausschließlich Schwarzer, Ditfurth und allgemein den Guten™ vorbehalten ist, so zu benutzen …

Link 3, noch eine antisemitische Rede von J. Keine Rede. Der Link verweist auf einen von Ihnen geschriebenen Kommentar. Ich gehe davon aus, ein Versehen.

Link 4, Jutta Ditfurth erklärt antisemitische Chiffren. Mal abgesehen von dem Unsinn, den D. da verzapft – sachlich korrekt.

Link 5, Hinleitung zu einem satirischen Communitybeitrag. Sachlich korrekt. Ich gebe zu: Ich habe sogar geschmunzelt.

»Zeit erübrigen« und so: Die von oben herab belehrende Nummer können Sie sich bei mir sparen. Die erste Rede kannte ich (Herr Jebsen recyclet seine Texte halt auch gern); ansonsten beschäftige ich mich mit diesem Spektrum schon etwas länger. Es liegt mir auch fern, Ihnen Ihre Ansichten zu nehmen. Allerdings finde ich diese Gerüchteverbreit-Nummer nach dem Motto »Es wird schon etwas hängen bleiben«, wie sie auch Ditfurth betreibt, ziemlich daneben und darüber hinaus politisch unverantwortlich. Weniger wegen der attackierten Promis. Sondern wegen der normalen Demoteilnehmer(innen), die mittels derartiger »Antifa«-Kampagnen in eine Ecke gerückt werden, in der die meisten nichts verloren haben.

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Ehemaliger Nutzer 22.04.2014 | 18:28

Komm hei, das ist Elfenbeinturm. Solange die Reden nicht von Leuten gehalten werden, die den Rahmen des im Grundgesetz verankerten Wertesystems verlassen haben, ist doch die Anwesenheit von Rechten kein Problem. Im Gegenteil, man freut sich, dass sie kommen. Sie dürfen auch jubeln und applaudieren zu unseren demokratischen Werten ;-)

Deswegen würden sich die Nazis ja auch freuen, wenn wir zu ihnen kämen ;-) Die hätten auch nichts dagegen, wenn wir klatschen. Wer redet, sagt die Musik an.

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Ehemaliger Nutzer 22.04.2014 | 18:48

Okay, jetzt ist sie drin. Sie war auch im letzten Blogabsatz. Danke für den Hinweis.

Aber ich setz mich ganz sicher nicht hin, transskribiere die Jebsen-Rede, fasse die einzelnen Absätze zusammen, mache das gleiche mit ein, zwei Nazireden und zähle die identischen Inhalte ab. Ganz sicher nicht. Ich biete im Übrigen auch keinen Geschichtskurs über die Nazi-Zeit an, sondern setze voraus, dass einem die Argumentationsmuster von Nazireden geläufig sind.

Und wenn nicht, kann man zur seiner Freude und Erbauung ein paar selbstständig lesen. Ich hatte diese Freude und Erbauung bereits fünf Jahre in der Schule. Und seh ehrlich nicht ein, wieso ich Glücklicheren, denen das erspart geblieben ist, jetzt sogar die Beschäftigung damit von ein paar Stunden abnehmen soll.

:-))

iDog 22.04.2014 | 19:02

"Wer redet, sagt die Musik an."

cool , warum redet keiner von "uns"? Und auch nicht die CDUCSUSPDGRÜENENLINKEN Mischpoke? Sind die und wir alle verkappte Kriegstreiber? Oder sehen "wir" nicht was abgeht - ausser im rechtsaussen? ... um uns dannach den Ablass selber auszustellen?

Ich finde es gibt da noch reichlich Frgen , die sich durch diese Afaire erst langsam ihren Weg an die Oberfläche des Linken Diskurs bahnen. Wer hat denn da nun ins laulinke Badewasser gefurzt?

Ich denke "wir" selbst.

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Ehemaliger Nutzer 22.04.2014 | 19:27

Mauserl, du redest doch viel. Hast dich gut allein in meinem Finanzblog eingebracht, bei dem viele gepostet haben, dass das Blog interessant und informativ war. Und hier nicht angemeldete im Realleben haben mir das auch noch gesagt.

Denk mal, das ist nur winziger Splitter deiner Aktivität, wahrscheinlich weit weniger als ein Tausendstel, und doch kann es sein, dass du bei jemandem ein Rädchen neu gestellt hast.

Was willst du noch? Ohne Massendemo ist alles nix? Ne, viele Wege führen nach Rom.

Fro 23.04.2014 | 00:19

Sehr vernünftig.

Dieses Gejammer und Angeklage ist wirklich nicht mehr zu ertragen. Jebsen, Elsässer, Popp etc sind doch vollkommen Wurscht. Sie haben derzeit nur so viele Anhänger, weil die Linke derzeit vollkommen ideenlos und wenn nicht komatös, dann einfach nur kirre ist. Unsere 'amerikanischen Freunde' versuchen einen Krieg anzuzetteln und die Linke drischt auf alle ein, die mit einer Radikalkritik am herrschenden System auf die Straße gehen, nur weil sich da auch ein paar seltsame Gestalten dran beteiligen. Wo sollen die besorgten Bürger denn hingehen? Wo ist denn das attraktive weiterführende Angebot der Linken an die aufgeklärten friedliebenden Bürger? Die eigentlichen Themen hier im Freitag müssten doch sein: „ Die Linke im Koma?“ „Die Linke, gibt’s die noch?“ „Hasenfüßige Linke empört sich über radikale Systemkritik“.... ...


Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich würde keinem Bürger empfehlen auf die derzeitigen Montagsdemos zu gehen - sollten sie von Jebsen, Elsässer, Mährholz und Anhang in irgendeiner Weise beeinflusst bzw inhaltlich bestimmt werden -; aber ich hätte vollstes Verständnis, würden sie es tun. Und sollten sie es tun, dann aber bitte mit eigenen Transparenten. Und sollten sich diese Montagsdemos tatsächlich in einigen Städten etablieren, so wäre es für die (wenigen aufgeweckten) Linken sicher klug ihre eigenen Visionen als aktiv Beteiligte dort einzubringen...

Wirklich peinlich, wie ängstlich manch Linker auf andere Systemkritiker reagiert....



iDog 23.04.2014 | 11:01

Ja - es gibt unangenehme Frage. Das ist richtig.

... weiß nicht genau, wieso ich jetzt plötzlich Dein "Mauserl" bin. Was ich aber weiß ist, dass ich mit Verantwortung kein Problem habe. Ich hab's sicher schon mal gesagt, aber Deine Idee man solle sich doch mit dem Feedback, das da ist, zufriedengeben, kommt mir etwas akademisch vor. Nicht mal peer to peer ist heute noch integer. "Karriere" im Theoretisieren oder beim Infotainment, die dennoch konforme Deutungsvariante zum nächstbesten Phänomen, das sind nicht ganz die Dinger, die mich interessieren.

Es gibt ja an sich keine "Linke" mehr. Die hat sich längst selber verraten und verkauft. Eine Friedensbewegung seh ich übrigens auch nicht. Trotzdem gibt es etwas, eine Unruhe, ein Unten und ein Oben, das mittlerweile etwas zu extrem gerät, um noch zu "funktionieren". Da ist ein bisschen Klugscheißerei im Internet nicht mehr als ein Gedankenaustausch unter etwa Gleichgesinnten. Bewirken tut der nichts. Man sieht ja was passiert, wenn es mal ans Eingemachte geht.

Natürlich kann man gleichzeitig im "Realleben" etwas tun. Macht mehr Sinn. Und daher vielleicht auch Demo bzw. Engagement. Dabei geht's immer nur um die Manipulation der öffentlichen Meinung - bei denen, die sich als moralisch und aufrichtig sehen und bei denen, die sich Profis der PR nennen, kein Unterschied. Muss man also selbst die öffentlich Meinung sein? Bestimmt nicht zwingend. Es gibt ja auch andere Wege. Die Anonymisierung des Inhalts, der Message so weit wie es geht, ist zB. eine andere Methode, die um sich greift. Das ist eine Parallel- oder Ersatzentwicklung zur Massendemo. Die Inflation der Petitionen dagegen macht sich langsam lächerlich.

Und da, bei der Anonymisierung der Message, scheiden sich plötzlich die Geister. Es gibt viele, die wissen nichts mit einer Info anzufangen, bei der Sie den Sender nicht kennen oder erkennen können. Ich halte das für ein ausgesprochen schlechtes Zeichen. Wer nicht Inhalt und Sender auseinanderhalten kann oder will ist in Gefahr. Der wird in der Reaktion dann selber leicht zum Sender ohne Inhalt.

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Ehemaliger Nutzer 23.04.2014 | 11:19

Ich hoffe es ist rübergekommen, dass ich lediglich sagen wollte, dass es nicht weniger ist, sich medial für etwas einzustehen als real.

Das schließt Beteiligung an Demos nicht aus, aber auf einer Demo überzeugt man niemanden. Da gehen die Leute hin, die schon überzeugt sind. Ich fand die Darstellung was die Linken alles nicht tun (--> nichts tun!) so wohlig-düster schwarzgemalt (daher das Mauserl).

Ich sehs eben positiver und biete die positivere Sicht zum Teilen an. Kann sich aber auch jeder gerne frustriert in die Ecke verziehen und über die Linken schimpfen.

Ich finde diese Selbstbespiegelungen, wie scheiße die Linken sind, Zeitverschwendung. Schreiben Sie ein gutes Blog oder einen gute Kommentar und schon ist etwas getan. Gysi hält eine gute (oder auch nur mittelmäßige) Rede und schon stellt er für die gesamte Debatte in D neue Weichen. Das kann ich nicht als nichts ansehen. Sicher ist das nicht weniger als wenn Ken Jebsen die völlig Unkonstruktiven um sich scharrt und ein bisschen wagnerianisch-pompöse Untergangsstimmung in der Dämmerung verbreitet.

Die machen ja nu gar nix.

iDog 23.04.2014 | 11:43

klar ist das rübergekommen. Aber es gibt ja doch auch einen wichtigen Unterschied zwischen "schwarzmalen" bzw. "wohlig-düster"(es Selbstmitleid) bzw. "über die Linken schimpfen" bzw. "frustriert in die Ecke verziehen" bzw. "scheiße sein" bzw. "Selbstbespiegelungen" und einer begründeten und nötigen Selbstkritik. Das Resultat der deutschen Nachkriegslinken, wenn man davon aus geht , dass es diese gibt, ist nicht null , aber auch nicht gerade sehr bemerkenswert. Es beschränkt sich effektiv auf einen Rückzug ins rhetorische. Ich finde das zumindest bedenkenswert. Und das gerade dann, wenn man auf die Verbalakrobatik anderer schimpft. Und das ist ja hier nun reichlich geschehen in den letzetn 2 Wochen.