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Reisen Das Abenteuer geht weiter
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Dunaujvaros heiß die Stadt oberhalb der Donau, wo ich gestern erschöpft und etwas niedergeschlagen in die Touristeninfo gewankt bin, und denen erzählt habe, dass ihr Euro 6 Veloradwanderweg mit einer ein Meter hoher Wiese zugewachsen ist. Rasch hatte ich irgend einen Boss für Tourismus und Verkehr vor mir sitzen, der mir munter erzählte, er sei halber Deutscher und Ungar, bla, bla. Er hat dann ziemlich schnell begriffen, dass mich das gerade nicht die Bohne interessiert, weil sein Ungarn, so architektonisch königlich es in Budapest auch sei, ansonsten ziemlich rissig und kaputt und mit dem Velo praktisch nicht zu befahren sei. Seine Angesteltinnen in der Touriinfo haben herzlich gelacht, besonders die Vorstellung, dass ein indiotischer Deutscher drei Stunden lang über eine hüfthohe holprige Wiese durch ein beschissenes Niemansland gefahren ist, fanden die urkomisch. Immerhin habe die Ladys mir dann ein Apartment in einem schönen Haus mit netten BewohnerInnen am Rande der Stadt organisiert, das nur zehn Euro die Nacht kostet, wo ich wahrscheinlich noch ein, zwei Tage bleiben werde. Weil diese Stadt interessiert mich, hier gibt es viel Platte und rauchende Schornsteine von Fabriken, die das Atmen teilweise zur Herausforderung machen. Die Leute sind nett, besonders die Frauen flirten gerne, das gefällt mir. Wie es allerdings mit meiner Radtour weitergehen soll, weiß ich nicht. In Serbien sollen die Radwege noch schlimmer sein, weil es kaum welche gibt, man also die ganze Zeit von Lkws und Autos überholt wird, dass einem Angst und Bange wird. Jetzt seid ihr gefordert, wenn ihr mögt, mir mit guten Tips zu kommen. Soll ich an den Balaton-See fahren? Was mache ich mit meinem Fahrrad und dem Camping-Kram? Ach, ach.

10:40 02.07.2016
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Geschrieben von

Robin Becker

Ich bin Sozialpädagoge, Schriftsteller (Romane: "Das Kino bin ich", "Fortbildung bei Gott", "Komfortzone") und vieles mehr.
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