Donau-Radl-Tour-Blog die Zweite!

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Mein Cousin, den ich in Linz besucht habe, ist ein super Typ und toller Schauspieler, wie ich bei einer Probe gesehen habe. Auch seine Mitbewohnerin, die ebenfalls Schauspielerin wird, fand ich sehr unterhaltsam. Wir haben viel diskutiert und gelacht, was will man mehr! Der Gute hat etwas Angst, dass er in die Arbeitslosigkeit hineinstudiert. Ich hoffe, dass ich ihm diese Befüchtung nehmen konnte. Schließlich lernt er als Schauspieler etwas über seinen Geist und seinen Körper, und wie er beides in Einklang bringt und einzusetzen weiß. Scheiß auf Sicherheit und Zukunft, das Leben berührst du einzig im Hier und Jetzt. Du wirst ein Star, du bist es schon, du wirst schon sehen.
Vorgestern fuhr ich um halb vier von Linz weiter Richtung Wien und hatte da noch 228 Kilometer vor mir. Und o Wunder, jetzt bin ich schon seit drei Stunden in Wien und sitze mit Entzündung und Pickeln am Hintern in einem Cafe und habe wahrscheinlich Borreliose (Stich am Knöchel mit Rötung drumherum). Doch das bin ich gewillt zu ignorieren und werde weiterfahren, denn die letzten Tage waren schlicht und einfach berauschend wie der Flug einer Biene durch eine Wiese voller Blumen. Selbst das Nächtigen in einem Zelt scheint mir mittlerweile das Wunderbarste der Welt. Letzte Nacht zeltete ich zwischen der Donau und einem Tümpel voll Seerosen und Kröten, die zu Tausenden wüntend quakten, weil ein Fuchs sich erlaubte aus ihrer Fütze zu trinken. So habe ich es gern. Und unterwegs sah ich Riesenhasen, die beinah so groß wie Rehe waren und sich frech ein Rennen mit mir lieferten, ansonsten wäre ich wohl noch hundert Kilometer von Wien entfernt. Und wie ich gestern zum Sonnenuntergang an der Wasserkante der Donau saß, kam auch noch ein Biber vorbei und haute mit seiner Flosse wild um sich, dass ich zunächst dachte, ein zwei Meter großer Fisch schwimme auf mich zu. Jetzt hoffe ich, dass ich wieder einen tollen Platz zum Schlafen finde, wobei ich ausnahmsweise aufs Zelten verzichten würde, wenn ich eine nette Wienerin fände, die mich bei sich übernachten ließe. Mal sehen ...

11:02 23.06.2016
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Geschrieben von

Robin Becker

Ich bin Sozialpädagoge, Schriftsteller (Romane: "Das Kino bin ich", "Fortbildung bei Gott", "Komfortzone") und vieles mehr.
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Robin Becker

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