Sophie Elmenthaler
06.03.2014 | 16:30 71

Knochen sind keine Privatsache

Kolonialgeschichte Namibia hat erneut Gebeine zurückerhalten, die Deutschland zur Kolonialzeit von dort entwendet hatte. Bis heute fehlt eine Entschuldigung für die damaligen Gewalttaten

Knochen sind keine Privatsache

Der Vorstandsvorsitzende der Charité Karl Max EInhäupl neben den mit der namibischen Fahne verdeckten Gebeinen

picture alliance/ dpa

Es ist eine denkwürdige Veranstaltung im Anatomie-Hörsaal des Berliner Universitätsklinikums Charité, vielleicht noch denkwürdiger als vor zwei Jahren. Die sterblichen Überreste von 21 Menschen, verpackt in weiße, quadratische Schachteln, sind in der Mitte des Anatomie-Hörsaals aufgestellt, darüber ausgebreitet die namibische Flagge. Zwei Grabgestecke aus weißen Rosen und Lilien mahnen, dass es hier nicht um irgendwelche Knochen, sondern um tote Menschen geht.

Die Gebeine wurden zwischen 1898 und 1913 auf verschiedenen Wegen zu rassistischen Forschungszwecken nach Deutschland gebracht. Forscher wollten damit beweisen, dass Afrikaner minderwertig seien. Fünf der Opfer starben zwischen 1904 und 1908, als Deutschland einen Kolonialkrieg im damaligen Deutsch-Südwestafrika führte. Angehörige der Herero, Nama, San, Damara und Ovambo wurden massenhaft vertrieben und ermordet. Nach UN-Konvention ein Völkermord, von Deutschland bisher nicht anerkannt. Die UN-Konvention habe damals nicht gegolten, lautet die Begründung. Was hieße, dass es vor 1948 generell keinen Völkermord gegeben hat.

2008 wurde Namibia durch einen Bericht des ARD-Magazins Fakt auf die Existenz der Gebeine in Berlin aufmerksam. 2010 begann die Charité, die Gebeine zu identifizieren. 2011 schließlich konnten die ersten Schädel nach Namibia zurückkehren. 

Eine Staatsangelegenheit?

Die Veranstaltung an diesem Mittwoch hat wenig offiziellen Charakter. Gastgeberin ist die Charité. Die namibische Delegation ist klein, sie passt in eine Bankreihe. Oberhäupter der betroffenen Volksgruppen fehlen völlig, ebenso hochrangige Vertreter der Bundesregierung.

Sie lässt sich durch Egon Kochanke vertreten, den regionalen Leiter für das subsaharische Afrika und die Sahelzone des Auswärtigen Amtes. Höherrangige Regierungsmitglieder sind nicht anwesend. Kochanke sitzt links von einigen Vertretern anderer afrikanischer Staaten am Rand. Der nicht besonders große Hörsaal ist mittelmäßig gefüllt. Es ist eine merkwürdige Kombination, all diese Herren und Damen in Anzug und Kostüm auf bekritzelten Holzbänken.

Bei der Zeremonie 2011 war Namibia mit einer 65-köpfigen Delegation angereist, für die Bundesregierung war hingegen auch nur eine Person anwesend: die damalige Staatsministerin des Auswärtigen Amtes, Cornelia Piper. Die Regierung begründete ihr weitgehendes Fernbleiben mit dem Hinweis, die Gebeine befänden sich im Privatbesitz der Charité, daher handele es sich um keine offizielle politische Veranstaltung. Bei der Übergabe kam es dann zum Eklat. Viele der Anwesenden hatten eine Entschuldigung Deutschlands erwartet. Als sie ihren Unmut äußerten, verstrickte sich Piper in eine unwürdige Diskussion und verließ die Veranstaltung vorzeitig.

Diesmal soll ein Eklat offensichtlich unbedingt vermieden werden. Das Bündnis "Völkermord verjährt nicht!" aus verschiedenen Nichtregierungs-Organisationen berichtete vor der Zeremonie, die namibischen  Vertreter der Opfergruppen seien erst eine Woche zuvor über den Übergabetermin informiert worden – womöglich in der Hoffnung, dass nur wenige kommen. Repräsentiert werden sie in Berlin alle vom Vorsitzenden des Rates der Traditionellen Führer, Chief Immanuel Gaseb.

Der deutsche Vertreter der Herero und Nama, Israel Kaunatjike, sagte, er habe erst am Tag der Zeremonie selbst von der Botschaft die Erlaubnis erhalten, teilzunehmen. Die Bündnismitglieder und anderen Organisationen hätten gar keine Akkreditierung erhalten. Ähnliches gilt für einige Medienwie die taz; die Zeitung erfuhr nur zufällig von der Übergabe.

Entschuldigung dringend erwünscht

Da die Vetreter des Bündnisses "Völkermord verjährt nicht!" nicht eingeladen wurden, hatten sie sich mit einem Transparent und weißen Rosen vor dem Gebäude zu einer Mahnwache versammelt. Kurz vor Beginn der Zeremonie wurden sie aber doch in den Hörsaal gebeten. Also sitzen sie in den oberen Reihen, in den Händen Plakate. "Entschuldigung sofort" und "Völkermord verjährt nicht" steht darauf.  

Auch die namibischen Staatsvertreter lassen keinen Zweifel daran, was sie wollen: eine offizielle Entschuldigung Deutschlands. Der namibische Minister für Jugend, Sport und Kultur und Delegationsleiter Jerry Ekandjo sagt, dass Deutschland seine kolonialen Kriegstaten endlich als Genozid anerkennen müsse: "Die Vergangenheit zu ignorieren wird nicht dazu führen, dass sie verschwindet." Chief Immanuel Gaseb traut sich als einziger, Reparationszahlungen zu fordern, wenn auch diplomatisch verklausuliert. Beide Redner erhalten Applaus vom Publikum.

Deutschland aber hält sich zurück. Egon Kochanke spricht zwar von "gemeinsamer Verantwortung", meint damit aber offensichtlich nicht die Bundesregierung, sondern die Charité und andere Institutionen, die womöglich noch namibische Gebeine besitzen: "Wir können da nur Mediatoren sein." Er beendet seinen Beitrag ohne Zwischenrufe. Nur die Plakate verkünden stumm ihre Botschaft. Kochanke schaut auf sein Pult. Niemand klatscht.

Die einzige Entschuldigung an diesem Tag kommt von Karl Max Einhäupl, dem Leiter der Charité: persönlich und als Wissenschaftler. Er bittet die Anwesenden um eine Schweigeminute. Als das letzte Rumpeln verklungen ist und alle stehen, ist sie auch schon vorbei.

Die Zeremonie endet mit der feierlichen Unterzeichnung des Übergabeprotokolls, die Unterzeichner machen ernste Gesichter.  Die meisten Zuschauer sind aufgestanden. 

Angst vor Reparationen

Warum weigert sich Deutschland, die Bedeutung der Kolonialgewalt, der Gebeine und der Geschichte anzuerkennen? Die Bundesregierung sollte doch eigentlich an einem großen Staatsakt interessiert sein, es würde schließlich in das deutsche Selbstverständnis passen: der verantwortungsvolle Umgang mit der eigenen Vergangenheit. Zumal es historische Kontinuitäten gibt: die ersten deutschen Konzentrationslager wurden in Deutsch-Südwestafrika gebaut. Und nicht wenige der Ärzte, die mit namibischen Schädeln forschten, arbeiteten später für die Nazis.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass Deutschland die Bedeutung der Ereignisse durchaus nicht unterschätzt. Aber die verantwortlichen Politiker wissen genau, was die echte Anerkennung des Genozids und eine Entschuldigung bedeuten würde: Entschädigungszahlungen. Dann doch lieber Entwicklungshilfe. 

Kommentare (71)

alalue 06.03.2014 | 17:34

Nun ja, sehr schön.

In fast allen diesen Ländern der sogenannten dritten Welt & Südamerika und was weiß ich haben einige mächtige & reiche Familien das Sagen, und natürlich die internationalen Konzerne, die sie auspressen wie nur geht.

Sollte eine Wiedergutmachung bezahlt werden, wäre es ein gewisse Frage, wer das Geld bekommt, was damit geschieht. Sehr wahrscheinlich reißen es sich diese sogenannten Eliten unter den Nagel, und der Flüchtlignsstrom reißt sicher nicht ab.

Wenn für über 100-jährige Verbrechen ncoh bezahlt werden sollte, hätte Putin mit Stalin noch was zu tun, soviel Öl kann er gar nicht rauspumpen, auch wenn von dessen nichtrussischen Opfern keine Schädel mehr vorhanden sind. Die Briten liesen in ihren Kolonien um die Jahrhundertwende 1895 - 1910 während dreier Dürren um die 70 Millionen Einheimische verhungern. ( Mike Davies: die Entstehung der dritten Welt ) Da wäre auch noch ganz schön zu zahlen. Aber die können ja aus ihren steuerfreien Zonen in London und Jersey schöpfen, wo die Banken täglich Billionen rumschieben. Die Türken könnten ein bischen an die Armenier zahlen, usw usw.

Aber natürlich ist das alles nicht so bedeutend und so schlimm wie die deutsche Schuld, die haben ein paar Tausen umgebracht, da muß unbedingt darauf hingewiesen werden.

Andererseits: mit diesem Argument kann man alles totschlagen, wenn man sämtliche ähnlichen Fälle auch immer aufzählen müßte.

Sicher ist diese Ignoranz seitens der Deutschen sehr unpassend.

Wann lese ich Ihren Artikel zum türkischen Völkermord an den Armeniern ? Wann gibt es den Aufruf an Putin, die umliegenden Staaten, inklusive der Ukraine, für Stalin zu entschädigen ? Für die 50 Jahre lange Besetzung der Staaten hinter dem Eisernen Vorhang durch die ruhmreiche Rote Armee der großen, friedliebenden Sowjet-Union ?

Heinz Lambarth 06.03.2014 | 19:58

so, so:

Sollte eine Wiedergutmachung bezahlt werden, wäre es ein gewisse Frage, wer das Geld bekommt, was damit geschieht. Sehr wahrscheinlich reißen es sich diese sogenannten Eliten unter den Nagel, und der Flüchtlignsstrom reißt sicher nicht ab.

Ach so ist das! Dann zahlen wir doch lieber nichts - wer weiss schon, was sonst noch passiert!?

Wer es sich derart einfach machen will, dem kommt diese einfalt natürlich sehr gelegen.

Aber das eingeständnis, eine völkermord begangen zu haben und dafür zukünftig (und das meint auf ewig!!!) abbitte zu leisten, muss nicht zwangsläufig zu zahlungen am einzelne führen. Vielmehr könnte sich die dt. regierung verpflichten, von jetzt ab und für immer die schulgeldzahlungen und die studiengebühren, die in Namibie bis heute bezahlt werden müssen, zu über nehmen. Das wär' doch schonmal ein anfang, oder nicht...?

alalue 06.03.2014 | 20:35

Sie haben natürlich in allen Punkten recht.

Sie müßten aber das Symbol am linken Rand unter dem Kommentar anklicken, neben dem Ausrufezeichen. Dann wird der Autor dieses Kommentars, unabhängig von dessen Qualität, über Ihre Antwort oder Berichtigung informiert: under Benachrichtigungen.

Schulgeldzahlungen und Studiengebühren helfen auch ncihts, weil es bei denen viel zu wenig Arbeit gibt, da die Binnenwirtschaft brach liegt, da die Konzerne keine Löhne, keine Steuern und sehr wenig für ihre geraubten Bodenschätze zahlen.

Um hier Besserung zu schaffen, wäre eine Finanztransaktionssteuer ganz gut. Sich für sowas einzusetzen bringt was, das andere ist so das linke GutesGewissen-für- Gutmenschen-Ritual. Unser Staat soll ewig büßen, weil es uns persönlich nichts kostet, wir aber sehr schlau und moralisch sind. Ansonsten könnte wir ja selber die Gelder erbringen, aber dann wären wir ja nicht nur prinzipiell, sondern echt mit schuldig und die wohlfeile Buße wäre ja richtig anstrengend.

Sarrazin läßt grüßen !

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 07:23

#Sophie Elmenthaler

Zumal es historische Kontinuitäten gibt: die ersten Konzentrationslager wurden in Deutsch-Südwestafrika gebaut.

Nein, die ersten Konzentrationslager wurden von den Briten in Südafrika gebaut.

#alalaue

Wann lese ich Ihren Artikel zum türkischen Völkermord an den Armeniern ?

Können Sie mal ein paar Fotos verlinken die diesen Völkermord beweisen? Der Genozid-Experte und Staatspräsident Israels, Shimon Peres sagt zu diesem "Völkermord an den Armeniern":

"We reject attempts to create a similarity between the Holocaust and the Armenian allegations. Nothing similar to the Holocaust occurred. It is a tragedy what the Armenians went through but not a genocide."

tlacuache 07.03.2014 | 07:54

..."Aber die verantwortlichen Politiker wissen genau, was die echte Anerkennung des Genozids und eine Entschuldigung bedeuten würde: Entschädigungszahlungen. Dann doch lieber Entwicklungshilfe"...

Richtich, die EU verhoekert weiter ihre Huehnerleber in Afrika die sie auf dem einheimischen Markt nicht vertickern kann, sonst wird die "Entwicklungshilfe" gestrichen.

Nebenbei, wenn die deutschen Reparationszahlungen 1492 - 1910 von einem Jahr BIP abdrueckt, muessten die Hollaender, Portugiesen, Spanier und Englaender gleich mal 20 Jahre BIP loehnen.

;-)

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 08:25

Richtich, die EU verhoekert weiter ihre Huehnerleber in Afrika die sie auf dem einheimischen Markt nicht vertickern kann, sonst wird die "Entwicklungshilfe" gestrichen.

Das wirkt ja so als ob Afrikaner nun europäische Hühnerinnereien kaufen müssten, weil ihnen sonst die Entwicklungshilfe gestrichen wird. Das ist eine böswillige Behauptung die beide Seiten beleidigt.

Jeder deutsche Hühnerproduzent wird Ihnen erklären, dass Hühnerinnereien auf dem afrikanischen Markt einfach stärker nachgefragt werden als auf dem deutschen Markt und Hühnerbeine und Hühnerköpfe werden sehr stark auf dem asiatischen Markt nachgefragt. Nicht an allem ist die EU schuld, manchmal sind es einfach nur kulturell-bedingte Unterschiede in der Ernährung. Hier ist man halt lieber chlor-gebleichte Fleischabfälle in Nugget-Form...

tlacuache 07.03.2014 | 08:55

Und wenn du meinst, du könntest in irgendeiner Art und Weise Punkten, nur zu, ich bin Hellhörig und Lernfähig, her mit den Links.

Bei den 412 Kommentaren da oben haben sich unter anderem Leute geäussert, die Geschichte studiert haben, ich meinerseits bin vollkommen Vorurteilsfrei an die Sache rangegangen und habe zwischen 24.12. und 31.12.2011 RECHERCHIERT, und nicht mal eben so einen Pub's abgelassen,

Danke

Ein bisschen Zeit sollte man schon investieren bevor man meint Ahnung zu haben , so als chlorfreies Bloggerchen, das hast du ja eben mit den Hühnchen prima bewiesen...

dame.von.welt 07.03.2014 | 09:06

Nein, die ersten Konzentrationslager wurden von den Briten in Südafrika gebaut.

Nein, die ersten Konzentrationslager wurden von den US-Amerikanern für die Cherokee gebaut, es folgten spanische und österreichische Internierungslager, erst danach die südafrikanischen, Begriffprägenden.

Haben Sie, Stichwort Armenien, irgendein Problem, mehr oder minder erfolgreiche Genozide als °Verbrechen gegen die Menschlichkeit° zu begreifen?

Falls Sie sich aber noch ein wenig mit deutschen Kolonialverbrechen in afrikanischen Ländern auseinandersetzen möchten, sollten Sie die Blutbäder unter den Wahehe und während des Majimaji-Aufstands nicht auslassen, weiß in Tanzania übrigens jedes Schulkind. In Deutschland wird sich lieber auf Namibia beschränkt, nicht um Entschuldigung (sondern um °Versöhnung°) gebeten und auf gar keinen Fall entschädigt.

tlacuache 07.03.2014 | 09:09

..."Jeder deutsche Hühnerproduzent wird Ihnen erklären, dass Hühnerinnereien auf dem afrikanischen Markt einfach stärker nachgefragt werden als auf dem deutschen Markt und Hühnerbeine und Hühnerköpfe werden sehr stark auf dem asiatischen Markt nachgefragt"...

Das ist natürlich Richtig, mein lieber Herr Daniel Schneider, es könnte aber auch niemand auf die Idee kommen, das "Resteverwertung" auch mit "Hunger" zu tun haben könnte.

Wie Ihnen sicher bei der letzten Internorga nicht entgangen sein wird, dass sogar in Kuba Hühnerknochen weichgekocht werden, nein, nicht da es evtl. einen Lebensmittelengpass geben könnte, sondern dass es sich um ein ***** Michelínkochrezept handelt.

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 09:25

Du bist so ein Schwätzer, dass es wehtut:

Zur ersten Quelle (Brot für die Welt):

Der "Experte" behauptet, dass in Ghana oder Kongo ein Kilo "gefrorene Fleischstücke" ca. 0,80€ kosten während sie hier mindestens 3€ pro Kilo kosten.

- Von welcher Behörde bekommt ein deutscher Hühnerproduzent die Differenz von 2,20€ ausgezahlt?

- Warum sollten Afrikaner nun mehr für ihr Hühnerfleisch ausgeben müssen?

- Sollte man Entwicklungshilfezahlung davon abhängig machen, dass eine afrikanische Regierung die Fleischpreise erhöht? Abgeblich soll es ja momentan eher das Gegenteil sein.

Zur zweiten Quelle:

Dort sagt der Experte, dass ein Kilo Hühnerfleisch in Benin 1,40€ kosten während lokal produziertes Hühnerfleisch eigentlich 2,20€ kosten müsste.

- Wie kommt es, dass "EU-Fleisch" in Benin 1,40€ kostet, während es in Ghana und Kongo nur 0,80€ kostet?

Zur dritten Quelle:

Dort sagt der Experte aus der zweiten Quelle (Marí), dass es sich beim dem EU-Fleisch um "Abfälle" handelt. „Das sind Reste der Reste, die hier keiner haben will“. Also kann ja seine vorherige Behauptung/Rechnung nicht stimmen.

Was kostet denn nun in Ghana oder Kongo 0,80€ pro Kilo? "Reste der Reste, die hier keiner haben will" oder "subventioniertes Hühnerfleisch"? Beides kann nicht stimmen.

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 09:42

#TLACHUACHE

Das ist natürlich Richtig, mein lieber Herr Daniel Schneider, es könnte aber auch niemand auf die Idee kommen, das "Resteverwertung" auch mit "Hunger" zu tun haben könnte.

Das soll dann bedeutet, dass ein Markt mit Billigware überschwemmt wird weil dort gehungert wird? Ziemlich unlogisch, oder?

Globalisierungskritiker kritisieren doch so gerne, dass zuviele Asiaten (Chinesen und Inder) sich nun "besseres" Fleisch leisten können und damit die Preise in die Höhe treiben, den Hunger fördern und die Umwelt schädigen.

Warum gelten für Afrikaner nicht dieselben Spielregeln wie für Asiaten? Liegt es daran, dass so Lobbyisten wie "Brot für die Welt" und "Welthungerhilfe" Asien bereits als Betätigungsfeld aufgegeben haben und sich auf ihren Kerngeschäft Afrika konzentrieren?

Ich frage erneut: Warum sollte sich ein Afrikaner kein Hühnerfleisch für einen Kilopreis von 0,80-1,20€ leisten dürfen?

Schachnerin 07.03.2014 | 09:49

lieber tlacuache,

Hühnerknochen sind hier zwar nicht das Thema, aber meinen Senf möchte ich doch dazu geben.

EU Agrarkommissar Dacian Ciolos wollte die Exportbeihilfen für Hühnerfleisch abschaffen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-kommission-schafft-unfaire-exporthilfen-nach-afrika-ab-a-943812.html

Ganz hat er es nicht geschaft.

Die französische Geflügelwirtschaft erhält 15 Millionen €, um die Qualität der Exporte zu verbessern. Ob die nur Bressehühnerteile liefern wollen?

http://www.agrarheute.com/paris-gefluegelexport

Schachnerin 07.03.2014 | 09:56

lieber Herr Schneider,

wenn sich ein Ghanaer billiges Hühnerfleisch leistet, kann er davon schwer krank werden, wenn die Kühlkette unterbrochen wurde. Außerdem zwingt es die örtlichen Geflügerhalter zur Aufgabe, weil sie mit diesen Dumpingpreisen nicht mithalten können. Mit dem subventionierten Milchpulver ist es das gleiche.

Erheben Länder Zölle, bekommen sie von der Weltbank keine Kredite.

https://www.freitag.de/autoren/tlacuache/ehec-im-eu-parlamentsklo-entdeckt

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 10:09

#DAME.VON.WELT

"Den Umstand, daß die Abfälle unserer Hühnerbein und -filet-Vorliebe doppelt subventioniert sind (Produktion und Export) und afrikanische Den Umstand, daß die Abfälle unserer Hühnerbein und -filet-Vorliebe doppelt subventioniert sind (Produktion und Export) und afrikanische Hühnerbauern damit platt gemacht werden, erklären Sie auch mit kulturell-bedingten Unterschieden? damit platt gemacht werden, erklären Sie auch mit kulturell-bedingten Unterschieden?"

1. Das klingt ja so als ob man hier gezielt Hühner produziert, die Beine haben. Das hat nichts mit Subventionen zu tun. Das hat die Natur vermurkst.

2. Es ist jediglich eine Behauptung, dass der angeblich subventionierte Export unserer "Abfälle" afrikanische Hühnerbauern plattmacht. Selbst der Experte Marí sagt in der TAZ, dass Exporte "nach seinen Erkenntnissen Afrikas Bauern durchaus vom Markt drängen". So so, "nach seinen Erkenntnissen durchaus". Ziemlich dürftig diese Aussage, oder?

3. Das es keine direkten Subventionen für den Export nach Afrika gibt sagt übrigens die Agrar-Expertin vom BUND im TAZ-Artikel: "Bei den afrikanischen Exporten gebe es zwar keine direkten Zuschüsse...". Aber ignorieren wir das einfach, es passt ja nicht ins Weltbild...

Schachnerin 07.03.2014 | 10:16

Die Sache hat einen Haken. Die Subventionen werden nur eingestellt, wenn die afrikanischen Länder ein Freihandelsabkommen unterzeichnen.

http://www.taz.de/!131224/

„Das Ende der subventionierten Exporte wäre damit keine entwicklungspolitische Initiative, sondern ein handelspolitisches Angebot, das die afrikanischen Länder mit der Öffnung ihrer Agrarmärkte bezahlen müssten“, erläutert Tobias Reichert, Experte für Welternährung bei Germanwatch.

http://germanwatch.org/de/7936

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 10:22

#SCHACHNERIN

lieber Herr Schneider,

wenn sich ein Ghanaer billiges Hühnerfleisch leistet, kann er davon schwer krank werden, wenn die Kühlkette unterbrochen wurde.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe N-WORT Schachnerin,

wenn sich so ein Ghanaer billiges Hühnerfleisch leistet, dann kann er selbstverständlich, wie jeder andere Mensch auch, schwer krank werden, wenn die Kühlkette unterbrochen wurde.

Es stellt sich dann halt nur die Frage wie wir Europäer dem gemeinen Ghanaer beibringen, dass sein Verhalten nicht nur für die heimische Wirtschaft schädlich ist sondern sogar seine Gesundheit gefährden kann und das Hunger kein Argument.

tlacuache 07.03.2014 | 10:28

Also noch einmal:

Es geht nicht um "Zuschüsse", es geht darum, das alles, was nicht in der EU verkauft werden kann, also Sehnen, Knorpel, Innereien etc., das in der EU eh' nicht zu verkaufen waere den afrikanischen Bauern plattmacht. Es gibt sicherlich in den korrupten afrikanischen Staaten auch ein Oberschicht, die den einheimischen Hühnchenzüchtern die Brust oder das Beinchen abkaufen würde. Aber es ist nun einmal mal so, dass es der afrikanischen Oberschicht preislich egal ist, ob das Federvieh aus Amsterdam oder aus dem Nachbardorf kommt.

Der Ghanaer, Beniner oder sonstwo Bauer auf dem afrikanischem Kontinent lebt nicht nur von der Brust oder dem Beinchen, er muss alles verkloppen, und wenn dann in einem "Freihandelsabkommen" zwischen der EU und einem afrikanischen Land die Innereien zum Schleuderpreis verkloppt werden können, die er weder in die USA noch in der EU verkaufen könnte, muss der einheimische Produzent einpacken.

Darum geht es, und nicht's weiter.

tlacuache 07.03.2014 | 10:40

..."liebe N-WORT Schachnerin"...

..."Es stellt sich dann halt nur die Frage wie wir Europäer dem gemeinen Ghanaer beibringen, dass sein Verhalten nicht nur für die heimische Wirtschaft schädlich ist sondern sogar seine Gesundheit gefährden kann und das Hunger kein Argument (sein kann)"...

Gute stichhaltige Zusammenfassung!

Ich finde auch, bevor uns die Afrikaner an der spanischen Grenze überrollen, sollten wir Ihnen lieber Tiefkühlschränke schenken und die Kühlkette durch Maersk - Container gewährleisten, die Energie ist ja sowieso umsonst um die Kühlkette aufrechtzuerhalten, da die EU ja mittlerweile den afrikanischen Kontinent mit Solarpaneelen zugepflastert hat, mit deutschen Steuergeldern natürlich, wir sind ja nicht kleinlich.

Weiter so, es geht voran.

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 10:59

#TLACHUACHE

Also noch einmal:

Es geht nicht um "Zuschüsse", es geht darum, das alles, was nicht in der EU verkauft werden kann, also Sehnen, Knorpel, Innereien etc., das in der EU eh' nicht zu verkaufen waere den afrikanischen Bauern plattmacht.

Ach so! Ich hatte gedacht die EU würde den Export von Geflügel nach Afrika so starkt subventionieren, dass vor Ort die Preise für Geflügen nun bei 0,80-1,20€ pro Kilo liegen. Dabei sind das ja nur Abfälle die in jedem deutschen Supermarkt für denselben Preis angeboten werden (inkl. MwSt.).

#TLACHUACHE

Es gibt sicherlich in den korrupten afrikanischen Staaten auch ein OberschichtDas wollen wir doch für unsere afrikanischen Freunde hoffen.

#TLACHUACHE

Der Ghanaer, Beniner oder sonstwo Bauer

Sagen wir doch einfach Afrikaner, denn da weiss ja jeder was gemeint ist.

#TLACHUACHE

Der Ghanaer, Beniner oder sonstwo Bauer auf dem afrikanischem Kontinent lebt nicht nur von der Brust oder dem Beinchen, er muss alles verkloppen, und wenn dann in einem "Freihandelsabkommen" zwischen der EU und einem afrikanischen Land die Innereien zum Schleuderpreis verkloppt werden können, die er weder in die USA noch in der EU verkaufen könnte, muss der einheimische Produzent einpacken.

Darum geht es, und nicht's weiter.

Nö, es geht hier eher im Kommentarbereich des Artikels "Kolonialgeschichte - Knochen sind keine Privatsache" darum, wie der gemeine Europäer reflexhaft dem gemeinen Afrikaner beibringen kann, wie er sich zu ernähren hat, damit er sich nicht selbst schädigt (schwere Krankheiten bis Jobverlust).

Erst waren es angebliche Subventionen und nun wird das Gegenteil, ein Freinhandelsabkommen, bemüht um sinkende Preise als etwas schlechtes darzustellen. Und wie ist es mit den Getreidepreisen? Die haben sich wegen den bösen Lebensmittelspekulanten verdoppelt. Ist das jetzt gut oder schlecht für den afrikanischen Bauern? Zur Not kann er ja Huhn essen.

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 11:09

#Sophie Elmenthaler

Danke Daniel Schneider und Dame von Welt für den Hinweis, ich meinte die ersten deutschen Konzentrationslager. Wird sofort geändert.

Die Bezeichnung Konzentrationlager ist aber sehr unpassend, weil das damals weltweit die Bezeichnung für ein Internierunglager war und die Internierunglager in Deutsch-Südwest waren nicht als Vernichtungslager gedacht. Die Gefangenen starben hauptsächlich an Krankheiten, an denen auch die deutschen Soldaten starben.

Der Begriff „Konzentrationslager“ zu jener Zeit sollte nicht gleichgesetzt werden mit den Arbeits- und Vernichtungslagern des Nationalsozialismus. Der Begriff „Konzentrationslager“ diente in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts europaweit als Bezeichnung für Gefangenensammellager und ist daher zu relativieren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager_in_Deutsch-S%C3%BCdwestafrika

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 11:17

#SCHACHNERIN

Von der katholischen Hilfsorganisation Misereor gibt es eine Studie über die europäische Agrarpolitik und den Hunger.

Klar. Die verdienen ja nicht nur ihr Geld damit sondern sichern mit ihrer christlichen Mission noch ihr Seelenheil. Da ist das Ergebnis der Studie ja schon vorprogrammiert.

#SCHACHNERIN

erläutert Tobias Reichert, Experte für Welternährung bei Germanwatch.

Der ist nicht nur Experte sondern sogar "freiberuflicher Gutachter zu den Themen Welthandel und Landwirtschaft" und dies u.a. für Misereor. Irgendwie müssen die Spendengelder ja auch mal ausgegeben werden und wenn man dafür dann sogar noch eine Rechtfertigung für selbige erhält, dann ist doch alles im Lot.

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 11:29

Sie meinen sicher auch nicht kulturell-bedingte, sondern wirtschaftlich-bedingte Unterschiede im Geschmack des Verbrauchers.

Ist es jetzt kulturell-bedingt oder das
Afrikaner und Asiaten alles vom Huhn verwerten und Europäer und Amerikaner nicht? Wie ist das mit den Afro-Amerikanern, denen man nachsagt, dass sie sehr gerne "Soul-Food" essen (welches ja mal ein Abfallprodukt der Sklavenhalter war). Essen die das heute noch gerne aus kulturellen Gründen? Aus wirtschaftlichen Gründen kann das ja nicht sein, denn in keinem anderen Land wird Hühnerfleisch mehr subventioniert als in den USA...

AfricAvenir Windhoek 07.03.2014 | 11:34

wer lesen kann ist klar im vorteil:

die ersten DEUTSCHEN konzentrationslager wurden in DSWA gebaut. Soll heissen, die ersten, die Deutschland gebaut hat. Es geht nicht darum, wer andere woanders auch gebaut, und vor den Deutschen gebaut hat. Und ja, in der Tat, die ersten Konzentrationslager (und der Begriff ist ein damaliger Gegenwartsbegriff) von deutscher Hand gebaut, wurden in DSWA (heute NAM) gebaut.

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 11:55

#DAME.VON.WELT

Haben Sie, Stichwort Armenien, irgendein Problem, mehr oder minder erfolgreiche Genozide als °Verbrechen gegen die Menschlichkeit° zu begreifen?

Es stellt sich da ersteinmal die Frage ob man es als Genozid bezeichnen kann oder eher als einen ethnische Säuberung. Sind die Türken nach Armenien einmarschiert um (fast) alle Armenier zu töten?

- der Begriff "Genozid" passt nicht wie Schimon Peres erklärte

- der Begriff "ethnische Säuberung" passt nicht, weil es 1992 zum Unwort des Jahresgekürt wurde

- der Begriff "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" passt nicht, weil sich diesen Straftatbestand die Allierten nach dem 2.Weltkrieg in Nürnberg haben einfallen lassen um die Nazis in anklagen zu können ohne selbst auf einer Anklagebank zu landen

In Deutschland wird sich lieber auf Namibia beschränkt, nicht um Entschuldigung (sondern um °Versöhnung°) gebeten und auf gar keinen Fall entschädigt.

Warum sollte auch jemand entschädigt werden? Alle Betroffenen sind lange verstorben und es könnten sich maximal nur Personen bereichern denen keine Entschädigung zusteht. Hat man denn in der 4. Generation irgenwelche Knochen von Vorfahren verzweifelt gesucht oder haben da einfach nur weisse Berufs-Möchtegern-Afrikaner in Deutschland ein neues Betätigungsfeld gefunden und freuen sich heimlich über jeden "Eklat"?

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 12:40

#AfricAvenir Windhoek

Deutschland muss endlich Farbe bekennen, wie es mit seinem Kolonialen Erbe umgehen will. Eine Partnerschaft auf Augenhoehe sieht anders aus.

@AfricAvenir WindhoekWie man mit einem Massenmord als Staat umgeht und was mit "Versöhnung" gemeint ist, dass zeigt ja der Staat Algerien sehr eindrucksvoll:

Nach seiner Wiederwahl setzte Bouteflika seine „Versöhnungspolitik“ mit der Vorlage einer „Charta für Frieden und nationale Versöhnung” fort. Sie wurde im September 2005 in einem Referendum angenommen. Sie umfasst eine Generalamnestie sowohl für staatliche Sicherheitskräfte und vom Staat bewaffnete Milizen als auch für bewaffnete Gruppen. Sie verneint jede Verantwortung der Sicherheitskräfte und der Milizen für schwere Menschenrechtsverletzungen. Kritik an den Sicherheitsorganen stellt sie unter Strafe. Die Verordnung, mit der sie umgesetzt wird, verhindert eine gerichtliche Untersuchung und Aufklärung des Schicksals Tausender im Verlauf des Bürgerkriegs „verschwundener“ Personen. Klagen gegen Mitglieder der Sicherheitskräfte müssen von den Gerichten abgewiesen werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Algerien#B.C3.BCrgerkrieg

@AfricAvenir Windhoek

Das wäre doch auch eine "Versöhnungs-Politik" wie sie auch die BRD betreiben könnte, oder nicht? Immerhin hat AfricAvenir laut der eigenen Facebook-Seite ja kein Problem damit, Veranstaltungen "in Kooperation mit der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Algerien" durchzuführen. Besser kann man nicht Farbe bekennen. Und genau so sieht eine
Partnerschaft auf Augenhoehe aus.

Aber solange Steuer- und Spendengelder fließen kooperiert man auch mit Staaten die "jede Verantwortung der Sicherheitskräfte und der Milizen für schwere Menschenrechtsverletzungen verneinen und Kritik unter Strafe stellen".

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Ehemaliger Nutzer 07.03.2014 | 13:07

Schöner Artikel zu einem ( 1 ) globalen Problem.

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Die Kommentare haben dir sicher genügend Munition geliefert für weitere Artikel und ich ergänze:

China und Japan

Vietnam und Frankreich

Vietnam und USA

Russland und Stalin

Kirche und Kolonialismus;

Auf Hawaii gibt es einen Spruch:

Als die Missionare kamen hatten sie die Bibel und wir das Land, heute haben wir die Bibel und sie das Land.

Kirchen und andere Glaubensvereine

Jan Peter 07.03.2014 | 20:54

Aus heutiger Sicht ist das alles nicht mehr zu verstehen. Im 19. Jahrhundert meinten viele Wissenschaftler (Virchow, Boas etc) dass die "Wilden" bald aussterben würden und man müßte um der Wissenschaft Willen noch schnell alles einsammeln, untersuchen und archivieren. So wurden Händler, Missionare, Reisende zu Grabräubern. Noch heute sind die Museen voll von Human Remains und ethnologischen Objekten nicht nur aus Afrika, Südamerika, Asien oder Australien sondern auch aus Nordamerika:

http://trimaris.blogsport.de/2013/04/20/abraham-und-die-labrador-inuit-in-europa/

Irma Kreiten 07.03.2014 | 21:39

Nein, auch falsch. Das erste Konzentrationslager entstand 1896/1897 auf Kuba. Daß zwischen kolonialen Völkermorden und modernen Genoziden Kontinuitäten bestehen, ist korrekt. Und zu Ihrer Bitte nach Photos: Völkermorde werden durch schriftlich dokumentierte Befehlsketten und Augenzeugenberichte etc bewiesen, Bildmaterial spielt dabei bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Aber ich denke, das war auch gar nicht Ihr eigentliches Problem.

alalue 07.03.2014 | 22:25

Ich nehme mal an, daß mit dem Hinweis auf andere Untaten die eigenen relativiert und gefühlsmäßig als nichtig oder nicht geschehen gewandelt werden.

Prinzipiell ist Vergangenheitsbewältigung schön und angesagt, aber nach 100 Jahren hat man keine Lust mehr. Es fehlt überall Geld, bei uns schlimm, bei den anderen Staaten noch viel schlimmer. Schulen verfallen, Straßen ebenso, das Recht auch: es gibt zu wenig Richter, und und und.

Okay, es muß alles bedacht werden, es muß alles gesagt werden und und und.

Ich habe aber keine Lust, für Fehler oder Verbrechen, die meine Vorfahren vor 100 Jahren machten, zu büßen, zu bezahlen, Einschränkungen hinzunehmen.

Aus diesen afrikanischen Ländern kommen laufend Flüchtlinge, um hier aufgenommen zu werden, weil sie gerade verhungern. Da sind so ein paar Knochen sehr wichtig. Wenn wir hier solche Probleme hätten, wäre das gar nicht schlecht.

Sehen Sie, die Assyrer haben vor zwei oder dreitausend Jahren auch in paar überfallen, versklavt und sonstiges. Muß man nachsehen, welche die Nachfahren heute sind, und wer noch Anspruch hat.

Ich hätte gar ncihts schreiben sollen, diese ständige Kritik und wir-haben-ein-gutes-Gewissen-weil-wir-unseren-Landsleuten-ein-schlechtes-machen weil wir gar so schlau sind: im Augenblick reichts mir gerade.

Daß der Titel nicht so heißt, war mir schon klar, ich bin ja nicht blöd, hoffe ich zumindest.

Irma Kreiten 07.03.2014 | 22:40

Es ist jedenfalls für mich, die ich vorrangig zum Völkermord an den Tscherkessen arbeite und mich normalerweise mit meinen Diskussionspartnern zu diesem Thema streite, jedenfalls sehr interessant und aufschlußreich zu sehen, daß sich hier die Abwehrmechanismen, Relativierungen und vorgeschobenen Argumente fast aufs Haar gleichen, d.h. sie unahbängig von Zeitrahmen, Geogaphie, historischem Ablauf , heutiger Bedeutung der historischen Vorkommnisse und sonstigen konkreten Bezugsgrößen sein müssen.

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Ehemaliger Nutzer 09.03.2014 | 03:11

alalue 07.03.2014 | 22:56@Irma Kreiten

DAs ist doch klar.

Okay: sind Sie wirklich der Meinung, daß Deutschland heute noch Entschädigung für diese Verbrechen zahlen sollte ?

@alalue

Sie sollten bedenken, dass Frau K. sich beruflich"vorrangig mit dem Völkermord an den Tscherkessen" beschäftigt. Man könnte da auch einen Steuerberater fragen, was er von einer Steuerreform halten würde, die Steuererklärungen ermöglichen würde, welche auf einen Bierdeckel passen.

Solange Steuer-, Forschungs- und Spendengelder fließen, werden sich immer irgendwelche Opfer finden lassen, die für irgendwelche Verbrechen vor X Jahrzehnten zu entschädigen sind und "Skandale" gehören für diese Berufsempörten einfach zum Marketing.

Ratatörskr 09.03.2014 | 09:20

Wir sollten mindestens soweit mit solchen Forderungen zurückgehen, wie wir uns erlauben daraus weiteren Nutzen zu ziehen!

Die politisch genehme Parteiergreifung mit Rat u. Tat steht eben nicht unter dem Mandat der Menschenrechte, in Ländern, in denen die Menschen noch heute mit den Folgen ihrer Enteignungen von Land und Kultur zurechtkommen müssen , sondern unter dem Mandat von Politik u. Profit!

Unser Gauckler ist linientreu!

Die Schweiz liefert jetzt auch Waffen in Länder, in denen das Menschenrecht wenig bis nichts gilt. Die Waffenindustrie braucht das!

Wir sind eh der drittgrößte Waffenlieferand. Natürlich in Länder, die die Waffen nur in die Meere werfen, um den Weltfrieden zu schützen.

Ratatörskr 09.03.2014 | 09:33

Okay, ich bin wirklich der Meinung, ganz politikkonform und kostenneutral die Zahlungen an den Vatikan sofort einzustellen und an die notleidenden Völker zu erstatten, denen die Kirche in schöner Eintracht mit der jeweiligen Politik jahrhundertelang Schaden zufügten. Für Versklavung und Ausbeutung der Menschen. Adel u. Klerus zeigen uns doch, was Tradition und ewiges Forderungsrecht bedeuten!

Irma Kreiten 09.03.2014 | 09:48

Wenn Sie mich schon zu zitieren vorgeben, dann zitieren Sie bitte richtig. Von "beruflich" im Sinne eines Brotberufes war bei mir nicht die Rede. Wenn Sie wissen, wo die vielen Forschungs- und Spendengelder zum Völkermord an den Tscherkessen und generell Genozidstudien fließen, wären ich und meine Kollegen Ihnen überaus dankbar - wir haben nämlich alle den Eindruck, daß diese Forschungen nicht erwünscht sind und totgespart werden. Ich habe eher den Eindruck, daß es immer und überall, sobald das Thema Völkermord auftaucht, in welchem geographischen und historischen Zusammenhang auch immer, sofort Menschen wie Sie mit den absurdesten Argumenten Zeter und Mordio schreien und sich voller Angst die Taschen zuhalten in Erwartung, es könne vielleicht dann am Geld fürs Zweitauto, den Malediven-Urlaub oder das gewohnte Gourmetessen fehlen.

alalue 09.03.2014 | 12:06

Nun ja, ich bin kein Waffenlieferant und habe auch sonst nicht so die Vorteile.

Allgemein, rechtstechnisch-philosophisch: wenn Sie solche Nebenaspekte mit reinbringen, wird es diffizil: angenommen, zwei verschiedene afrikanische Staaten wollen ihre Knochen nebst Entschädigung: die einen bekommen Waffen von uns, um die anderen anzugreifen: denen geben wir noch ein bischen Entschädigung, weil wir ja an denen noch was verdienen. Die anderen bekommen die Rechnung für das Knochepolieren über 100 Jahre.

Ratatörskr 09.03.2014 | 12:36

Nun habe ich nicht das gemeint, was Sie beschreiben und so oder ähnlich ja gerade abgewickelt wird.

Sie erklären eigentlich, dass unsere Wirtschaft und Politik ihr Geschäft noch immer im Blick hat: Die Waffenindustrie und die Chemie, die sich für die Politur der Knochen und Konservierung zuständig fühlen und dabei goldene Nasen verdienen. Die Energiegiganten haben sich auch noch nicht zurückgezogen. S. die Entwicklungspolitik des gewesenen EM Niebel. Und die deutsche Einflussnahme in Person unserer Kanzlerin, die in der EU verhinderte, dass eine Entschädigung zugunsten des Naturschutzes übernommen worden wäre.

Es wäre schon hilfreich, wenn die Politik differenzieren könnte, wenn die Profiteure das schon nicht wollen.

dame.von.welt 09.03.2014 | 14:15

Warum sollte auch jemand entschädigt werden? Alle Betroffenen sind lange verstorben und es könnten sich maximal nur Personen bereichern denen keine Entschädigung zusteht.

Was Sie Kraft Ihres Amtes (als was eigentlich?) beschließen, ahwas.

Wenn ich Ihnen die Hände abhacke, womit Sie nicht mehr in der Lage sind, Ihre Familie so zu unterstützen, daß Ihre Kinder halbwegs gute Chancen auf Teilhabe haben, was sich bekanntlich oft und gern noch durch einige Generationen weiterreicht: würden Sie Ihre Frage dann auch so stellen?

Für den sehr unwahrscheinlichen Fall, daß Sie sich zum Thema Auswirkungen des Kolonialismus auf das heutige südliche Afrika ein wenig einlesen wollen, möchte ich Ihnen als ein lohnendes Beispiel die Studie eines Harvard Professors für Ökonomie, Nathan Nunn, empfehlen, der die Auswirkungen des Sklavenhandels auf heutige Ökonomien untersucht hat. Er kommt zum Schluß, daß Sklaverei die heutige Armut in afrikanischen Ländern mitbedingt. Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie die gegen die Wahehe, Nama und Herero sind keine Sklaverei (um Ihrem Einwand vorzubeugen), wohl aber fallen alle unter Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Um Ihr Gehühnere gegen den Begriff Genozid noch eben auf Grund zu setzen, Sie machten ja den Vernichtungswillen eines ganzen Volkes an dessen zutreffender Verwendung fest - erscheint Ihnen irgendetwas an von Trothas Aufruf an die Herero mißverständlich?

Innerhalb der Deutschen Grenze wird jeder Herero mit und ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auf sie schießen.

Jeder Mann, jede Frau, jedes Kind, nachdem man ihnen ihr Land genommen und sie aus der Kolonie ausgebürgert hatte. Bevor Sie aber nach Lektüre der Quelle noch von Trothas Humanität rühmen: die Herero wurden in die Wüste getrieben, Frauen und Kinder mußten nicht erschossen werden, sie verdursteten. Bevor Sie die Barbarei der Herero ins Feld führen: was genau hatten die Deutschen gleich noch in Namibia verloren?

Ich finde Ihren gesamten Auftritt hier zum Wimmern, Sie lenken vom Thema ab, verharmlosen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und weisen jede Verantwortung Deutschlands für die Kolonialverbrechen zurück. Ihr Angriff auf Irma Kreiten ist das Letzte.

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Ehemaliger Nutzer 12.03.2014 | 17:34

Wenn ich Ihnen die Hände abhacke, womit Sie nicht mehr in der Lage sind, Ihre Familie so zu unterstützen, daß Ihre Kinder halbwegs gute Chancen auf Teilhabe haben, was sich bekanntlich oft und gern noch durch einige Generationen weiterreicht: würden Sie Ihre Frage dann auch so stellen?

Wenn ich vor 100 Jahren gelebt hätte und es trotz abgehackter Hände zu einem Milliardenvermögen bebracht hätte: würden Sie dann meinem Enkel zugestehen, dass er steuerfrei als "Opfererbe" ein Millardenerbe antreten kann? Oder kann man in ihrer gerechten Welt zwar noch nach einem Jahrhundert Ansprüche erben aber keine großen Vermögen? Stichwort: Verteilungsgerechtigkeit.

Um Ihr Gehühnere gegen den Begriff Genozid noch eben auf Grund zu setzen, Sie machten ja den Vernichtungswillen eines ganzen Volkes an dessen zutreffender Verwendung fest - erscheint Ihnen irgendetwas an von Trothas Aufruf an die Herero mißverständlich?

Warum wird nicht einfach der Begriff Massenmord benutzt? Oder macht es einen Unterschied zu welchem Volk ich mich zähle, wenn man mir die Hände abhackt und meine Nachbarn ermordet?

Ich finde Ihren gesamten Auftritt hier zum Wimmern, Sie lenken vom Thema ab, verharmlosen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und weisen jede Verantwortung Deutschlands für die Kolonialverbrechen zurück.

Wann und wo habe ich "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" verharmlost? Ich habe jediglich den Begriff "Genozid" kritisiert, weil eine Volkszugörigkeit bei einem Massenmord keinen Unterschied macht, ebend weil es immer ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" darstellt. In meiner Welt gibt es nicht solche und solche Opfer...

Ihr Angriff auf Irma Kreiten ist das Letzte.

Welcher "Angriff"? Ich habe jediglich erwähnt, dass sich Frau K. beruflich mit dem Thema Genozide beschäftigt und sich daher nicht 100% objektiv zum Thema Entschädigungen äußern kann.

Das kann man schon daran festmachen, dass sie sich persönlich als ein Opfer darstellt ("Whistleblowerin Irma Kleiten") sobald ihre Universität ihr nicht die geforderten Forschungsgelder bereitstellt. Da fühle zumindet ich mich darin bestätigt, dass diese ganzen "Solidarisierer" nicht uneigennützig agieren und sich vollkommen unangemessen auf eine Stufe mit richtigen Opfern stellen.

Desweiteren habe zumindest ich den Artikel von Frau Irma Kleiten zum Boston-Attentäter im Kaukasus-Forum gelesen und mich danach gefragt, warum es denn einen Unterschied macht, ob man nun von einem Tetschenen in Boston die Hand abgesprengt bekommt oder vor 100 Jahren von einem Deutschen in Namibia die Hand abgehackt bekam.

Aber wie gesagt, es scheint wohl doch solche und solche Opfer zu geben und wenn Frau Kleiten es unangemessen finden sollte, dass so ein tetschenischer Attentäter in Boston nach einem "Massenmord" wie Vieh durch die Stadt gejagt wird, dann kann ich es doch bitteschön auch unangemessen finden, wie hier argumentiert wird.

dame.von.welt 13.03.2014 | 09:55

Sie ziehen ja schon wieder die gleiche schlechte Nummer ab, indem Sie meine Analogie kapern, um erneut vom Thema abzulenken, das lautet hier übrigens °Kolonialgeschichte°. Ich möchte nicht nur sehr bezweifeln, daß allzu viele Kolonisierte zu vererbbaren Milliardenvermögen kamen (was sie als Nicht-Opfer ausweisen würde) sondern es scheint Ihnen auch zu entgehen, daß von Verteilungsgerechtigkeit im Bezug auf die übergroße Mehrheit der Kolonisierten im Verhältnis zur übergroßen Mehrheit der Nachfahren der deutschen Kolonisatoren nicht die Rede sein kann.

Immerhin ist bei Ihnen der Hauch einer Bewegung bei den °Verbrechen gegen die Menschlichkeit° zu erahnen - wenn Sie sich nun noch mit den Allgemeinen Menschenrechten mit Zähnen, nämlich der europäischen Menschenrechtsgesetzgebung auseinander setzen würden, könnte Ihnen auch noch dämmern, daß °Verbrechen gegen die Menschlichkeit° niemals verjähren. Was wiederum Einfluß auf etwaige Entschädigungszahlen nehmen könnte, würde der dazugehörige Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Bezug auf Afrika nicht vornehmlich afrikanische Menschenrechtsverletzer verhandeln.

Im Unterschied zu Ihnen verfügt Irma Kreiten über umfängliche Information zu ihrem und zu verwandten Themen, was ihre Annäherung an so etwas wie Objektivität beträchtlich erhöht, während bei Ihnen weder von Objektivität noch von Informiertheit noch von Argumenten o.ä. die Rede sein kann. Sie kapern fortgesetzt das Thema hier für Ihr Lieblingsthema der Linkenfresserei und wären damit bei pi wohl besser untergebracht - da können Sie ganz ungebremst finden und finden damit auch noch regen Zuspruch.

Sollte es noch zum Aufholen Ihrer Informationsdefizite oder gar zu einem Argument zum Diskussionsthema Kolonialgeschichte kommen, sprechen Sie mich gern wieder an - wenn Sie realisiert haben, daß Sie kein Opfer des Kolonialismus sind und Ihre Verantwortungsabwehr u.a. deswegen einen unschön bräunlichen Geruch verströmt.

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Ehemaliger Nutzer 18.03.2014 | 02:53

Ich möchte nicht nur sehr bezweifeln, daß allzu viele Kolonisierte zu vererbbaren Milliardenvermögen kamen (was sie als Nicht-Opfer ausweisen würde) sondern es scheint Ihnen auch zu entgehen, daß von Verteilungsgerechtigkeit im Bezug auf die übergroße Mehrheit der Kolonisierten im Verhältnis zur übergroßen Mehrheit der Nachfahren der deutschen Kolonisatoren nicht die Rede sein kann.

Das bedeutet dann ja, dass man abhängig vom eigenen Kontostand ein "Opfer" ist. Wie ist es, wenn der eigene Großvater sehr arm war, der eigene Vater sehr reich und man selbst ist wieder sehr arm? Zählt dann die Blutlinie oder ist nur der eigenen Kontostand entscheidend was den eigenen Opferstatus betrifft?

Dann schauen wir uns doch einfach mal an, wie "arm" die übergroße Mehrheit der Nachfahren der Kolonisierten in Namibia sind (Sie hatten offensichtlich kein Interesse daran):

- Namibia zählt zu den reichsten Ländern Afrikas

- Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (kaufkraftbereinigt) liegt bei $8.184

- Seit 2011 zählt die Weltbank Namibia zu den "upper middle income countries" und dies bedeutet, dass das Bruttonationaleinkommen pro Kopf zwischen 3976$ und 12.275$ liegt

- Das ganze wird trotz einer Arbeitslosenquote von ca. 50% erwirtschaftet!

Wenn Sie schon eine "Verteilungsgerechtigkeit" fordern, dann sollten Sie diese dann aber eher innerhalb Namibias fordern und mir dann direkt erklären warum ich als "Nachfahre vondeutschen Kolonisatoren" dem Staat Namibia einen Teil meiner Steuergelder schulde während der Staat Namibia offensichtlich der Meinung ist, dass die Staatseinnahmen aus Rohstoffverkäufen nur der Hälfte der Bevölkerung zu Gute kommen sollten.

...könnte Ihnen auch noch dämmern, daß °Verbrechen gegen die Menschlichkeit° niemals verjähren. Was wiederum Einfluß auf etwaige Entschädigungszahlen nehmen könnte, würde der dazugehörige Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Bezug auf Afrika nicht vornehmlich afrikanische Menschenrechtsverletzer verhandeln.

Mir dämmert da als erstes, dass Sie zwischen europäischen und afrikanischen Menschenrechtsverletzer und deren Verbrechen unterscheiden und damit deutlich zeigen, dass es Ihnen NICHT um irgendwelche Opfer geht sondern nur darum besonders gesellschaftkritisch zu wirken indem sie diese Gesellschaft als eine Tätergemeinschaft deklarieren. Da passen afrikanische Täter und Tätergesellschaften selbstverständlich nicht ins Weltbild.

"Verbrechen gegen die Menschlichkeit" mögen "niemals verjähren" aber wer nun ein Opfer eines "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" ist, dass machen SIE hier gerade am Kontostand des Opfers und dessen Herkunft fest. Ich erkenne da eine gewisse europäische Arroganz einer Weißen. Müssen die Gene sein.


Apropos Gene. Thilo Sarrazin und seinem nach Deutschland geflüchteten Stamm der Hugenotten würden Sie aus welchem Grund keine Entschädigungen durch den Staat Frankreich zugestehen weil es sich um Weiße handelt? So nach dem Motto: Hottentotten Ja, Hugenotten Nein?

Im Unterschied zu Ihnen verfügt Irma Kreiten über umfängliche Information zu ihrem und zu verwandten Themen, was ihre Annäherung an so etwas wie Objektivität beträchtlich erhöht, während bei Ihnen weder von Objektivität noch von Informiertheit noch von Argumenten o.ä. die Rede sein kann.

Die "Objektivität" habe ich gesehen als sie für den tschetschenischen Bombenattentäter von Boston "Verständnis" zeigte und sich nur wunderte, dass dieser in Boston und nicht etwa in Moskau Menschen tötete. Liegt vielleicht daran, dass in Moskau weniger Afro-Amerikaner durch Bomben getötet worden wären. Gibt ja schließlich solche und solche Opfer und wenn man selbst oder die eigenen Kinder von einer Bombe zerfetzt werden, dann spielt die Hautfarbe halt schon eine Rolle. In Ihrer gutmenschlichen Welt.

Sie kapern fortgesetzt das Thema hier für Ihr Lieblingsthema der Linkenfresserei und wären damit bei pi wohl besser untergebracht - da können Sie ganz ungebremst finden und finden damit auch noch regen Zuspruch.

Linkenfresserei? Ich kommentiere jediglich in einem Kommentarbereich, der nur so vor Rassismus und Meschenverachtung strotzt. Das ganze wird nicht schöner, wenn man sich als links sieht/bezeichnet. Eher noch schlimmer, weil man offensichtlich meint dagegen imun zu sein...

Sollte es noch zum Aufholen Ihrer Informationsdefizite oder gar zu einem Argument zum Diskussionsthema Kolonialgeschichte kommen, sprechen Sie mich gern wieder an - wenn Sie realisiert haben, daß Sie kein Opfer des Kolonialismus sind und Ihre Verantwortungsabwehr u.a. deswegen einen unschön bräunlichen Geruch verströmt.

Wer hier alles einen "unschönen bräunlichen Geruch verströmt" und dies sogar ohne es selbst zu bemerken, dass kann man hier im Kommentarbereich nachlesen. Dagegen helfen auch keine Solidaritätsbekundungen und Spendenquittungen für auch zu keinem Ablass.

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Ehemaliger Nutzer 18.03.2014 | 05:19

Wenn Sie mich schon zu zitieren vorgeben, dann zitieren Sie bitte richtig. Von "beruflich" im Sinne eines Brotberufes war bei mir nicht die Rede. Wenn Sie wissen, wo die vielen Forschungs- und Spendengelder zum Völkermord an den Tscherkessen und generell Genozidstudien fließen, wären ich und meine Kollegen Ihnen überaus dankbar - wir haben nämlich alle den Eindruck, daß diese Forschungen nicht erwünscht sind und totgespart werden.

Vielleicht liegt es ja auch einfach nur daran, dass immer neue Studien nicht mehr notwendig sind.

Ich habe eher den Eindruck, daß es immer und überall, sobald das Thema Völkermord auftaucht, in welchem geographischen und historischen Zusammenhang auch immer, sofort Menschen wie Sie mit den absurdesten Argumenten Zeter und Mordio schreien und sich voller Angst die Taschen zuhalten in Erwartung, es könne vielleicht dann am Geld fürs Zweitauto, den Malediven-Urlaub oder das gewohnte Gourmetessen fehlen.

Und ich habe den Eindruck, dass hier bewusst nicht beantwortet wird, welche Personen- /Opfergruppen wie und warum entschädigt werden sollten, weil sich die Opfer nicht wie gewünscht/erwartet verhalten. Da redet man lieber um den heißen Brei und erzählt zum x-ten mal etwas von Menschenrechten und Genoziden. Ich frage daher konkret:

Frage 1: Hatte der Volksstamm der Herero, vertreten durch ihren Oberhäuptling Kuaima Riruako (machte als Befürworter der Rassentrennung im Apartheidregime Karriere), im Jahre 2006 Entschädigungen in Höhe von 20 Millionen Euro gefordert?

Frage 2: Wurde diese Forderung 2006 von allen Parteien im namibischen Parlament unterstützt?

Frage 3: Hatte die Bundesregierung als Reaktion darauf dann 20 Millionen Direkthilfe für die Herero abgeboten?

Frage 4: Hatte die namibische Regierung (vom Stamm der Ovambo dominiert) diese Direkthilfe abgelehnt und dies damit begründet, dass der Staat Namibia selbst entscheiden möchte, wer wie entschädigt wird?

Frage 5: Hatte die Bundesregierung dieses Stammestheater ignoriert und einfach 2009 mit der Auszahlung begonnen?

Frage 6: Sagen Herero-Aktivisten, dass sie "keinen Cent von diesem Geld sehen" und "nicht einmal in den Prozess mit einbezogen werden"?

Frage 7: Fordern Herero-Aktivisten (echte aus Namibia und nicht deutsche Ethnologen) nun Förderprogramme im Rahmen der Entwicklungshilfe statt Entschädigungszahlungen die eh nicht bei ihnen ankommen würden?

DAS sind Fragen die man beantworten sollte anstatt eine Abwehrhaltung einzunehmen oder sich gar selbst als Opfer zu präsentieren...

dame.von.welt 18.03.2014 | 10:49

Ein lustiger Kniff, verehrter Daniel Schneider, vorsichtshalber die Antwortfunktion nicht zu bemühen, um meinen Widerspruch gegen Ihre angemaßten Deutungshoheiten nicht zu provozieren.

Nachdem Sie aber weiterhin das Thema hier um einige Lichtjahre verfehlen und sich Ihrer gedanklichen Bocksprünge zum Zweck der Verantwortungsabwehr nicht enthalten wollen, enthalte ich mich erneuter inhaltlicher Beschäftigung mit Ihren erbärmlichen Fehlschlüssen.

..............................................................

Zwei Punkte möchte ich allerdings etwaigen stillen Mitlesern zum Thema Namibia nicht vorenthalten:

---> Sie werden vermutlich von der Bitte um Vergebung von Heidemarie Wieczorek-Zeul 2004 gelesen und zur Kenntnis genommen haben, daß entgegen der lautstarken Kritik aus der CDU/CSU zunächst überhaupt keine Entschädigungsforderungen gestellt wurden. Wußten Sie, daß 14 Vertreter der Familie von Trotha 2004 ebenfalls zu einer Bitte um Verzeihung nach Namibia reiste? Auch an die Nachkommen Lothar von Trothas sind keine Entschädigungsforderungen gestellt worden.

Diese Bitten um Vergebung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit waren 100 Jahre nach Ohamakari nicht nur mehr als überfällig, sie fanden Jenseits des juristischen Diskurses statt.

Die namibische Enthaltung von allen Forderungen nach Entschädigung an die Bundesregierung fand erst ein Ende mit der zunächst überaus zögerlichen, dann völlig entgleisten Rückgabe von Schädeln durch die Charité 2011, bei der Cornelia Pieper (FDP) Deutschland bis auf die buchstäblichen Knochen blamierte.

2011 ließ man eilig aus Politik und Auswärtigem Amt angesichts Piepers beleidigender Unfähigkeit verlauten, daß in Zukunft die Rückgabe von Gebeinen mit der notwendigen Pietät stattzufinden habe. Wovon aber 2014 (110 Jahre nach den Verbrechen gegen die Menschlichkeit) immer noch keine Rede sein kann, da man die Organisationen der Nachfahren der ermordeten Herero, Nama und San vorsichtshalber gar nicht erst eingeladen hatte, sondern einen unauffälligen und unbedeutenden Staatsakt daraus machen wollte.

Nach Schätzungen der Charité müssen übrigens noch mindestens 7000 in der Kolonialzeit gestohlenen und für Rassenideologie mißbrauchten Gebeine rücküberantwortet werden, ebenfalls in deutschem Privatbesitz wie die Gebeine aus der anatomischen Sammlung der Charité. Den Verlauf der diversen deutschen Unsensibilitäten und das folgerichtige Ende namibischer Geduld damit können Sie ggbfs bei epo nachlesen.

Ich persönlich finde ja auch, daß die Umbenennung u.a. der Von-Trotha-Straße in München überfällig ist - das aber nur sehr am Rande, da vergleichsweise eine Petitesse im Rahmen der nach wie vor mangelhaften Aufarbeitung von und Verantwortung für deutsche Kolonialgeschichte.

---> Sie haben zum Thema Verteilungsgerechtigkeit vielleicht gelesen, daß in Namibia seit 2002 ein Pilotprojekt mit einem Basic Income Grant (in Höhe von etwa 13$/Monat) läuft. Das, auch nach einer ausfürlichen Bestandsaufnahme nach den ersten 10 Jahren Laufzeit (link ganz am Ende) sehr erfolgreich ist.

Und damit auch Denkanstöße zu wünschenswerter, da nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit beinhaltet, als das spätestens seit der Ablösung von Heidemarie Wiezcorek-Zeul durch den Hunde-, Mützen- und Militärliebhaber Niebel in Deutschland der Fall ist.

At the end of the day, the result might be that today’s income differences persist –but on a much higher economic level, with less poverty, less destitution and perhaps less social injustice. After all, that would make it all worthwhile.

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Ehemaliger Nutzer 18.03.2014 | 16:41

Die namibische Enthaltung von allen Forderungen nach Entschädigung an die Bundesregierung fand erst ein Ende mit der zunächst überaus zögerlichen, dann völlig entgleisten Rückgabe von Schädeln durch die Charité 2011,

Die namibische Regierung will keine Entschädigungszahlungen die direkt an die Opfer ausgezahlt werden, weil die namibische Regierung von Angehörigen des Stammes der Ovambo dominiert wird und Gelder zweckentfremdet indem diese Gelder nur dem Norden Namibias Ovambo- und SWAPO-Gebiet. Protestmärsche der Herero in Namibia gegegen diese Praxis werden hier offensichtlich nur zu gerne ignoriert. Und das bei aller "Solidarität".

---> Sie haben zum Thema Verteilungsgerechtigkeit vielleicht gelesen, daß in Namibia seit 2002 ein Pilotprojekt mit einem Basic Income Grant (in Höhe von etwa 13$/Monat) läuft.

Die Herero fordern auf Grund der Tatsache, dass Entschädigungszahlungen von der namibischen Regierung zweckentfremdet werden Sachleistungen und direkte Förderung.

Als z.B. die Herero 2000 Ziegen gefordert hatten (Geld kommt ja nicht bei den Opfern an!), mussten sie feststellen, dass diese zwar geliefert wurden aber für Herero nur käuflich zu erwerben waren.

Es gibt keinen Grund Entschädigungen an den Staat Namibia zu zahlen und wenn Opferverbände (echte aus Namibia und nicht aus Berlin-Kreuzberg) Sachleistungen und direkte Förderprogramme fordern, dann sollte man dieser Bitte nachkommen. Genau das versucht die BRD trotz aller Korruption in Namibia...

dame.von.welt 18.03.2014 | 19:33

Ah, allmählich haben Sie sich wenigstens ein klein bißchen eingelesen....;-)...

Gern geschehen!

Der Verweis auf den BIG diente allerdings der Widerlegung Ihrer Behauptung, in Namibia würde rein gar nichts gegen die Schere zwischen reich und arm unternommen. Sie sollten sich auch noch die Frage stellen, wer Ovambo, Herero, Hama, San und x weitere Ethnien in einen Nationalstaat gezwungen hat.

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Ehemaliger Nutzer 19.03.2014 | 00:37

Der Verweis auf den BIG diente allerdings der Widerlegung Ihrer Behauptung, in Namibia würde rein gar nichts gegen die Schere zwischen reich und arm unternommen.

13$ pro Monat und Person als gesetzliches Grundeinkommen ist mehr als lächerlich, wenn man sich die Staatseinnahmen Namibias und die durchschnittlichen privaten Einkommen mal anschaut.

Sie sollten sich auch noch die Frage stellen, wer Ovambo, Herero, Hama, San und x weitere Ethnien in einen Nationalstaat gezwungen hat.

Zur Not ist halt immer Deutschland schuld... Selbst wenn in einem afrikanischen Staat das gesellschaftliche Miteinander nicht funktioniert, dann ist Deutschland daran schuld. Können wir da irgendwie entschädigen?

Sie sollten sich mal die Frage stellen, warum z.B. die Herero vom Staat Namibia eine Bodenreform fordern aber der Staat diese Reform ablehnt. Von einem gesetzliches Grundeinkommen von 13$ pro Monat kann kein landloser afrikanischer Bauer leben und er und seine Nachfahren werden auch noch in 1000 Jahren Entschädigungen (wenigstens in Form von einigen Ziegen) fordern müsssen.

Warum will der Staat Namibia das Unrecht, dass den Herero durch die deutsche Landnahme wiederfahren ist , nicht rückgängig machen indem er den Herero ihr Land zurück gibt? Deutschland kann daran nicht schuld sein. Höchstens durch den Kauf von namibischen Bodenschätzen.

Sollte man nicht eher einen Boykott namibischer Bodenschätze (Diamanten und Uran böten sich da an) fordern statt Entschädigungszahlungen die bei den Opfern nachweislich seit Jahren nicht ankommen?

dame.von.welt 19.03.2014 | 09:51

Sie sollten sich mal die Frage stellen, warum z.B. die Herero vom Staat Namibia eine Bodenreform fordern aber der Staat diese Reform ablehnt.

Es ist leider erneut Unsinn, was Sie schreiben, was Sie nach Lektüre der Seiten 292-314 eventuell auch selbst begreifen werden. Bitte fügen Sie gedanklich an den Abriß (bis 2001) über die 5 namibischen "Bodenreformen" an, was Sie gestern über den Einfluß der Ovambo geschrieben haben, wem mit vagen Versprechungen von Land ein Gefallen getan und wem mit einem Arbeitsplatz ein weit größerer Gefallen getan würde als mit unbewässertem Land. Oder fragen Sie sich einfach, wem eine Bodenreform im Mugabe-Style nützt.

Wen Sie boykottieren, liegt in allein Ihrem Ermessen, Ihre Liebste ist bestimmt angesichts Ihrer hehren Motive auch von einem hübschen Swarowski statt DeBeers begeistert, ansonsten: Vattenfall via Rio Tinto Group via Rössing böte sich an...;-)...

Falls Sie nachlesen möchten: Bergbau in Namibia. Interessant fand ich auch den Umstand, daß im Jahr 2004 nur rund 64.000 Einwohner Namibias Steuern bezahlten: Namibia Wirtschaft.

Woran sich die Frage anschließen ließe, ob nicht z.B. die Rio Tinto Group eine ähnliche Steuervermeidungspolitik in Namibia fährt wie z.B. Glencore das mit der Hilfe von WTO/Weltbank in Sambia tut.

Falls Ihnen das böhmische Dörfer sein sollten, empfehle ich Ihnen den folgenden Film.

Und nun wird es wohl das Beste sein, Sie stellen sich und Ihre beeindruckende Expertise umgehend der namibischen Regierung zur Verfügung.

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Ehemaliger Nutzer 19.03.2014 | 21:59

Es ist leider erneut Unsinn, was Sie schreiben...

Das gebe ich doch gerne zurück.

Beispiel 1:

---> Sie haben zum Thema Verteilungsgerechtigkeit vielleicht gelesen, daß in Namibia seit 2002 ein Pilotprojekt mit einem Basic Income Grant (in Höhe von etwa 13$/Monat) läuft.

Dazu:

Bereits im Jahr 2002 hatte eine von der namibischen Regierung einberufene Steuerkommission einen Weg vorgeschlagen, wie die Probleme systematisch angegangen werden könnten. Sie schlug die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens vor, das nicht unter zehn Euro pro Person im Monat liegen sollte. Bislang hat die Regierung das Grundeinkommen allerdings abgelehnt, trotz der in einem Dorf mit großem Erfolg durchgeführten Pilotphase. - Quelle: junge Welt, Donnerstag, 22. August 2013

Das zu ihrem Grundeinkommen.

Beispiel 2:

Bitte fügen Sie gedanklich an den Abriß (bis 2001) über die 5 namibischen "Bodenreformen" an, was Sie gestern über den Einfluß der Ovambo geschrieben haben, wem mit vagen Versprechungen von Land ein Gefallen getan und wem mit einem Arbeitsplatz ein weit größerer Gefallen getan würde als mit unbewässertem Land.

Dazu:

Namibia erlebt derzeit die schlimmste Dürre der letzten 30 Jahre. Etwa ein Drittel der 2,2 Millionen Einwohner sind direkt betroffen. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) haben derzeit 778000 Menschen nicht genug zu essen. 400000 von ihnen sind vom Hungertod bedroht. Die nördlichen Landesteile bestehen überwiegend aus kommunalen Farmen. Die Lage dort hat sich für die Mehrheit der Kleinbauern weiter verschärft. Schuld ist die illegale Einzäunung von Land durch die Eliten, einschließlich einigerPolitiker. - Quelle: junge Welt, Donnerstag, 22. August 2013


Das zu ihren 5 Bodenreformen. Wobei ich sagen muss, dass ich dann doch eher der marxistischen SWAPO die Schuld für diese Katastrophe gebe. Das scheint man bei ihren SWAPO-Freunden nun auch verstanden zu haben:

Was das Thema Landreform anbelangt, so soll kommerzielles Farmland gleichmäßiger verteilt werden, ohne dabei die Produktivität der entsprechenden Ländereien zu gefährden. Man ist sich in der Partei einig, dass das Willing-Buyer, willing Seller Prinzip gescheitert sei. - Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/SWAPO

Und wo wir gerade bei ihrer SWAPO sind. Wie kommt es eigentlich, dass Sie fragen, wem mit einem Arbeitsplatz ein weit größerer Gefallen getan würde als mit unbewässertem Land?

Die Herero und Nama organisierten einen Protestmarsch durch Namibia um ihrer Forderung nach einer Landreform Ausdruck zu verleihen während Nachfahren von gefallenen SWAPO-Kämpfern für sich Arbeitsplätze forderten.

Mit ihrer Sichtweise sind sie dann ganz auf SWAPO-Parteilinie und für mich wird noch deutlicher, dass es Ihnen nicht um Entschädigungen für Herero oder irendwelche Totenschädel geht. Ihnen geht es nur um ein weiteres linkes Menschenprojekt und das dadurch 400000 Menschen vom Hungertod bedroht sind, dass wird dann nur zu gerne ignoriert. Da lenkt man lieber ab und verweist auf böse westliche Unternehmen und zur Not auf Verbrechen die 100 Jahre her sind...

dame.von.welt 20.03.2014 | 07:51

Sehr niedlich, 'meiner' SWAPO die Schuld an zu wenig Regen im vergangenen August zu geben. Im Moment sieht's übrigens gar nicht mal so schlecht aus: understanding weather, not predicting

Mir mißfallen Ihre ständigen Unterstellungen und Ihr Wille zur Themenverfehlung. Sie erinnern sich noch dunkel? Es geht um die Rückübereignung gestohlener und mißbrauchter Gebeine und um die überfällige Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialvergangenheit.

Weswegen ich den launigen Plausch mit Ihnen nun auch zugunsten interessanterer Auseinandersetzungen verlasse, das letzte Wort gehört also ganz Ihnen.