Rotherbaron

Autor, Blogger. Themen: Politik, Gesellschaft, Natur und Umwelt, Literatur, Kultur. Seiten: rotherbaron.com; literaturplanetonline.com
Rotherbaron
RE: Gute Befreier, böse Befreier | 17.09.2018 | 09:20

@ Flegel: Wie viel wissen Sie über Russland?- Ich habe dort gelebt und liebe das Land. Die Einstellung vieler "Russlandfreunde", die Russland mit Putin gleichsetzen ist: Wir dürfen den Russen unsere Demokratie nicht überstülpen. Dieser Satz impliziert: Die Russen brauchen keine Demokratie und kennen das auch gar nicht. Das ist historisch FALSCH!- Es gab immer demokratische Bestrebungen in Russland. Im Gegensatz zu den Deutschen haben die Russen eine Revolution gehabt, um sich von den Ketten des Feudalismus zu befreien. Das, was in westlichen Kreisen als Zugeständnis an Russland (Putin ist halt Euer Weg) rüberkommt, ist der alte rassistische Topos von dem Russen, der doch irgendwie die Knute braucht und mit Demokratie nicht anzufangen weiß. Gerade in Russland gab es in den Nischen (den Küchen) eine Unbegrenztheit des Denkens über die Welt und die Gesellschaft, von dem das deutsche Bürgertum weit entfernt ist. Die Gleichsetzung von Putin mit Russland und die großzügige Toleranz gegenüber der autoritären Oligarchie, die Putin in Russland errichtet hat, ist in Wahrheit ignorant und paternalistisch gegenüber der russischen Intelligenzja (die mag eine Minderheit sein, aber sie verdient unsere Achtung).

RE: Antwort aufs Monopol: Bloggen auf Umwegen | 16.09.2018 | 14:50

Danke für diese Auseinandersetzung mit dem Leistungsschutzgesetz aus Sicht der Blogger*innen! Die Frage ist auch , wem nützt das Leistungsschutzgesetz? - Bestimmt nicht den Journalist*innen, die unter prekären Arbeitsbedingungen leiden. Sie ist eigentlich nichts weiter als eine Lex Springer. Hier meine Gedanken dazu: https://rotherbaron.com/2018/09/16/online-journalismus-als-qualitaetsjournalismus/

RE: Gute Befreier, böse Befreier | 16.09.2018 | 14:13

Ein interessanter Beitrag mit bedenkenswerten Argumenten!- Mir schwingt allerdings zu viel Bewunderung für Putin, der nichts weiter ist als ein geschickter Geheimdienst-Diktator, mit.

Nur, weil man die Kriege der NATO verbrecherisch findet, muss man einen zynischen Geheimdienstler wie Putin nicht überhöhen und zum Helden stylisieren. Putin hat in Russland jede Opposition im Keim erstickt. Es gibt weder eine freie Presse noch Oppositionsparteien, und seine liebsten westlichen Parteien sind der Front National und die AFD. Der Hass auf Andersdenkende, Homosexuelle und Künstler, die nicht das Loblied auf Zar Putin singen, wird geschürt. So werden Rocklegenden, wie Andrej Makarewitsch drangsaliert und an den Pranger gestellt, weil sie den Krimkrieg und die Korruption anprangern.https://rotherbaron.com/2015/05/31/putinistan-und-russkij-rockistan-zur-kontinuitat-der-musikalischen-gegenkultur-in-russland/ Oppositionelle werden aufgrund kontruierter "Vergehen" in einem Pseudoprozess verurteilt. Es gibt auch keinerlei Rechtsstaat. Und @w.endenmann: Bomben sind nie richtig, egal von wem. Fragen Sie mal die syrische Zivilbevölkerung wie sie lieber sterben möchte - unter russischen oder amerikanischen Bomben???- Ich denke, jeder Mensch will leben und hat das uneingeschränkte Recht dazu. Deshalb gibt es nichts Richtiges im Krieg, denn der Krieg ist falsch! Und es gibt kein S/W: NATO böse- Putin gut. Beide handeln zynisch und ohne Rücksicht auf Verluste.

RE: Im Kinderkrankenhaus und keiner ist mehr da | 21.08.2018 | 20:54

Ein erschütternter Bericht. Die Situation in der Pflege zeigt, wie wenig uns Menschen wirklich wert sind. Die Politik redet nur vom Fachkräftemangel im IT- Bereich. Die Bundeswehr macht Werbung mit "Machen, was wirklich zählt." Was wirklich zählt, sind Pflegekräfte, Lehrer*innen und Erzieher*innen, ... Die sollten dem Staat was wert sein und verdienen den höchsten Respekt!

RE: Geschichte wird gemacht | 21.08.2018 | 20:49

Für mich ist diese "Geschichtsvergessenheit" ein weiterer Schritt in Richtung Niedergang der SPD. Nur wenn sie sich kritisch mit ihren Wurzeln und ihren "Sündenfällen" auseinandersetzt, hat sie eine Chance. Die SPD braucht nicht dieses folkoristische "Erneuerungsgetue", das in Moment abläuft. Sie braucht das Ende der Selbstgefälligkeit und einen ehrlichen Blick in ihre Geschichte, wobei wir bei Ihrem Artikel und der HiKo wären.

RE: Ansingen gegen die Diktatur | 14.08.2018 | 19:31

Danke für den Kommentar!- Wie liest und hört sich Chna heute an?

RE: Gefährliche Hasswelle | 26.06.2018 | 07:58

Ein mutiger Text in Zeiten des Hasses. Ich sehe ein Europa des Rassismus und der Abschottung. Anstatt die Probleme der Menschen: Armut, soziale Spaltung, Naturzerstörung...anzugehen, werden , wie der Autor schreibt, wehrlose Minderheiten als Zielscheibe angeboten. Das lenkt von der eigenen politischen Unfähigkeit ab und begeistert viele: Viel zu viele, die weiterhin auf Kosten des globalen Südens leben wollen und viele, die nicht verstehen, dass die Schuldigen für Ihre Misere nicht in den Schlauchbooten auf dem Mittelmeer, sondern im den Chefetagen von Politik und Gesellschaft sitzen.

RE: Leistungssport und Leistungsgesellschaft | 15.04.2018 | 09:38

Danke für die Kommentare und iDog für den Buchtipp. Ganau das ist ja mein Ansatz: Mit dem Fokus auf den Leistungssport wird suggeriert, dass bei uns Macht und Einfluss auf Leistung beruht. Dass dies nicht der Fall ist dämmert jedem, der schon ein paar Jahre auf der Welt herumläuft ...

RE: Lieber wegsehen | 12.04.2018 | 20:38

Wichtiger Hinweis!- Danke!- Man bekommt diese Tierquäler nur über das Geld. Esst weniger oder besser gar kein Fleisch! Das sind Leichenteile gequälter Mitwesen. Und auch Bio-Schweine sterben genauso grausam in den gleichen Schlachthöfen. Homo bestialis- Der Schlachthof als moralischer Offenbarungseid

RE: Das Ende des weißen Mannes, bitte | 12.04.2018 | 20:27

"All das zeugt nun gerade nicht von einer Krise des Mannes. Vielmehr zeigt es, wie aggressiv und gewalttätig Geschlechterentwürfe sind und mit welchen Mitteln sie aufrecht erhalten werden, auf weltpolitischer wie auf feuilletonistischer Bühne. Nur wenn Männer wie Jens Jessen damit aufhören, sich als Opfer in der Krise zu inszenieren, können wir anfangen, uns über diese Entwürfe zu unterhalten. Und das ist dringender denn je."

Dem ist absolut zuzustimmen!!!!! - Den Anti-Feminismus und dieses Opfergeheule bestimmter Männergruppen muss man immer im Zusammenhang mit dem überall in Europa und in der Welt aufblühenden rechten Populismus sehen. Und diese erschreckende politische Tendenz wird von alten, weißen, verbitterten, nicht sehr sensiblen oder klugen Männern mit narzißtischen Störungen getragen.Diese sind es, die "Männlichkeit" in eine Krise stürzen und es peinlich machen könnten, ein Mann zu sein. Aber Gott sei Dank gibt es ja Alternativentwürfe!