rudi mentär

1965 geboren, lebt und arbeitet in Münster.
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RE: Wo die List der Unvernunft regiert | 14.04.2015 | 10:37

Ich weigere mich, die Trennung zwischen Kirche und Laien ausgerechnet in diesem Zusammenhang anzuerkennen. Beim Katholikentag handelt es sich um ein Treffen aller Katholiken - Laien wie Priestern. Die Kirche nimmt nicht nur für ihre Priester, sondern für das gesamte kirchliche Leben von allen steuerzahlenden Mitgliedern Geld. Sollten die Geweihten das Kirchenvermögen als exklusives Eigentum ansehen, das grundsätzlich nicht für eine von Laien verantwortete Veranstaltung zur Verfügung steht, offenbart sich hier wieder einmal ein beklagenswerter Machtmissbrauch der Kirchenführung. Was bitte sollte denn dagegen sprechen, ein derart gestaltetes Treffen der Kirche im vollen Umfang zu finanzieren - die Schulden vielleicht, unter denen diese Körperschaft ja offenbar *nicht* leidet? Kein Vertreter des Klerus hat bislang behauptet, man könne das Geld nicht aufbringen.
Kurzum: Es ist die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der Katholischen Kirche für ein Treffen der eigenen Mitglieder aufzukommen - sofern sie es kann! Die Stadt Münster ist trotz Schulden bereit, Sachleistungen im Wert von 600.000 Euro beizusteuern. Das ist nicht wenig.
Was Herr Busche ansonsten eigentlich für eine Rechnung offen hat mit Münster und einer Mehrheit angeblich verkrachter Existenzen, die den Stadtrat dominiert, verbirgt sich in den feuilletonistischen Untiefen seines Textchens. Vermutlich steckt nicht mehr dahinter als der übliche Metropolenhochmut. Den kennen die kleingeistigen Provinzfürsten aus Münster schon zur Genüge vom weltgewandten Medienproletariat aus Köln...