Neuanfang für die Linke auf Kurs von Sahra

Die Linke Sahra und Oskar wissen, dass wir noch nicht im Sozialismus leben, sondern immer noch im Kapitalismus. Man kann das Pferd nicht von hinten aufzäumen.
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So langsam verstehe ich, was damals in Weimar das Problem mit Trotzkisten war. Wenn ich mir heutige Rucki Zuckis anschaue glaube ich, dass sie schlicht und einfach naiv sind aus ihrer Ideologie heraus. Sie sind nicht fähig sich veränderten Bedingungen anzupassen. Es gibt kein strategisches Denken sondern "so müssen doch alle denken". Eigentlich auch in gewisser Weise "Wünsch Dir was" Pippi Langstrumpf.

So funktioniert aber Politik nicht.

Dialektisches Denken funktioniert immer in Gegenbewegungen zu denken und man muss sich den Bedingungen anpassen, die Zielsetzungen ermöglichen und nicht ins Umgekehrte verwandeln. Das war ja auch das Problem bei den Grünen. Letztlich haben sie genau das Gegenteil von dem erreicht was sie ursprünglich wollten und sind über Generationen dann sogar zu ihrem eigenen Gegenteil geworden.


Es ist wie in der Physik. Man muss jeweils unbekannte Variablen, die auftauchen mit einberechnen und wenn man nur stur an seinem starren Modell festhält, was diese Variablen nicht berücksichtigt, dann bekommt man Murks heraus. Vor allem wenn man ein starres Modell hat, was ohnehin nur phänomenologisch beschreibt, aber nicht erklärt. (Identitätspolitik ist dabei der krasseste Fehler, den zwar nicht die Trotzkisten als ihr Steckenpferd haben, aber Mittelerde als unmarxistische Denke, die erst recht weit ab von Gut und Böse ist in der Linken und in den USA schon zu Unheil geführt hat. Damit haben sich die Linken in den USA verrannt)

Andere Parameter und Prämissen

Wieso konnte Libyen unter Gaddafi offene Grenzen haben und alle Afrikaner als Gastarbeiter aufnehmen, sodass zum Schluss die Hälfte der BEvölkerung Libyens aus Gastarbeitern bestand?
Ganz einfach.
1. war Libyen unter Gaddafi ein quasi sozialistisches Land
2. wurde alles finanziert aus den Öleinnahmen und hatten sogar Überschüsse.
3. Es gab keine Mietwucher, weil per Verfassung Vermietung verboten war und wenn dann nur der Staat Wohnungen vermietet hat und Häuser gebaut hat.
4. Die EU Libyen sogar jedes Jahr 5 Mrd Euro gegeben hat um die Afrikaner von Europa fern zu halten.
5. Kein Bürger Libyens irgend etwas für Gastarbeiter bezahlen musste, sondern alles über Staatsfirmen und Öl einnahmen finanziert wurde, aber nicht durch Steuern oder Krankenversicherungssysteme oder andere Versicherungssysteme.

Das ist der grosse Unterschied zu uns in Deutschland. Wenn man offene Grenzen für alle haben will, dann muss man erst den Sozialismus einführen. Man kann nicht das Pferd von hinten aufziehen und erst offene Grenzen für alle haben und dann hoffen durch die Revolution der Massen, die als kleiner Mann alles bezahlen sollen, dann einen Umsturz zu erzwingen um Sozialismus einzuführen. Es wird genau das Gegenteil eintreffen. Das sehen wir an der AfD und 1932 an der NSDAP. Es werden dann die Faschisten ran kommen und Linke werden verfolgt, weil sie dann wohlmöglich auch noch Befürworter dieser offenen Grenzen für alle Politik waren. (übrigens hebelt man damit sogar das Asylgesetz aus, was die meisten gar nicht mal wissen, die so eifrig für offene Grenzen für alle sind. Das ist auch stückweit Naivität und Gutglaube)

Wir haben jetzt in Österreich gesehen, dass dieses sogenannte urbane Milieu nicht existiert und die Grünen sind sogar aus dem Parlament geflogen. Die KPÖ mit ihrem Plus der jungen Grünen war sogar ein Minus.

Sahra und Oskar haben den Weitblick und wie man auf der Klausursitzung gesehen hat wissen auch die Bartschisten genau, wo die Zukunft liegt. Ganz sicher nicht im Kurs von Katja Kipping (Riexinger läuft sowieso nur mit) Ich fand es sehr betrüblich, dass die Trotzkisten auf Kipping reingefallen sind.

16:34 20.10.2017
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Geschrieben von

Rüdiger Heescher

Rüdiger Heescher ist Gründungsmitglied von attac und hat von 2006-2010 für die Bundestagsfraktion und Parteivorstand der Partei Die Linke gearbeitet.
Rüdiger Heescher

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