Nicht Tricksen, sondern jetzt auch Fälschen

USA/Demokraten Morgen wird in New York gewählt und auch hier wird wieder getrickst. Aber tricksen reicht nicht mehr. Jetzt wird auch bei Registrierungen gefälscht.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Die arbeitende Bevölkerung wird kaum wählen gehen, weil man die Wahllokale erst ab Mittag öffnet. Die arbeitende Bevölkerung geht vor der Arbeit wählen, aber wenn dann noch keine Wahllokale geöffnet sind, dann geht es ja nicht. Bernie Sanders hat schon deswegen aufgerufen, während der Arbeit wählen zu gehen. In Arizona hatte man einen anderen Trick, dass man die Wahllokale reduzierte auf 70 %, damit nicht alle rechtzeitig wählen gehen konnten und 5 Stunden vor den Wahllokalen stehen mussten um ihre Stimme abzugeben. Es wurden aber nur die Wahllokale in Phoenix massiv reduziert auf weniger als die Hälfte. Phoenix hat die Hälfte der Gesamteinwohnerzahl von Arizona und ist klar die Stadt von Sanders mit grosser liberaler und junger Bevölkerung.
Nicht nur, dass in New York jetzt erst ab Mittag gewählt werden darf, jetzt werden einen Tag vor der Wahl Wähler umregistriert von Demokraten zu "andere". In den USA muss man sich vorher registrieren als Demokrat um wählen gehen zu können. Viele haben das gemacht, aber nun stellt sich heraus, dass viele registrierte Wähler der Demokraten schlicht und einfach umregistriert wurden, sodass sie nicht für die Demokraten wählen gehen dürfen.

In Californien findet das gleiche statt und 360 000 registrierte Wähler der Demokraten wurden umregistriert als Independent der ultrakonservativen Partei. Diese dürfen dann also nicht in Californien bei den Demokraten wählen gehen. Es läuft also massive Wahlfälschung.


Es reicht nicht mehr die Zeit der Öffnung der Wahllokale um 6 Stunden zu reduzieren und es reicht nicht mehr die Wahllokale ansich zu reduzieren, wie in Arizona geschehen. Jetzt begeht man schon richtige Wahlfälschung, damit Clinton gewinnt in den wichtigsten Staaten New York und Californien.

Es erinnert mich an die Wahlen in Ägypten im November 2010, als Mubarak unbedingt seine 3/4 Mehrheit im Parlament durch kriegen wollte, damit sein Sohn Gamal zum Nachfolger von Mubarak zum Präsidenten gekrönt werden kann. Ich habe als inoffizieller Wahlbeobachter selber dabei erlebt, wie Schlangen von Wählern nicht mehr in Wahllokale kamen. Erstaunlich wie viele dann trotzdem ihre Stimme abegegeben haben, natürlich pro Mubaraks Nationaldemokratischer Partei. Auch dort gab es massive Wahlfälschungen und jeder wusste es. Darauf hin gab es dann am 25.1.2011 eine Revolution in Ägypten, die wir als arabischer Frühling kennen. Jetzt wird vielleicht das gleiche Schicksal die USA "ereilen", denn die Anhänger von Bernie Sanders sind entschlossen zu kämpfen. Es wird ihnen vor Augen geführt, wie korrupt das Land wirklich ist. Gleiches Moment, wie damals in Ägypten.

Wenn die Wahl morgen in New York entsprechend ausfällt, dass Clinton gewinnt und das nicht nur mit 2 % Vorsprung sondern mehr, dann wird es nicht nur eine politische Revolution geben.

Die Menschen merken, dass mit Wahlen nichts zu schaffen ist, dieses korrupte System zu besiegen.

15:30 18.04.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Rüdiger Heescher

Rüdiger Heescher ist Gründungsmitglied von attac und hat von 2006-2010 für die Bundestagsfraktion und Parteivorstand der Partei Die Linke gearbeitet.
Rüdiger Heescher

Kommentare 9

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community