Unsere Sahra

Kanzlerkandidatin Bei der neuen INSA Umfrage im Auftrag der SuperIllu wurde gefragt, wem sie vertrauen. Dabei lag Sahra Wagenknecht im Osten vor Martin Schulz
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Auf die Frage, welchem Politiker Wahlberechtigte in Ostdeutschland am meisten vertrauen, landeten zwar in Ost wie West Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf den beiden ersten Plätzen.
Auf Platz drei, noch vor SPD-Chef Martin Schulz kam aber die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht.

http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=212816

Die Linke als solches liegt seit dem Rückzug von Oskar Lafontaine aus der Bundespolitik 2010 immer unter 10 %. Sie hat jetzt aber eine Hoffnung.

Es ist unsere Sahra. Sie macht das Rennen in Talk Shows, bekommt Beliebtheitswerte, die im Westen vor allem über Parteigrenzen hinweg erstaunlich sind und das alleine aufgrund ihres Sachverstandes.

Die Linke hat das Problem, dass sie immer als lästiges Anhängsel von rot-grün wahrgenommen wird um eine Mehrheit zu bilden für einen Politik wechsel. Dieses wird nicht so sehr vom politischen Gegner erzeugt, sondern eher aus den eigenen Reihen, die an die Fleischtöpfe wollen.

Die Linke kann aber nur glaubwürdig sein, wenn sie wirklich das auch umsetzt was sie verspricht, wenn sie in die Regierung kommt. Und das ist nur möglich, wenn die Linke auch die Mehrheit in einer geführten Koalition hat und damit auch den Kurs vorgibt. Denn nur so ist es auch möglich einen Politikwechsel als Systemwechsel weg von einer Agenda 2010 hinzubekommen. Mit einem Schulz als Kanzlerkandidat ist das nciht möglich, der lieber mit einer FDP koalieren will als mit der Linken.

Was bleibt also einer Linken übrig als für sich selbst zu kämpfen für eine eigene Mehrheit?

Seit Oskar Lafontaine haben wir wieder zum ersten Mal eine Chance mit unserer Sahra dieses Ziel auf den Weg zu bringen. Viele Menschen sehen nicht die Linke, sondern Sahra als den Garanten für Vertrauen, weil sie straight und glaubwürdig ist. Sie strahlt eine Gelassenheit (Coolness) im Kampf aus, was viele bewundern. Mich eingeschlossen.

Die Umfragen gehen wieder in den Keller für die SPD und die Landtagswahlen liegen hinter uns. Für die Linke war es schade wegen 8000 Stimmen den Einzug in den NRW Landtag zu verfehlen, aber Landtagswahlen waren im Westen nie das entscheidende für linke Wähler. Linken Wählern geht es um das Grundsätzliche, was falsch läuft und wissen, dass auf Landesebene nichts erreicht werden kann, wenn das Geld nicht da ist um grundsätzliches in einem Bundesland zu ändern. Sachzwänge würden auch eine rot-rot-grüne Regierung zum scheitern bringen.

Worum es jetzt gehen muss ist in den verbleibenden 4 Monaten eine politische Stimmung aufzubauen, die klar anzeigt: Wir wollen nicht einfach nur einen kosmetischen Politikwechsel mit austauschbaren Marionetten, sondern wir wollen einen echten Systemwechsel weg vom Neoliberalismus mit abschaffung der Agenda 2010.

Dafür steht unsere Sahra ganz prominent und eine SPD kann das nicht verkaufen.

Lasst uns Sahra als Kanzlerkandidatin aufstellen damit eine Linke endlich den Schritt schafft sich vom Katzentisch zu befreien.

12:38 18.05.2017
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Geschrieben von

Rüdiger Heescher

Rüdiger Heescher ist Gründungsmitglied von attac und hat von 2006-2010 für die Bundestagsfraktion und Parteivorstand der Partei Die Linke gearbeitet.
Rüdiger Heescher

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