Rüdiger Heescher
18.05.2017 | 12:38 35

Unsere Sahra

Kanzlerkandidatin Bei der neuen INSA Umfrage im Auftrag der SuperIllu wurde gefragt, wem sie vertrauen. Dabei lag Sahra Wagenknecht im Osten vor Martin Schulz

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Rüdiger Heescher

Auf die Frage, welchem Politiker Wahlberechtigte in Ostdeutschland am meisten vertrauen, landeten zwar in Ost wie West Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf den beiden ersten Plätzen.
Auf Platz drei, noch vor SPD-Chef Martin Schulz kam aber die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht.

http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=212816

Die Linke als solches liegt seit dem Rückzug von Oskar Lafontaine aus der Bundespolitik 2010 immer unter 10 %. Sie hat jetzt aber eine Hoffnung.

Es ist unsere Sahra. Sie macht das Rennen in Talk Shows, bekommt Beliebtheitswerte, die im Westen vor allem über Parteigrenzen hinweg erstaunlich sind und das alleine aufgrund ihres Sachverstandes.

Die Linke hat das Problem, dass sie immer als lästiges Anhängsel von rot-grün wahrgenommen wird um eine Mehrheit zu bilden für einen Politik wechsel. Dieses wird nicht so sehr vom politischen Gegner erzeugt, sondern eher aus den eigenen Reihen, die an die Fleischtöpfe wollen.

Die Linke kann aber nur glaubwürdig sein, wenn sie wirklich das auch umsetzt was sie verspricht, wenn sie in die Regierung kommt. Und das ist nur möglich, wenn die Linke auch die Mehrheit in einer geführten Koalition hat und damit auch den Kurs vorgibt. Denn nur so ist es auch möglich einen Politikwechsel als Systemwechsel weg von einer Agenda 2010 hinzubekommen. Mit einem Schulz als Kanzlerkandidat ist das nciht möglich, der lieber mit einer FDP koalieren will als mit der Linken.

Was bleibt also einer Linken übrig als für sich selbst zu kämpfen für eine eigene Mehrheit?

Seit Oskar Lafontaine haben wir wieder zum ersten Mal eine Chance mit unserer Sahra dieses Ziel auf den Weg zu bringen. Viele Menschen sehen nicht die Linke, sondern Sahra als den Garanten für Vertrauen, weil sie straight und glaubwürdig ist. Sie strahlt eine Gelassenheit (Coolness) im Kampf aus, was viele bewundern. Mich eingeschlossen.

Die Umfragen gehen wieder in den Keller für die SPD und die Landtagswahlen liegen hinter uns. Für die Linke war es schade wegen 8000 Stimmen den Einzug in den NRW Landtag zu verfehlen, aber Landtagswahlen waren im Westen nie das entscheidende für linke Wähler. Linken Wählern geht es um das Grundsätzliche, was falsch läuft und wissen, dass auf Landesebene nichts erreicht werden kann, wenn das Geld nicht da ist um grundsätzliches in einem Bundesland zu ändern. Sachzwänge würden auch eine rot-rot-grüne Regierung zum scheitern bringen.

Worum es jetzt gehen muss ist in den verbleibenden 4 Monaten eine politische Stimmung aufzubauen, die klar anzeigt: Wir wollen nicht einfach nur einen kosmetischen Politikwechsel mit austauschbaren Marionetten, sondern wir wollen einen echten Systemwechsel weg vom Neoliberalismus mit abschaffung der Agenda 2010.

Dafür steht unsere Sahra ganz prominent und eine SPD kann das nicht verkaufen.

Lasst uns Sahra als Kanzlerkandidatin aufstellen damit eine Linke endlich den Schritt schafft sich vom Katzentisch zu befreien.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (35)

Sikkimoto 18.05.2017 | 13:04

Ein eigener Kanzlerkandidat wäre gut gewesen, auch wenn eine Kanzlerin Wagenknecht natürlich absehbar nicht realistisch ist. Man zeigt damit ein unabhängiges Profil, den Anspruch, nicht nur hier und dort Korrektiv zu sein, sondern für eine komplett andere Politik zu stehen.

Allein: Der Zug ist abgelaufen für die kommende Bundestagswahl. Da wird sich nichts mehr tun und jetzt einen erneuten Streit um die Kanzlerkandidatur vom Zaun zu brechen wäre nur kontraproduktiv. Realistischerweise kann man schon froh sein über das Spitzenduo, denn damit konnte die Kipping-Linie ein Stück weit ausgebootet werden.

gelse 18.05.2017 | 13:13

Ob "Kanzlerkandidatin" oder sonstwie Spitzenkandidatin: Ja, die Linke könnte etwas gewinnen wenn sie Sahra an die Spitze stellt. Hab auch hier schon gehört: "Wagenknecht ja, die Linke nein". Das könnte sich ändern wenn die Leute sehen, dass Sahra Wagenknecht eine wichtige Rolle in der PdL spielt.
Und ein paar Trojaner aus Seeheim mal zu entsorgen wäre auch nicht schlecht.

Rüdiger Heescher 18.05.2017 | 13:15

Die Frage nach dem Anspruch von Macht muss für Wähler beantwortet werden. Das ist psychologisch wichtig. Will man einfach nur "mitregieren" am Katzentisch? Nein

Man will wirklich einen Politikwechsel im Sinne eines Systemwechsels. Und hier kann man von Systemwechsel sprechen, denn es ist nichts anderes als die Abschaffung von Agenda 2010, was nicht nur Leid in Deutschland sondern auch Europa geschaffen hat durch den Dumpingwettbewerb.

Das muss man deutlich machen. Und das geht am besten indem man klar stellt, dass man auch die Macht haben will das zu ändern. Das geht aber nur wenn auch Sahra dann regiert und nicht am Katzentisch sitzt und diktiert bekommt, was geht und was nicht geht.

Die Richtlinienkompetenz liegt bei der Kanzlerin.

Achtermann 18.05.2017 | 15:35

Viele Menschen sehen nicht die Linke, sondern Sahra als den Garanten für Vertrauen, weil sie straight und glaubwürdig ist.

Das mag sein. Allerdings kommen diese nicht zwingend aus der eigenen Partei. Dort scheint sie mehr Gegner/innen zu haben als jeder potenziellen Spitzenkandidatin zuzumuten ist. Wollen wir also nix schöner reden als es ist.

Das neoliberale System, das sich in den Hartz-Gesetzen manifestiert, ist nicht überwindbar. Lieber werden Kriege geführt oder Bankencrashs in Kauf genommen, als dass sich an der Herrschaft des kapitalistischen Systems etwas ändern würde. Warum sollte eine Linke, die ihrem Namen Ehre macht, mit neoliberalen Parteien koalieren? Wenn diese Möglichkeit von den anderen Parteien im Bundestag in Erwägung gezogen werden sollte, hat die Linke den Kretschmann-Test bestanden.

pleifel 18.05.2017 | 16:05

Für eine Minderheit in Deutschland darf sich etwas ändern, auch wenn damit eigene Unsicherheiten verbunden wären. Für die Mehrheit aber gilt eher der Satz: es muss sich zwar viel ändern, aber für "mich" gilt das nicht.

Wenn Sarah Wagenknecht die Kanzlerkandidatin der SPD würde und dabei ihre Positionen mehrheitlich auch von der bisherigen Parteispitze vertreten würde (allerdings völlig abwegig), dann gäbe es einen Sturm der Kritik im medialen Wald, um dem Bürger neue Ängste vor einem möglichen Wechsel der Politik einzutrichtern.

Aber das ist nicht einmal notwendig, da die neoliberale "Operation am offenen Gehirn" bereits weitgehend gelungen ist und Zustände, die "uns" als Linke wenigstens noch als Verletzung von Gerechtigkeit und Freiheit ersichtlich ist, als natürliche Begleiterscheinung des modernen Lebens erscheinen.

Ansonsten ein schöner Gedanke, aber eine Linke wird im "satten Deutschland" keine Mehrheit bekommen und als kleinerer Partei in Regierungsverantwortung verschlissen werden, so wie es bei der SPD offensichtlich ist. Die allerdings hat das auch als führende Kraft in einer Koalition allein geschafft und damit eine fatale Entwicklung eingeleitet.

Heinz 18.05.2017 | 16:37

Wer, bitte, ist Schulz?

«Lasst uns Sahra als Kanzlerkandidatin aufstellen damit eine Linke endlich den Schritt schafft sich vom Katzentisch zu befreien.»

Mir schwant, dir ist das Dilemma nicht bewußt.

Ich habe einmal beim Wahlomat zur NRW-Wahl 2017 nachgeschaut. An der Frage 24 möchte ich meine Meinung erläutern.

Wahlomat NRW-Wahl 2017, Frage 24. Das Land soll die Schulden überschuldeter Kommunen vollständig übernehmen.
Dafür: Piraten, Die Linke, Die Violetten, MLPD, Schöner Leben,
Neutral: Grüne, NPD, Tierschutzliste, BGE, REP, Gesundheitsforschung,
Dagegen: SPD, CDU, FDP, und die meisten anderen Parteien

Ich habe Verständnis dafür, daß eine Partei, die sich auf ein Thema spezialisiert hat, keine Aussage machen will oder kann.

Mit der Frage zur Übernahme von Schulden ist sowohl die umstrittene Bankenrettung betroffen, als auch der wirtschaftsliberale Umgang mit den Banken. Schon mit Basel II hatte eine GeschäftsBank die Pflicht, die Bonität der Kunden zu prüfen. Der abscheuliche Wirtschaftskrieg der Troika gegen Griechenland ist hier allen in der dFC bekannt. Eine Übernahme der Schulden, also ein Bail-Out, ignoriert die Verantwortung der GeschäftsBanken für die Vergabe ihrer Kredite. Seit der Finanzkrise seit 2007 ist Basel II noch verschärft worden zu Basel III – (eigentlich) war bereits die Finanzkrise eine reine BankenKrise und die sogenannte Bankenrettung ein eklatanter Fehler. Wer nach dieser Erfahrung für weitere Bankenrettungen offen ist, ist nicht ganz dicht.

In diesem Sinne halte ich den Satz: «Lasst uns Sahra als Kanzlerkandidatin aufstellen damit eine Linke endlich den Schritt schafft sich vom Katzentisch zu befreien.» für einen Denkfehler.

Sahra Wagenknecht versteht etwas von Wirtschaft (im Gegensatz zu vielen LINKEN) und darum halte ich diese Gleichsetzung für bedenklich., weil Banken retten ein originäres Element der Wirtschaftsliberalen ist, also der RECHTEN.

Fro 18.05.2017 | 19:35

Die meisten Positionen der Linken würden bei neutraler Präsentation und Vorkenntnis der Faktenlage, Zustimmung von 75-90% der Bürger erhalten. Für mich als Bürger vollkommen unverständlich, dass die Linke anscheinend kein Interesse daran hat, oder zu mutlos ist, sich offensiv als fähige Vertreter der unteren 85% zu präsentieren und ganz selbstverständlich die klügste Person aus ihren Reihen, die als solche auch von vielen Bürgern anerkannt wird, als Kanzlerkandidat/in ins Spiel zu bringen. Dazu müsste sie ja nicht unbedingt von der Partei ernannt werden...
Mir fällt zur Zeit auch keine bessere Kandidat als Frau Wagenknecht ein. Sie wird stetig besser, wäre aber zur Zeit immer noch keine mehrheitsfähige Kanzlerkandidatin. Macht aber nichts. Auch Frau Merkel ist es nicht, und auch Herr Schulz nicht ... Bei der französischen Präsidentenwahl gab es ebenfalls keinen einzigen mehrheitsfähigen Kandidaten …

Und Außerdem:
Falls Frau Wagenknecht keine Mehrheit für die Kanzlerschaft erhielte, könnte sie sich in einer Koalition für das Amt als Superministerin für das Wirtschafts-, Finanz- und Sozialressort zur Verfügung stellen.;)

koslowski 18.05.2017 | 20:07

Lasst uns Sahra als Kanzlerkandidatin aufstellen – Originell, muss man nach den Niederlagen der letzten Wochen erst mal drauf kommen.

Die Idee hat aber ihren Reiz. Sie könnte die Mehrheitsverhältnisse im „linken Lager“ verschieben: Intelligenz und Liebreiz von Sahra gegen den Bart aus Würselen, ökonomische Kompetenz gegen Versatzstücke neoliberaler Glaubensbekenntnisse, EU-Kritik gegen EU-Nostalgie, deutsch-russische Partnerschaft gegen NATO-Treue. Es fehlte zum Triumph nur noch eine Prise ethnischer Nationalismus.

An der erdrückenden Mehrheit von Mitte/rechts im künftigen Parlament würde ihre Kandidatur aber nichts ändern.

gelse 19.05.2017 | 05:44

>>Die meisten Positionen der Linken würden bei neutraler Präsentation und Vorkenntnis der Faktenlage, Zustimmung von 75-90% der Bürger erhalten.<<
Falls damit das Erfurter Programm gemeint ist: Das müsste mehrheitsfähig sein, ja. Allerdings kenne ich ausser meiner Wenigkeit niemand, der/die es gelesen hat.
Andererseits wird sehr viel Zeit fürs Fernsehen aufgewendet, weswegen Sahra Wagenknecht die bekannteste und beliebetste Politikerin der Linken ist.
Daraus ziehe ich zwei Schlüsse:
Fundiertes Argumentieren kommt, anders als oft behauptet, an.
Wenn die Linke die 10 % überspringen wollte, sollte sie Sahra mehr in den Vordergrund stellen.
Auch die Wagenknecht-Gegner in der PdL müssten ja eigentlich davon ausgehen, dass ihnen mehr Pöstchen zufallen könnten, wenn sie sich hinter ihre Genossin Sahra stellen… ;-D

Rüdiger Heescher 19.05.2017 | 11:05

Sorry, da muss ich dich enttäuschen. Ich hatte das Angebot nach Brüssel zu gehen (ich bin kein Verwaltunstyp. Ich verwalte nicht, sondern entwickle und baue auf mit Agenda setting) oder weiter zu machen (allerdings nur für OV Fraktions Aufbau, was zwar Spass macht, aber ich zu lange schon gemacht habe mit NGO). Ich bin aber selber gegangen und habe mir eine Auszeit bei der Revolution in Ägypten genommen. Dort habe ich wieder den Glauben an die Menschheit zurück gewonnen, auch wenn der arabische Frühling gescheitert ist im Sinne, wie ich es mir gewünscht hätte.

Nachdem Oskar wegging, war es nur noch absehbar, dass da nix mehr werden wird und man einigte sich nur auf devide et impera mit Flügelkämpfen.

Da ich das alles schon 2010 vorausgesehen habe, bin ich gegangen um im Raumschiff Berlin nicht zum Zyniker zu werden. (Das kann sehr schnell passieren, vor allem wenn im gleichen Zimmer mit Bartsch sitzt und sich seine Witze anhört)

Wenn ich merke, dass der Laden wieder funktioniert wie damals unter Oskar, dann trete ich gerne wieder ein. Ich bin nach Göttingen ausgetreten, was wirklich das Fass zum überlaufen brachte.

Ich sehe nur eine Chance für die Linke, wenn sie Oskar und Sahra folgt. Alles andere ist Zeitverschwenung. Dafür rühr ich keinen Finger. Ich bin kein Parteisoldat und werde es auch nie sein. Für mich geht es nur um die Sache.

Rüdiger Heescher 19.05.2017 | 11:32

Es ist ja nunmal ein Unterschied, ob die Linke 10 % hat oder irgend wann 30 % oder? Darum muss es gehen. Deswegen sagte ich ja, dass es keinen Sinn macht am Katzentisch Koalitionen einzugehen. Wenn eine Linke grösser wird als die SPD, dann sieht die Sache schon ganz anders aus und eine SPD müsste dann automatisch wieder sozialdemokratisch werden.

So wie es ausschaut muss sie aber das gleiche Schicksal ertragen wie in Holland oder Frankreich. Dafür muss dann die Linke einspringen und übernehmen. Nur das muss sie auch wollen und zeigen. Darum geht es.

Aussie42 19.05.2017 | 13:39

was die Linke jetzt braucht sind viele Nichtwähler an die Urne zu bringen um für sie zu stimmen.

Das stimmt nicht. Wenn man die Linke staerken will, sollte man moeglichst viele Leute, die den grossen Parteien nahestehen, zum nicht waehlen ueberreden. Von geringerer Wahlbeteiligung profitieren die kleinen Parteien. Warum? Die kleinen Parteien haben ihre Stammwaehler, die immer waehlen gehen. Nichtwaehler sind ueberwiegend potentielle Waehler der grossen Parteien. Da gibt's Fluktuation.

Ist Wahl Statistik.

Fro 20.05.2017 | 12:49

Ich denke, Frau Wagenknecht als Kanzlerkandidatin zu präsentieren, wäre vor allem ein selbstbewusstes Signal der PdL, dass sie sich selbst für mehrheits- und regierungsfähig hält.
Leute, die es sich „gemütlich in der Oppositionsnische“ mache wollen, finden natürlicherweise wenig Wähler ... Insofern sollte sich die Linke frech als einzig wahre Volkspartei mit Regierungsanspruch präsentieren.
Und die PdL sollte den erfolgbeschränkenden Namen „die Linke“ in „die Schlauen“, "die echten sozialen Demokraten“ oder frech die „wahre Mitte“ ändern – natürlich ohne Aufgabe ihrer klugen weitreichenden politischen Ziele."Mehrheitspartei" würde auch gehen.;)

pleifel 20.05.2017 | 14:13

Wie groß mittlerweile die Distanz zentraler Punkte zwischen Linke und SPD ist, lässt sich eindrucksvoll in einer Rede des Bundestagsabgeordneten Matthias Bartke vom 18.05.17 hören. Es betrifft Linke-Vorschläge zu GG-Änderungen hinsichtlich sozialstaatlicher Verbesserungen gegenüber Arbeitssuchenden und Arbeitslosen. (anlässlich asylrechtsverschärfender neuer Gesetzgebung).

Daraus MdB Bartke: "Wenn Sie (die Linke) das Recht auf frei gewählte Arbeit schaffen wollen, so sage ich ihnen: Das Grundrecht in einer sozialen Marktwirtschaft ist das nicht möglich". (so ab Minute 05:05)

Und da sich nun für die SPD nicht mehr die naheliegende Frage stellt, wie denn die Wirtschaftsordnung neu geregelt werden müsste, baut sie weiterhin auf Hartz IV, denn das gewährleistet genau die Zwangszuweisung in beliebige prekäre Jobverhältnisse, wie es dem Stand der sozialen Gerechtigkeitsvorstellungen zumindest vieler SPD-MdB zu entsprechen scheint. Hier gibt es wohl keine größere Schnittmenge mehr mit der Linken.

gelse 20.05.2017 | 15:45

>>Leute, die es sich „gemütlich in der Oppositionsnische“ mache wollen, finden natürlicherweise wenig Wähler ...<<
„Gemütliche Oppostionsnische“ geht natürlich nicht. Aber dass die Linke als Opposition ihr Profil schärfen muss um stärker zu werden ist trotzdem nicht falsch. Als Mehrheitsbeschaffer für Kapitaldienstleister zu fungieren, die sich „politische Partei“ nennen, wäre das Falscheste was sie tun kann.

Fro 20.05.2017 | 21:55



Ja, volle Zustimmung.

Aber du stimmst mir sicher zu, dass die Linke aus dem Jammertal der Mutlosen herauskommen muss, wenn sie noch eine Rolle bei der nötigen Erneuerung, hin zu einer fairen ausbeutungs- und herrschaftsfreien europäischen Gesellschaft, spielen will …

Ich hatte vor einiger Zeit meine oben skizzierten Gedanken in einem Blog und darauf folgenden Kommentaren etwas ausführlicher dargelegt.

"Links" ist die Mitte. Die Mitte ist schlau.