Wohin gehen wir als Menschheit?

Zivilisation Die Menschheit hat im Laufe der Zivilisationsentwicklung mehrere Stufen erreicht.
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Wir müssen zusehen, dass wir diese Entwicklung weiter vorantreiben, aber dürfen nicht resignieren und nur zuschauen, dass es keine Entwicklung gibt.

Die Flüchtlinge erzeugen einen Sachzwang, der uns vor der grossen Aufgabe stellt, unsere Werte zu erhalten und somit zu einem neuen Schritt weiter zu kommen in unserer Zivilisationsentwicklung. Sobald wir aber unsere Werte von Humanismus und Menschenrechte verkaufen für einen neuen Rückschritt in den Totalitarismus und Barbarei, zeigt sich, dass mit diesem System eine Entwicklung der Menschheit nicht möglich ist.


Was waren die Schritte in der Menschheitsentwicklung?


Zuerst haben wir Stammeskriege geführt um Ressourcen und haben uns das genommen, was wir brauchen und andere Stämme versklavt und ausgebeutet. Es gab also nur den Krieg als Mittel, um uns das zu besorgen und zu klauen, was wir brauchten. Krieg hat Menschen getötet und wir haben versklavt.
Der zweite Schritt war, dass wir Kriege ersetzt haben durch Handel. Man führt also mit Handel virtuell Kriege, die aber dann eher unblutig wurden und ersetzten Sklaverei durch Lohnarbeit. Ein wichtiger Schritt, der dann dazu führte, dass wir zwar weiterhin Ausbeutung betrieben, aber das systemisch durch Handel und Lohnarbeit, was Menschenwürdigkeit ermöglichte und nicht gleich alle umbringen mussten.

Wir haben jetzt aber den Höhepunkt erreicht, dass man Handel mit Kannonenbootpolitik durchsetzte seit 1815 und heute wieder keine andere Möglichkeit hat vermeintlich durch Kriege Handel durchzusetzen, was letztlich wieder zu einer Versklavung geführt hat und Ausbeutung incl. das Töten von Menschen. Dieses hat aber zur Folge, dass die Menschen sich das nicht gefallen lassen und so nur noch einen Ausweg sehen durch Völkerwanderung. Da wir nun aber Menschenrechte und Humanismus als unser Wertesystem verstehen seit neustem (erst seit der UN Charta als universelle Werte), müssen wir uns jetzt Gedanken darüber machen, ob dieses Handelssystems unterstützt durch Kannonenbootpolitik wirklich effektiv ist, ohne dabei Humanismus und Menschenrechte aufzugeben.


Es gibt jetzt also nur zwei Wege in welche Richtung wir gehen können.


Der eine führt zurück in Sklaverei und Barbarei und unsere Zivilisationsentwicklung wird zurück geschraubt auf Null, oder wir gehen jetzt einen Schritt weiter und geben unser kapitalistisches Handels-, Ausbeuter-, Freihandels-, Lohnarbeitssystem auf, wenn wir Humanismus und Menschenrechte erhalten wollen und ernst nehmen.
Nur diese beiden Wege stehen uns jetzt offen. Wir stehen an einem Scheidepunkt, wo es sich entscheidet für uns als Menschheit insgesamt, ob wir einen Zivilisationssprung hinbekommen, wie damals, als man Handel durch Krieg ersetzte, oder ob wir zurück in die Barbarei gelangen.
Das ist nicht übertrieben und auch nicht pathetisch. Das ist unsere Aufgabe, genau dieses zu reflektieren.
Der Klimawandel steht uns bevor und wir können jetzt die richtigen Weichen stellen für eine weltweite "Revolution", die uns als Menschheit weiter bringt. Die Völkerwanderung wird gerade in den nächsten 10 Jahren nochmal verstärkt werden durch den Klimawandel. Wir reden dann nur noch von Klima- oder Wirtschaftsflüchtlingen. Der Klimagipfel in Paris hat gezeigt, dass man sich schon darauf einstellt und versucht die Spitzen einer solchen Völkerwanderung zu verhindern dadurch, dass man die Länder des Südens sich entwickeln lassen will, was man bisher immer verhindert hat. Nur wird ein Kapitalismus dieses nicht erlauben. Wir haben also einen Sachzwang, der uns darüber reflektieren lassen muss, ob wir mit diesem System wirklich eine Völkerwanderung verhindern können. Anonsten werden wir einen Weltkrieg haben in den nächsten 20 Jahren, der uns als Menschheit insgesamt in die Steinzeit bombt. Zivilisation wie wir es heute kennen, wird man dann nur in Geschichtsbüchern nachlesen können.

20:55 03.02.2016
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Geschrieben von

Rüdiger Heescher

Rüdiger Heescher ist Gründungsmitglied von attac und hat von 2006-2010 für die Bundestagsfraktion und Parteivorstand der Partei Die Linke gearbeitet.
Rüdiger Heescher

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