Jewgeni Prigoschin: vom Saucier zum Legionär im Ukraine-Krieg

Porträt Der bekannte Restaurantinhaber gilt als Mann hinter der „Gruppe Wagner“. Mit Trollfabriken verbreitet er Propaganda für den Kreml und weitet seinen politischen Einfluss in Russland aus
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 50/2022
Sieht so ein Mann aus, der Gefängnisinsassen in den Krieg schickt? Ja.
Sieht so ein Mann aus, der Gefängnisinsassen in den Krieg schickt? Ja.

Foto: Mikhail Svetlov/Getty Images

Plötzlich wurde Jewgeni Prigoschin über St. Petersburg hinaus bekannt. Russland hatte 2014 begonnen, separatistische Milizen in der Ostukraine zu unterstützen, und griff ab September 2015 in Syrien ein, um die Armee des Präsidenten Baschar al-Assad zu entlasten. In beiden Fällen ergingen Kampfaufträge auch an Legionäre der „Gruppe Wagner“, benannt nach dem deutschen Komponisten Richard Wagner. Unabhängige russische Medien waren die ersten, die diesen paramilitärischen Verband mit Jewgeni Prigoschin in Verbindung brachten, den man bis dahin als Eigentümer von Petersburger Restaurants kannte. Als solcher hatte er zuweilen das Catering staatlicher Veranstaltungen übernommen und 2001 ein Festessen für den französische