Regenmacher und Anti-Terror-Kämpfer

Abdelaziz Bouteflikas triumphaler Sieg in Algerien Nach der Wahl ist vor der Wahl
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Wäre es nach Algeriens Presse gegangen - der einzigen eines islamischen Landes, die nicht zensiert wird - hätte Präsident Bouteflika bei den am 8. April stattgefunden Wahlen nicht mit 83, 5 Prozent der Stimmen gewonnen, sondern keine Chance für eine zweite Amtszeit gehabt. Die Zeitungen warfen ihm nicht nur diktatorische Ambitionen vor, sondern konfrontierten ihn mit sämtlichen Projekten, die misslungen sind oder gar nicht erst angegangen wurden. Die Medien, die einen hohen Blutzoll dafür zahlten, sich als demokratisches Gegengewicht zum islamistischen Terror der zurückliegenden Jahre positionieren zu können, verzeihen es dem Präsidenten nicht, bei seinem Friedensprojekt Concorde civil (der "Bürgerversöhnung") die Islamisten bevorzugt