Siniora im Großen Serail

Der Konflikt im Libanon Es ist seltsam und aufschlussreich zugleich, dass ausgerechnet Syrien dazu aufgefordert wird, sich nicht einzumischen
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Nach knapp anderthalb Jahrzehnten der inneren Erholung liegt erneut der Fluch eines Bürgerkrieges über dem Libanon. Seine Vorzeichen sind Morde an Politikern, die allzu voreilig Syrien in die Schuhe geschoben werden, gewalttätige Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten sowie die Belagerung des Regierungspalastes durch ein riesiges Aufgebot, zu dem die Hisbollah - aber nicht nur sie - in der Lage ist. Dadurch soll endlich eine Koalition erzwungen werden, die der innerlibanesischen Kräftebalance Rechnung trägt.

Dass die westlichen Regierungen telefonisch oder gar - wie Frankreichs Präsidentschaftsbewerberin Ségolène Royal in persona - Premier Siniora zum Durchhalten aufrufen, dass der deutsche Außenminister nun endlich doch nach Damaskus geflogen