Sägerei

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RE: Zündprobleme | 09.09.2018 | 20:48

Erfolgreiche linke Politik lebte immer von guten Rhetorikern und Führungspersönlichkeiten. Ich habe kein Problem damit, mich in den Dienst einer Sarah Wagenknecht zu stellen. Als weiblicher Aspi hat sie jedenfalls keine Profilneurose.

RE: Im Reich der Gier | 05.09.2018 | 21:52

Als meine Tochter vor ein paar Jahren nach Neuseeland gereist ist habe ich ihr unmissverständlich klargemacht, dass ich es sehr begrüßen würde wenn sie dort bleiben würde. Sie hat einen guten Beruf und das richtige Alter. Sie hat leider nicht den erhofften Schäfer fürs Leben getroffen. Jetzt ist sie wieder hier und will schwanger werden. Reden Sie das mal ihrer eigenen Tochter aus. Es bricht mir das Herz.

RE: Im Reich der Gier | 05.09.2018 | 16:28

Geschichtsschreibung, Schuldzuweisung, Erklärungen, die nicht an den Herrschaftsstrukturen kratzen. Keine Zinsen mehr zu bekommen ist für die deutsche Mittelschicht die schmerzhafteste Folge von 2018, wie Mr. Varufakis ausführte. Das bleibt so bis zur nächsten Nachkriegszeit. Kapital ist jetzt wieder etwas für professionelle Kapitalisten. Für Kleinbürger auf der Suche nach dem finanziellen Perpetuum Mobile ist das Thema verbrannt. Wir sollen gefälligst arbeiten, unsere privaten Versicherungspolicen und Konsumentenkredite bezahlen. Mit dem erwirtschafteten Mehrwert sollen wir die Realwirtschaft am Laufen halten, uns aber aus dem Kapitalmarkt weitgehend heraushalten. Selbstständig machen? Nur wenn Du über Sicherheiten verfügst, die Deinen Investitionskredit doppelt und dreifach absichern. Komm, geh arbeiten und überlass die Investitionslenkung anderen.

Zu der Regulierungskrise, die Mr. Varufakis beschreibt kommt ja noch die ökologische Krise und die massive Überbevölkerung (jedenfals gemessen an unserem Lebenswandel). Auch hier punkten die Faschisten. Einerseits leugnen sie das alles aus machtstrategischen Gründen komplett, andrerseits bereiten sich die radikalsten unter ihnen auf den Tag vor, an dem die Supermärkte nicht mehr beliefert werden (sog. Prepper). Seit 40 Jahren raunt die ur-grüne Weissagung der Hopi in unseren Schädeln ("wenn der letzte Fisch gefangen..."), und es spricht wirklich sehr viel dafür, dass wir mit China und Indien im selben Boot einen Punkt ohne Widerkehr überschritten haben. Für diejenigen, die individuell überleben wollen ist das Preppen ein sinnvolles Hobby. Für diejenigen, die kollektiv überleben wollen ist die Aufrechterhaltung von Ordnung das entscheidende Argument pro Faschismus. Ich glaube, dass Geheimdienste ganz ähnliche Perspektiven aus ihren Erkenntnissen ableiten. Anarchie unter Millionen von lebensuntüchtigen Wohlstandszombies (mich eingeschlossen) mag ich mir auch nicht ausmalen.

Die liberale Fraktion scheint das Thema ebenfalls aus machtstrategischen Gründen auszublenden. Bei deren federführenden Vertretern habe ich den Eindruck, dass sie komplett der US-Ostküstenelite folgen, einerseits wegen des unbeschränkten Kapitals (s. Artikel), andererseits weil dort die größte Expertise in modernem Zivilisationsmanagment zu finden ist. Diese "progressiven" Kräfte wollen alles tun was technisch und kulturell möglich ist, um ohne Zivilisationsbruch so viele Menschen wie möglich durchzubringen (aber wohin?). Mit Trump und Co. bricht ihnen sowohl das Kapital als auch die Regulierungsfähigkeit weg. Der Neofeudalismus, der da auf uns zurollt braucht keine Lösungen für irgendwas zu entwickeln. Er muss nur seine Gefolgschaft unter Kontrolle halten und alle anderen ihrem Schicksal zu überlassen.

RE: Im Reich der Gier | 05.09.2018 | 12:33

Wenn es die syrischen Flüchtlinge nicht gäbe, dann müsste halt der Afghane den Sündenbock geben, notfalls reichen auch zehntausende statt hunderttausende Flüchtlinge solange auch nur einer von ihnen kriminell wird. Oder irgendwas anderes. Dann gibt es noch den Islam der schon längst hier angekommenen. Man kann ja sogar einen einzigen Musel für das Ausscheiden der WM verantwortlich machen. Seit 2001 ist Islam der Gegner in einem globalen Kampf ums Abendland. Noch nicht gemerkt? Kann man abstreiten, tun viele Mitbürger aber nicht.

Ich kann einiges davon aus eigener Alltagserfahrung nachvollziehen. Es gibt Gründe warum Muslime auf der ganzen Welt größere Vorbehalte zu überwinden haben als andere. Aber Du musst das auch mal aus der Sicht der europäischen Oberschicht betrachten. Es gibt kein besseres Mittel, Löhne zu drücken und die domestizierte Bevölkerung mit lebenshungrigen, im Kern ultrakonservativen jungen Leuten aufzupimpen, die gegen linke Vorstellungen total immun sind. Die Großkopferten haben mit denen nur geschäftlich zu tun oder auch mal mit gern gesehenen saudiarabischen Alpentouristen im Luxussegment.

Wir dagegen müssen uns mit ihnen die Mietskasernen und Schulen teilen. Eine Zeit lang ging das noch so lala, aber mittlerweile kann man die Früchte des Zorns ernten weil eine steigende Zahl von Mitbürgern nicht mehr gewillt ist, die Integrationskosten (bzw. die Folgen nicht erfolgter Integration) zu tragen. Genau das ist jetzt die Ernte, die die rechten Politiker einfahren, zuallererst wohl die rechte F.D.P. (unvergessen Möllemanns "Gesellschaft für Deutsch-Arabische Freundschaft"), die radikalen in der CDU und ihr populistischer Arm, den man heute "AfD" nennt (ex "Vertriebenenverbände").

Der Irrsinn, dem jetzt die politische Linke anheimgefallen ist besteht darin, dass sie aus antirassistischen Motiven Leute mitverteidigt, die eigentlich nur einen Rechtsanwalt bräuchten.

RE: Wir haben immer noch uns | 04.09.2018 | 01:13

Wo ist eigentlich Helene Fischer oder die Frau Berg oder der alte Kaiser oder auch irgendein Heini vom "Kessel Buntes" wenn man sie mal braucht?

Die sind alle komplett unpolitisch? Ach wirklich, sind sie das?

RE: Es sind keine Anfänge mehr | 31.08.2018 | 17:20

Castorf ist eine Petitesse. Vielleicht solltest Du Dir mal einen Überblick verschaffen wie viele doppelt vorhandene Institutionen beider Stadthälften nur noch in Ostberlin existieren. Ihr habt die westberliner Infrastruktur, vor allem die Universitäten, komplett ausgeblutet. Aber das ist ja alles vollkommen wurscht. Diepgen und Co. haben mit der Bankenpleite etwa 3 Flughäfen verbrannt, und wenn sie in der Öffentlichkeit auftauchen fliegen ihnen die Berliner Herzen zu.

RE: Es sind keine Anfänge mehr | 31.08.2018 | 16:35

Mir brauchen Sie das nicht zu sagen, und ich habe auch meinen Engelmann gelesen (bekam ich 1980 von meiner kommunistischen Oma). Erzählen Sie das ihren Landsleuten, die es bis heute nicht begriffen haben. Die Afden stehen für eine Verschärfung des bestehenden Systems. Die Ostzone ist nach 27 Jahren derart auf den Hund gekommen, dass sie Selbstmord aus Angst vor dem Tode betreibt.

RE: Es sind keine Anfänge mehr | 31.08.2018 | 00:18

Oh, da fällt mir kurz vorm Einschlafen noch das Wort "Zonenrandgebiet" ein. Das war in der BRD ein Streifen von ca. 20km entlang der Zonengrenze und markierte den östlichen Rand der kapitalistischen Zone, also eine Randlage, die einer staatlichen Subvention teilhaftig wurde. Ja, ich wuchs im Zonenrandgebiet auf, auch wenn die Stadt Wolfsburg selbst nicht dazugehörte.

RE: Es sind keine Anfänge mehr | 30.08.2018 | 22:07

In der Tat bin ich in Wolfsburg aufgewachsen wo mich vor wenigen Wochen ein eingepisster alter Mann in breitestem Sächsisch auf die unsäglichen Zustände wegen der ganzen Araber hinweisen musste. Wäre mir sonst nicht aufgefallen, aber nun gut.

RE: Es sind keine Anfänge mehr | 30.08.2018 | 21:32

Es ist die östliche Sonderwirtschaftszone. Abgesehen von gewissen "kulturellen Eigenarten", wegen der wir uns hier versammeln, ganz und gar unselbstständig.