Strompreis um 2/3 senken

oder Klima retten? Eigentlich könnten alle privaten Haushalte Ihren Strom fast umsonst bekommen, wenn die Energiekonzerne auf ihre immensen Gewinne verzichten würden.
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Aktuell läuft gerade wieder auf allen Kanälen eine Kampagne mit dem Inhalt, die Einspeisevergütung sei für den ständigen und dramatischen Anstieg der Stromkosten für die Haushalte verantwortlich.

Gleichzeitig bringt unsere Regierung ein neues Gesetz auf den Weg, dass die Verbraucher auch für das Risiko der Errichtung von Windparks auf hoher See zahlen sollen.

Dabei muß man sich schon fragen, ob alle Medien und Politiker einfach nicht die Grundrechenarten beherrschen oder ob sie gezielt dreist lügen und davon ausgehen, dass sowieso keiner rechnen kann?

Rechnen wir einmal mit dem letzten Jahr für das alle Zahlen vorliegen:

23 Milliarden € Gewinn erzielten im Jahr2009 die Energiekonzerne.

Die Einspeisevergütung betrug in 2009 insgesamt 5,3 Milliarden €.

Hätte der Gesetzgeber also irgendein Interesse, die Haushalte von Energiekosten zu entlasten, dann könnte er die Kosten der Einspeisevergütung einfach auf die Energiekonzerne umlegen statt auf die Haushalte und diese könnten trotzdem weiterhin exorbitante Gewinne erzielen.

Genau genommen gibt es ca. 40,3 Millionen Privat-Haushalte in Deutschland.

Durchschnittlich verbraucht ein Haushalt in Deutschland Strom für ca. 820 €.

Etwa 14 % dieser Kosten gehen auf die Einspeisevergütung (StrEG/EEG) zurück.

55 % dieser Kosten hingegen gehen an die Energieversorger, der Rest sind Steuern und andere Abgaben (31%).

Aus diesen Zahlen wird deutlich: wer niedrigere Strompreise für Haushalte durchsetzen will, könnte jederzeit eine der anderen Steuern und Abgaben (Stromsteuer, Mehrwertsteuer, Konzessionsabgabe) senken.

Oder er würde eben die Energiekonzerne verpflichten, die Kosten der Einspeisevergütung selber zu tragen anstatt sie auf die Verbraucher umzulegen.

Dazu mal eine provokante Rechnung: Würden die 23 Milliarden € Gewinn der Stromkonzerne als Ermäßigung auf die 40,3 Millionen Privathaushalte umgelegt, so hätte jeder Haushalt eine Ersparnis von 570,72 € pro Jahr (gegenüber der durchschnittlichen Gesamtrechnung von 820 €). Also eine Ersparnis von mehr als 2/3 der Stromkosten.

Dies wäre zwar auf den ersten Blick verlockend, aber sicherlich energiepolitisch unklug, da der Druck auf den Verbraucher nachlassen würde, Strom zu sparen.

Energiepolitisch sinnvoll wäre es hingegen, die Energiekonzerne dazu zu zwingen einfach mal 10 Jahre lang ihre Gewinne in einen Fond einzuzahlen, der ausschließlich den Ausbau regenerativer Energien betreibt.

Damit wäre eine echte Energiewende problemlos zu bewerkstelligen, innerhalb der kommenden 10 Jahre wären wir bei einem Anteil an erneuerbaren Energien von 100%.

Mal abgesehen von den positiven Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Konjunktur, wenn Investitionen in solchem Umfang in Deutschland investiert würden, anstatt sie an Aktionäre auszuschütten, die dann damit Finanzblasen in aller Welt nähren.

Kleinere Ungenauigkeiten und Unpräzision möge man mir verzeihen, so gibt es beispielsweise unterschiedliche Angaben über den durchschnittlichen Stromverbrauch eines Haushalts in Deutschland, aber auch durch einige Prozente Abweichung ändert sich das Gesamtbild nicht.

Auch ist klar, das die 23 Milliarden € Gewinn aus 2009 ein Rekordwert waren, aber ich prognostiziere, dass wir schon bald neue Rekorde sehen werden.

Nicht zuletzt Dank des Bestrebens unserer Regierung mit den Offshore Windparks die Monopole der Energiekonzerne auszubauen.

00:35 02.09.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Salamanda

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