salvo

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RE: Operation Regime Change | 04.07.2015 | 09:18

sehr deutlich dazu der französische Ökonom Jacques Sapin

der Euro ist keine Währung, auch kein ökonomisches Projekt, es ist eine Regierungsmodalität, die darauf abzielt, die Regeln des Neoliberalismus gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen

“….. we are faced with an unheard of abuse of power. It is equal only to the decision of the European Central Bank to cut off the Target2 accounts (the electronic system of intra-zone transfers) of Greek companies, thus organizing an artificial penury of liquidities in Greece, a penury which weighs dramatically on the situation of the population and compromises the holding of the referendum. This is the first time in History that a Central Bank organizes a financial crisis within the zone for which it is responsible, not out of incompetence but with intent. Again, we are faced with an unheard of abuse of power. This abuse of power signifies in reality that, without saying so, the ECB has excluded Greece from the Eurozone. If such were not the case, the ECB should have continued to respect the Target2 accounts of companies. This means that the Eurogroup as well as the ECB do not respect Greek sovereignty. We are back to the situation of the 1960s when Leonid Brezhnev was affirming the doctrine of the « limited sovereignty » of the Eastern countries in regard to the Soviet Union. ……..
We can deduct from this that the Euro is not a currency, nor even an economic project, but that it is a mode of government aiming at imposing the rules of neo-liberalism against the opinion of the peoples. Such is the logical conclusion of the denials of democracy which we have described and which the Greek government, with much courage and discernment, allowed to uncover. Maintaining the Euro is not justified by economic arguments, but essentially by the political will of domination which is today incarnated by Germany, but which extends itself, never mind whether we call it « collaboration » or « Stockholm syndrome, » to the political leadership of Spain, France and Italy. From this point of view, the absence of a French policy, or more precisely the compassionate servility it demonstrates towards Germany on the question of Greece, is most instructive.”

https://russeurope.hypotheses.org/4048

RE: Mehr als ein Attentat | 25.06.2015 | 15:06

sehr richtig, siehe auch hier, white supremacy ist nicht nur in den usa weit verbreitet, sondern es bildet die idelogische Stütze der westlichen Gesellschaften, historisch in deren kolonialer Vergangenheit begründet, die niemals wirklich verarbeitet und überwunden wurde. http://www.salon.com/2015/06/25/dylann_roofs_extremism_is_not_an_aberration_there_are_millions_who_adhere_to_his_white_supremacist_views_across_western_nations/ btw ... ich zitiere aus dem verlinkten Artikel "And yet where were the world leaders descending upon Charleston to hold vigil for the victims and declare solidarity with their cause? Where were the hundreds of thousands calling for the dismantling of these radical organizations and their hateful, oppressive ideology?" ja, wo waren sie denn, die 'demokratischen' Führer und die betroffenen Massen, die für 'Pressefreiheit' und unsere überlegenen (weißen) Universalwerte demonstrierten, und die alle zu Charlie wurden, sich selbst selbstgefällig viktimisierend. Wo waren sie denn nach Charleston?

RE: Hört nicht die Sirenen | 25.06.2015 | 12:51

ich finde, man sollte eher die hypokritischen Warner von 'links' ignorieren, erst recht wenn sie den deutschen Gewerkschaften angehören, die jahrelang in Deutschland den Lohndumping aktiv mitgestaltet haben, der zu den Ungleichgewichten in der Eurozone geführt haben. Deutschland hat, wie nicht nur Bill Mitchel, Yves Smith, und Flassbeck wiederholt belegen, die Regeln jahrelang verletzt, ein Wiederholungstäter, der skrupellos seine Macht benutzt, um seine Machtposition im Währungsverbund zu verbessern http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=30887 hat durch fortgesetzten Lohndumping (mit Unterstützung der deutschen gewerkschaften) seiner exportorientierten Wirtschaft gegenüber den eurozone-Konkurrenten einen immensen Wettberwerbsvorteil geschafft, der sich in wachsenden Außenhandelsüberschüssen niederschlägt (in Defiziten dei den anderen), und der durch die Einheitswährung perpetuiert wird, da diese für Deutschland deutlich unterbewertet ist. Deutschland (bzw das deutsche Kapital) profitiert wie kein anderer vom euro, das ist der Grund, aus dem der deutsche Gewerkschafter die Einheitswährung behalten will. Für die anderen ist sie eine Katastrophe. und nun sollen wir glauben, dass eine weitere politische Integration die realen Machtverhöltnisse unterläuft, die wir heute beispielhaft im Umgang mit der griechsichen Regierung betrachten können, und die entstandenen Machtasymmetrien überwindet? Das gegenteil wird passieren: Auf Grundlage der derzeitigen national definierten Machtverhältnisse (bildhaft: Deutschland führt, und Frankreich darf ein Bißchen, wenn es sich anpasst, der Rest hat zu folgen), werden die europäische Institutionen, die aus einer vertieften Integration resultieren, die bestehenden Machtasymmetrie verfestigen und die Ungleichgewichte verschärfen, auf politischer, ökonimischer und erst recht auf sozialer Ebene Die Analyse von Hr. Watt ist zweilsohne von einem beträchtlichem Eigeninteresse geleitet. Daher unaufrichtig und falsch.

RE: Der unnatürliche Tod eines Grünfinken | 18.06.2015 | 12:29

apropos Massensterben "Researchers find that species we ignore, such as snails, are disappearing at a rapid pace—a sign that a mass extinction is upon us." http://www.takepart.com/article/2015/06/17/silent-extinction-wiping-out-worlds-wildlife

RE: Im Namen der Toten | 17.06.2015 | 14:43

ja, der Tod ist ein Meister aus Deutschland, auch wenn er mit der Zeit sein Instrumentarium wechselt http://www.nakedcapitalism.com/2015/03/austerity-kills-economic-distress-seen-culprit-sharp-rise-suicide-rate-among-middle-aged.html

RE: Arm, abgehängt, apolitisch | 27.05.2015 | 09:57

hmm... ich finde den Zynismus dieser Pseudo-Auseinandersetzung mit den Folgen der von interessierter Seite getroffenen politischen Entscheidungen nur noch abstoßend. Die selbst abgehängte politische Klasse samt ihrer massenmedialer Helfershelder treibt lediglich die Sorge um die diskursive Erosion ihrer Legitimationsgrundlage. Wenn die sozial 'Abgehängten' doch nur ihrer staatsbürgerlichen Pflicht nachkommen würden, dann wäre alles gut und ihr Abgehängstsein könnte weiter ignoriert werden

RE: Nehmt eure Träume ernst! | 22.05.2015 | 12:26

hmmm... liest sich wie das ewige (angebliche) geringere parteipolitische Übel im Kapitalismus: Die Sozialdemokratie. Ich befürchte, podemos wird die selbe 'realpolitische' Fratze ereilen wie syriza. https://www.jacobinmag.com/2015/05/podemos-iglesias-spain-elections-populist/

RE: Aus niemals wird heute noch | 07.04.2015 | 09:58

ich frage mich, in welchem Sinne der M5S als populistisch markiert wird? Wird er damit assoziiert, weil 'Populismus' im unreflektierten herrschenden Sprachgebrauch auf seine pejorativen Konnotationen reduziert worden ist? Warum wird dann noch eine Verbindung zur chauvinistischen Lega Nord suggeriert? So wird eine gesamte Bewegung stigmatisiert, die derzeit immerhin um die 20% Zuspruch erhält und die einzige ernstzunehmende parteipolitische Opposition zu den neoliberalen Eliten um Renzi, Draghi, Merkel & Co ausmacht. So einfach macht es sich die 'Linke' hierzulande (weshalb ich sie schon längst nicht mehr ernst nehme.) Ich vermute aber, dass solche Feindseligkeit ihren verborgen Grund im Bestreben seitens des M5S haben mag, den irrsinnigen Euro-Käfig und somit der deutschen Dominanz zu entkommen, in welcher sich große Teile der deutschen 'Linke' unausgesprochen eingerichtet haben. Wer sich wirklich fair und kritisch mit dem M5S auseinandersetzen möchte, der sollte bitte auf die vielen Aktivisten auf lokaler Ebene zugehen und nicht einfach Werturteile aus MS-Quellen übernehmen. Ich verfolge die Bewegung aus kritischer Distanz und bin nicht organisatorisch mit ihr verbunden. Was ich aber nicht ausstehen kann, ist die Arroganz in pseudo-aufklärerischem Gewand, mit der gerade hierzulande der Einsatz von Tausenden Aktivisten verleumdet wird.

RE: Kleiner Mann, was tun? | 30.03.2015 | 13:13

btw zur Veranschaulichung des unreflektierten Umgangs mit dem Populismusbegriff gerade auch im sich für kritisch und fortschrittlich, also links, haltenden Sprachgebrauch:

"Zahlreiche populistische Vorurteile gegen die angeblich reformfaulen Griechen", so kann man in einem heutigen Artikel auf telepolis lesen

http://www.heise.de/tp/artikel/44/44531/1.html

Dass es sich hier um Vorurteile handelt, dürfte unbestritten sein. Dass solche Vorurteile 'populär' im Sinne von weit verbreitet sein dürften, verdankt sich wohl auch dem Umstand, dass die Sprache und Bilder, die sie verstärken, massenmedial dauernd reproduziert werden. Warum sollten sie aber 'populistisch' sein? Aus 'linker' Perspektive hierzulande dürfte sich die Assoziierung von Vorurteil und Populismus zum Einen dem Elitismus im linken Group Think verdanken: Sie dient der symbolischen Abgrenzung zum 'Pöbel' und soll somit identitätsstiftend wirken. Zum anderen offenbart sie aber auch, wie bereitwillig der vordergründlich linke Diskurs hierzulande den herrschenden Sprachgebrauch übernimmt und so wiederum andere Vorurteile verstärkt, in diesem Falle jenes, nach dem der 'einfache Mann' mit der 'Komplexität der zur Entscheidung stehenden Sachverhalte überfordert ist und so die politische Entscheidungsfindung an sich angeblich interessenneutralen technokratischen Eliten möglichst überlassen werden sollte.

RE: Kleiner Mann, was tun? | 30.03.2015 | 09:23

das Problem ist, dass der Begriff des Populismus im herrschenden Diskurs, dh in neoliberal geprägten, vorwiegend in seiner pejorativen Dimension benutzt wird. Herrschaft hat nunmal ein Interesse, jede von unten stammende politische Bewegung diskursiv zu diskreditieren, und an dieser Diskreditierung beteilgt sich auch die etabilierte 'Linke', die eine Herrschaft stabilisrende Funktion innehat und dafür mit Privilegien belohnt wird. Daher haben im herrschenden, von den Herrschenden kontrollierten Diskurs, die historischen Wurzeln des Populismus keinen Platz:

Hier ein Auszug aus einem Text von W. A. Peffer, Senator der US Populist Party

"The Populist claims that the mission of his party is to emanci pate labor. He believes that men are not only created equal, but that they are equally entitled to the use of natural resources in procuring means of subsistence and comfort. He believes that an equitable distribution of the products and profits of labor is essential to the highest form of civilization ; that taxation should only be for public purposes, and that all moneys raised by taxes should go into the public treasury ; that public needs should be supplied y public agencies, and that the people should be served equally and alike."

http://www.jstor.org/stable/pdf/25103240.pdf?acceptTC=true

btw ... die antipopulistische Haltung vor allem der etabilierten deutschen Linke ist m.E. unter anderem auch in der derzeitigen hegemonialen Rolle Deutschlands in Europa begründet.