Anleitung zum Pessimismus

Staat Gesetze Fragment, Anti Philosophie
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1 Der verlorene Blick für den anderen

Die Geschichte als Jesus zornig war und über die Zinswucherer fluchte, zeigt, daß die neue Erzählung die alte ist. Die moderne Gesellschaft ist die alte, die von Eigeninteressen zerfressen wird, in der Spannung zwischen Subjektivität und Objektivität, wie es Jaspers sagt.

Der Lobbyismus zeigt, daß der Bürger nicht sicher sein kann, welche Interessen der Abgeordnete vertritt.

Immer mehr sehen diese Interessenpolitik als Verrat an , dies steigert den Pessimismus, der eine der Krankheiten der Zeit ist, die den Menschen die Hoffnung nimmt, auf ein besseres Leben. Sie resignieren, werden depressiv, krank, leiden an psychischen Krankheiten, oft auch wegen Selbstüberschätzung, massiv werden die Menschen durch Werbung und Konsum beeinflußt.

Manchem hilft nur die Flucht in die Fantasie, mittels Ablenkung durch Medien, Internet etc., der Mensch relativiert sein Leben, da jeden Tag eine neue Wahrheit geboren wird, jeden Tag Eigentherapie morgens vor dem Spiegel, bringt die Frage nach dem Sinn des Lebens in das Zentrum der Gedanken, die älteste philosophische Frage, die ganze Bibliotheken füllt.

Heute gibt es weniger soziale Kontakte, die Vereinzelung nimmt zu, die Einsamkeit wird therapiert mit Videospielen, Internet, Fernsehen, Gesprächstherapie, die die Priester zunehmen ersetzt, oder den Partner, früher ging die Oma zur Post, wenn sie Probleme mit der Telefon Rechnung hatte.

Heute begrüßt einen die Roboter Stimme, die den Menschen ersetzen sollen, aber nicht können.

In der S Bahn ist der eine mit dem I Pad beschäftigt da, der andere hört Musik MP3, hat Knöpfe im Uhr, der nächste starrt auf das Smart Telefon.

Diese zerstört den Blick für den anderen. Die Sprachlosigkeit scheint um sich zu greifen. Und die Sprache wird zu Chiffre,. Es werden Dialoge im Chat Room geführt. Oder per SMS, oder Email. Die den Dialog nicht ersetzen können. Dies führt zur Entfremdung und fördert den Narzißmus. Der scheinbare Individualismus ist eigentlich ein zunehmender globaler Konformismus.

Die Nächstenliebe propagiert vom Christentum ist mit dem Kapitalismus nicht vereinbar. Da hier Machinteressen dem Mensch-Sein in Sozialität widersprechen, da Gewinne die oberste Maxime zu sein scheint. Der Nächste ist nicht Mit-Mensch, sondern Konkurrent, im zunehmenden Verteilungskampf.

Die bürgerliche Gesellschaft entwickelte sich aus dem Streben nach Besitz. In den Anfängen Landwirtschaft und Handel. Bald ging es um Rohstoffe, wie Erze und Gold. Hier entbrannte ein ewiger Kampf.

Es wurde Krieg geführt, Gesetzte geschaffen, die dem Sieger Legalität bescheinigte. Nationen wurden zu Abkommen gezwungen, wenn es um sich Schürfrechte oder Ölbohrungen drehte. Einheimische stellten sich auf die Seite der Besatzer.

Selbst in der Gegenwart wird das Gesetz gebrochen. Menschen verschwanden im Irak und Afghanistan im Gefängnis. Es kam zur Folter.

Der Besitz brachte die Unterschiede unter Menschen stärker deutlicher zum Tragen.

Für den Verlust von Freiheit und Autonomie sieht Rousseau die Einführung des Privateigentums als Ursache: „Der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen »Dies gehört mir« und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wie viel Elend und Schrecken wäre dem Menschengeschlecht erspart geblieben, wenn jemand die Pfähle ausgerissen und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: »Hütet euch, dem Betrüger Glauben zu schenken; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass zwar die Früchte allen, aber die Erde niemandem gehört.“[2

Der Nomade kannte keine Staaten, keine Grenzen. Es gab keine Klassen. Doch es bildeten sich Hierarchien. Der eine war halt erfinderischer als der andere. Oder hatte mehr Chuzpe und war gewitzter. Die Frage taucht auf, wie oder wer reklamierte Land für sich, war es nicht ein Akt der Gesetzlosigkeit?

Hier begann die Zeit der Übergriffe, der Zugriff auf Mensch- und Natur Ressourcen. Menschen wurden versklavt oder sogar getötet, um Land an sich zu reißen. Bäume wurden abgeholzt. Metalle vergifteten Gewässer.

Das Tier war schutzlos, als Besitz des Menschen angesehen. Dies zeigt sich heute drastisch in der Tierzucht. Das Tier wird nicht mehr als Wesen anerkannt. Sondern es ist im Großen und Ganzen nur noch ein Produkt.

Von Anfang war eine Kluft zwischen den Menschen, auch aus biologischen Gründen, einer war stattlicher, klüger, stärker, war im Denken schneller, oder ein Verbalgenie, ein Rhetoriker, er wurde zum Führer ernannt. Die Gesetze waren zunächst nur normative, diese gestaltete sich aus dem Zusammenleben.

Später entwickelten sich staatliche Gesetze, die der Mensch schon immer zu umgehen versuchte, in der heutige Zeit, stellen Konzerne Steuerfachleute und Anwälte ein, um so wenig wie möglich Steuer zu zahlen.

Die normativen Gesetze verändern sich laufend, heute wird Homosexualität oder ein an Schizophrenie erkrankter, ganz anders betrachtet, oder die Ehe, auch die staatlichen werden bearbeitet, stetig, da der Staat Schlupflöcher zu stopften versucht.

Es wird immer von einem starken Staat geredet, doch wenn die Gesetze ein großes Ungleichgewicht schaffen, bringt der Staat sich selbst in Gefahr, was man an hoher Arbeitslosigkeit und Armut in Europa festmachen kann, die die Aggression und den Pessimismus schürt, der sich Luft schafft mit Extremen, wie unkontrollierbare Kriminalität und Terrorakten.

So stellst sich die Frage, ob nicht ganze Staaten auf schwankendem Boden stehen, wenn man die Geschichte einzelner Staaten juristisch betrachtet, wie viel Unrecht auf russischem Boden geschehen ist, wo Menschen immer noch in Arbeitslager verschwinden. Und behauptet wird, der Staat sei demokratisch. Hier an dieser Stelle kann man auch Fragen, ob Gott mit der Ausrottung der Indianer in Nordamerika einverstanden war? Und wird in den USA nicht allzu oft geheuchelt,, wenn man dort glaubt, die eigene Doktrin müsse Welt- Religion sein?

Die Frage der Geschichte und vieler staatlichen Gesetze, ist eine Frage der Interpretation. Und was bringt der Staat, wenn er nur den Reichen nützt?

Jean-Jacques Rousseau (* 28. Juni 1712 in Genf; † 2. Juli 1778 in Ermenonville bei Paris) war ein französischsprachiger Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist derAufklärung. Rousseau hatte großen Einfluss auf die Pädagogik und die Politische Theorie des späten 18. sowie des 19. und 20. Jahrhunderts in ganz Europa. Er ist einer der wichtigsten Wegbereiter der Französischen Revolution. Sein Werk ist unlösbarer Bestandteil der französischen und europäischen Literatur- und Geistesgeschichte.

Wikipedia,Jean-Jacques Rousseau
03:16 06.05.2013
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