Jesus als Existentialist

Sinn Unsinn Bauernphilosophie
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Jesus war ein einfacher Mann. Er war Zimmermann. Er liebte den Geruch des Holzes, der Klebemittel. Das Harz. Er liebte die Späne, wenn er mit dem Hobel arbeitete.

Sein Leben war einfach, er lebte sein Leben innerhalb seiner Möglichkeit in den damals gegenwärtigen Verhältnisse. Man könnte ihn als den ersten Existentialist bezeichnen. Er war auf der Suche. Die Sensibilität schärfte seine Willen.

Er suchte nach einfachen Erklärungen für das Dasein und Existenz der Menschen. Er war getrieben von einem tiefen Sinn für Gerechtigkeit, weil er spürte, dass die Welt ungerecht war und Menschen andere Menschen benutzten, zum Zweck des eigenen Vorteil und zum Nachteil anderer. Er registrierte auf die Machtverhältnisse, sensibel, sein Leiden begann.

Das Leid beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod. Eine zukünftige Welt war für ihn nur als ein Gott-Reich greifbar, in dem ausgeglichen Macht- und Lebensverhältnis geben würde, laut seiner Vision.

So war er auch ein Sozialist, wenn man so will.

Er wurde nie zum Wut-Bürger. Er blieb stets milde, ausgleichend. Er wusste von den kleinen Kämpfen im Leben. Der Mensch brauchte Wasser, Weizen, Liebe.

Da das Leben und der Körper sich in einem stetigen Prozess der Veränderung befindet, war die Existenz eine Herausforderung für jeden zur Zeit Christi. Das Tagwerk war schwierig. Der Blick und Empfindungen waren von Tag zu Tag verschieden. Ängste. Schmerzen. Leiden.

Alles war ein Wechselbad der Gefühle. Für Jesus veränderte sich auch sein Wissen. Durch Erfahrung. Es gab wenig medizinische Wissen und therapeutische Hilfe, so war das Gespräch mit Mitbürgern und Jesus eine Art Gesprächstherapie. Deshalb bildeten sich Gruppen. Wie die Jesus Jünger. Es ging auch um Solidarität, denn die Macht lag in den Händen der Priester oder Römer. In einem späteren Abschnitt, werde ich auf die Macht näher eingehen.

Für Jesus war die Macht von Gott gegeben. Er erkannte die Verfälschungen der Priester. Er ahnte, dass die Römer Ihr Reich auch nach einer gewissen Willkür ordneten. Denn die Statthalter hatten hohe Machtbefugnisse und standen außerhalb des Plenums in Rom, zwar hatten sie Anordnungen, Vorschiften und Gesetze zu folgen.

Aber im Tagwerk ging es um das Verhalten des Subjekts, eine reine kategorische Vernunft scheint sich aufzuheben, die vielleicht nicht mal ein Gerichtshof gewähren kann. Da es keine Medien wie heute gab, war der Einzelne auf Botschaften von anderen angewiesen. Wie den Märchenerzähler. Oder auf Aussagen anderer Bürger. Oder was der Statthalter verkündigte.

Sartre begründete die Philosophie des modernen Existentialismus. Im Mittelpunkt dieses Existentialismus steht der moderne Mensch in einer von Gott verlassenen Welt ohne überirdische Sinnstiftung. In dieser Lage hat der Mensch im Unterschied zum Tier die Möglichkeit, seine Existenz zu entwerfen bzw. sein Da-sein durch Taten sinnvoll zu gestalten. Dies versuchte Jesus. Er war ein Sinnstifter. Er war aber auch der von Sartre geforderte Tatmensch.

Der Sinnstifter ändert die Positionen nicht: Es wird immer Kaufleute geben, die den Sinn im Gelderwerb und Besitz sehen.

Und in der Sinnsuche ist das Scheitern mit beinhaltet. Es wird kein Ende der Geschichte geben,sodass die Sinnsuche die Suche nach dem Lachen ist, der Ironie, der Heiterkeit. Die Welt wird auch durch Worte nicht zu stoppen sein.

Der Sinn ist mit dem Unsinn gepaart, es ist eine Synthese.

PS Zwei Männer im Park : A Warum gehen Philosophen nicht sonntags in den Park, um mit dem Volk zu reden? B: Weiß nicht. A: Weil sie keine Prediger sind.

Sarah Liebkind alias Tom Bourgeoise

Seemann, Musiker, Chansoneur, Chef.

Der Mann mit der Ibanez Joe Pass Serie Gitarre

Immigrant in Kanada & USA

Lebt in Ajiic, Mexiko

Meist auf der Plaza vor der Kathedrale

Oder am See Chapala

Oder auf der Sierra Wandern

Part Time Stuttgart

Meist im Bix oder Cafe im Kunstmuseum

04:36 03.07.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Kommentare 12

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community