Canada, Richard Ford

Liebe & Literatur Am Arsch der Welt/ Kanada als Anti- USA/ Move nach Kanada, suche dein Glück
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Ob auf der Buchliste 2012 ein Buch im Kaliber von Richard Fords Kanada Roman zum Buchpreis vorgeschlagen wurde, würde ich bezweifeln.

Aber die Kritiker haben ja Literatur oder Germanistik studiert, halten sich für Experten. Und vielleicht gab es gar keine große Literatur zum Auswählen. So müssen sich die Großmeister der Kritik auf das stürzen, was angeboten wird. Und die Kritik und Buchbranche lebt nun mal von Stars. So werden schon mal weniger wichtige Bücher hochgelobt.

Zeitgeistig ist allenfalls der nervös Rainald Götz Roman Johann Holtrop.

Der Rest ist Prosaschmiede a la Bachmannpreis Klagenfurt, man will den Kritiker gefallen, oder es ist dann etwas „seichte“ Saisonware wie der Beziehungs-Text von Bodo Kirchhof.

Allenfalls noch Christoph Peters fällt auf mit dem Katholiken Roman Wir in Kahlenbeck auf. Und dann die Texte alter Männer: der 68er Rückblick von Bernd Callioux Gutgeschriebene Verluste, German Krachtochwill Scherbengericht.

Männliche Kritiker sind schon mal beeinflusst vom Feen Wesen der Jenny Erpenbeck. Und schreiben dann ihre Kritiken nicht ganz bei Sinnen.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, die anderen können sich noch entwickeln. Die angepriesenen Dichtkunst- Talente.

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Ford wurde bekannt dem Sportreporter Roman mit dem Protagonisten Frank Bascompe. Mit Canada liefert er eine tolle vielschichtige Story ab.

Der Roman setzt ein in Great Falls, Montana. Über dieses Kaff hat er schon in der Novelle Wildlife geschrieben.

Die wichtigste Stimme Dell Parsons, er ist die Hauptperson, er beginnt so:

“First, I’ll tell about the robbery our parents committed. Then about the murders, which happened later. The robbery is the more important part, since it served to set my and my sister’s lives on the courses they eventually followed. Nothing would make complete sense without that being told first.”

Es geht um einen Banküberfall der Eltern.

Der Roman beginnt, wenn die Parsons umziehen: Great Falls, Montana, 1956, ein Kaff, der Turning Point beginnt 1960, wenn Bev Parsons, Dells Vater, die Luftwaffe der USA im Alter von 37 verlässt, das gibt es bei Zeitsoldaten.

Eine neue Zeitrechnung bricht an. Er ist ein Sunnyboy. Und hatte bisher Glück bei der Air Force. Nun geht es ums harte Leben.

Der Vater hat die Hoffnung in Great Falls sein Leben in Griff: „…as a place where he tought he could get ahead- even without a social life…”

Was kommt: er versucht seinen Platz im Leben zu finden, erst verkauft er neue Autos, dann gebrauchte, als Verkäufer. Dann Immobilien. Er verkauft Pferde, Rinder- und Bauernhöfe.

Die Mutter, die Geschwister fühlen sich in Montana Land nicht wohl.

Dells Vater Bev verwickelt sich in komische Geschäfte mit gestohlenen Rindern. Er hat Schulden. Und die Mutter, die sich als Künstlerin begreift macht mit, es kommt der große Knall: ein Banküberfall als nächste Konsequenz. Seit er bei der Luftwaffe raus ist, kriegt er nichts gebacken.

Natürlich geht das ganze schief, und Dell und Berner besuchen beide im Knast. Genau kommt nicht heraus, warum die Mutter bei der kriminellen Vereinigung mit machte. Sie kommt aus einem gebildeten Elternhaus.

Sie sind ein ungleiches Paar. Und da in diesem Roman alles auseinanderfällt, so gibt kein Ganzes, keine Heilung, nur Episoden, Fragmente, doch Ford schafft es alles zusammenzuleimen.

Dell und Berner sind in der Obhut des Staates, von Montana. Berner haut ab. Dell wird über die Grenze nach Kanada gebracht von einer Verwandten.

Erzähl-Sound:

“My sister and I could easily see why my mother would’ve been attracted to Bev Parsons: big, plank shouldered, talkative, funny, forever wanting to please anybody who came in range. But it was never completely obvious why he would take an interest in her — tiny (barely five feet), inward and shy, alienated, artistic, pretty only when she smiled and witty only when she felt completely comfortable. He must’ve somehow just appreciated all that, sensed she had a subtler mind than his, but that he could please her, which made him happy. It was to his good credit that he looked beyond their physical differences to the heart of things human, which I admired even if it wasn’t in our mother to notice.”

Dells Erzählstimme ist lakonisch und melancholisch angefärbt:

“The world doesn’t usually think about bank robbers as having children — though plenty must. But the children’s story — which mine and my sister’s is — is ours to weigh and apportion and judge as we see fit. . . . Ruskin wrote that composition is the arrangement of unequal things. Which means it’s for the composer to determine what’s equal to what, and what matters more and what can be set to the side of life’s hurtling passage onward.”

Dell spricht, ist jetzt 65, er ist von Beruf Lehrer. Er weiß: durch den beschissenen Banküberfall hat sich sein Leben verändert. Er versucht herauszufinden, warum es so kam. Es gibt aber keine Erklärungen.

Noch ein bisschen Erzähl- Groove:

“There was almost no room for me, only the iron cot I slept on and the one that had been reserved for Berner, and the ‘kitchen room,’ with the bumpy red linoleum and a single fluorescent ceiling ring and a two-burner hot plate where I boiled tar-smelling pump water in a pan to make my bath at night.”

Berner ist die Schwester

Dell lebt nun in Kanada in Saskatchewan. Was gegenüber den USA ein rückständiges Land ist. Hier versucht man den Fortschritt aufzuhalten. Bzw. Einwanderer zieht es meist in die Mega Stadt Toronto, Ontario. Weil es die City ne Job Maschine ist.

Kanada ist auch eine Metapher für ein Gegen-USA. Und es stimmt, es gibt dort ein besseres soziales System, weniger Kriminalität, einen Wirtschaftsboom, es ist ein weites Land. Und man hat errechnet, soziologisch, da es in Kanada mehr Raum für den Einzelnen gäbe, sei das Sozialleben besser und es käme zu weniger Mordfällen.

Move nach Canada! Suche dein Glück- Ohne Banküberfall.

Glossar:

Richard Ford

Leben

Ford − einziger Sohn des Handelsreisenden Parker Carrol Ford († 1960) − wuchs seit seinem achten Lebensjahr die meiste Zeit bei seinem Großvater in Little Rock, Arkansas auf. Ford studierte an der Michigan State University zunächst Hotelmanagement und dann Englisch. Nach dem Abschluss mit einem B.A. unterrichtete er an einer High School in Flint, Michigan. Während des Studiums lernten Richard Ford und Kristina Hensley einander kennen. Das Paar heiratete im Jahr 1968.

Wegen einer leichten Leseschwäche entstand Fords Interesse für Literatur. Er absolvierte ein Studium des Kreativen Schreibens bei Oakley Hall und Edgar Lawrence Doctorow an der University of California, Irvine, das Ford 1970 mit einem Master of Fine Arts (M.F.A.) beendete.

Ford erhielt 1996 für seinen Roman Independence Day sowohl den Pulitzer-Preis als auch den PEN/Faulkner Award. Seine Erzählungen erschienen vor allem in den Zeitschriften The New Yorker und Esquire. Er gilt mit John Cheever und Raymond Carver als Vertreter des „dirty realism“. Viele seiner Erzählungen spielen in Montana, wo er lange Zeit die Sommer verbrachte.

Werke

  • A Piece of My Heart. 1976
    • Deutsche Ausgabe: Ein Stück meines Herzens. Roman. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Martin Hielscher. Fischer, Frankfurt am Main 1989
  • Verdammtes Glück. 1981. (Roman)
  • Der Sportreporter. 1986. (Roman)
  • Rock Springs. 1987. (Erzählsammlung)
  • Der Frauenheld. 1994. (Novelle)
  • Wildlife – Wild leben. 1991. (Novelle)
  • Unabhängigkeitstag. 1995. (Roman)
  • Eifersüchtig. 1997. (Novelle)
  • Abendländer. 1998. (Novelle)
  • Eine Vielzahl von Sünden. 2002. (Erzählsammlungen)
  • The Lay of the Land. 2006
  • Canada. Bloomsbury Publishing, 2012, ISBN 978-1-408815168.

Saskatchewan [səsˈkɛtʃivn̩] (engl. sæsˈkætʃɨwɑːn) ist die mittlere der Prärieprovinzen Kanadas. Sie grenzt im Westen an Alberta, im Osten an Manitoba, im Norden an die Nordwest-Territorien und im Süden an die Vereinigten Staaten. Im Nordosten stößt sie außerdem an die Grenze des Nunavut-Territoriums. Der Name ist vom Saskatchewan River abgeleitet, der in der Sprache der Cree Kisiskatchewani Sipi, oder schnell fließender Fluss, heißt.[1

Es gibt dort ca 1 Million Einwohner, auf einer Fläche von 850 000 km2

Great Falls ist eine Stadt im Zentrum des US-Bundesstaats Montana in den Vereinigten Staaten. Sie ist Sitz der Countyverwaltung (County Seat) des Cascade County und liegt am Missouri River.

Great Falls war im Jahr 2010 mit 58.505 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Montana. Sie nimmt eine Fläche von 51,6 km² ein.

Der Name Great Falls stammt von den Großen Wasserfällen des Missouri River. Das Wasser fällt innerhalb der Stadtgrenzen etwa 150 Meter in einer Serie von Stromschnellen und fünf Wasserfällen. Da das Wasser auch für Wasserkraftwerke genutzt wird, kann es vorkommen, dass die Fälle zeitweise trocken liegen. 40 km flussabwärts beginnt das Upper Missouri River Breaks National Monument, ein Schutzgebiet, das sich über 240 km entlang dem Missouri erstreckt. In der Nähe der Stadt befindet sich im Giant Springs State Park außerdem der angeblich kürzeste Fluss der Welt, der Roe River.

Bei Great Falls liegt die Malmstrom Air Force Base, auf der Interkontinentalraketen stationiert sind. Die Militärbasis ist der größte Raketen-Stützpunkt der westlichen Hemisphäre.

In den Missouri River Breaks spielt auch der Western Film Duell am Missouri mit Marlon Brand, Jack Nicholson, Direktor Arthur Penn.

Der Film wurde als Anti Western, New Hollywood eingestuft. Aber er sagt viel über die Gegend aus. Viel denken die USA sei New York, nein, die USA ist geprägt vom Farmland. Von Regionen weit ab vom Schuss, wo alles noch ein weniger „primitiver“ ist als an der Ost oder Westküste.

Sarah Liebkind alias Billy Gutman

Seemann, Musiker, Chansoneur, Chef.

Der Mann mit der Ibanez Joe Pass Serie Gitarre

Immigrant in Kanada & USA

Zur Zeit: Waldschratt:

Micanopy, Florida, next to Gainseville, Gators, Uni Stadt.

Meist im Publix. Oder whole foods.

Schürfen nach Food Produkten.

Hawai Salz

Oder

nach

Chinesischem Pfeffer

oder

Asiatische runde Auberginen

Lebt in Ajiic, Mexiko

Meist auf der Plaza vor der Kathedrale

Oder am See Chapala

Oder auf der Sierra Wandern

Part Time Stuttgart

Meist im Bix oder Cafe im Kunstmuseum

Der Nacked Chef Zyklus oder

Nacked Trout

Momentan empfohlen Chefs Toronto Chef Mafia:

Michael Stadtländer

www.earthday.ca/gala/chef-stadtlander.php - 7k

Sugar Lee

http://www.citytv.com/toronto/citynews/life/family/article/212203--renowned-chef-susur-lee-offers-camping-cooking-tips

Wikepedia, Google
17:30 09.10.2012
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