Der Boxer oder Die Toten sterben nicht

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The Punching Ball or the Immortality of Buonarroti, 1920

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Der Boxer geht ein:

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Für Papa Hem und Cassius Clay EAT HAGENDAZ:

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Männer kämpfen, Hemingways Jagdgewehr:

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32

Die Halle war totenstill, als Jep auf den Boden fiel, taumelte, wie ne Giraffe, mit weichen Knien.

Sein Leben passierte Revue, ein Film lief im Gehirn ab, er war wie in Watte gehüllt, als sei er in den Mutterbauch eingetreten und keiner hatte Eintritt verlangt, weder Gott, noch der Teufel, der sah ihn an und grinste, spöttisch. Er war in glutrotes Licht getaucht.

Er sah das Publikum im Nebel, weiße Gesichter. Verschwommen, milchig, flirrend.

„Hallo, Jep, Gott ist hier“, sagte eine sanfte weibliche Stimme.

Jep wischte das Blut an seiner Nase ab.

„Dachtest du wohl nicht, dass Gott eine Frau ist, was?“

Weiter hinten war der Geisterreiter, die alte Indio Frau. Sie fassten ihn an den Händen und nun tanzten sie. Carlos, der Dichter, reihte sich ein.

Er sah Orange. Sie tanzte auf einem Seil, Blumen blühten auf einer Wiese, die größer als die Meere war. Tauben flogen umher, leicht, wie Federn.

Gott schlug mit der flachen Hand auf das Tambourine.

Er spürte den Schwamm von Willy. Er hörte White Haars Stimme: „ Aufpassen, Champ, du rennst ins offene Messer! Deckung nicht vernachlässigen. Mit einem Schlag ist er nicht zu schaffen. Langsam!“

Gong. Er rannte los, wie ein gereizter Stier. Er klammerte. Sugar schob ihn weg. Arbeitete mit der Führhand. Jetzt eine Rechte. Jep duckte sich. Die Faust strich über seine Stirn. Es schüttelte ihn. Schweißperlen tröpfelten von seiner Stirn, sie waren so groß, wie Seifenblase. Der Kopf dröhnte, ein Presslufthammer schlug gegen die Schädeldecke.

Sugar schob, dann Links Rechts Komibanation. Hart auf Hart. Schlag auf Schlag. Bum. Einer ging auf die Nase, seitlich. Ein Wischer, ein Treffer.

Jep ging nach unten. Und hämmerte seine rechte gegen Sugars Leber. Der taumelte, kurz, ihre Augen trafen sich, Blicke verschmolzen. Noch einmal, Champ, und ich schlag dich tot, schien er zu sagen, seine Lippen bewegten sich.

Jetzt sah er jede Pore der Haut des Gegners, die Rillen an den Lippen, die Falten, die um die Augen sich kreiselten, wie kleine Würmer.

Sugar Hernandez Pupille schimmerten gelblich, rote Blutfäden schwammen darin. An seiner Nase hing ein Tropfen aus Rotz, an seinen Lippen weißer Speichel. Seine Lieder zuckten. Die Nasenflügel bebten, kurz.

Auf der Stirn fette Schweißtropfen. Knarzender Atem. Achselnässe. Schweißgeruch. Ein Moskito setzte sich auf seine linke Schulter.

Reiß dich am Riemen, hörte er White Haars Stimme.

Sie war blechern laut, mechanisch, wie ne Roboterstimme.

Ein Haken unter das linke Augen. Bum. Er federte zurück. Er war gut, Sugar Hernandez. Jung, schnell und gut.

Er tanzte, nur Ali konnte so tanzen.

Verdammt, er erwischte ihn nicht. Sugar war wie ne Schlange. Dann die linke Führhand. Eine Rechte krachte gegen Jep’s Wange. Jetzt waren Sugars Pupillen rot, blutunterlaufen.

Schieben. Klammern.

In der zwölften Runde führte Sugar, Jep hinkte hinterher, ein Cross, mit Wucht von Hernandez geschlagen. Jep rutschte aus, unglücklich, ein Stechen im Knie. Es war was im Arsch, Bänder, Meniskus.

Er kam nicht mehr hoch. Sie schleppten ihn zur Ecke, setzten ihn auf den Schemel. Der Arzt untersuchte ihn.

Bitter.

Technischer K.O.

Carlos, der Dichter Geist, sprach zu ihm aus dem Nebel: „Champ, so endet es für alle.“

Er war müde. Und alles war plötzlich hell, blitz- hell, ein grelles weißes Licht hüllte ihn ein, als stünden tausend Fotografen mit Blitzlichtern um ihn herum.

„That’s it“, flüsterte White Hair.

“Okay, das war’s”, raunte der Boxer.

Der Teufel grinste, er hatte höllische gelb rote Augen. Und er starrte Jep an. Blut spritzte in das Gesicht des Boxers. Der Teufel spuckte.

Jep versuchte, wegzurennen, doch es gelang ihm nicht. Orange küsste ihn auf die Lippen. Dann war es dunkel.

Dieses Dunkle war unerträglich, und doch schön, weil sich gelbe flirrende Punkte in das Teerschwarz mischte.

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34

Jep war bei der Banco de Mexico. Sein Geld war da.

Der Bankdirektor zählte das Geld ab.

„War ein großer Kampf, Champ.“

Jep packte alles in seine Sporttasche.

„Danke, Senor.“

Er schüttelt die Hand des Mannes und ging.

Vor der Bank blendete ihn die Sonne, er setzte seine ovale Sonnenbrille auf, die gelbe Gläser hatte.

Der Junge wartete. Und der Hund.

„Und jetzt gehst du nach America?“

„Bald.“

„Nimmst du mich mit?“

„Was sagt deine Mutter und dein Vater?“

„Sie freuen sich, ich werde reich sein, eines Tages.“

„Das glaubten vor dir schon viele, als sie ihre Heimat verließen.“

„Ich hab Träume, Jep.“

„Es ist gut Träume zu haben. Ohne Träume ist das Leben sinnlos.“

„Die Brille? Du musst deine blauen Augen verstecken, was?“

„Erraten.“

„Ich geh angeln!“

„Nimm den Hund mit.“

Der Junge setzte sich auf sein Fahrrad, fuhr zum See, der Hund rannte vor ihm her.

Jep ging zur Plaza, auf ner Bank vor der Kathedrale ruhte er aus.

Carlos, der Dichter, kam.

„Hola, Gringo.“

Er sank neben den Boxer hin.

„Was nun?“

„Ein Mann muss die Straße nehmen, die sich anbietet.“

„Denke, du bist an einer staubigen Kreuzung angekommen.“

Jep zündete ein Zigarillo an.

„Den richtigen Weg zu finden? Ist mühselig.“

„Ich kann sie nicht vergessen.“

„Sie vergiften dein Wesen, wenn du sie liebst und sie dich verlassen.“

„Ich muss die Sache zu Ende führen.“

„So sind Männer, sie müssen das tun.“

Carlos zupfte an seiner Seiden Krawatte herum, der Windsor Knoten war schief.

„Napoleon war genial, aber dann wollte er alles, kompromisslos. Das ist das Männer Gen. Sie müssen sich durchsetzen, mit dem Kopf durch die Wand. Das ist der Sinn des Kampfes. Entweder du gewinnst, oder du verlierst.“

„Unentschieden bringt nichts.“

„Das Weibliche solltest du ausleben. Das Sanfte, es ist in deinem Wesen vorhanden.“

Die Hufe des Pferdes des Geisterreiters waren zu hören. Er stieg ab, ließ die Lederriemen des Geschirrs fallen.

„Ich soll dich abholen, Champ.“

„Wer sagt es?“

„Ein Busch brannte und eine Stimme sprach zu mir: Kümmre dich um den Boxer. Er braucht Liebe und Wärme.“

„Er ist bestimmt nicht bereit“, raunte Carlos.

„Nein, ich hab noch einen Job zu erledigen.“

„Keiner von uns ist bereit“, sagte der Reiter. „Wenn der Tod kommt, dann nur als Überraschung.“

Der Hund des Boxers, der mit dem Jungen weging:

Kämpfen, wer frisst wen:

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Glossar

Übers Boxen:

Beim Boxen kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannte Schlag-Kombinationen zusammengefügt.

Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag mit der Führhand, bei dem zwischen Seitwärtshaken und Aufwärtshaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Jahrhundertkämpfe:


Get up, you bum!" - "Steh auf, du Penner!" schrie Ali. 105 Sekunden dauerte der Kampf zischen Aliund Sonny Liston 1965. Mit dem "Phantomschlag", einem extrem schnellen Treffer, streckte Ali seinen Kontrahenten nieder. Bis heute ist Listons K.o. der schnellste eines ehemaligen Box-Weltmeisters in der Geschichte des Schwergewichts.


Kampf des Jahrhunderts" , das erste Duell der beiden Schwergewichtler. Im Madison Square Garden von New York 1971 eine wahre Schlacht über 15 Runden . Frazier gewann nach Punkten, nachdem er Ali in der Schlussrunde mit einem mächtigen Haken zu Boden geschickt hatte und entthronte den "Größten aller Zeiten" zum ersten Mal.


George Foreman ( galt als härtester Schläger seiner Zeit - und wurde 1974 im "Rumble of the Jungle" in Kinshasa von Muhammad Ali regelrecht gedemütigt. Ali legte sich acht Runden lang in die Seile, kassierte einen Körpertreffer nach dem anderen und fragte Foreman immer wieder: "Ist das alles, George?" Zum Ende der achten Runde streckte Ali den ausgepumpten Weltmeister mit neun aufeinanderfolgenden Kopftreffern nieder.


Der "Thriller von Manila": 1975 trafen Muhammad Ali und Joe Frazier zum dritten und letzten Mal aufeinander. Nach einer brutalen Schwergewichtsschlägerei brach Fraziers Betreuer Eddie Futch den Kampf nach der 14. Runde ab. Ali brach noch im Ring zusammen, beide Boxer mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Spiegel Online


Es wundert mich, dass heute die Menschen dem Thema des Älterwerdens so viel Bedeutung beimessen.

Das ist doch kein neues Thema.
Das Altern wird seit Jahrtausenden beobachtet.
Seit Urzeiten werden Menschen geboren, altern, werden krank und sterben. Das ist doch sehr normal.


Chökyi Nyima Rinpoche

Der postmoderne Roman ist die literarische Erscheinungsform der Postmoderne, einer intellektuellen Strömung, die sich in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts ausgehend von den USA und Frankreich überall in der westlichen Welt als Gegenbewegung gegen eine zunehmend als steril und totalitär empfundene Moderne manifestiert hat, zuerst in der Architektur und dann auf dem Wege der Übertragung dieses Begriffs in der Philosophie und der Literatur.

Postmodern was ist das, ist es dieses Buch? Oder Avantgarde?

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oder ist dies postmoderne Literatur?:

Jacques Derrida („Die Postkarte“, „Glas“)

Jacques Derrida (* 15. Juli 1930 in El Biar, Algerien; † 8. Oktober 2004 in Paris, Frankreich) war ein französischer Philosoph, der als Begründer und Hauptvertreter der Dekonstruktion gilt. Er lehrte als Professor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris.[1] Sein Werk beeinflusste maßgeblich die Philosophie und Literaturwissenschaft. Zu seinen Hauptwerken zählen Die Stimme und das Phänomen 1967, Grammatologie 1967, Die Schrift und die Differenz 1967 und Randgänge der Philosophie 1972.

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Der Begriff Avantgarde stammt ursprünglich aus dem Sprachschatz des französischen Militärs und bezeichnet die Vorhut, also denjenigen Truppenteil, der als erster vorrückt und somit zuerst Feindberührunghat.

Im übertragenen Sinn werden unter Avantgarde politische und künstlerische Bewegungen zumeist des 20. Jahrhunderts verstanden, die eine starke Orientierung an der Idee des Fortschritts gemeinsam haben und sich durch besondere Radikalität gegenüber bestehenden politischen Verhältnissen oder vorherrschenden ästhetischen Normen auszeichnen.

Avantgarde Drohne:

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Postmodern oder Tradition?

Marcel D. :

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Das Ölgemälde auf Leinwand mit den Abmessungen 147 × 89,2 cm zeigt im Hochformat einen scheinbar abstrahierten Akt in Ocker- und Brauntönen, wobei der Bewegungsablauf der Figur als ineinander übergehende Einzelbilder dargestellt ist. Die „Körperteile“ sind dabei als verschachtelte, konische und zylindrische Elemente abstrahiert, die eine Rhythmik erkennen lassen. Dunklere Umrissstriche begrenzen die Konturen und dienen zugleich als Bewegungslinien, die die Dynamik der Figur unterstreichen. Mit punktierten Linien akzentuierte Kreisbögen deuten eine Art „Hüftschwung“ an. Der Akt scheint sich mit einer Drehung gegen den Uhrzeigersinn vom linken oberen zum rechten unteren Bildrand zu bewegen, wobei der Farbverlauf, der scheinbar eingefrorenen Sequenz entsprechend umgekehrt, von rechts unten nach links oben dunkler, respektive transparenter wird, um ein Verblassen der scheinbar zeitlich „älteren“ Abschnitte zu simulieren. An den Bildrändern sind Treppenstufen in dunkleren Farben angedeutet; die Stufen sind zum Hintergrund kleiner werdend dargestellt, folgen allerdings – wie das gesamte Werk – keinem bestimmten perspektivischen Prinzip. Der Mittelteil des Bildes ist heller angelegt und zu den Rändern dunkler werdend. Die insgesamt warme, monochrom gehaltene Farbpalette reicht von hellem Gelb über Ocker hin zu dunklen, fast schwarzen Tönen. Die Farben sind lasierend aufgetragen. Am unteren Bildrand links platzierte Duchamp in den Druckbuchstaben NU DESCENDANT UN ESCALIER den Titel des Werkes, der in keinem Zusammenhang mit der Abbildung zu stehen scheint, denn ob es sich bei diesem Akt überhaupt um einen menschlichen Körper handelt, bleibt offen.[1][2]

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Cette version définitive du Nu descendant un escalier, peinte en janvier 1912, fut la convergence dans mon esprit de divers intérêts, dont le cinéma, encore en enfance, et la séparation des positions statiques dans les chronophotographies de Marey en France, d’Eakins et Muybridge en Amérique. Peint, comme il l’est, en sévères couleurs bois, le nu anatomique n’existe pas, ou du moins, ne peut pas être vu, car je renonçai complètement à l’apparence naturaliste d’un nu, ne conservant que ces quelques vingt différentes positions statiques dans l’acte successif de la descente. »http://files.newsnetz.ch/bildlegende/50693/632367_pic_970x641.jpg

Herr Lenz, Sie haben ein Stück über Muhammad Ali geschrieben. Was fasziniert Sie an ihm?
Muhammad Ali hat alles, was eine literarische Figur haben kann: Charisma, Charme, Tiefe, Vielschichtigkeit, Brüche und Widersprüche.

Ali verlagerte das Kämpfen vom Ring ja auch in eine andere Sphäre des Kräftemessens – nämlich in die Wortfechterei.
Mit der Wortfechterei hat es angefangen. Bevor ich Ali als Boxer gesehen hatte, damals in der Mitte der 70er-Jahre, kannte ich seinen Ausspruch «I'm the Greatest». Man hatte uns Kindern im Dorf im Mittelland beigebracht, dass man sich nicht selber rühmen darf, dass Eigenlob stinkt. Aber gleichzeitig wussten wir, dass dort im fernen Amerika ein berühmter Boxer öffentlich verkündete, er sei der Grösste. Das hat mir als Kind imponiert, ich habe es nie mehr vergessen. Und als ich mich später literarisch mit Ali beschäftigte, bin ich zunächst auf seine Rhetorik und auf seine Geschichten gestossen.

Ali gilt als begnadeter Geschichtenerzähler – ist er auch ein Vorgänger der Rapper? Zumindest stammt von ihm das Minimalgedicht «Me / We».
Natürlich war Ali ein Rapper. Mehr noch, Muhammad Ali hat den Rap erfunden! Seine Gedichte, die er mit Vorliebe an Pressekonferenzen vortrug, waren genauso aufgebaut wie heutige Rap-Songs. Das ironische Spiel mit der eigenen Grösse, die Rhymes, der Rhythmus, alles, was den Rap bis heute ausmacht, war bei Ali immer schon da.

Boxen gilt als Lieblingssportart der Literaten. Warum?
Weil Boxen Literatur mit den Fäusten ist. Jeder Boxkampf hat einen Spannungsbogen, der dem literarischen Spannungsbogen gleicht.

Dabei gilt Boxen als unkultiviert. Ist das kein Widerspruch zur Literatur?
Boxen ist alles andere als unkultiviert. Unkultiviert wäre eine Strassenschlägerei, aber sobald ein Boxer in den Ring steigt, akzeptiert er klar definierte Regeln. Der Boxer bewegt sich innerhalb eines abgesteckten Regelwerks. Er versucht, die vorgegebenen Bedingungen möglichst kreativ zu nutzen, darin gleicht er dem Schriftsteller.

Inwiefern sind sich Boxer und Autoren sonst ähnlich?
Boxer und Literaten kommen unweigerlich an den Punkt, an dem sie ganz auf sich allein gestellt sind. Es kann ihnen niemand helfen. Entweder genügen die Ressourcen, oder sie verlieren.

Ist Boxen überhaupt ein Sport – oder mehr?
Boxen ist ein Sport, weil es einem körperlich und geistig sehr viel abverlangt. Und es ist mehr als ein Sport, weil eine epische Dimension und eine archaische Dimension dazukommen.

Dennoch sagt Bachmann-Preisträger Michael Lentz, er würde nie einen Roman übers Boxen verfassen: «Das würde ein schwieriges Werk, es ginge ja über konkrete Bewegungen.» Ist dem Boxen sprachlich überhaupt beizukommen?
Ich teile die Ansicht von Lentz nur bedingt. Boxen und schreiben haben eine technische Gemeinsamkeit, es geht immer um Rhythmus und Pause. Das Verhältnis von Rhythmus und Pause definiert alles. Natürlich ist dieses Verhältnis schwierig zu erreichen. Das heisst aber nicht, dass man es nicht versuchen kann.

Wer hat gelungen übers Boxen geschrieben?
Zum Beispiel Norman Mailer. Er hat ein hervorragendes Buch über Alis Kampf in Kinshasa gegen George Foreman geschrieben. Er konnte das, weil er seinen Gegenstand sehr genau kannte und weil er viel Ahnung von Rhythmus und Pause hatte.

Mailer boxte selber, wie auch Sartre oder Hemingway – und Sie?
Ich habe selber nie geboxt, weil es das Boxen im Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin, als Sport nicht gab. Inzwischen kenne ich einige aktive Hobbyboxer, aber ich fühle mich zu alt und fragil, um selber noch damit anzufangen.

Tatsächlich: Boxende Autoren sind heute selten. Haben Sie da eine Theorie, weshalb das so ist?
Boxende Autoren waren wohl immer die Ausnahme, genauso wie charismatische Figuren wie Muhammad Ali sehr rar sind.

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Sarah Liebkind alias Billy Gutman

Seemann, Musiker, Chansoneur, Chef.

Der Mann mit der Ibanez Joe Pass Serie Gitarre

Immigrant in Kanada & USA

Zur Zeit: Waldschratt:

Micanopy, Florida, next to Gainsville, Gators, Uni Stadt.

Meist im Publix. Oder whole foods.

Schürfen nach Food Produkten.

Hawai Salz

Oder

nach

Chinesischem Pfeffer

oder

Asiatische runde Auberginen

Lebt in Ajiic, Mexiko

Meist auf der Plaza vor der Kathedrale

Oder am See Chapala

Oder auf der Sierra Wandern

Part Time Stuttgart

Meist im Bix oder Cafe im Kunstmuseum

Der Nacked Chef Zyklus oder

Nacked Trout

Momentan empfohlen Chefs Toronto Chef Mafia:

Michael Stadtländer

www.earthday.ca/gala/chef-stadtlander.php - 7k

Sugar Lee

http://www.citytv.com/toronto/citynews/life/family/article/212203--renowned-chef-susur-lee-offers-camping-cooking-tips

00:43 13.08.2012
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