Der Champ

Männer Fiesta Oder Hemingways letzte Jagd
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"Alles, was du tun musst, ist, einen wahren Satz schreiben. Schreib den wahrsten Satz, den du weißt."

1

Plötzlich tote Hose. sein Gehirn war tot. Er spürte es, die Quelle seiner Kunst war versiegt. Er schlürfte den Kaffee, sah auf die Berge.

Bud kam den Hügel herauf, das Gewehr geschultert.

Hem hatte eine breite Brust und einen massiven Schädel, sein weißgrauer Bart wucherte, wie Unkraut.

Er trug eine Kakihose, ein Ringelhemd.

Als Bud Hem erkannte, rief er. „Hola, Champ…“

Hem nahm seine Flinte und sie gingen zur Jagd.

Bud war hager. Er war der einzige Freund des Schriftsteller aus dieser Gegend. In den Rocky Mountains.

Das Haus des Dichters lag oberhalb des Städtchen Ketchum, in Idaho. Es lag weit ab vom Schuss. Einsam war es hier oben. Und er suchte die Einsamkeit.

Den einzigen den er an sich heran ließ war Bud, sein Jagdkamerad.

„Wie viel Frauen hattest du?“

„Weiß der Teufel, Bud. Heute schießen wir den Zwölfender.“

Sie jagten Rothirsche.

Bud Purdy hatte ne doppelläufige Flinte. Hem auch. Sie luden durch. Schrott.

Vielleicht würden sie ein Rebhuhn erwischen, wenn der Hirsch im Dickicht blieb.

Nebel stob über das feuchte Gras.

Seit Wochen waren sie unterwegs, auf der Suche nach dem Tier. Den sie einmal in einer Schonung gesehen hatten.

Er hatte weiße Flecken im Fell. Ein stolzes Geweih.

Hem schätzte ihn auf gute 250 Kilogramm. Er war ein gedungener bulliger Vertreter dieser Tiergattung, der einen anstarrte, wenn er sich zeigte.

-Die mit den weißen Flecken sind selten, sagte Bud.

Papa brummte was, unverständliche Worte.

Hem mochte Hirsche, weil sie Einzelgänger waren, wie er. Er liebte diese Tiere.

Nein, er tötete sie nicht gerne. Es war eine Tradition. Die Jagd. Und Jagen gehörten zum Mann wie ein Bart, oder ein Gewehr.

2

Es sah nach Routine aus, aber was sich dann entwickelte, war ein Skandal.

Kramer stieg aus dem Auto.

Das Haus hat vier große Fenster mit grünem Rand und einem grünen Balkon.

Die Tür stand offen. Im Flur lag der Tote. Der Champ. Papa Hem war tot, der Jäger war gefallen.

Es war gar nicht so leicht für Detektiv Kramer. Die Leiche zu untersuchen. Der Polizist war nicht sicher, ob er es als Selbstmord einordnen sollte.

Jeder Tote kostete den Kriminaler Energie. Kraft.

Die Frau zitterte, als der Polizist begann, Fragen zu stellen.

-Haben Sie gehört, wie er aufgestanden ist?

-Nein.

Mary schluckte. Immer hatte sie den Schluckauf, wenn sie genervt war. Sie war eine zierliche Frau, mit blonden Haaren, lustigen blauen Augen, die sich dem Tod widersetzten. In ihnen war Trotz zu spüren.

-Ich werde weiterhin lachen, murrte sie.

-Ich verstehe nicht, sagte Kramer.

-Ich dachte nur laut.

Sie schwiegen.

Kramer lockerte die Krawatte, nervös. Er redete nicht gerne mit Hinterbliebenen.

Der Arzt kam.

-Na ist Routine?

-Nö keine Schmauchspuren?

-Mord?

-Vielleicht, raunte Kramer.

Er zündete eine Zigarette an und paffte. Er zeichnete dämonische Rauchgesichter in die Luft.

Es war ein warmer Tag im Julie. Der Tag begann so träge. Und jetzt schon knisterte die Luft. Die Sommer hier waren stickig. Und die Dinge entwickelten sich nur langsam.

Plötzlich wuchs ein stämmiger Indianer aus der Erde.

-Kann ich den Champ abholen?

-Warum?

-Manitou sagt, er geht auf die lange Reise.

-Echt?

-Ich soll ihn begleiten.

Er nahm die Leiche auf, mit den Händen und Armen, ging mit ihr den Berg hinauf.

Ein Adler schwebte über ihnen. Es schien, als würde die Zeit anhalten.

Fortsetzung folgt

Sarah Liebkind alias Tom Bourgeoise

Seemann, Musiker, Chansoneur, Chef.

Der Mann mit der Ibanez Joe Pass Serie Gitarre

Immigrant in Kanada & USA

Lebt in Ajiic, Mexiko

Meist auf der Plaza vor der Kathedrale

Oder am See Chapala

Oder auf der Sierra Wandern

Part Time Stuttgart

Meist im Bix oder Cafe im Kunstmuseum

05:24 07.07.2012
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