Der irre Blogger

Internetrevolution Illusionen & Träume der Internet Gemeinde/Die digitale Utopie geht in der Masse der Medien unter
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Blogger leben ab und an in der Illusion an der Demokratie mehr beteiligt oder engagierter zu sein als der Bürger, der sich mit dem Internet nicht beschäftigt.

Eigentlich wird er nur durchgereicht. Bei Hunderten von Kommentaren und Texten Postings pro Tag verschwindet sein Blog innerhalb von kurzer Zeit im Nichts. Wenn er Glück hatte, ist er ein paar Usern aufgefallen.

Sein Einfluss liegt weiterhin bei Null. Einige in der Community entwickeln vielleicht soziale gemeinschaftliche Emotionen, träumen von Innovationen, bei der es um Weiterentwicklung der Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmtheit geht.

Dies sind Themen, die schon immer Teil von Debatten waren. Vor Christi Geburt. Seit sich Philosophen wie Platon und Aristoteles von den Göttern nach und nach abwanden und sich mit dem Wahren beschäftigten und die Philosophie begründeten.

Der Mensch lässt sich immer wieder vom Glauben an den Fortschritt durch Technik mitreißen.

Die Umschreibung einer besseren sozialen Welt und mehr Aufklärung durch Computer und Internet war auch ein Teil einer Strategie, um diese Techniken durchzusetzen.

Dies fängt mit Steve Jobs an, der immer ganz in Schwarz auftrat, wie ein Mönch: Sehet her, ich gehöre zu euch…

Und die Gemeinde lauschte ihm hörig. Und er wurde ja oft als Guru bezeichnet: Als Technik- Jesus bezeichnet, wenn von Apple die Rede war.

Die Errungenschaften technisch sind kolossal, heute kann ich jederzeit globale Videokonferenzen führen, mit Skype. E-Mails von mir landen sofort im Postfach von meinem Bruder in Mexiko, oder bei meinen Kindern in Toronto.

Es war immer die Rede im Kontext von Computer und Internet von mehr Demokratie. Was auch die Piraten sich erhofften.

Doch immer mehr Menschen suchen eher Entschleunigung, denn die Technik birgt Gefahren, bei Bloggern führt sie zu schnellen und undurchdachten Antworten. Das damit verbundene Tempo erzeugt Stress.

Es passieren Fehler: u.a. mit der Software der Programme an der Börse. Erst kürzlich wurde durch ein Softwarefehler oder einen falschen Knopfdruck ein Mini Crash an der indischen Börse ausgelöst.

Jedem ist es schon passiert, eine Mail geschrieben, auf die Tastatur versehentlich gedrückt, Bum, der Text war verschwunden. Jederzeit kann es zu einem Daten- Gau kommen, eine Icy box gibt ihren Geist auf.

Jeder glaubt heute Filmemacher, Fotograf, Musiker, oder Schriftsteller zu sein, dies hat die Technik mit sich gebracht, einige sehen darin demokratische Prozesse, andere glauben es geht hier mehr um Quantität als um Qualität, jeder kann über Youtube einen Film ins Internet stellen, wer will kann ein Buch bei Lulu oder Amazon veröffentlichen.

Dies begann als es plötzlich Digitalkameras, Webblogs und Podcasts gab, mit einem guten Handy kann ich kleine Videos drehen. Es gibt Aufnahme- Software, mit der ich Songs entwickeln kann.

Die Flut der Indie CD Veröffentlichungen in den USA wird immer unübersichtlicher, nur Experten, die sich von Berufswegen damit beschäftigen können den Überblick bewahren.

Es wurde von der Demokratisierung der Publikationsmittel gesprochen. Es stimmt, dies alles bietet dem Einzelnen Mittel um sich zu entfalten. Und es ist ein gewaltiger Pool von Kreativität vorhanden.

Gleichzeitig führt es im Segment der Literatur zu einer Flut von Bücher, wenn man die ganzen Internetverlage betrachtet. Und durch Zufall wird halt ein Titel wie Shades of Grey hochgespült.

Die Buchverlage halten bisher das Heft in der Hand. Und sind nicht verschwunden, wie prognostiziert, und die Welt ist durch diese technische Fortschritt nicht demokratischer geworden.

In den Diskussionen gibt es zwei Fronten:

Auf der eine Seite soll eine Elite über diese Prozesse, unsere Kultur wachen, sprich die Leute, die in den Redaktionsstuben sitzen, oder im Verlag, oder in der Dramaturgie, die entscheiden dann, was produziert, debattiert wird.

Hier soll auch das alte Bezahlsystem für Beiträge etc. nicht abgeschafft werden, der Publizist bekommt Geld für seinen Artikel, es ist ein strenger Auswahlprozess vorhanden, viel Arbeiten fallen automatisch durch den Rost.

Sie glauben: sobald etwas publiziert ist, sei ihr Job beendet.

Hier hat der Gebildete einen Vorsprung gegenüber dem Ungebildeten, wie gehabt, wie es schon immer war.

Während andere sich von Internet, Internetgemeinden mehr erhoffen, an die Prozesse der Gruppendynamik glauben, die durch Kommentare entsteht. Es findet sofort eine Modifizierung statt. Und damit Weiterentwicklung der Meinung.

«Die Weisheit der Vielen», im Original «The Wisdom of Crowds», ist ein 2004 erschienenes Buch von James Surowiecki, Journalist beim «New Yorker».

Im Vorspann des Buches: «Die Menge entscheidet intelligenter und effizienter als der klügste Einzelne in ihren Reihen. Experten und Meinungsführer sind demnach Auslaufmodelle. Vorausgesetzt, die Gruppe ist groß und vielfältig, weiß, dass ihre Meinung zählt, und jeder Einzelne in der Gruppe denkt und handelt unabhängig.“

Klar, es steht fest die Revolution im Internet kommt von unten, nimmt man die Lenkung von Information von Wikipedia.

Gleichzeitig bleibt aber alles eine Frage der Ökonomie. Und hier hat das Kapital den Vorsprung.

Diese Geld-Eliten sicheren sich ihre Vorherrschaft, indem sie sich an den Wandel anpassen.

Notgedrungen mussten Verlage wie der Spiegel oder FAZ eine Internetzeitung aufbauen. Mit demokratischen Prozessen hat es wenig zu tun, die Demokratie wird noch immer durch herkömmliche Kanale gesteuert und diese werden durch neue Technik ergänzt.

Ohnehin wird bald die Pharmaindustrie und Therapeuten eine neue Krankheit vorstellen:

Die Internetsucht.

Sie wird genauso kommen, wie heute Spielsucht oder Burn Out als Krankheit klassifiziert wird.

So scheint das Internet und die Internetgemeinde noch nicht die Quadratur des Kreises zu sein, oder der Weisheit letzter Schluss, die Kurven und Fugen können sich in das Negative wenden. Die erhofften demokratischen Prozesse sind im Leer-Lauf.

Ob der Blogger seine Rolle, die ihm zugestanden wird, durchschaut. Und seine guten Intentionen benutzt werden, von denen, die vom Internet finanziell profitieren, muss der einzelne User selber beantworten.

„Die supergescheiten Futuristen irren meistens, weil sie fälschlicherweise glauben, dass sich technologische Neuentwicklungen in schnurgerader Richtung bewegen. Das tun sie nicht. Sie bewegen sich vielmehr in unregelmäßigem Auf und Ab, in Wellen und manchmal sogar in Sprüngen.“


John Naisbitt (*1930), amerik. Prognostiker

http://www.faz.net/polopoly_fs/1.987907%21/image/4078435111.jpg_gen/derivatives/article_aufmacher_klein/4078435111.jpg

Aus einem Artikel über einen Text des Soziologen B. von Thomas Thiel FAZ NET:

Die Geschichte der Massen kennt nur eine kurze Phase der Euphorie. Taub für den geschichtlichen Appell, resistent gegenüber den marxistischen Versuchen, sie zum revolutionären Subjekt zu machen, sank die Masse bald wieder zurück ins Unförmige und Verachtete. Unter dem Eindruck neuer Medien ist ein neues Lob des Massenhaften ausgebrochen, das digital belebten Kollektiven eine eigene Form der Intelligenz attestiert und die überall mitmachende, sendende, kommentierende Masse als Hoffnungsträger egalitärer Utopien feiert.

Die digitale Utopie geht in der Masse der Medien unter...

Jean Baudrillard: „Im Schatten der schweigenden Mehrheiten oder das Ende des Sozialen“. Aus dem Französischen von Grete Osterwald. Verlag Matthes & Seitz Berlin, Berlin 2010. 160 S., br., 14,80 €.


http://erenguevercin.files.wordpress.com/2008/09/wikipediabaudrillard20040612.jpg?w=500&h=375

Sarah Liebkind alias Billy Gutman

Seemann, Musiker, Chansoneur, Chef.

Der Mann mit der Ibanez Joe Pass Serie Gitarre

Immigrant in Kanada & USA

Zur Zeit: Stuttgart

Universität, Fakultät Philosophie.

Mitarbeit u.a. Edition Vincent Klink Häuptling Eigener Herd

Part Time:

Micanopy, Florida, next to Gainseville, Gators, Uni Stadt.

Meist im Publix. Oder whole foods.

Schürfen nach Food Produkten.

Hawai Salz

Oder

nach

Chinesischem Pfeffer

oder

Asiatische runde Auberginen

Lebt in Ajiic, Mexiko

Meist auf der Plaza vor der Kathedrale

Oder am See Chapala

Oder auf der Sierra Wandern

Part Time Stuttgart

Meist im Bix oder Cafe im Kunstmuseum

Part Time:

Toronto

Mitarbeit u.a. Filmproduktionen Charles Wahl

www.charleswahl.com/ -

Mitarbeit als Food Writer: u.a. Now Magazin

Der Naked Chef Zyklus oder

Naked Trout Recipes

Momentan empfohlen Chefs Toronto Chef Mafia:

Michael Stadtländer

www.earthday.ca/gala/chef-stadtlander.php - 7k

Sugar Lee

http://www.citytv.com/toronto/citynews/life/family/article/212203--renowned-chef-susur-lee-offers-camping-cooking-tips

Wikipedia
09:24 19.10.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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