Der weiße Hirsch

Liebe & Literatur Erzählung/ Mexiko Zyklus/ Die Jäger der Sierra Madre
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1 Der weiße Hirsch war ein seltenes Wesen. Fabeln und Geschichte über ihn zogen von Mund zu Mund, über die Berge, von Dorf zu Dorf durch Berichte von Märchenerzählern, und nun stand er auf der Lichtung und sah ihn.

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Mit großen starren Augen blickte das Tier ihn an, reglos. Erstarrrt. Es war ein gewaltiger Bursche mit einem weißen Fell und einem riesigen Geweih.

Als er anlegte, verschwand das Tier im Unterholz. Er war enttäuscht. Seit Wochen jagten sie ihn, ohne Erfolg.

Der Indio gab ihm die Wasserflasche. Sie ritten über den Pfad, der sich wie eine Schlange verbog, in die Höhen, den Himmel bohrte, sie gingen über die Wege der Sierra Madre kamen zu einem Kieferwald. Sie fanden eine Rinnsal. Wasser.

„Chief, der Hirsch ist ein Geist.“

Er schwieg, diese Mythen der Indianer?

Er war weiß. Und Weiße dachte anders.

„Glaubst du den Mist?“

„ Irgendwas ist dran der Weisheit des Grauhaarigen. Du bist zu ungeduldig, Kent“, raunte Step.

„Und warum soll was dran sein?“

„Er ist alt und hat ne Menge Erfahrung!“

„Sie glauben an Geister, Mann.“

„Wir glauben auch an Geister.“

„Was für welche?“

„Das Glück. Und die Sicherheit. Es gibt dies nicht, du denkst, du bist angekommen, dann geht die Reise weiter.“

„Du Philosoph, du.“

Sie banden die Ponys und den Packesel an einen Strauch. Plötzlich schrie Kent: „Verdammt.“

Eine Schlange hatte ihn gebissen. Step nahm Schnur aus der Satteltasche, schnitt ein Stück ab, er band seinen Fuß ab.

„Ich sagte dir, trag Stiefel und keine Mokassins.“

Der Indio säuberte die Wunde mit dem Messer, dann saugte er daran und spuckte das Blut aus.

„Wir müssen zurück nach Durango, Chief!“

„Ich geh nicht zurück. Ich will den weißen Hirsch erlegen.“

Er sagte das barsch im Ton. Es war ihm egal, dass sein Leben in Gefahr war.

Sie ruhten eine Weile aus und ritten weiter.

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2

In der Nacht schüttelten Kent Fieberträume. Albträume fläzten durch sein halb waches Unterbewusstsein. Die Körpertemperatur stieg.

Er war stark, stark wie ein Baum, das glaubte er. Und nun war er aschfahl im Gesicht, bleich wie ein Toter. Er sah aus wie eine Schaufensterpuppe.

Die Jagd war seine Leidenschaft. Und wenn er sich was in den Kopf gehämmerte hatte, war er willensfest.

Der Indio musterte ihn, indem er sich über den Schlafenden beugte. Er sagte: „Der Schweigsame erlebt verrückte Sachen.“

„Ach?“

„Ja, er redet im Schlaf. Weil die Götter mit ihm reden…“

„Komm, red’ kein Stuss!“

„Eure Welt sieht anders aus wie unsere, Companero…Ich mach im Tee!“

Er sammelte Äste, setzte die in Brand, kochte Wasser, in dem er Kräuter auflöste, als es sprudelte.

„Der Sud reinigt sein Blut, seinen Körper.“

„Was ist das, White Haar?“

„Ich bin ein Mescalero. Das hab ich von einem Schamanen gelernt, gewissen Rinden, Wurzeln und Kräuter hab’ ich bei jedem Treck dabei!„

„Mann, wer glaubt an den Zauber?“

„Du musst daran glauben, sonst wirkt es nicht. Ich flöß es ihm ein und er spürt meine hilfreiche Hand. Den Saft, den Geruch. Das ist der Zauber. Die hilfreiche Hand, Senor.“

Er schüttelte sein silbergraues Haar durch, das bis auf die Schultern herabhing.

Step war schweigsam, dies alles überstieg sein Horizont. Er war ein Mann, der einfachen moralischen Grundsätzen und Gesetzen folgte.

Er war kein Träumer. Für ihn waren die Aussagen des Indios verwirrend. Er legte sich schlafen. Der Scout legte sich neben den Kranken.

Am nächsten Morgen rappelte Kent sich hoch, sie stiegen auf die Pferde und ritten weiter. Unten ein Fluss. Stromschnellen. Ein falsche Bewegung des Reiters und ein falscher des Schritt des Ponys und sie waren tot.

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Die Sierra Madre de Chiapas ist ein etwa zweihundert Kilometer langer Gebirgszug im Bundesstaat Chiapas im Südosten Mexikos. Er schließt sich östlich an den Isthmus von Tehuantepec an und streicht in südöstlicher Richtung bis zur Grenze nach Guatemala hin, wo er als Sierra Madrebezeichnet wird.

Steig auf dein Pony: Such den weißen Hirsch:

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Sarah Liebkind alias Billy Gutman

Seemann, Musiker, Chansoneur, Chef.

Der Mann mit der Ibanez Joe Pass Serie Gitarre

Immigrant in Kanada & USA

Zur Zeit: Stuttgart

Universität, Fakultät Philosophie.

Mitarbeit u.a. Edition Vincent Klink Häuptling Eigener Herd

Part Time:

Micanopy, Florida, next to Gainseville, Gators, Uni Stadt.

Meist im Publix. Oder whole foods.

Schürfen nach Food Produkten.

Hawai Salz

Oder

nach

Chinesischem Pfeffer

oder

Asiatische runde Auberginen

Lebt in Ajiic, Mexiko

Meist auf der Plaza vor der Kathedrale

Oder am See Chapala

Oder auf der Sierra Wandern

Part Time Stuttgart

Meist im Bix oder Cafe im Kunstmuseum

Part Time:

Toronto

Mitarbeit u.a. Filmproduktionen Charles Wahl

www.charleswahl.com/ -

Mitarbeit als Food Writer: u.a. Now Magazin

Der Naked Chef Zyklus oder

Naked Trout Recipes

Momentan empfohlen Chefs Toronto Chef Mafia:

Michael Stadtländer

www.earthday.ca/gala/chef-stadtlander.php - 7k

Sugar Lee

http://www.citytv.com/toronto/citynews/life/family/article/212203--renowned-chef-susur-lee-offers-camping-cooking-tips

Wikepedia, Google
09:18 18.10.2012
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