Peter Sloterdijk’s Osho Blues 2

Tandoori Chicken Sexus Jeden Tag ein One Night Stand Instant Karma Fiction ist death
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Seit ich mit dem Mofa Roller durch die Gegend kurve, fühle ich mich wie Siddhartha.

Hesse hat diese Figur im gleichnamigen Roman entwickelt.

Wenn ein Künstler anfängt, denkt er immer an ein großes Werk.

Um aufzufallen, muss es schon vierhundert Seiten sein, darunter geht nix.

Heute im Roman braucht es weder Protagonisten, noch Strukturen. Der Roman. Das ist tote Hose und im Zeitalter der SMS, Email, Blogs scheinbar überholt.

Folge dem Flow, deinem Bewusstsein. Dann kann es keinen zusammenhängenden Roman geben. Das Bewusstsein ist chaotisch, ab und an eiert es. Dann geht nix. Leer wie eine Flasche Jack Daniels. Die Party ist over. Morgens um halb fünf. Katzenjammer. Nur noch Tropfen sind vorhanden.

Oder leer wie die Hoden nach einem Fick.

Einer der sich vom Roman weg bewegte, oder nie ein Romancier war ist Rainald Goetz. Ein deutscher Dichter, der in München geboren wurde,

Von Februar 2007 bis Juni 2008 schrieb Goetz einen Blog mit dem Titel Klage auf den Internetseiten der Illustrierten Vanity Fair. Es erschien daraufhin wie schon Abfall für alle in Buchform.

In Klagenfurt zeigte Goetz: Alles ist ein Spiel.

Blut & Orangensaft, Bachmann Preis 1983 Selbstverstümmelung:

Alleine die Sprache, das Talent setzt sich nicht durch, es braucht Happening, Aktion.

Er ritzte sich die Stirn auf, bisschen Jesus Feeling kam auf.

Nach´James Joyce Ulysses war es ohnehin schwierig geworden, Romane zu schreiben. Peter Sloterdijk wollte auch Romane schreiben, dann ist er Philosoph geworden.


Auch die Dramatik war für beendet erklärt:

Mit Warten auf Godot von Samuel Beckett.


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Über Peter Sloterdijk im Ashram

In den Sixties hieß ich Hans Moselmaier.

Peter und ich waren in Indien. Er wollte Eva und ich auch.

Eva trug selbst geschneiderte Miniröcke. Die Augen schimmerten blaugrün. Das Haar semmelblond kurz wie bei dem Fotomodel Twiggy, weiß der Teufel warum mich der bärtige Baghwan zum Küchendienst einteilte.

Tandoori Huhn

2 Knoblauchzehen 1 Stück Ingwer, daumengroß 1 TL Cayennepfeffer 1 EL Paprikapulver, geräuchertes 2 TL Gewürzmischung, (Garam Masala) ½ TL Meersalz 2 EL Öl, (Erdnussöl) 2 EL Tomatenmark 2 Chilischote(n), evtl. Samen entfernen 1 Bund Koriandergrün, frisches 1 EL Kokosraspel, getrocknete 2 EL Mandeln fein gemahlen, 1 TL Kreuzkümmel 1 TL Koriander

Als erstes Knoblauch und Ingwer schälen.

Dann eine Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Kreuzkümmel und Korianderkörner darin ohne Fett einige Minuten rösten. Wenn sie goldbraun sind und aromatisch duften, die Pfanne vom Herd nehmen. Die gerösteten Gewürze entweder im Mörser fein zerstoßen oder in einer Küchenmaschine zu feinem Pulver mahlen.

Am Schluss mit allen anderen Zutaten in einem Zerkleinerer zu einer glatten Paste verarbeiten.

Huhn zerkleinern, marinieren, im Ofen simmern.

Eva war weg, sie himmelte mich nach dem Mahl an.

Am nächsten Tag sprach mich Peter traurig an.

„Wie war es?“

„Sie sieht zwar gut aus, aber der Sex war ein Reinfall. Sie ist kühl.“

Er lachte. Er witterte seine Chance.

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Im Park quatschten wir. Ein Tiger starrte uns an. Es roch nach Curry.

Eva stand auf den Guru. Sie himmelte ihn an. Die Sache war verloren. Finito. Over. Roger.

Peter war traurig.

„Ich will einen einzigen guten Roman schreiben", sagte er, schüchtern.

„Das schaffst du? Thema?"

„Weiß nicht. Ich suche noch nach meinem Thema.“

„Vermutlich Sex und Frauen.“

„Könnte sein.“

Ich drehte eine Tüte, zündete diese an, ich gab sie Peter, er zog an dem Joint.

„Warum muss man immer Ziele haben?“ fragte ich.

„Ja, warum?“

„Ich will mich fallen lassen, nur fallen lassen“, raunte er.

Er schwieg kurz.

„Ich werde den Roman Tandoori Chicken nennen.“

„Echt cooler Titel.“

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So sah Peter früher aus

Peter heute:

Er hat den Roman nicht geschrieben. Er liegt womöglich in der Schublade. Vielleicht traut er sich nicht.

Ein Künstler steht immer am Rande einer Provokation oder Blamage.

Nun gut, er ist ein passabler Geschichtsphilosoph geworden.

Ob er zu Nietzsche aufschließen kann, ist ne andere Frage.

Aus-Sich-Herausgehen kann Peter nur in der Philosophie.

Die zeitgenössische Philosophie scheint festzustecken, in einer Flut von Begriffen. In ner angerührten Beton-Poesie.

Die der Klempner von nebenan nicht versteht.

Ob ein Philosophen Treff im Ashram was brächte, muss Peter beanworten.

Bisschen quatschen, mit Räucherstäbchen & Gras rauchen.

Und George Harrison spielt Sitar.

Nietzsch & bHölderlin als Geist Gastredner.

Alle, auch die Philosophen müssten lockerer werden.

Die Dinge vereinfachen.

Weniger ist mehr.

3 Ashram Feeling, der Roman:

Base Have Good Sex:


Base Two Gruppensex:

Base Three Think:

Tantra (Sanskrit तन्त्र , n., „Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang“) ist eine Strömung innerhalb der indischen Philosophie, entstanden als zunächst esoterische Form des Hinduismus und später des Buddhismus (vgl. Vajrayana) innerhalb der nördlichen Mahayana-Tradition. Die Ursprünge des Tantra beginnen im 2. Jahrhundert, in voller Ausprägung liegt die Lehre jedoch frühestens ab dem 7./8. Jahrhundert vor. Im Buddhismus ist auch der Begriff Tantrayana gebräuchlich (Tantrayāna, „Fahrzeug der Tantra-Texte“).

Base Four Think:

Der Roman ist im Spektrum der literarischen Gattungen, das sich im 19. Jahrhundert herausbildete, die Langform der schriftlich fixierten Erzählung.

Historisch benachbarte Gattungen sind die kürzere Novelle, sie gibt heute im Englischen (novel) und im Spanischen (novela) den Gattungsbegriff (ein spätes Ergebnis der Mode des 17. Jahrhunderts, die auf kürzere Romane drang), sowie die Kurzgeschichte, die im späten 19. Jahrhundert[1] eigens eingegrenzt wurde.

Die eingehenderen Definitionskriterien (wie eine Auseinandersetzung mit dem Individuum und der Geschichte, die literarische Schreibweise, die Ästhetik oder Schönheit seiner Prosa, die tiefere Bedeutung seiner Fiktion, seine Stellung in der Literaturgeschichte) entwickelten sich in den Abgrenzungsprozessen der letzten vierhundert Jahre: Der Roman wurde in ihnen aus der öffentlichen Geschichtsschreibung ausgegliedert und dem neuen Bereich der Literatur überantwortet (Tagebuch und Autobiografie, die privateren Felder der Geschichtsschreibung, sind darum nach wie vor benachbarte Gattungen der Geschichtsschreibung). Die Fragen nach künstlerischer Qualität, die die Romandiskussion seit dem 18. Jahrhundert bestimmen, dienen im Wesentlichen dazu, triviale und ohne tiefere Wahrheit skandalöse Titel aus der öffentlichen Romandiskussion herauszuhalten. Mit ihnen wird dem größeren Teil der Romanproduktion der Anspruch darauf verwehrt, diskutierenswerte Literatur zu sein. Die aktuellen Kriterien entwickelten sich hier seit dem frühen 18. Jahrhundert im Rahmen einer Entskandalisierung der öffentlichen Romanrezeption.

Dicke Schinken/ Wälzer:


4 Der Rolls Royce Guru



Der Baghwan hatte mehrere Rolls Royce, er bekam Geld von reichen Jüngern, Spendern.

Die Osho Bewegung

OSHO-BEWEGUNG

Ein Rolls Royce ist für spirituelles Wachstum das Beste. (OSHO)


Im Jahre 1974 gründete der Inder Rajneesh Chandra Mohan (1931 - 1990) mit dem Ashram in Poona (Indien) die Neo-Sannyas-Bewegung, auch bekannt als Bhagwan- oder Osho-Bewegung.

Mohan studierte Philosophie und schloss das Studium als Magister ab. Er lehrte 9 Jahre lang Philosophie an der Universität von Jabalpur. Nach eigenen Angaben fand er 1953 zur Erleuchtung. Er sammelte Schüler um sich, zog 1974 nach Poona. Ein großer Teil seiner Anhänger bestand aus jungen Intellektuellen aus dem Westen. Mohan ließ sich "Bhagwan" (der Göttliche) nennen.
Auf der Flucht vor Gegnern und indischen Steuerbehörden ging Mohan 1981 nach Oregon (USA), um mit seinen Anhängern Rajneeshpuram, die Stadt der neuen Menschen zu errichten, die allerdings zunehmend totalitäre Züge annahm. 1985 aus den USA ausgewiesen, kehrte er 1987 nach Poona zurück.

1988 legte
Mohan den Titel "Bhagwan" ab - nun sei "Schluss mit dem Joke", ließ sich aber 1989 "Buddha" (Sanskrit: "der Erleuchtete") nennen. Seine Anhängerschaft war ohne Verherrlichung des Sekten-Chefs offenbar nicht glücklich. Schließlich einigte man sie auf die altjapanischen Ehrenbezeichnung "Osho" (ehrwürdiger Meister).

Mohan starb 1990. Seither wird die Bewegung von einem Kollektiv geführt.


Die Osho-Bewegung versteht sich - bis auf die kurze Phase in Oregon, in der man eine Religion begründen wollte - als eine spirituelle Bewegung.

Mohan hat sich nie zu einem bestimmten Glauben bekannt. Die Widersprüche in den Gedanken als "Ergänzungen", die Unverbindlichkeit als Weg zur Freiheit, damit auch aus seinen Lehren keine Philosophie entstehen solle.
Er verbindet alle ihm bekannten religiösen und philosophischen Traditionen und verweist mit den Worten fast aller mystischer Meister der Vergangenheit auf eigenes Erleben. Er hielt über viele Jahre hinweg tägliche Reden, die veröffentlicht wurden; entscheidende Themen waren Liebe, Sexualität, Meditation. Sexualität galt als Weg zur Erleuchtung.
Mohan findet sogar dort noch bedingungslose Zustimmung und begeisterten Applaus, wo er seine eigenen Schüler offenkundig an der Nase herumführt und Werte wie Treue, Familie und Beruf als Zeichen der Unfreiheit deutet.

Zitat:
"Die Erfahrungen in den therapeutischen Gruppen und die Tanzmeditation sollen nun die blockierten Energien lockern, aufgestaute Aggressionen und Sexualität freisetzen und dadurch Selbsterfahrung und Bewusstheit ermöglichen. Der Mensch müsse sich jedoch zuerst so akzeptieren, wie er ist. Schlechtes Gewissen, Sünde und Vergebungsbedürftigkeit seien nur von der Gesellschaft aufgezwungene Vorstellungen, die überwunden werden müssten. Das "Ego" müsse zertrümmert und der Versuch aufgegeben werden, das Leben vom Kopf, von erdachten Vorstellungen ("mind") her zu führen."


Die bewusste Widersprüchlichkeit sowie Verbindung östlicher Spiritualität mit westlicher Psychotherapie hat viele fasziniert und will zu tiefgreifenden Veränderungen der Persönlichkeit führen. Das Angebot reicht von Therapie- und Meditationsformen über alternative Heilweisen, musische Disziplinen, östliche Selbstverteidigungsmethoden bis hin zu esoterischen und magischen Praktiken. - Sannyasins haben auch verschiedene Wirtschaftsbetriebe (z. B. Discos, Restaurants) gegründet. Die Mitglieder verstehen ihren Weg als Einweihung in die Freiheit. Allerdings führt diese Lebensweise ("ganz entspannt im Hier und Jetzt") viele in extreme Hörigkeit. Treue gilt für den Schüler nur gegenüber dem Meister, angeblich als Weg zu radikaler, individualistischer Selbstverwirklichung.

Eigene Erfahrungen, ein Baghwan Jünger spricht:

Zu Beginn der Achtziger Jahre fanden die Sannyasins besonders in Berlin (West) Verbreitung. Angeblich waren es 20.000 und tatsächlich im Stadtbild unübersehbar. Überall fielen sie mit ihren orangenen Outfits oder mindestens ihren Holzperlen-Kettchen auf, an dem das Bildnis ihres bärtig-smilenden Gurus baumelte. Auch in trüben Jahreszeiten dieser damals noch recht runtergekommenen Großstadt sorgte das Orange und ihr "spirituelles Lächeln" für ein gewisses Amüsement für die Ureinwohner, denn die Bhagwan-Klientel waren überwiegend aus westdeutschen Kleinstädten zugewanderte Studentengenerationen, die ihre Weltoffenheit durch den Mix aus "indischer Spiritualität" und "westlicher Freizügigkeit" zu praktizieren versuchten.

Ein Freund und Nachbar von mir fand über eine Sannyasin endlich zu sexuellen Erfahrungen, die ihm, weil zu lieb und schüchtern oder wohl auch zu verklemmt, bis knapp vor dem Examen vorenthalten waren. Seine Einzimmerwohnung war rasch umgebaut. Eine breite Matratze inmitten auf den Dielen und jede Menge Räucherstäbchen im Einsatz.

Meine Gegenpropaganda, dass unser Engagement gegen die Mittelstreckenraketen wichtiger sei, war zwangsläufig zum Scheitern verurteilt, denn seine erste Liebe war ihm nun wirklich attraktiver als die politische Rangelei. Seine Flamme hieß eigentlich Petra, aber nun sie bestand darauf, nun mit ihrem spirituellen Namen angesprochen zu werden. Ich erinnere ihn nicht mehr, denn ich blieb hartnäckig beim "Petra", obwohl sie mir anbot, mich "Marx" oder "Engels" zu nennen:-), aber es entsprach nun mal auch nicht meinem Menschenbild, die Identität wechseln zu müssen. Andererseits sollte man solche Sichtweisen auch nicht überbewerten. Ob sie heute wieder "Petra" heißt? Keine Ahnung.

Und "philosophisch"? Im Grunde genommen ist es einfach nur, dass sich Muhan Gedanken zusammentrug und machte, die selbstdenkenden Menschen mit etwas Interesse für die Ideengeschichte über die Tagesschau-Nachrichten hinaus geläufig sein könnten, also Neigung zur Denkfaulheit haben und durch den Dauerkonsum von Guru-Gedanken eigene Langweiligkeit zu kompensieren und sich in ihren ritualisierten "Zusammenhängen" weltentfremden bzw. versuchen, der Welt zu entkommen.
Wenn man ihnen die Guru-Hörigkeit vorhielt, kam es zum typisch sektenförmigen Reflex, dass "Oshan" insbesondere solche Haltung seiner Anhänger sehr massiv kritisierte, aber merken nicht, dass sie auch in dieser Entgegnung wieder die Gedanken des Gurus bemühten und sich ihr Guru in seiner Kritik an ihnen recht gut darauf verlassen konnte, dass sie nichts bewirkte.

PS Try something new. Fiction is death!

Tote Hose, tote Fische

Sarah Liebkind alias Tom Bourgeoise

Seemann, Musiker, Chansoneur, Chef.

Der Mann mit der Ibanez Joe Pass Serie Gitarre

Immigrant in Kanada & USA

Lebt in Ajiic, Mexiko

Meist auf der Plaza vor der Kathedrale

Oder am See Chapala

Oder auf der Sierra Wandern

Part Time Stuttgart

Meist im Bix oder Cafe im Kunstmuseum

08:50 26.07.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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