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Ewa Die Schlangengrube, der Rimbaud Groove, mexikanische Bordell Story
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In der Nacht tanzten zwei Paare, Salsa, zum Sound eines Akkordeons, während ein Skorpion seine Haut leckte, saß sie auf ihm, und als er kam, klopfte sie auf seine Hoden. Es war ein süßes Gefühl von Wollust und Schmerz, das ihn durchzuckte, als der milchige Saft herausströmte.

Er schloss die Augen, und er versank in einem Traum, mit schwarzen Blumen, auf grünen Wiesen, hinten ein Adler, mit großen Schwingen, blauer milchiger Himmel.

-Wie heißt du?

-Tom.

-Kommst du wieder?

Er schwieg, zündete eine Zigarette an, sie küsste seine Schulter, Nacken. Er war jung und schön, ein Matrose, sein Schiff lag vor Cozumel vor Anker.

Es war eine teerige Nacht, mit einem warmen Lavendelduft.

-Ich heiße Rosita.

Er paffte teuflische Gesichter in die Luft, die er mit dem Qualm zeichnete.

-Liebe kann weh tun, aber würde es nicht weh tun, wäre es keine Liebe.

-Du wirst sie vergessen.

-Nein, sie hat mich vergiftet.

-Wann kommt dein Schiff zurück nach Cozumel?

-Weiß nicht.

Er ging auf die Plaza. Er setzte sich an den Brunnen. Der Akkordeonist spielte La Paloma. Sie kam. Er tanzte mir ihr, eng umschlungen.

Er war wehmütig, er musste an Arthur Rimbaud denken: Was für eine Plage, welch ein Elend, welch Traurigkeit wenn ich an all meine einstigen Reisen denke und wie aktiv ich vor nur fünf Monaten gewesen bin! Wo sind die Läufe über Berge, die Kavalkaden, die Wanderungen, die Wüsten, die Flüsse und die Meere?

Arthur Rimbaud war ein französischer Dichter, der eine Affäre mit Paul Verlaine hatte.

Patti Smith war ein glühender Verehrer von ihm, Lou Reed.

Es gibt einen Film über die Affaire Verlaine Rimbaud. Total Eclipse- Mit Leonardo DiCaprio.

Tom wollte nicht alt werden, und er konnte Ewa nicht vergessen, das blonde Biest, blaugrüne Augen.

Es war gut, sich unter Lampionlichtern, an ne Frau anzuschmiegen.

Rimbaud Groove Musik: Kurt Elling http://www.youtube.com/watch?v=mel9JXrY18s

Musik : Matron de La Palamo Los Salvavjes De La Frontera

Film: Total Eclipse Regie Agnieszka Holland

Gedicht Arthur Rimbaud:

VOKALE

A schwarz E weiß I rot U grün O blau – vokale
Einst werd ich euren dunklen ursprung offenbaren:
A: schwarzer samtiger panzer dichter mückenscharen
Die über grausem stanke schwirren · schattentale.

E: helligkeit von dämpfen und gespannten leinen ·
Speer stolzer gletscher · blanker fürsten · wehn von dolden.
I: purpurn ausgespienes blut · gelach der Holden
Im zorn und in der trunkenheit der peinen.

U: räder · grünlicher gewässer göttlich kreisen ·
Ruh herdenübersäter weiden · ruh der Weisen
Auf deren stirne schwarzkunst drückt das mal.

O: seltsames gezisch erhabener posaunen ·
Einöden durch die erd- und himmelsgeister raunen.
Omega – ihrer augen veilchenblauer strahl.

Übersetzt von Stefan George

„Fordern wir unterdessen von den Dichtern Neues – Ideen und Formen.“
(Arthur Rimbaud an Paul Demeny am 15. Mai 1871)

„− Die Welt verändern −, hat Marx gesagt; – das Leben ändern −, hat Rimbaud gesagt: diese beiden Losungen – für uns sind sie nur eine.“
(André Breton, Juni 1935)

„Alle, so viele wir auch sein mögen, ob wir nun so oder so schreiben, ob wir untereinander zerrissen, uneinig, verfeindet sein mögen, haben dennoch den gemeinsamen Nenner, der unsere Träume bestimmt, den ewig jungen Rimbaud.“
(Aragon, 1947)

"Der Mann war groß, gut gebaut, beinahe athletisch, mit dem perfekt ovalen Gesicht eines Engels im Exil, mit unordentlichem leicht braunem Haar und Augen von einem verstörenden blassen Blau."

Paul Verlaine

"Zuerst fielen mir nur seine außerordentlich schönen Augen auf - mit einer leicht blauen Iris umgeben von einem dunkleren Ring von immergrün- blauer Farbe. Einst in der Vergangenheit sahen seine Wangen hohl aus, quadratisch, hart.

Die frische Hautfarbe eines Englischen Kindes welche er lange Zeit behalten hatte, hatte in dieser Zeitspanne von zwei Jahren der dunklen Haut eines Kabylen platzgemacht, und auf dieser gebräunten Haut ein neues Ding, welches mich belustigte, ein beige-blonder Bart, eng gelockt, welcher schon lange fällig gewesen war - er ging auf die 25 zu (...)

Ein weiteres Zeichen von vollendeter physischer Männlichkeit war seine Stimme, welche den nervösen Tonfall, das etwas Kindische das ich bis dahin kannte, verloren hatte, tief geworden war, erfüllt mit ruhiger Energie (...).

Am Abend nach dem Essen riskierte ich es ihn zu fragen ob er noch immer über Literatur nachdachte. Den Kopf schüttelnd zeigte er ein halb belustigtes, halb genervtes Lächeln, als ob ich ihn gefragt hätte: "Spielst du noch immer mit einem Reifen?" und antwortete schlicht: "Ich mache mir nichts mehr daraus.""


Ernest Delahaye über seinen Besuch bei Arthur Rimbaud in 1878, als Rimbaud wegen Typhus Fieber in Roche behandelt wird.

Seemannsleben des Arthur Rimbaud:Auf der Suche einer neuen Identität

Sichtlich hatte der nunmehr 19-Jährige mit der Literatur inzwischen abgeschlossen. Er begann Klavierspielen zu üben und ging im Februar 1875 nach Stuttgart, mit der Absicht Deutsch zu lernen. Hier erhielt er Besuch von dem vorzeitig entlassenen Verlaine, der ihn zu versöhnen und vergeblich zu der Frömmigkeit zu bekehren versuchte, die ihn selber im Gefängnis überkommen hatte.

Im Mai brach er zu Fuß in Richtung Italien auf, wo er Italienisch zu lernen gedachte. Seinen Plan, vorher sein letztes Werk, die etwa 30 Taschenbuch-Seiten umfassenden Illuminations, in Druck zu geben, verwirklichte er nicht. Es wurde erst 1886 ohne sein Wissen von Verlaine in einer Zeitschrift publiziert, wobei dieser den seltsamen Titel (etwa: kolorierte Buchillustrationen) festlegte.

Zurück aus Italien, wo er erkrankt war und mit vorgestrecktem Geld eines Konsulats die Rückreise nach Roche hatte antreten müssen, stellte Rimbaud Überlegungen an, ob er vielleicht als Externer noch das Baccalauréat ablegen könne. Doch wurde hieraus nichts, vielmehr findet man ihn im Juli 1875 in Paris, wo er eine befristete Stelle als Repetitor erhalten hatte. Das Winterhalbjahr 75/76 verbrachte er in Charleville, wo er weiter Klavierspielen übte, aber auch den Tod seiner ältesten Schwester erlebte.

Mit dem Frühjahr überkam ihn offenbar neue Unrast. Im April 1876 findet man ihn in Wien und wenig später in Brüssel, wo er sich als Söldner in der holländischen Kolonialarmee anwerben ließ. Auf Java angekommen, desertierte er jedoch und fuhr als Matrose auf einem englischen Segelschiff zurück. Nach einer kürzeren Zeit in Nordeuropa (1877) ging er nach Alexandria, erkrankte dort und schlüpfte danach kurz bei seiner Familie unter. 1878 findet man ihn in Hamburg, später in Italien und schließlich auf Zypern, wo er im Dienst einer französischen Firma einige Zeit einen Steinbruch leitete. 1880 gelangte er nach Aden (im heutigen Jemen) und wurde dort Angestellter einer französischen Firma, die mit Pelzen und Kaffee handelte. Für sie, aber später auch auf eigene Initiative und Rechnung unternahm er mehrfach Expeditionen in das fast noch unbekannte Innere von Äthiopien und Somalia, wobei er die geschäftlichen Aspekte mit wissenschaftlichen zu verbinden versuchte und z.B. einen mit eigenen Fotos illustrierten Bericht für eine geographische Fachzeitschrift verfasste, der 1884 erschien.

Anfang 1891, während eines Aufenthalts in Somalia, bekam er starke Schmerzen im Knie. Er liquidierte unter Verlusten, aber immer noch mit einem hübschen Kapital, sein Geschäft und reiste unter großen Strapazen nach Marseille. In einer dortigen Klinik für gut situierte Patienten stellte sich heraus, dass er Knochenkrebs hatte und das Bein amputiert werden musste. Hiernach verbrachte er, auf Genesung hoffend, einige Sommerwochen in Roche, fuhr dann aber wieder unter Schmerzen in die Klinik nach Marseille. Zuvor vernichtete er, offenbar unter dem Einfluss seiner frommen Schwester Isabelle, praktisch alle Materialien aus seiner Zeit als moralisch, politisch und religiös nicht eben korrekter junger Dichter, die er schon seit langem als fern und abgetan betrachtete.

Er wurde beigesetzt auf dem Friedhof von Charleville.

Trotz des Fehlens der genannten Materialien, insbesondere der meisten an ihn gerichteten Briefe, sind die Stationen der Biografie Rimbauds als jugendlicher Literat, junger Abenteurer und zuletzt offenbar auch wohlhabend gewordener Geschäftsmann relativ gut bekannt dank zahlreicher erhaltener Briefe von ihm, z.B. an Izambard oder an seine Mutter, sowie vieler weiterer Dokumente.

Sarah Liebkind alias Tom Bourgeoise

Seemann, Musiker, Chansoneur, Chef.

Der Mann mit der Ibanez Joe Pass Serie Gitarre

Immigrant in Kanada & USA

Lebt in Ajiic, Mexiko

Meist auf der Plaza vor der Kathedrale

Oder am See Chapala

Oder auf der Sierra Wandern

Part Time Stuttgart

Meist im Bix oder Cafe im Kunstmuseum

Wikepedia
06:08 15.07.2012
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