"Ein rechtsextremes Familienunternehmen“?

AfD - "Es bleibt in der Familie", wenn deren Bundesvorsitzende Frauke Petry und der AfD-Landesvorsitzende in NRW, Marcus Pretzell auch privat ein Paar sind?
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Nachdem jüngst bekannt wurde, dass ab März 2016 endlich über den Antrag auf ein Verbot der rechtsextremen NPD vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt werden soll, dürfte sich der Zustrom von NPD-Sympathisanten in die AfD nochmals verstärken. Diese AfD-Neumitglieder hätten damit eine neue „derzeit noch nicht von einem Verbot bedrohte“ politische Heimat gefunden.

Inzwischen liest man immer häufiger, „dass die AfD bereits jetzt stark von NPD-Leuten unterwandert sei, dass viele PEGIDA-Ableger direkt von Rechtsextremen gesteuert würden und dass es längst auch eine abgesprochene Arbeitsteilung zwischen AfD und PEGIDA(s) geben soll (die AfD konzentriert sich verstärkt auf ein Saubermann-Image, um in die Landes- und schließlich auch ins Bundesparlament zu gelangen, während PEGIDA für die Mobilisierung ‚der Straße’ zuständig bleibt).“

Sich mit AfD, PEGIDA, Die Rechte, NPD, Der 3. Weg und anderen Gruppierungen sachlich auseinanderzusetzen haben viele Medien und politisch Interessierte, nach meiner Beobachtung, inzwischen leider aufgegeben. Dabei sind beispielsweise die Widersprüche der „Führungsclique“ von AfD und PEGIDA zwischen deren eigenem Handeln und ihrem lauthals verkündeten „Programm“ nicht nur offensichtlich, sondern auch unfreiwillig komisch (klar darf man über Rechtsextreme lachen und Witze machen! Selbst Frauke Petry äußerte in einer „Hart aber fair“ Sendung jüngst, sie vermisse Humor „auf beiden Seiten“).

  • Frauke Petry (AfD-Bundesvorsitzende) beschwert sich regelmäßig über eine angeblich unsachliche Berichterstattung „der“ Medien zu ihrer Person und zur AfD. Und während die von AfD-Mann Alexander Gauland als „natürlicher Verbündeter der AfD“ bezeichnete PEGIDA auf ihren wöchentlichen „Spaziergängen“ immer wieder Sprechchöre von der „Lügenpresse“ (ein Nazi-Begriff, der zu recht zum Unwort des Jahres 2014 gewählt wurde) hören lässt, ist sich andererseits die „*Pleite-Unternehmerin“ Frauke Petry nicht zu schade mit ihrem „Lebensgefährten“, dem mit einer anderen Frau verheirateten, Vorsitzenden der AfD Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell den Bundespresseball („Lügenpresseball“) zu besuchen :-). Petry versucht inzwischen übrigens vom Begriff der „Lügenpresse“ wegzukommen und spricht neuerdings von „Pinocchio-Presse“, wohl um „salonfähiger“ zu erscheinen und ihre Akzeptanz bei den Medien nicht schon völlig verspielt zu haben, wenn sie einst im Bundestag sitzen wird (*„die Unternehmerin Frauke Petry meldete 2013 für das von ihr gegründete Unternehmen PURinvent GmbH Insolvenz an und ging anschließend auch in die Privatinsolvenz. 2014 wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Leipzig gegen Petry wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung ermittelt“, Wikipedia)
  • Obwohl die AfD sich (wie auch die NPD) gegen eine Öffnung der Zivil-Ehe für gleichgeschlechtliche Paare positioniert, während sie gleichzeitig die „Hetero-Ehe“ als angeblich „einzige und alternativlose Form des Zusammenlebens“ propagiert, kümmert sich das Führungspersonal der AfD selbst einen Dreck um diese „Ausschließlichkeit“ der heterosexuellen Ehe. **Marcus Pretzell, NRW-Landesvorsitzender der AfD, ist lt. Wikipedia eine Beziehung mit der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry eingegangen, obwohl er weiterhin mit einer anderen Frau verheiratet ist und mit ihr auch Kinder hat. Nicht nur die Katholische Kirche spricht in solchen Fällen von „Ehebruch“. Und auch AfD-Mann Alexander Gauland lebt unverheiratet mit einer Lebensgefährtin zusammen, anstatt die AfD-Forderung nach Ehe und Familie zu erfüllen ("seine Lebensgefährtin Carola Hein ist Lokalredakteurin bei der Märkischen Allgemeinen", Wikipedia). Gleichzeitig hat die AfD Baden-Württemberg einen Antrag beschlossen der, nach russischem Vorbild, ein Verbot sog. „Homo-Propaganda“ in Deutschland gesetzlich verankern will. Warum das? Wohl „damit heterosexuelle Menschen nicht auf die Idee kommen sollen eine homosexuelle Beziehung der heterosexuellen Ehe vorzuziehen?“ Sind lt. AfD-Befürchtung heterosexuelle Menschen, obwohl doch gar nicht homosexuell, also „in Gefahr“ lieber eine homosexuelle Beziehung zu führen, sobald sie durch „Homo-Propaganda“ davon erfahren, dass es nicht nur heterosexuelle, sondern auch homosexuelle Lebenspartnerschaften - und wie in vielen Ländern bereits etabliert - auch längst gleichgeschlechtliche Ehen gibt? :-) Diesen russich-geprägten "AfD-Schwachsinn" konnte mir bisher noch niemand schlüssig erklären (**„Im Rahmen der Flüchtlingskrise in Europa halte Pretzell für den Fall eines gewaltsamen Grenzübertritts von Flüchtlingen den Gebrauch von Schusswaffen als ‚Ultima Ratio’ für gerechtfertigt, by the way (…) im Zusammenhang mit privaten Steuerschulden hat das Finanzamt Bielefeld ein Zwangsgeld gegen Pretzell verhängt“, Wikipedia)
  • Hat die AfD bereits ihren eigenen Fernsehsender etabliert? Dieser Verdacht drängt sich auf, wenn man sich folgendes ansieht: Während bei bundesweiten Umfragen die AfD derzeit auf eine Wählerakzeptanz von 9 - 10 % kommt, erreicht ihre Zustimmung bei der TED-Umfrage des sog. „Nachrichtensenders“ N 24 (er gehört zum Axel Springer Konzern) am 29.11.2015 unglaubliche 80 %, was eigentlich nur zwei Schlüsse zulässt: „Entweder sehen diesen Sender und beteiligen sich an seinen Umfragen überproportional viele AfD-Mitglieder und AfD-Sympathisanten, oder die AfD hat den Sender bereits unterwandert“ :-)

https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Pretzell

https://de.wikipedia.org/wiki/Frauke_Petry

https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Gauland

https://de.wikipedia.org/wiki/Bj%C3%B6rn_H%C3%B6cke

https://de.wikipedia.org/wiki/Beatrix_von_Storch

https://de.wikipedia.org/wiki/Armin-Paul_Hampel

https://de.wikipedia.org/wiki/N24

https://www.freitag.de/autoren/saul-rednow/1933-2015-das-vierte-reich

12:21 08.12.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Saul Rednow

Meine Themen: Rechtsextremismus - Rassismus - Homophobie - Politik - Musik u.a.
Saul Rednow

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