Renzi behält einen klaren Kopf und steigt aus

Plattes Beispringen vermittelt den Eindruck, dass es in Syrien ausschließlich um Rache geht - sinn- und besinnungslos. Wer die Probleme lösen möchte, sollte über Frieden nachdenken
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Es ginge also: Deutschland könnte die Solidarität um der Solidarität willen auch sein lassen. Dass man mit Frankreich gut Freund ist, ließe sich an anderer, sinnvollerer Stelle viel überzeugender dokumentieren. Nicht aber in einer Allianz für eine Sache, die neuen Hass, neue Flüchtlinge – aber keine Konfliktlösung bringt. Italiens Ministerpräsident Renzi macht es richtig. Ähnlich – wie damals Schröder – weigert er sich, die militärische Option zu unterstützen. Und er hat gescheite Argumente dafür.

Dennoch: Der militärische Konflikt scheint vorprogrammiert. Wobei Deutschlands Rolle geradezu lächerlich, sprich: wie ein reiner Propagandaakt, wirkt. Immerhin weiß man, dass die bombenden Amerikaner ausschließlich auf ihre eigene Logistik setzen und tönt lauthals, dass man Putin die von deutschen Tornados erzielten Ergebnisse vorenthalten will. Die USA haben die Anschlussfähigkeit europäischer Waffentechnik seit Jahren in Frage gestellt. Und Putin ist sowieso voller Vorbehalte. Was zweifellos heißt: Von den großen Akteuren vertraut niemand niemandem so richtig. Ein Bündnis jedenfalls sähe anders aus. Folglich dürften fast alle am kommenden Waffengang Beteiligten ziel- und orientierungslos nach Syrien reinballern. Hauptsache, es kommen Zivilisten um.

Wer die Probleme in Mittelost wirklich lösen möchte, sollte endlich die Experten zu Wort kommen lassen - Michael Lüders, Jürgen Todenhöfer und Slavoj Zizek:

https://www.youtube.com/watch?v=syygOaRlwNE

https://www.facebook.com/juergentodenhoefer/posts/10153381259045838

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/slavo-zizek-100.html

Dr. Ulrich Scharfenorth, Ratingen

www.stoerfall-zukunft.de

18:36 14.12.2015
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Geschrieben von

Scharfenorth

Geb. 1941. Bis 1990 Gutachter fuer die DDR-Stahlindustrie. Danach Journalist/ Autor in Duesseldorf. 2008: "Stoerfall Zukunft"; 2011: "abgebloggt"
Scharfenorth

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