Verklemmte Granaten

Sexstress Alkohol und kulturelle Kollisionen machen den Flüchtlingen zunehmend zu schaffen. Daran besteht kein Zweifel - auch wenn ersteres überall schamlos verschwiegen wird.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Die gewaltsamen Übergriffe in Köln, Hamburg, Bremen, Stuttgart und anderen deutschen Städten sind verhängnisvolle Zeichen einer Flüchtlingspolitik, die zwischen den kulturellen Dissonanzen, aber auch an fehlendem Einfühlungsvermögen und an den dazugehörigen Auslassungen und Lügen scheitert. Wir haben es nun einmal mit jungen, vor allem männlichen Ausländern zu tun, mit Menschen, die von ihren Familien vorgeschickt worden, um im goldenen Westen Frieden zu erfahren und ein gesichertes Leben festzumachen. Diese Menschen entwickeln Bedürfnisse, über die an keiner Stelle offen berichtet wird. Sie leben monatelang unter meist unwürdigen, von Enge geprägten Verhältnissen – Männlein, Weiblein und Kindlein durcheinander. Fast alle jungen Männer sind seit Monaten unterwegs – ohne ihre Freundinnen oder Frauen. Sie erleben mit der hiesigen Gleichberechtigung von Mann und Frau, mit der akzeptierten Homosexualität, mit der europäischen Kleiderordnung eine ihnen fremde Lebenswirklichkeit, die aufreizend wirkt, aufreizend wirken muss.

„Sagen Sie mal“, fragte ein Ratinger Bürger seinen Bürgermeister, „das sind viele junge Männer, die gewisse Bedürfnisse haben. Kümmert sich die Stadt auch darum?." Der Fragende erntete einige Lacher, eine Antwort bekam er nicht.

Gerade hier aber beginnt das Problem. Ein Land wie Deutschland kann sich die Struktur der einkommenden Flüchtlinge nicht aussuchen. Es muss sie hinnehmen und das Beste daraus machen. Die Aufstellung von tausend Sonderbordellen könnte die Sachlage entschärfen. Niemand wagt das auch nur anzusprechen, geschweige denn zu erwägen. Denn wer sollte sich den aufgeziegelten Machos hingeben. Solche Denke nagt geradezu irrsinnig am Frauenbild – wenngleich der Puff, wie selbstverständlich zu unserer Gesellschaft gehört. Folglich ist das Verschweigen der sexuellen Problematik in ihrer Gesamtheit, sind alle diesbezüglichen Auslassungen nicht hinnehmbar – und schon gar nicht auf die „bloße“ sexuelle Belästigung von Frauen zu reduzieren. Frauen können den sexuellen Trieb von Männern nicht einschätzen, und sie greifen zu kurz, wenn sie all die jungen Leute zum Onanieren auffordern. Wer seine Sexualität nicht ausleben kann, verbiegt sich. Allzu oft wird er kriminell. Das freilich hat nichts mit mönchhaftem Katholizismus zu tun. Es ist eine Binsenweisheit und passt vorzüglich in aktuelle Meinungsumfragen, die für Paare den einmal wöchentlichen Orgasmus zum Normal- und Wohlfühlstatus erklären den einmal wöchentlichen Orgasmus zum Mindest- resp. Wohlfühlstatut erklären. Aber Pustekuchen! Gerade bemüht sich eine gequälte Politik darum, den Nachzug von Familienmitgliedern auszubremsen – weil die Masse der ankommenden Flüchtlinge einfach nicht bewältigt werden kann. Gleichzeitig aber ignoriert sie das sexuelle Problem, über das sie nach wie vor schamlos hinwegschweigt.

Für mich ist klar: Übergriffe wie in Köln und anderen Städten wird es auch in Zukunft geben. Man wird sie zu verhindern suchen, aber nicht gänzlich verhindern können. Appelle an Ethik, Anstand und Rechtsbewusstsein nützen nur, wenn Zuwanderer in normalen Verhältnissen leben und die Regeln des Gastlandes erlernen können. Dafür müssen beide Seiten sorgen. Am besten, indem sie die Fluchtursachen beseitigen helfen. Wie das angesichts der verschärften Lage zwischen Saudi-Arabien und dem Iran einerseits und den Spannungen zwischen Türken und Kurden andererseits funktionieren soll, weiß niemand. Dasselbe gilt für die Beseitigung der Not in Afrika. Für diese Missstände sind in erster Linie US-Amerikaner, Franzosen und Briten verantwortlich, Völkerschaften, die vom Auffangen der Probleme nichts wissen wollen. Folglich müssen sich vor allem die Länder, die Hauptziele des Migrantenstroms sind (Deutschland, Schweden, Österreich) auf erhebliche Spannungen aus der Flüchtlingskrise heraus einstellen – auch auf sehr viel mehr RECHTS. Mit der lächerlichen Geste „Wir schaffen das“ sind diese Probleme ebenso wenig zu lösen wie mit der Seehoferschen Obergrenze von 200.000. Denn zum einen werden wir das Ganze nur in Teilen schaffen, zum anderen den Flüchtlingsstrom nicht begrenzen können. Es wird die weitere Zuwanderung mit noch mehr Problemen geben, und wir werden mit den daraus entstehenden Konflikten leben müssen. Gettos und Krawalle sind vorprogrammiert und … bleiben es.

Dr. Ulrich Scharfenorth

www.stoerfall-zukunft.de

19:15 09.01.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Scharfenorth

Geb. 1941. Bis 1990 Gutachter fuer die DDR-Stahlindustrie. Danach Journalist/ Autor in Duesseldorf. 2008: "Stoerfall Zukunft"; 2011: "abgebloggt"
Scharfenorth

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