Wenn Prokon ehrlich ist, müssen wir helfen

Hetze der Medien? Prokon verzichtet bei seinen Projekten auf Bankkredite und verkauft sog. Genussrechte. Für letztere werden hohe Gewinne versprochen. Das stört die üblichen Verdächtigen.

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community.
Ihre Freitag-Redaktion

Sehr verehrte Damen & Herren, liebe Freunde, ich habe ein dringendes Anliegen: Ich möchte gern wissen, ob die z. T. bösartige Kritik am Windkraftanlagenhersteller und –betreiber PROKON berechtigt oder aber nur den Verdrängungsabsichten durch übermächtige E-Konzerne und deren „Zuschläger“ geschuldet ist. Prokon – ich selbst habe bei der Firma ein paar Genussrechte http://de.wikipedia.org/wiki/Genussrecht erworben - überhäuft die Anleger mit umfangreichem Argumentationsmaterial. Aus den Papieren ersehe ich, dass sich die Firma akut bedroht fühlt http://www.prokon.net/. Hauptangriffspunkte der Gegner (Medien und Stiftung Warentest) sind das Geschäftsmodell und die damit verbundenen Versprechungen bezüglich der (hohen) Erträge. Für meine Begriffe argumentiert die Firma in allen Punkten schlüssig – aber auch strikt gegen wichtige Tendenzen zum Neoliberalismus. PROKON scheint tatsächlich ein unliebsamer Konkurrent für rückwärtsgewandte Energiekonzerne und ebenso für die in Verruf geratenen Banken, die von Prokon zur Finanzierung der Windkraftprojekte nicht gebraucht werden. Andererseits scheinen die hohen Vergütungen aus den Genussrechten nicht aus der Luft gegriffen. Denn anders als bei üblichen Investitionen in anderen Branchen, existiert hier eine zusätzliche Sicherheit – die Einspeisevergütung, die für jede Stromerzeugung 20 Jahre lang Sicherheit bietet. Wer also neue Windkraftanlagen baut bzw. in sie zwecks Stromerzeugung investiert, kann auf langjährige, gesicherte Erträge hoffen (fürchten muss er nur, dass die Einspeisevergütung – mehr als bisher angesagt – zurückgefahren wird). Hinzu kommen Sicherheiten aus dem Anlagebestand etc.

Meine Frage: Wird hier ein wichtiges, alternatives Wirtschaftsmodell zerstört oder sitzen die Anleger tatsächlich einem Schneeballsystem auf?

Wer von Ihnen/Euch kann detailliert zu den ökonomischen, von Prokon angeführten Randbedingungen Auskunft geben (nicht, um mich mit meiner eher lächerlichen Beteiligung zu beraten, sondern um eine möglicherweise wichtige Alterantive auf ihre Machbarkeit hin „abzuklopfen“.)?

Wer hat das bereits durchgerechnet? Sollte sich herausstellen, dass Prokon mit unlauteren Mitteln vom Markt verdrängt werden soll, müssten alle dem Genossenschaftsgedanken/der nachhaltigen Entwicklung/der Gemeinwohlökonomie verbundenen Mitbürger sofort zu Unterstützungsaktionen für Prokon bereit sein/ aufrufen. Passierte das nicht, könnte das Schiff schnell unter gehen. Denn das Abspringen jedes Genussrechtsinhabers unterminiert die Finanzkraft/Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Allein das Gerücht (Schneeballsystem) hat bereits massiven Schaden angerichtet und kann diesen Schaden weiter verstärken. Und natürlich möchte niemand möchte in der Konkursmasse enden.

Ich würde mich über ein paar klärende Worte von Fachleuten freuen … Viele Grüße aus Ratingen! Dr.-Ing. Ulrich Scharfenorth

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Scharfenorth

Geb. 1941. Bis 1990 Gutachter fuer die DDR-Stahlindustrie. Danach Journalist/ Autor in Duesseldorf. 2008: "Stoerfall Zukunft"; 2011: "abgebloggt"

Scharfenorth

Was ist Ihre Meinung?
Diskutieren Sie mit.

Kommentare einblenden