RE: Jenseits von Wachstum | 10.06.2015 | 08:50

Der Begriff Rente ist in diesem Zusammenhang wahrscheinlich irreführend. In unserer Kommune z.B. ist es so, dass wir von einem Zielbetrag ausgehen (ca. 1000 Euro im Monat), der einer Person zur Verfügung stehen soll, wenn sie nicht mehr erwerbstätig ist und kein Einkommen mehr in die gemeinsame Ökonomie einbringt. Diese 1000 Euro kommen dann aus der gemeinsamen Altersvorsorge. Das ist aber ein eher theoretisches Konstrukt, weil das Geld ja nicht "ausgezahlt" wird. Es verbleibt einfach in der Wirtschaftsgemeinschaft und die Person nimmt daran wie bisher teil.

Natürlich investieren die Menschen auch im Rentenalter noch Zeit in das Projekt - so wie es ihren Wünschen und Bedürfnissen entspricht. Es geht tatsächlich darum, wie ein anderer Umgang mit dem Alter aussehen kann.

RE: Die Qual der Wahl | 13.05.2015 | 11:42

Ich halte das aktuelle politische System für nicht wirklich demokratisch: Es ist offensichtlich, dass Entscheidungen schon lange nicht mehr im Sinne und zum Wohle der Bevölkerung getroffen werden, sondern im Interesse der (wirtschaftlichen) Eliten und Konzerne. Ich denke, dass es möglich ist, basisdemokratische Strukturen aufzubauen, die auf verschiedenen Ebenen funktionieren. Gute Vorschläge finden sich dazu zum Beispiel im Buch "Kartoffeln und Computer" oder auch in dem Modell, dass in Rojava aufgebaut wird.

RE: Die eigene Geschichte | 05.05.2015 | 07:20

Dieses Klischee spielt immer noch eine große Rolle. Ich wollte damit ausdrücken, wie sich die Lebensrealitäten für Frauen inzwischen geändert haben, denn das kann mensch ja nicht leugnen. Nichts desto trotz: Das Drängen auf den Arbeitsmarkt wurde den Frauen als Freiheit verkauft, aber es geht dabei lediglich um die weitere Ausbreitung des kapitalistischen Systems. Zumal alle anderen Aufgaben ja nicht plötzlich wegfallen, nur weil die Erwerbsarbeit hinzugekommen ist. Abgesehen davon, reicht ein Lohn heute oft nicht zum Leben.

"Alles prima gemeinsam mit den Männern umzusetzen", ist ein gründlicher Euphemismus. Es findet doch nicht statt. Das liegt aber nicht am "Feindbild Mann", sondern an den strukturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen, die immer noch von Macht- und Hierarchieverhältnissen geprägt sind. Diese abzuschaffen - für Frauen wie für Männer - sollte das Ziel sein.

RE: Die eigene Geschichte | 04.05.2015 | 12:14

Ich kann die Argumentation gut nachvollziehen. Natürlich mache ich mir auch Gedanken darüber, wie solche Strukturen auf Jungs und Männer wirken. Nur kann ich das nicht aus eigener Erfahrung beschreiben und beurteilen. Für mich bedeutet Feminismus aber, jegliche Hierarchien zu bekämpfen. Insofern finde ich Nils Prickert Text (der leider noch nicht online steht) sehr hilfreich, weil er eine Verbindung schafft zwischen feministischen und gesamtgesellschaftlichen Anliegen. Und eine Antwort auf die Frage gibt, warum sowohl Männer als auch Frauen (und alle, die sich weder als das eine noch als andere definieren wollen) solidarisch sein sollten.

RE: Die eigene Geschichte | 04.05.2015 | 12:10

Danke, Madga. Das freut mich sehr zu lesen!

RE: Ich will keine Schokolade | 15.04.2015 | 23:12

Im Moment kann ich mir tatsächlich nicht vorstellen, Kinder zu bekommen. Auch in der Zukunft nicht. Aber ich kann natürlich nicht wissen, wie es in ein paar Jahren aussieht... warten wir es ab ;)

RE: Ich will keine Schokolade | 15.04.2015 | 23:08

Ja, das stimmt. Interessanter Gedanke. Ich kenne das Gefühl, allein dazustehen sehr gut. Zum Glück bin ich aber inzwischen so gut vernetzt und umgebe mich viel mit Menschen, denen es ähnlich geht wie mir. Das wiederum birgt die Gefahr, irgendwann in einer kleinen Blase zu leben... der Auseinandersetzung mit dem "Mainstream" darf mensch auf die Dauer auch nicht aus dem Weg gehen.

RE: Der Boden der Tatsachen | 05.03.2015 | 13:12

Danke, Mika! Das Buch kenne ich. Habe es aber noch nicht gelesen. Vielleicht hole ich das noch nach ;)

RE: Studium der Arbeit | 24.02.2015 | 10:34

Hachja, wieder mal ein sehr konstruktiver Kommentar. Trotzdem antworte ich: Es würde genug Zeit für alle geben, etwas "schönes" zu tun - sodass auf der anderen Seite die Zusagen für die Übernahme von Diensten auch eingehalten werden, ohne dass es dem eigenen Wohlbefinden zuwider läuft. Abgesehen davon gäbe es wohl genug Menschen, die gerne Bus fahren. Bei einer entsprechend großen Anzahl von Menschen finden sich (erfahrungsgemäß) für alle Aufgaben genug Freiwillige.