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"Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt" Jorge Louis Borges
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RE: Israels Staatsdefinition hat Auswirkungen | 28.07.2018 | 18:30

Back to the roots!

Yosef Weitz, Einer der mächtigsten Politiker in der Phase vor der Gründung Israels schrieb 1940:

Es muß klar sein, dass in diesem Land kein Platz ist für beide Völker.

Wenn die Araber gehen, wird das Land groß und weit sein für uns.

Die einzige Lösung ist ein Land Israel […] ohne Araber. Für Kompromisse gibt es hier keinen Platz.

RE: Alles auf Schwarz | 28.07.2018 | 18:25

Wie schlecht stünde es um unsere Welt gäbe es nicht Philanthropen wie Adelson, oder dessen Bruder im Geiste, den Bingo-Milliardär Irving Moskovitz, der ähnlich wie Adelson unzählige – steuerlich absetzbare – Millionen in den ultra-nationalistisch motivierten Siedlungsbau etwa des Coheret Atanim in Ost-Jerusalem steckt.

RE: Im Eskalationsmodus | 08.07.2018 | 16:03

Offenbar entwickelt sich die ungezügelte Schärfe im Tonfall politischer Kritik zu einer Art Epidemie.

Von vielleicht unerwarteter Seite wird ebenfalls eine extreme Form der Kritik an Kanzlerin Merkel geübt, die in der Schärfe mit Gauland & Co. spielend mithalten kann.

Der Herausgeber der Jüdischen Rundschau meint über Frau Merkel und ihre Koalition und ehemaligen Koalitionäre:

Sie hassen Trump, sie hassen Israel, weil sie gesunden Menschenverstand und fremde Erfolge hassen, die ihnen nur allzu deutlich ihre eigene Unzulänglichkeit, ihre Bedeutungslosigkeit und ihre schädliche Nutzlosigkeit aufzeigen.

RE: Wir wollen einfach eine Zukunft | 22.05.2018 | 20:49

Ihre Aussage "Die Hamas, ich sage es wahrscheinlich zwecklos nochmal, ist erst danach stark geworden" ist belastbar. Dasselbe gilt für die Hezbollah im Libanon, die erst im Zuge des fürchterlichen Libanon-Feldzugs Israels entstand, und mit jeder israelischen Bestrafung des Libanon stärkere Unterstützung in der geplagten Bevölkerung findet.

RE: Wir wollen einfach eine Zukunft | 22.05.2018 | 20:40

Die falsche Behauptung "Die Palästinenser hätten damals am Liebsten alle Juden ins Meer getrieben" wird durch häufige Wiederholung nicht besser. "Starke Sprüche" kamen in der Zeit nach dem UN Teilungsbeschluss von 1947 vor allem vom Arabischen Hohen Kommittee, das alles andere war als eine Vertretung der Palästinenser. Abgesehen von kernigen Sprüchen, zu denen Araber leider neigen, hatte die zionistische Seite das Heft in der Hand. Wer in Israel gegenüber der Öffentlichkeit dokumentiert, dass es die militärisch deutlich überlegenen eigenen Leute waren, die die anderen wenngleich nicht ins Meer geworfen, dafür aber aus dem Land gejagt haben, sieht sich rasch als Paria. Dem Historiker Benny Morris wurde das zuviel, und er machte einen Rückzieher. Seit er die palästinenser als Barbaren bezeichnet, ist er wieder angesehen.

RE: Wir wollen einfach eine Zukunft | 22.05.2018 | 20:28

Ihre "Medienlegasteniker" gibt es nicht; die von Ihnen beschworene Lese- und Rechtschreibschwäche schreibt sich mit "th".

Der Grobheit Ihrer Formulierungen und dem angedeuteten Gewieher zufolge dürften Sie auch zu denen gehören, die es lustig finden einen Palästinenser abzuknallen, nicht wahr? Sie dürfen sich jetzt ein wenig moralisch über meinen Befund empören, das gehört bei Ihrer Sorte dazu.

RE: 1948: Feinde sind der Kitt | 20.05.2018 | 18:32

Gelungene Übersicht. Ihr Satz

"Der äußere Feind bleibt der Kitt, der Israel zusammenhält. Netanjahu spielt meisterhaft und skrupellos auf dieser Klaviatur"

dürfte die Aussage sein, die die politische Logik der letzten Regierungen Israels am besten charakterisiert.

Die Linke ist, wie Sie sagen, marginalisiert und tatsächlich nur noch ein Feigenblatt.

Alles sehr schön für eine selbstgefällige Figur wie Bibi Netanjahu, aber eine furchteinflössende Perspektive für Israel.

RE: Er kitzelt den Drachen am Schwanz | 20.05.2018 | 18:20

Seit der ersten Machübernahme durch Menachem Begins Herut-Partei in 1977 driftet Israel kontinuierlich nach rechts. Heute ist es Netanjahu mit seiner Herut-Nachfolger-Partei Likud , der das Land nochmals stärker nach rechts steuert.

Vor diesem Hintergrund ist spannend, was Albert Einstein und Hannah Ahrendt über die in ihrer Zeit neu begründete Herut-Partei zu sagen wußten,

"einer politischen Partei, die in ihrer Organisation, ihren Methoden, ihrer politischen Philosophie und ihrem sozialen Appell eng verwandt ist mit den Nazis und anderen faschistischen Parteien."

RE: Schlag in die Magengrube | 20.05.2018 | 18:07

Korrekt: Netanjahu ist bis auf Weiteres unanfechtbar, und die Rückendeckung aus Washington könnte kaum größer sein. Würde man von einem Thriller sprechen, wäre es für Israel so etwas wie eine "Lizenz zum Töten".

RE: 1938: Schotten dicht | 25.02.2018 | 09:50

Evian war die weithin sichtbare Armutserklärung der sogenannten und selbsternannten "zivilisierten Nationen".

Wie tief verwurzelt die Moral in der Elite dieser Nationen war (und schon immer ist) zeigte sich exemplarisch in der Reaktion des anwesenden diplomatischen Publikums auf die Aufforderung des kolumbianischen Gesandten, England, Frankreich und Holland möchten doch ihre Kolonien für die jüdischen Immigranten öffnen.

Das Protokoll verzeichnet daraufhin "Loud laughter" (lautes Gelächter).

Die wichtigsten zeitgenössischen Original-Berichte zur Konferenz von Evian 1938 aus der englischsprachigen Tageszeitung "Palestine Post" habe ich in einer kleinen Reihe gesammelt.